Bücher, die körperlichen und seelischen Missbrauch verharmlosen

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Es gibt 122 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Katjaja.

  • Ihr könnt euch ja austauschen und natürlich diese Dinge auch erwähnen. Aber wenn man die entsprechenden Kommentare in Spoiler setzt, überlässt man denen, die das Buch noch nicht kennen, die Entscheidung, ob sie das nun wissen wollen, oder nicht.

    LG, Dani


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  • Generell ist mir in verschiedenen Nackenbeißern sehr oft begegnet, das die weibliche Hauptfigur irgendwann ohne Absprache das dies ok sei z.B. so geweckt zu werden, vom männlichen Gegenpart im Schlaf mindestens gefingert wird oder andere sexuelle Handlungen durchgeführt werden. Das dies höchst problematisch ist wird nicht thematisiert, sondern von der Hauptfigur immer als positiv bewertet. Das hat sich zum Teil zwar gebessert, aber die Tendenzen sind oftmals immer noch da. Auch wenn ich es positiv finde, das die Hauptfiguren sich nicht mehr in Männer verlieben die sie auch offensichtlich zum Sex zwingen - etwa in Die Piraten der Liebe aus den frühen neunzigern (zumindest die dt. Übersetzung), dort nutzt der Kapitän die weibliche Hauptfigur Catherine für seine sexuellen Gelüste, sie ist da gerade siebzehn, absolut unerfahren und er 34. Es ist ihm dabei egal was sie dabei fühlt. Trotzdem liebt sie ihn am Ende freudeglückselig... Das hier Vergewaltigung und sexuelle Ausbeutung stattfindet war mir mit 13 leider nicht so klar.


    Im New Adult Bereich würde ich Anna Todd anführen. Ihre After-Reihe ist auch ganz schön problematisch. Auch wenn ich zu dem Zeitpunkt echt begeistert von den Büchern war. Und das obwohl ich da bereits angefangen habe solche Sachen zu kritisieren. Im Nachhinein fällt mir auf, das ich die Beziehung der beiden wohl auch deshalb so toll fand, weil mich das Muster der vielen Trennungen der beiden, an meine damalige eigene Beziehung erinnert hat. Da es hier auch ein Happy End gibt, wollte ich das wohl auch ein bisschen übertragen. Zum Glück habe ich selbst aber die Kurve gekriegt und mich getrennt. Ganz im Gegensatz wie das in den Büchern von Anna Todd abläuft. Das Problem ist hier tatsächlich die seelische Grausamkeit die hier eine Rolle spielt. Das Muster der Bad Guy kann gerettet werden und wird sich auf jeden Fall ändern, so lange Du nur immer! bei ihm bleibst. Das ist hier meiner Meinung nach das Problem. Deshalb mag vielen das auch nicht so extrem auffallen. Es gibt keine Vergewaltigung oder Schläge.

  • Mir fällt spontan Die Behandlung von Mo Hayder ein.


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    Warum?

    Im Jugendbuchbereich hätte ich noch Holmes & Ich von Brittany Cavallro.


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    Es ist eigentlich auch nur

    /kaputteSchallplatteEnde

  • Nomnivor : an diese Szene kann ich mich bei Mo Hayder zwar nicht erinnern. Dafür aber daran, dass das Verhältnis der beiden ...schwierig war, um es nett auszudrücken. Ein gutes Beispiel.

    Man muss mutig sein, damit du die Angst überwindest, das Unmögliche möglich zu machen.

  • Ein Interessantes Thema, da ich allerdings fast nur historische Romane lese, fallen mir spontan keine Bücher ein. Ich währe aber nun wirklich nicht darauf gekommen, dass auch Harry Potter zu solchen Büchern zählen könnte.

  • In den Histor. Romanen wird ja auch reichlich vergewaltigt, aber meist ist das wenigstens nicht positiv dargestellt. Wobei ich es auch immer wieder erstaunlich finde, wie gut die Protagonistinnen das meist verkraften...

    LG, Dani


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  • Dani79 Ich finde es da schwierig zu unterscheiden ob es positiv gesehen wird oder eher nicht. Aber in dem Punkt, wie schnell einige Protas dieses Trauma der Vergewaltigung überstehen, stimme ich dir zu.

  • Nomnivor : an diese Szene kann ich mich bei Mo Hayder zwar nicht erinnern. Dafür aber daran, dass das Verhältnis der beiden ...schwierig war, um es nett auszudrücken. Ein gutes Beispiel.

    Ja, das war es, und durch die Vergewaltigung wurde sie quasi "geheilt". Zumindest in diesem Buch, die weiteren habe ich nicht gelesen.

  • Jetzt habe ich doch tatsächlich gerade einen historischen Roman beendet, wo sich eine Protagonistin einfach in ihr Schicksal fügt und es als Gott gegeben hin nimmt mißbraucht zu werden. Das Buch war in meinen Augen aber auch schon vor dieser Szene schlecht.

