Genreeinteilungen der Verlage

Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

Es gibt 113 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Igela.

  • Ich habe die ersten Teile der Reihenfolge von Clare vor etwa vier Jahren gelesen, in der Erwartung eines Young Adult Buches. Die Erwartung hat sich auch erfüllt.

    Hätte ich ohne mehr Information über die Handlung gesehen, dass die Bücher ab 12 empfohlen werden, hätte ich sie aber wohl wieder zurück gelegt und mir gedacht, dass mir das zu kindlich ist.

    Diese Reaktion wäre bei meinem 16-Jährigen Ich noch viel stärker ausgefallen. In beiden Fällen hätte ich einen Bogen um das Regal gemacht.

    Also gefühlsmäßig kann ich deiner Leiterin auch nicht zustimmen, Lerchie

    “Grown-ups don't look like grown-ups on the inside either. Outside, they're big and thoughtless and they always know what they're doing. Inside, they look just like they always have. Like they did when they were your age. Truth is, there aren't any grown-ups. Not one, in the whole wide world.” N.G.

  • Ich hatte die selben Probleme immer als meine Kinder noch jünger waren. Und aktuell auch wieder bei meinem Patenkind, das sich regelmässig Bücher wünscht. Was bei uns Erwachsenen weniger schlimm ist, wenn wir uns mal im Genre vergreifen. Dass, ich z. Thriller will und Familienroman kriege....finde ich bei Kindern echt schlimm, wenn 10 jährige was für 15 jährige lesen, weil die Altersangaben falsch sind.

    Ich war ungefähr 10, als ich aus den Büchern meines Vaters einen Roman von Nabakov stibitzt habe. (Nicht "Lolita", aber auch recht freizügig.) Ich denke, ich hab's überlebt. Ebenso wie die ex- und intensive Lektüre von Edgar-Wallace-Krimis zur gleichen Zeit. Oder von Karl May.


    Kinder sind im Allgemeinen bedeutend stabiler und können mehr ertragen, als besorgte Eltern oder Verwandte ahnen...

    Wo nehme ich nur all die Zeit her, so viel nicht zu lesen. (Karl Kraus)

  • sandhofer Ich denke nicht, dass man das verallgemeinern kann. Meine Tochter ist 18 und liest noch heute keine Thriller, da sie sich gruselt. Wenn 10 jährige freizügige Lektüre lesen, schadet das einigen nicht...anderen schon !

  • Überdramatisieren würde ich das auch nicht, Märchen sind sehr viel krasser, trotzdem würden wohl viele Eltern kaum aufhören sie vor zu lesen.

    Aber die grobe Einteilung hat ja trotzdem einen Sinn. So wie ja auch die Einteilung von Filmen zu bestimmten Altersangaben ihren Sinn hat. Alles andere ist auch eine Einschätzung die Individuell erfolgt. Meine Eltern haben z.B nicht ständig kontrolliert was ich da eigentlich so ausgeliehen habe. Sie haben mir da einfach auch zugetraut das ich selbst entscheiden kann was ich so lese. Ich hab dann meinen Papa (der bei uns der Ausleiher war^^) mal irgendwann gefragt, ob er meint das ich schon bei den Erwachsenen Bücher ausleihen darf, weil ich so gerne Krimis lesen wollte in denen auch Morde ermittelt wurden^^ er meinte ich soll es einfach mal testen und schauen ob es geht. Und joah war dann kein Problem.

  • Ich denke, wenn ein Kind in seiner Entwicklung noch nicht reif ist für "Erwachsenenliteratur", dann wird es das Bücherregal der Eltern oft ohnehin links liegen lassen, weil es ihn oder sie schlichtweg nicht interessiert.

    Und die Passagen, die tatsächlich noch zu viel sind, werden vom kindlichen Gehirn gekonnt ignoriert. (Ich war als Erwachsene ganz erstaunt, als mir aufgefallen ist, wie viele "anzügliche" Witze in den Komödien vorkamen, die ich als Kind immer mit meinen Eltern geschaut habe.)


