IV. Teil - Seite 240 bis 308

Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

Es gibt 53 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Valentine.


  • Trevor kommt nach seinem Kriegseinsatz nach Hause zu seiner Mutter. Aber sie sind sich fremd geworden. Eigentlich sehr schade, Wilbur wollte für Nelson das Beste, aber ob es wirklich gut für ihn war?


    Ich fand das auch sehr schade,dass er zu seiner Mutter keinen Zugang mehr bekommen hat.... irgendwie traurig


    Nicht nur die Entfremdung zwischen Mutter und Sohn finde ich furchtbar, Nelson leidet unter dem Erlebten. Er kann nicht darüber reden und versucht es im Alkohol zu ertränken. Nach einer Weile flüchtet er förmlich. Es ist schade, dass Nelson sein Versprechen nicht hält und seine Mutter schon recht bald alleine stirbt.


    Irgendwie sehr schade, sie war immer die einzige die ihn geliebt hat und dann hält er zum einen sein Versprechen nicht und ist dann auch so kühl bei der Beerdigung. Wie innerlich zerstört muss er sein....


    Der arme naive Trevor - auch nur ein Mann! Da ist er von der Tänzerin so fasziniert, dass er eine Menge Geld für sie ausgibt. Wie naiv er ist, zeigt die Frage, ob er die Musik aussuchen darf. Obwohl es Trev gefallen hat, denkt er dennoch an Rachel. Er möchte auch am liebsten nach Hause. Er ist eben doch anders als sein Vater.


    Jeder andere würde sich wünschen, dass sein Kind nicht an solche Orte geht und er schleppt seinen Jungen dahin. Was für ein Vater... Trev ist da schon sehr naiv ich wusste auch nicht ob ich lachen oder weinen soll ....


    Nelson hat eine Frau gefunden, die ihm ein wenig Nähe gibt. Aber es reicht bei ihm wohl nicht, dass er mit dieser Frau auch zusammenleben könnte. Er ist halt traumatisierte, was ich bedauerlich find.


    Die Frage ist ja auch wie kaputt ihn der Krieg gemacht hat... da scheint er ja wirklich viel traumatisches erlebt zu haben. Vielleicht kann er gar nicht ehr mdiese direkte Nähe zulassen.


  • Nelson hat zwar die Briefe seines Vaters aus dem Keller seiner Mutter geholt, aber wirklich wichtig sind ihm nur ein paar Baseball-Karten. Warum haben weder Clete noch Nelson einen direkten Kontakt gesucht?


    Das hab ich mich auch gefragt - und ich bin mir nicht sicher, ob ich eine gültige Antwort finden konnte. Die Baseball-Karten sind eine Art "Liebesbeweise" vom Vater für den Sohn. Im direkten Kontakt war er nie in der Lage dazu, dem Sohn seine Liebe verlässlich zu zeigen (außer in ein paar "schwachen Momenten").
    Mit den Karten wurde er zu einem liebevollen Vater - in Nelsons Phantasie. Und die Realität hat mit diesem Phantasievater nie mithalten können. Also besser kein Kontaktversuch! Außerdem hatte Nelson ja in Wilbur einen guten Teilzeitvaterersatz!


    Abgesehen davon, waren die 60iger Jahre nicht gerade die Zeit der aktiven Väter...

  • Das hab ich mich auch gefragt - und ich bin mir nicht sicher, ob ich eine gültige Antwort finden konnte. Die Baseball-Karten sind eine Art "Liebesbeweise" vom Vater für den Sohn. Im direkten Kontakt war er nie in der Lage dazu, dem Sohn seine Liebe verlässlich zu zeigen (außer in ein paar "schwachen Momenten").
    Mit den Karten wurde er zu einem liebevollen Vater - in Nelsons Phantasie. Und die Realität hat mit diesem Phantasievater nie mithalten können. Also besser kein Kontaktversuch! Außerdem hatte Nelson ja in Wilbur einen guten Teilzeitvaterersatz!


    Abgesehen davon, waren die 60iger Jahre nicht gerade die Zeit der aktiven Väter...


    statt Liebesbeweise könnte es auch die Beruhigung des schlechten Gewissens sein... :zwinker:


  • Die 100$ Wette..haha..nach dem sich alles beruhigt hat, erhöht er um 200/300..dann wird Trevor doch neugierig..dann 400 und da hatte er ihn und Trevor denkt sich, wenn du mich erwachsen haben willst, dann spiele ich mit und verlangt 500 $..da musste ich schon lachen.