  • Also mich nervt seit Jahren immer noch die Vergewaltigungsflut in Die Säulen der Erde von Ken Follett. Da hatte ich mehr als einmal das Gefühl, diese werden zum reinen Vergnügen in die Handlung geschrieben ...

  • Also mich nervt seit Jahren immer noch die Vergewaltigungsflut in Die Säulen der Erde von Ken Follett. Da hatte ich mehr als einmal das Gefühl, diese werden zum reinen Vergnügen in die Handlung geschrieben ...

    Die habe ich auch irgendwann übersprungen. Es war einfach nur noch nervig und hat überhaupt nichts zum Plot beigetragen.


    Es war wirklich schade, dass die Figuren in DSdE so schwarz/weiß sind. Das Buch an sich fand ich toll. Aber die Bösen waren geradezu cartoonisch böse; hatten keinerlei guten Eigenschaften. Fast wie in einem Kinderbuch.

  • In "Trapez" von Marion Zimmer-Bradeley entdeckt der Protagonist als Teenager seine Homosexualität. Dies geschieht unter anderem, indem sein späterer Freund (Sexualpartner) ihm immer wieder sexuelle Handlungen aufdrängt, wenn er sich nicht wehren kann, weil andere mit im Zimmer/ Abteil etc. sind oder sogar, wenn beide "so tun", als ob der Protagonist schläft. Im Buch wird das dann immer abgewiegelt, indem der Protagonist es erst schlecht/ unangenehm/ schmerzhaft findet und dann aber im Nachhinein doch ganz okay.

    Mit Blick auf das Verhalten von MZBs Ehemann, der sich wohl an Kindern etwa dieses Alters vergangen hat - auch an Jungen - wirkt das Buch extrem verstörend. Als ich es vor Jahren zum ersten Mal las, stellte es für mich Homosexualität sehr positiv dar; aus heutiger Sicht stellt es eher die Beziehung eines Triebtäters zu seinem Opfer dar. In späteren Szenen weitet sich der Missbrauch auch subtil aus, indem der "Freund" das Opfer vor aller Öffentlichkeit hänselt oder provoziert, das Opfer aber nichts sagen kann, weil Homosexualität verboten ist (USA, 40er Jahre) und das Opfer sonst Probleme bekäme bzw. den Täter, den es "liebt" auch schützen möchte. Der Missbrauch weitetet sich dann auch auf Prügeleien etc. aus, bei denen das Opfer körperlich immer unterlegen ist.


    Auch darüber wird nicht viel Aufhebens gemacht.


    LG von

    Keshia

    Ich sammele Kochbücher, Foodfotos und Zitate.


    <3 Aktuelle Lieblingsbücher: "The good people" von Hannah Kent, "Plate to pixel" von Hélène Dujardin und "The elegance of the hedgehog" von Muriel Barbery.

  • Also mich nervt seit Jahren immer noch die Vergewaltigungsflut in Die Säulen der Erde von Ken Follett. Da hatte ich mehr als einmal das Gefühl, diese werden zum reinen Vergnügen in die Handlung geschrieben ...

    Wird da aber nicht auch klargestellt, dass einzelne Täter (William fällt mir ein) so sozialisiert wurden, dass sie nur bei einer Vergewaltigung erregt weren können (Williams Hochzeitsnacht mit der "gefügigen" Ehefrau, die er erst schlagen muss, um erregt zu werden z.B.).

    Mein Gefühl war, dass dargestellt wurde, dass Vergewaltigungen von vielen zwar als schlimm wahrgenommen werden (der Müller, der bei der Vergewaltigung seiner (Schwieger-) Tochter zusehen muss), aber von anderen auch als völlig normal wahrgenommen werden, weil bestimmte Menschen halt weniger zählen bzw. diese Art Sex für sie normal ist und schon im Elternhaus vorgelebt wurde.


    LG von

    Keshia

    Ich sammele Kochbücher, Foodfotos und Zitate.


    <3 Aktuelle Lieblingsbücher: "The good people" von Hannah Kent, "Plate to pixel" von Hélène Dujardin und "The elegance of the hedgehog" von Muriel Barbery.

  • Keshia

    Mein Problem ist tatsächlich das die Vergewaltigungen einfach überhaupt nicht für die Handlung oder sonstigen Verlauf wichtig gewesen wären. Zudem wurden sie unnötig ausführlich beschrieben. Für mich las sich das damals so, als ob sich jemand darauf einen runtergeholt hätte, um es mal drastisch auszudrücken.

  • HoldenCaulfield eben aus den von dir genannten Gründen (und anderen) lese ich die Bücher von Iny Lorenz nicht mehr. In meinem vorliegenden Buch war diese Vergewaltigung auch sowas von überflüssig und hat überhaupt nichts zur Handlung begetragen.