Karen M. McManus - One of us is lying

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    Kurzbeschreibung


    Eine Highschool, ein Toter, vier Verdächtige ...


    An einem Nachmittag sind fünf Schüler in der Bayview High zum Nachsitzen versammelt. Bronwyn, das Superhirn auf dem Weg nach Yale, bricht niemals die Regeln. Klassenschönheit Addy ist die perfekte Homecoming-Queen. Nate hat seinen Ruf als Drogendealer weg. Cooper glänzt als Baseball-Spieler. Und Simon hat die berüchtigte Gossip-App der Schule unter seiner Kontrolle. Als Simon plötzlich zusammenbricht und kurz darauf im Krankenhaus stirbt, ermittelt die Polizei wegen Mordes. Simon wollte am Folgetag einen Skandalpost absetzen. Im Schlaglicht: Bronwyn, Addy, Nate und Cooper. Jeder der vier hat etwas zu verbergen – und damit ein Motiv...


    [hr]


    Das Buch erscheint Ende Februar, in unserer Leserunde könnt ihr es schon ab 2. Februar gemeinsam vorablesen!
    Meldet euch also ganz schnell an :winken:

    LG, Dani


    **kein Forums-Support per PN - bei Fragen/Problemen bitte im Hilfebereich melden**

  • Aus den vier verschiedenen Perspektiven der vier Hauptverdächtigen in dem Mordfall um ihren Mitschüler Simon nähert sich die Autorin den Geschehnissen. Ohne viel Vorgeplänkel geschieht der Mord direkt auf den ersten Seiten und erst mit Zeit verschafft der Leser sich einen Überblick über die vier Hauptpersonen. Durch den regelmäßigen Perspektivenwechsel bekommt der Leser einen Einblick in alle Gedanken. Zuerst hat mich dieser Wechsel zunehmend verwirrt und ich musste ganz bewusst die Namen der Jugendlichen lesen und mir klar machen, durch welchen Blickwinkel ich gerade schaue. Aber je mehr Kapitel hinter mir lagen, desto leichter fielen mir die Wechsel und irgendwann überlas ich die Namen teilweise und fand ich mich immer auf Anhieb zurecht. Die Autorin schafft es dadurch, dass der Leser mit allen Protagonisten warm wird. Gleichzeitig verdirbt sie aber nicht die Spannung an der Spekulation, wer denn jetzt Simon umgebracht haben könnte. Ein Balanceakt, den die Autorin wunderbar meistert!


    Neben dem Mord stehen vor allem die Probleme und Geheimnisse der Jugendlichen im Fokus. Dabei ist das übergeordnete Thema eine Gossip-App, die die Geheimnisse aufdeckt und somit das Leben der Jugendlichen (nicht nur der vier Hauptcharaktere, sondern auch von allen anderen Mitschülern) massiv erschwert. Drahtzieher hinter dieser App ist von Anfang an bekannt: das Mordopfer. Solche Apps oder Websites sind mittlerweile teilweise auch in Deutschland schon ein Problem und somit thematisiert dieser Roman ein wichtiges Thema über den Umgang mit Social Media und dem Internet. Doch auch die Geheimnisse sind thematisch an die Zielgruppe angelehnt: der Druck gute Leistungen zu erbringen, Liebesgeschichte in hetero- und homosexuellen Beziehungen, Freundschaften zu Mitschülern und Geschwistern, Eltern-Kind-Probleme etc. Die Palette ist vielseitig und vielschichtig und macht das Buch gehaltvoll und tiefgründig.


    Die Charaktere sind dabei toll gezeichnet. Es gibt gute und schlechte Seiten, aber vor allem ist ihr Verhalten nachvollziehbar. Gekrönt wird das Ganze durch eine tiefgehende Entwicklung, die alle durchmachen. Die Entwicklung wird deutlich herausgearbeitet, ohne sie direkt zu benennen. Es macht viel Spaß, sie zu verfolgen und zu sehen, wie und wo am Ende alle stehen.


    Insgesamt ein klasse Buch mit starken Charakteren, einer spannenden Handlung mit viel Platz für Spekulationen! Ein absoluter Buchtipp!

  • Ein Toter, viele Geheimnisse und viele Verdächtige


    5 völlig unterschiedliche Schüler müssen einen Nachmittag gemeinsam mit Nachsitzen verbringen. Simon, der eine Gossip-App betreibt und immer wieder die Geheimnisse seiner Mitschüler bösartig an die Öffentlichkeit zerrt und sich dadurch sicher nicht Freunde macht, Bronwyn, eine ausgezeichnete Schülerin und perfekte Tochter, Addy, eine Schönheit ohne wirkliche Persönlichkeit, Nate, der Außenseiter, der bereits mit dem Gesetz in Konflikt gekommen ist und Cooper, der allseits beliebte Sportler.