    Hat mir auch gefallen und es geschah Jonathan ganz recht.



    Ach was habe ich über die zwei torkelden Fahrräder gelacht..


    Kerle!
    :boahnee:



    Nach dem 4. Abschnitt finde ich Jonathan nicht mehr ganz so schlimm und Nelson liebe ich immer mehr..
    :smile:


    Ich finde Jonathan immer noch schlimm.


  • Schön war noch der Nachtrag, das sein Vater ihm jedes Jahr signierte Baseball-Karten geschickt hat..Ich weiß, dass ist nicht viel, aber für Nelson hat es bestimmt eine Menge bedeutet, dass sein Vater ihn nicht vergaß, ihn auf seine Weise liebte, bzw entgegen allen Annahmen fähig dazu war.


    Vergessen nicht, aber gekümmert auch nicht. Persönlicher Kontakt wäre bestimmt besser gewesen.



    Seine "Dämonen" hat er wohl besiegt oder hat sie unter Kontrolle,


    Ich kann mir nicht vorstellen, dass er die Dämonen besiegt hat, er hat sie wahrscheinlich nur sehr gut versteckt.


  • Und besonders heftig finde ich, dass er nach der Rückkehr aus Vietnam (wo es zweifellos hart war, bei meinem Vietnam-Urlaub vor 5 Jahren habe ich verschiedene Kampfstätten u.a. die entmilitarisierte Zone besucht und habe mir auch diverse Museen angeschaut, es war auf beiden Seiten superheftig) seine Mutter mehr oder weniger in Stich ließ. Er ist ja dann nach den ersten Monaten weg und hat sie nicht wie von ihr erbeten an Weihnachten besucht. Sie muss eine unglaublich einsame Frau gewesen sein.


    Die Mutter hat mir auch sehr leid getan. Erst erlebt sie ihren traumatisierten Sohn und dann ist er wieder weg und hält nicht einmal sein Versprechen. Sie hat ja nicht viel verlangt.

  • Die Mutter hat mir auch sehr leid getan. Erst erlebt sie ihren traumatisierten Sohn und dann ist er wieder weg und hält nicht einmal sein Versprechen. Sie hat ja nicht viel verlangt.


    Das hat mir auch echt leid getan, was muss das für eine Mutter für ein Schmerz sein so einsam zu sein, das selbst der Sohn nicht mehr kommt auch wenn er es versprochen hat.
    und dann stirbt sie noch so einsam, dass er es selbst nicht mitbekommt und nur halbherzig zur Beerdigung kommt.

  • Trevors Ausbruch gegenüber seinem Vater fand ich klasse, wenigstens ist er nicht so eingeschüchtert, dass er sich nicht mehr traut, seiner Meinung Ausdruck zu verleihen. Die brodelnde Wut, die sich da Bahn bricht, hat Butler großartig eingefangen. Auch Deannas Verlegenheit beschreibt er gut, es ist für sie ja trotz allem auch eine ziemlich blöde Situation.


    Und nach allem, was war, fällt Jonathan nichts Besseres ein, als mit seinem Sohn in einen Stripclub zu gehen :vogelzeigen: Damit er doch noch ein richtiger Kerl wird oder was? Hier verstehe ich auch Nelson nicht so ganz, dass er da mitmacht. Von mir aus hätten sich die beiden Erwachsenen eine Stripshow angucken können, wenn's denn sein muss, aber einen Sechzehnjährigen dorthin zu schleppen?


    Trevor selbst fand ich dort aber irgendwie süß in seiner Unschuld, wie er mit echtem Interesse versucht hat, mit Aspen ins Gespräch zu kommen, die damit gar nicht umzugehen wusste.


    Ein bisschen Selbsterkenntnis zeigt Jonathan dann irgendwann doch noch, als er denkt, dass das Wichtigste am Vatersein ist, jemanden zu einem besseren Menschen zu erziehen, als man selbst gewesen ist. Seine Methoden sind allerdings definitiv fragwürdig!


    In den Beschreibungen von Nelson nach seiner Rückkehr aus Vietnam erkenne ich auch wieder einen Spiegel von Wilbur, der ja auch erst mal in ein tiefes Loch aus Herumlungern, Frauen und Alkohol gefallen ist, bevor er die Leitung des Pfadfindercamps übernommen und darin seine Berufung und eine gewisse Ruhe gefunden hat. Dass er offenbar eine Freundin hat, kam für mich überraschend, es hat mich aber auch gefreut, dass er, wahrscheinlich zum ersten Mal in seinem Leben seit seiner Mutter, eine warmherzige Bezugsperson hat.