    Aber dann ist es ja auch immer eine Entwicklung und Entscheidung, die aus dem Kind selbst herauskommt und das ist meistens auch völlig OK so.

    Es gibt aber auch sehr ängstliche Kinder, die vielleicht noch kein gutes intuitives Gefühl haben, was ihnen gut tut und was nicht und die können dann schnell mit sowas überfordert werden. Und wenn das Buch aber falsch sortiert wird, dann sind womöglich die Erwartungen ganz andere. Das kann ja auch schon mal einen Erwachsenen etwas überrumpeln, wenn aus einem vermeintlichen Cosy-Krimi plötzlich ein blutrünstiger Thriller wird.


    Für mich geht es also nicht darum, ob man Kindern Literatur für Ältere zutrauen kann oder nicht, sondern dass die Einteilung als grobe Orientierung für den Leser dienen soll.

    “Grown-ups don't look like grown-ups on the inside either. Outside, they're big and thoughtless and they always know what they're doing. Inside, they look just like they always have. Like they did when they were your age. Truth is, there aren't any grown-ups. Not one, in the whole wide world.” N.G.

  • Ich denke auch, dass Kinder selbst wissen, was sie lesen wollen. Ich hatte mit 10 alle Jugendbücher von Hohlbein in der Bücherei durch und habe dann bei den Erwachsenen weitergelesen. Das gab einmal eine erstaunte Nachfrage ("Leihst du das für dich aus??"), aber mich hat keiner daran gehindert und es hat mich auch nicht traumatisiert. Andersherum würde wahrscheinlich kaum ein 10jähriger Shades of Grey lesen - weil es einfach viel zu langweiliger Erwachsenenkram ist.

  • He Leute...die Altersangaben auf Büchern dienen doch nicht (nur) dazu, Kinder zu schützen. Sie dienen doch auch als Orientierungshilfe für Schenkende. Mein Patenkind wünscht sich immer ein Ueberraschungsbuch. Manchmal mit dem Zusatz "was mit Pferden " oder "was mit Kobolden". Da bin ich unendlich froh kann ich in der Buchhandlung beim Regal für 8-10jährige schauen. Da verlasse ich mich aber auch darauf, dass es tatsächlich Bücher für dieses Alter sind. Dies weil ich mein Patenkind zwar kenne, jedoch die Eindrücke nicht auffangen kann, wenn sie das Buch liest. In ihrer Familie ist das leider schwierig.


  • Kinder sind im Allgemeinen bedeutend stabiler und können mehr ertragen, als besorgte Eltern oder Verwandte ahnen...

    Das denke ich grundsätzlich auch (und manchmal finden Kinder ein irgendwie pädagogisch wertvolles Buch viel schwerer verdaulich als ein "zu erwachsenes" Buch ... )


    Dennoch sind Altersangaben als grobe Orientierung durchaus nützlich, gerade für Menschen, die nicht so sehr in der Materie drin sind.


    Den Altersbereich Jugendbuch komplett aufzulösen finde ich ziemlich schwachsinnig - kein Teenager hat Bock, in der Kinderabteilung zu stöbern (viel zu peinlich :breitgrins: ), und unter der Vielfalt an Erwachsenenbüchern einzelne Jugendbücher suchen zu müssen, ist auch nicht das Gelbe vom Ei.

    If you don't become the ocean, you'll be seasick every day.

    Leonard Cohen





  • Ich weiss nicht ... wenn ich jemandem, egal ob Kind oder Erwachsener, ein Buch schenke und ich kenne diesen Jemand nicht: Ist es dann nicht besser, ich schenke der Person einen Gutschein? Und BibliothekarInnen sind m.M.n. dazu da, entscheiden zu können, ob das Kind, das vor ihnen steht, mit dem Buch, das vor ihm liegt, etwas anfangen kann oder nicht.