    Bis zu diesem Nachmittag haben sie wenig miteinander zu tun. Aber jetzt werden ihre Leben grundlegend verändert: während des Nachsitzens bricht Simon zusammen, verstirbt wenig später. Ein allergischer Schock war die Ursache – allerdings: wo war sein eigener EpiPen? Wo waren die Pens der Schule? Wie kommt überhaupt Erdnussöl in einen Wasserbecher?

    Rasch geraten die vier ins Visier der Polizei, werden zu Tatverdächtigen und natürlich verändert sich auch das Verhalten der Mitschüler sofort.

    Auf den ersten Blick scheinen Bronwyn, Addy, Nate und Cooper allen gängigen Klischees zu entsprechen. Aber im Laufe der Geschichte lernt man sie gut kennen (und lieben). Die Autorin lässt alle vier Protagonisten im Wechsel ihre persönliche Sicht der Ereignisse erzählen. Dadurch entwickeln sie sich zu vielschichtigen Charakteren, die weit mehr sind, als man vorerst annehmen möchte! Dieser ständige Perspektivenwechsel ist nur zu Beginn verwirrend. Mit der Zeit unterscheidet man sie schon an der Ausdrucksweise – wirklich großartig gemacht von der Autorin!


    Durch diese genaue Charakterisierung tritt zwischendurch sogar die Mördersuche in den Hintergrund - zu interessant sind die persönlichen Geschichten. Und eines wird schnell klar: jeder von ihnen hat ein schwerwiegendes Geheimnis. Und alle diese Geheimnisse waren dem Mordopfer bekannt.

    Ich liebe Geschichten, die nicht vorhersehbar sind, wo man also nicht sofort weiß, wer der Täter ist. Gerade deshalb hat mir dieser Thriller so besonders gut gefallen – weil ich bis zum Schluss ziemlich ahnungslos war.
    Karen McManus Stil ist flüssig und locker zu lesen, sie zeichnet detailliert die Entwicklung nach, die die Tatverdächtigen mitmachen und am Schluss überrascht sie den Leser mit der logischen und dramatischen Auflösung eines komplizierten Falles.


    Zwar ist es ein Thriller für Jugendliche bzw. junge Erwachsene, aber auch ich (und ich bin schon weit über dieses Alter hinaus) fand die Lektüre interessant und fesselnd. Außerdem hab noch einiges über die komplizierten Lebenswelten von Jugendlichen erfahren.
    Ein bemerkenswerter Debütroman, ein tolles Buch – unbedingt lesenswert!


    4ratten

    Einmal editiert, zuletzt von ysa ()

  • Fünf Schüler werden zum Nachsitzen verdonnert. Einer von ihnen wird diesen Nachmittag nicht überleben.
    Er wurde vergiftet und es wird schnell klar, dass es nur einer der vier anderen Schüler gewesen sein konnte.
    Zu verbergen haben sie alle etwas, und auch wenig Interesse daran, dass ihre Geheimnisse ans Tageslicht geraten.
    Also, wer von ihnen lügt?


    Von diesem Buch bin ich wirklich schwer begeistert. Das hat mehrere Gründe...


    - Es wird abwechselnd aus der Sicht der vier Tatverdächtigen in der Ich-Form erzählt. An diesen Stil musste ich mich erst einmal gewöhnen, denn die Perspektive wechselt recht häufig und so hatte ich Schwierigkeiten mich mit den Protagonisten anzufreunden. Kaum hatte ich Zeit mit ihnen warm zu werden, zack, befand ich mich wieder in einer anderen Figur.
    Aber, das war nur am Anfang so. Zwei, drei Kapitel später brauchte ich schon gar nicht mehr nach dem Namen zu sehen, denn jede Figur hat seine Eigenheiten und es war immer gleich klar, in wessen Gedanken ich gerade steckte.
    Und das ist auch eine der Besonderheiten an diesem Buch: Obwohl der Leser in den Gedanken der vier Tatverdächtigen drinsteckt, und alle Gefühle und Träume und Wünsche mitbekommt, kann man doch nicht herausfinden welcher von ihnen nun der Mörder ist.