    If you don't become the ocean, you'll be seasick every day.

    Leonard Cohen





  • Valentine:Ich habe Nelson auch vernünftiger eingeschätzt...allerdings habe ich mir danach überlegt, ob Nelson einfach mit in diesen Stripclub ging,damit er "Schadensbegrenzung" machen konnte. Wenn was passiert wäre mit Trevor, wäre Nelson zur Stelle gewesen ?

  • Zitat von TochterAlice

    Für mich sind das keine Wertvorstellungen, die einem Jungen auf der Schwelle zum Mann vermittelt werden sollten! Und es ist ja auch nicht so, als ob Trevor jetzt keine Erfahrungen mit dem anderen Geschlecht hätte. Ganz im Gegenteil und ich finde, er geht sehr reif und vernünftig damit um, ich als sein Vater wäre stolz darauf!


    Allerdings! Gerade deshalb finde ich es so blöd und auch irgendwie traurig, wie Jonathan mit seinem Sohn umgeht. Andere Väter wären froh, einen solchen Sohn zu haben.


    Zitat

    Und besonders heftig finde ich, dass er nach der Rückkehr aus Vietnam (wo es zweifellos hart war, bei meinem Vietnam-Urlaub vor 5 Jahren habe ich verschiedene Kampfstätten u.a. die entmilitarisierte Zone besucht und habe mir auch diverse Museen angeschaut, es war auf beiden Seiten superheftig) seine Mutter mehr oder weniger in Stich ließ.


    Das hat mir für die Mutter auch leid getan, die ja sowieso nicht viel Anschluss an andere Menschen zu haben scheint. Aber ich glaube, er hat sich da einfach selber nicht "gepackt", ich tippe auf eine Art posttraumatische Belastungsstörung. Er kam schon mit sich selbst nicht klar und wusste, dass er seiner Mutter nie würde erzählen können, warum er sich so verändert hat.


    Zitat von Igela

    Gerade der Rückblick auf den Krieg und was Nelson erlebt hatte kam mir vor wie ein Seitenfüller und hätte nicht sein müssen.


    Das habe ich überhaupt nicht so empfunden, im Gegenteil. Ich hatte mich schon länger gefragt, was Nelson in Vietnam wohl erlebt haben mag.


    Zitat

    Hier wird ja immer wieder betont,dass die Väter sich was anderes, besseres für ihre Söhne wünschen. Wohl so eine Art die Liebe zu ihren Söhnen zu zeigen...da Männer sich ja im Grossen und Ganzen mit Gefühlen schwer tun. Ich weiss, wird gerne als ein Klischee hingestellt...doch meine Erfahrungen zeigen, dass es so ist.


    Was mit Sicherheit auch mit der Erziehung und dem Männerbild zu tun hat, das auch und gerade heute noch/wieder vermittelt wird. Jungen/Männer sind tough, abenteuerlustig, weinen nicht, können zupacken, sind sportlich, zäh, trinkfest, hart - wer Gefühle zeigt, wird schon auf dem Schulhof ausgelacht :grmpf:


    Zitat von ysa

    Aber Trevor ist ganz alleine mit Aspen mitgegangen, da hat ihn niemand dazu gezwungen. Es ist halt eine Erfahrung, die er machen wollte.


    Hormon- und Alkoholrausch - da setzt im Teenageralter dann schon mal der Verstand aus.


    Zitat

    Für mich sind diese Geschenke - die Baseballkarten und die gesammelten Weihnachtsgeschenke in erster Linie Sinnbild für das Unvermögen, die Gefühle offen zu zeigen und zu leben.


    Für mich auch. Und ein wenig verzweifelt wirkende Versuche, ein klein bisschen Liebe zu zeigen.

    If you don't become the ocean, you'll be seasick every day.

    Leonard Cohen






  • Hormon- und Alkoholrausch - da setzt im Teenageralter dann schon mal der Verstand aus.


    Es erstaunt mich aber immer wieder, wie lange bei manchen Männern diese Teenagerzeit dauert....


    :winken:

  • Das stimmt, ich verzeihe das auch maximal echten Teenagern :breitgrins:

    If you don't become the ocean, you'll be seasick every day.

    Leonard Cohen