    Wo nehme ich nur all die Zeit her, so viel nicht zu lesen. (Karl Kraus)

  • sandhofer Ich kenne mein Patenkind, das ich mit Büchern beschenke. Sogar sehr gut! Ich bin nur nicht da , wenn es das Buch liest und ich möchte nicht, dass es Bücher liest für die es noch nicht bereit ist. Und da die familiäre Situation, in der es lebt....sagen wir mal....schwierig ist, hat es oft keine Ansprechperson für Fragen. Somit bin ich darauf angewiesen , dass die Altersangaben stimmen. Und ein Gutschein ist keine Option, da er schlichtweg nicht eingelöst würde.

  • Igela : bei deinem Patenkind ist das eine besondere Situation. Da kann ich verstehen, dass du lieber ein Buch schenkst. Hut ab, dass du sich so gut kümmerst.

    Being alone isn't something to endure - it's something to relish.

  • Ich bin immer noch nicht überzeugt. Ich habe die Lektüre-Eindrücke jeweils auch selber verarbeiten müssen ... Das ist also durchaus möglich.

    Wo nehme ich nur all die Zeit her, so viel nicht zu lesen. (Karl Kraus)

  • Dass, ich z. Thriller will und Familienroman kriege....finde ich bei Kindern echt schlimm, wenn 10 jährige was für 15 jährige lesen, weil die Altersangaben falsch sind.

    In meiner Familie haben vor Jahren die Panem-Bücher eine Diskussion ausgelöst. Ab welchem Alter sollte meine Nichte diese Geschichte lesen, in der ja Jugendliche Jugendliche umbringen? Ich war da deutlich konservativer als meine Schwester. Ich denke, diese Alterseinteilungen werden von Menschen gemacht und die sind natürlich nicht immer einer Meinung. Und auch die Kinder sind sehr unterschiedlich darin, wie reif sie im jeweiligen Alter schon sind und wie ihre Lebenserfahrungen sind. Das ist sicher immer schwierig. Wichtig hier, dass Eltern sich Zeit für die Buchauswahl nehmen und auch dafür, mit den Kindern über die Bücher mal zu reden. Also Interesse zeigen.

    :lesen:





  • Für mich geht es also nicht darum, ob man Kindern Literatur für Ältere zutrauen kann oder nicht, sondern dass die Einteilung als grobe Orientierung für den Leser dienen soll.

    Das trifft es wohl am ehesten. Eine Orientierungshilfe. Das Genre sollte allerdings schon stimmen oder im Zweifelsfall genauer beschrieben werden.

    :lesen:





  • Ich bin immer noch nicht überzeugt. Ich habe die Lektüre-Eindrücke jeweils auch selber verarbeiten müssen ... Das ist also durchaus möglich.

    Glaube mir...mein Patenkind hat auch so im realen Leben genug zu verarbeiten...Bücher sollen eine Erholung darstellen und nicht noch zusätzlich etwas das "verarbeitet werden muss".

  • Für mich geht es also nicht darum, ob man Kindern Literatur für Ältere zutrauen kann oder nicht, sondern dass die Einteilung als grobe Orientierung für den Leser dienen soll.

    Das trifft es wohl am ehesten. Eine Orientierungshilfe. Das Genre sollte allerdings schon stimmen oder im Zweifelsfall genauer beschrieben werden.

    Womit wir wieder beim Ausgangsthema wären. Es gibt ganz viele Leser, die sich auf die Genreeinteilungen bei Büchern und Altersangaben bei Kinder/Jugendbüchern verlassen wollen (müssen). Und genau das prangere ich an in diesem Tread. Dass dies alles willkürlich angesetzt wird. Das ist zumindest mein Eindruck in letzter Zeit!

  • Bin bei meinem momentanen Buch auch eher verwirrt in welches Genre es gehört. Das Taschenbuch hat der Verlag 'Fantasy & Science Fiction' zugeordnet, das Hardcover 'Krimis und Thriller'. Für mich trifft das erste eher zu als das zweite und dennoch bin ich einfach verwirrt.

    Dadurch, dass ich hier neu bin, hätte ich mal eine kurze Frage. Wenn das Buch unter zwei Genres läuft, kann ich mir eins für die Rezension hier im Forum aussuchen?