    - Bei den Beschreibungen der vier Tatverdächtigen am Anfang musste ich erstmal die Augen verdrehen weil sie wirklich jedes Klischee erfüllten. Wir haben die Streberin, den Sportler, die Oberzicke und den Bad Boy. Dabei bleibt es aber nicht lange. Durch den Mordfall erfahren die Vier Ausgrenzung, sie werden in die Ecke gedrängt oder völlig links liegen gelassen. Sie erfahren ob ihre Freunde zu ihnen halten oder wie die Eltern damit umgehen und jeder der Vier, geht anders mit der Situation um.
    Die Figuren entwickeln sich weiter, sie gewinnen an Tiefe und man kann nur noch mit ihnen mitfiebern.
    Das Buch lebt also nicht nur vom Mordfall und seiner Aufklärung, sondern auch von den Beziehungen und Aktionen zwischen den Protagonisten, die für mich genauso spannend zu lesen waren wie die Auflösung selbst.


    - Und dann natürlich der Mordfall an sich. Auch wenn ich ab der Hälfte ungefähr eine Ahnung hatte, eine Ahnung wohlgemerkt, wer denn nun der Mörder sein könnte, wurde ich am Ende doch völlig überrascht. Die Autorin hat das ganze wirklich sehr clever und logisch aufgedröselt und mit der Auflösung war ich zumindest, völlig zufrieden.


    Für mich war das ein Buch, dass mich von vorne bis hinten überzeugt hat. Ich wüsste nicht was man hier besser hätte machen können. Von mir gibt es eine klare Lese-Empfehlung und ich hoffe, die Autorin schreibt noch so einiges in der Art.


    5ratten:tipp:

    Lesen ist die schönste Brücke zu meinen Wunschträumen.

  • Inhalt
    Bronwyn, Addy, Nate, Simon und Cooper haben in ihrem bisherigen Leben auf der Bayview High nicht viel miteinander zu tun. Doch eines Tages müssen die fünf nachsitzen und Simon überlebt diesen Nachmittag nicht. Die vier anderen werden verdächtigt ihn umgebracht zu haben, doch was ist wirklich beim Nachsitzen passiert?


    Meine Meinung
    Schon als ich zum ersten Mal von diesem Buch gehört hatte, wurde ich neugierig und ich muss sagen, dass es für mich wirklich ein Highlight war. Ich bin ein riesiger Fan von der Serie "Pretty Little Liars" und "One of us is lying" hatte für mich genau die gleiche Atmosphäre und es gab viele Parallelen zu der Serie. Auch wenn es hier nicht um ein paar Freundinnen geht, erinnerten mich manche Protagonisten an die aus der Serie, was ich aber nicht weiter schlimm fand.
    Es werden typische Highschoolklischees eindrucksvoll dargestellt und Geheimnisse aufgedeckt.


    Simon ist immer auf der Suche nach Geheimnissen und veröffentlicht sie in einer Gossip-App, zerstört damit Leben und Beziehungen, denn seine Enthüllungen entsprechen immer der Wahrheit. So gibt es auch einen Post, der noch nicht veröffentlicht wurde und sich mit Geheimnissen von Bronwyn, Addy, Nate und Cooper befasst und somit hätten alle vier ein Motiv um ihn zu töten. Die Autorin hat ein Händchen dafür, dass man hier wild spekuliert. Ich habe im Laufe des Buches so ziemlich jeden verdächtigt, bin aber nicht auf die endgültige Enthüllung gekommen.
    Dafür habe ich mich die ganze Zeit gefragt, wie die Autorin alles stimmig aufdröseln wird, was ihr wirklich gelungen ist.


    Mit manchen Geheimnissen und die Reaktionen die darauf folgten, konnte sie mich schockieren, vor allem da sie die Protagonisten liebevoll und detailliert ausgearbeitet hat. Man erfährt im Laufe des Buches ganz nebenbei mehr über jeden Einzelnen.
    Bronwyn ist die typische Eliteschülerin, die sich immer an Regeln hält und ein klares Ziel vor Augen hat.
    Nate ist der typische Bad-Boy und Drogendealer, der aber eigentlich echt lieb ist, es im Leben aber einfach schwer hat.
    Addy ist die typische Schulschönheit, die auf den ersten Blick nicht viel im Kopf hat und sich von ihrem Freund herumkommandieren lässt. Doch nach und nach merkt man, was wirklich in ihr steckt.
    Und schließlich Cooper, der typische erfolgreiche Baseball-Spieler, der Chancen auf ein Stipendium hat.
    Wie man schon an meiner Wortwahl sieht, sind es wirklich typische und klischeehafte Figuren, die aber im Laufe des Buches ganz unerwartete Seiten von sich zeigen, sodass sie irgendwann gar nicht mehr so klischeehaft sind, was ich echt gelungen fand.


    Und auch sonst fand ich das Buch großartig. Es ist spannend, geheimnisvoll, voller Liebe und Emotionen. Ich konnte gar nicht anders als mit den Protagonisten zu fühlen und zu leiden. Das Ganze wird durch einen tollen, leicht zu lesenden, aber auch fesselndem Schreibstil untermauert, der einfach zu den vier Protagonisten passt. Vor allem da das Buch abwechselnd aus verschiedenen Ich-Perspektiven geschildert wurde, spürt man die Emotionen besonders stark.


    Wie schon erwähnt, finde ich das Ende durchweg gelungen und ich habe es geliebt zu rätseln, wer hinter allem steckt. Für mich war das Buch wirklich ein Highlight.


    Fazit
    "One of us is lying" erinnert mich in manchen Punkten stark an die Serie "Pretty Little Liars" und gerade deswegen mochte ich das Buch so sehr. Es ist zwar voller Klischees, aber dennoch konnte es mich voll und ganz überzeugen und ich kann es jedem empfehlen, der gerne miträtselt.


    5ratten

  • Nate, Bronwyn, Addy, Cooper und Simon, fünf Highschool-Schüler, müssen im Chemieraum der Schule nachsitzen. Noch vor dem Ende der Stunde ist Simon tot. Wer von den Vieren ist der Täter bzw. die Täterin? Geheimnisse hatten sie alle und Simon war an der Schule bekannt dafür, in seiner Gossip-App schonungslos Verborgenes ans' Licht zu zerren.


    Der Klappentext des Buches hatte mich neugierig gemacht, und ich wurde nicht enttäuscht.
    Ein Footballstar, ein blondes Dummchen, eine Streberin und ein Bad-Boy, jemand aus dieser Gruppe soll ein Mörder sein. Die Autorin bedient mit ihren Protagonisten alle Kischees von Typen, die es so an einer Highschool gibt. Es kann jeder den Enthüllungsprofi Simon umgebracht haben, aber irgendwie traut man es keinem so richtig zu. Alle Verdächtigen machen im Laufe der Geschichte eine Entwicklung durch. Sympathieträger sind ziemlich mies und Personen, die man anfangs nicht leiden konnte, entpuppen sich als richtig nette Leute.


    Das Buch liest man abwechselnd aus der Sicht der Verdächtigen. Schon ziemlich schnell hatte ich mich an die Wechsel gewöhnt und konnte die Vier auseinanderhalten, auch ohne die Namen zu wissen. Detailliert werden die Persönlichkeiten ausgearbeitet mit ihren Denkweisen, Stärken, Schwächen und Leidenschaften. Ich habe hin und her jeden in Verdacht gehabt, das Ergebnis war dennoch überraschend aber nachvollziehbar. Die Autorin streut einzelne Hinweise, am Ende ergibt sich wie aus einzelnen Puzzleteilen zusammengesetztes stimmiges Bild.


    Mir hat das Buch richtig gut gefallen. Beschrieben als Jugendbuch, empfehle ich es aber auch Erwachsenen.

    Das sind keine Stirnfalten. Das ist ein Sixpack vom Denken.

    Einmal editiert, zuletzt von Delena ()

  • An der Bayview Highschool müssen fünf Schüler zum Nachsitzen:


    * Bronwyn, die als absolut kluger Kopf gilt und bislang niemals in die Verlegenheit einer Bestrafung kam
    * Cooper, der auf dem besten Weg ist, Profi-Baseballspieler zu werden
    * Addy, ein sehr hübsches Mädchen, das man fast chirurgisch von ihrem Freund trennen muss
    * Nate, der Outlaw der Schule, der aufgrund von Drogengeschäften sogar schon mal im Knast saß
    * Simon, der am liebsten Geheimnisse seiner Mitschüler kundtut


    Doch Simon wird das Nachsitzen nicht überleben. Unter mysteriösen Umständen erleidet er einen allergischen Schock und stirbt kurz darauf. Als die Polizei herausfindet, dass Simon am nächsten Tag pikante Details über die vier anderen Nachsitzer veröffentlichen wollte, sind diese plötzlich allesamt Verdächtige.
    Ist es wirklich denkbar, dass eines der Geheimnisse so schwer wiegt, dass dafür ein Mord begangen wird?


    Mit meinen 37 Jahren gehöre ich nicht zur Hauptzielgruppe dieses Jugendbuches, aber das bedeutet weder, dass ich dahinter gekommen bin, wer Simon auf dem Gewissen hat, noch, dass mich dieses Buch nicht unterhalten hat.
    Zum einen habe ich die Erzählweise als sehr gelungen empfunden: die Autorin Karen M. McManus wechselt immer wieder die Perspektive, indem sie die verdächtigten Schüler erzählen lässt. Dadurch hatte ich schnell den Eindruck, die Hauptfiguren besser zu kennen - kein Wunder, wenn ihre Eindrücke und Gefühle aus erster Hand zu lesen sind. Schon bald hatte ich meine erste Meinung zu den Beteiligten und während die einzelnen Charaktere anfangs noch relativ klischeehaft wirken, hat sich meine Sympathie eher unerwartet verteilt. Doch eines muss ich schon vorab sagen: aller Schüler schaffen es im Laufe der Lektüre zu überraschen!


    Die ganz große Stärke von McManus ist nicht nur die Tiefe ihrer Figuren, die sie scheinbar mit leichter Hand entworfen hat, sondern vor allem auch deren Entwicklung und die stimmige Einbettung in eine sehr spannende Rahmenhandlung. Extrem gekonnt streut die Autorin Hinweise ein und lässt ihre Figuren Fragen aufwerfen - was zum einen die Spannungskurve stets hoch hält, zum anderen dafür sorgt, dass "One of us is lying" fast wie ein Film funktioniert. Nahezu von der ersten Seite an war ich regelrecht in einem Sog und wollte das Buch am liebsten nicht mehr aus der Hand legen, so sehr hat mich dieser Mix aus interessanten Charakteren, Spannung und Intrigen gefesselt.


    Die Autorin hat ein sehr gutes Gefühl dafür, ihren LeserInnen Raum für eigene Spekulationen und Kniffeleien zu lassen, ohne jemals den Faden aus der Hand zu geben. Dadurch entsteht eine wirklich spannende Szenerie mit glaubhaften Hauptfiguren. Trotz des Pageturners wird nicht erst am Ende klar, dass dieses Buch etwas zu erzählen hat.


    5ratten und ein :tipp:

    Liebe Grüße

    Tabea

  • Meine Meinung:

    Ja ich habe die Lösung gefunden, bevor die Figuren im Buch dies tun - aber das ist dann schon mein einziger Punkt, der vielleicht negativ klingt ;)

    Für mich geht es aber auch nicht nur um die Frage, wer Simon umgebracht hat. Es geht auch um die Frage, was passiert, wenn Du selbst als potentieller Mörder verdächtigt wirst (oder irgendetwas andres Schlimmes passiert). Wie geht deine Umgebung damit um? Und ja es gilt ein mal mehr, deine wahren Freunde zeigen sich dann, wenn es Dir besonders schlecht geht.


    Alle vier Teenager haben etwas zu verbergen und ich gebe zu, am meisten hat mich interessiert was es wohl ist. Ganz schön perfides Spielchen, denn genau diese Sensationsgier hat Simon mit seinem Account immer wieder angeheizt und befriedigt. Manches Mal war die Wendung der Ereignisse etwas vorhersehbar, aber ich fand das nicht so dramatisch, denn gerade hier zeigte sich immer wieder, wie banal einem manche Probleme und Vorkommnisse als Erwachsener erscheinen, während man selbst als Teenager darin noch den Weltuntergang sah. Genau deshalb fand ich Addy, Bronwyn, Nate und Cooper authentisch. Ich hatte nie das Gefühl, oh hier schreibt eine Erwachsene aus der Sicht von Teens. Ich war immer mitten in den Gefühlen und Sorgen der jeweiligen Hauptfigur.


    Und klar, der Roman liest sich schon an vielen Ecken wie eine fiese Version von Highschoolmusical. Alle vier Protagonisten scheinen das wandelnde Klischee zu sein. Die Autorin spielt sicher auch ganz bewusst mit den Vorurteilen ihrer Leser*innen. Ein Teil der Spannung baut sich auch erst gerade auf, weil man wissen möchte, was hinter der Fassade steckt. Ich persönlich mochte alle vier gleich gerne. Das passiert mir bei dieser Art von Erzählweise nicht sehr oft, da ich immer das Gefühl habe. irgendeine Figur müsste zurückstecken. Aber ich finde Karen McManus hat es geschafft ihnen alle in etwa die gleiche Aufmerksamkeit zu schenken.


    Doch noch mal ein Punkt zum Schluss, damit vielleicht klarer wird, weshalb es nicht die 5 Ratten geworden sind. Ich gebe zu, ich war etwas enttäuscht über die Lösung. Ich denke es hätte der Handlung etwas mehr würze gegeben, wenn sie anders ausgefallen wäre.

    Trotzdem insgesamt hat mir "One of us is lying" richtig gut gefallen!


    4ratten