Katherine Pancol - Die gelben Augen der Krokodile

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Es gibt 4 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Jaqui.

  • Katherine Pancol - die gelben Augen der Krokodile


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    Als Antoine, der Mann von Josephine Cortez, auszieht und sie mit ihren beiden Töchtern Hortense und Zoe alleine zurücklässt, ist sie erleichtert. Diese Erleichterung weicht einer Verzweiflung, denn Josephine muss die Schulden von Antoine übernehmen. Sie braucht Geld und beginnt damit, einen Roman zu schreiben. Ihre ältere Schwester Iris überredet sie, den Roman unter Iris Namen zu veröffentlichen. Josephine bekommt das Geld uns Iris den Ruhm. Das Buch wird ein Bestseller und Josephine fühlt sich immer mehr von Iris betrogen.


    Etwas Angst hatte ich vor der Seitenzahl von 602 Seiten. Nicht unbedingt wegen der Länge des Buches, sondern weil Geschichten mit so vielen Seiten oft langatmig sind. Hier ist dies zu grossen Teilen nicht der Fall. Es gibt einzelne Passagen, wie die Auszüge aus dem Buch, das Josephine geschrieben hat, die mir zu langatmig und zäh waren. Doch daneben ist die Story sehr vielseitig. Der Grund ist, weil nicht nur die Schwestern Josephine und Iris im Mittelpunkt stehen, sondern sehr viele Nebengeschichten einzelner Familienmitglieder thematisiert werden. Dadurch gerät, vor allem in der ersten Hälfte des Buches, der Plot um das Schreiben des Romans, völlig in den Hintergrund. Diese Idee wird erst ab der Hälfte aufgegriffen. Vorher gibt es so eine Art "Rundumeinführung" in die Familie, Nachbarinnen, Schulkameraden etc. Es geht sehr oft um Gefühle und Beziehungen, die Handlung kommt dadurch etwas zu kurz.

    Die Figuren Iris und Josephine sind sehr schwarz / weiss charakterisiert. Einerseits die nette, gutmütige Josephine, mit Geldproblemen, die sich von ihrer Schwester ausnutzen lässt. Andererseits Iris, die sich nimmt was sie möchte, keinerlei Geldprobleme hat und nach Ruhm und Anerkennung giert. So wirken sie leider auch sehr klischeehaft und das Ende der Geschichte mit diesen Figuren war sehr vorhersehbar. Der Plot der Geschichte ist jedoch sehr gut mit der Charakterisierung der beiden Figuren verknüpft.

    Den Schreibstil kann ich als sehr französisch beschreiben. Da die Familie eher aus der oberen Klasse der Pariser Bevölkerung stammt, sind ihre "Attitudes" schon sehr mondän und gehoben. Und so drücken sie sich auch aus, denn je nach Person ist die Sprache eher gestelzt und wirkt etwas aufgesetzt.

    Zahlreiche, oft willkürliche Handlungswechsel lassen die Story etwas hin und her springen. Dadurch wirkt das Ganze teilweise etwas chaotisch. Erst mit der Zeit habe ich gemerkt, dass es jedoch auch sehr clever ist, da dadurch ein Gefühl von Vielseitigkeit entsteht.

    "Die gelben Augen der Krokodile", der Titel des Buches wird von der Krokodilfarm, die eine Figur in Kenia leitet, gegeben. Gerade die Details zu Aufzucht, Pflege und Verhalten der Krokodile empfand ich als sehr interessant und lehrreich. Hat mir gut gefallen.

    Leider enthält diese Geschichte auch unrealistische Teile. So ist zum Beispiel eine Nachbarin von Josephine mit dem englischen Königshaus verwandt und anhand von Fotos decken das die Töchter Zoe und Hortense auf. Auch eine Wendung in der Beziehung von Tochter Hortense zu Mick Jagger empfand ich an den Haaren herbei gezogen. Uebrigens wiederholt sich auch bei Hortense und ihrer Schwester Zoe die klischeehafte Charakterisierung! Eine lieb und nett, die andere durchtrieben und geldgierig.

    Dieses Buch ist der Start einer Trilogie, die nachfolgenden Titel sind "der langsame Walzer der Schildkröten" und "Montags sind die Eichhörnchen traurig". Ich denke nicht, dass ich Teil 2 und 3 lesen werde.


    3ratten

    3 Mal editiert, zuletzt von Igela ()

  • Als das Buch vor einigen Jahren in schwedischer Übersetzung erschien, hatte ich es mehrfach in der Hand und war drauf und dran, es zu kaufen. Jatzt bin ich froh, das nicht getan zu haben.

    Wir sind irre, also lesen wir!

  • Ich hab heute begonnen das Buch zu lesen und auf den ersten 50 Seiten finde ich es noch sehr interessant. Mal sehen wie es mir weiter gefällt.

  • Ich habe das Buch nun beendet und im Grunde hat es mir gut gefallen. Leider gab es auch einige unrealistische Wendungen, die meiner Meinung nach vollkommen unnötig waren.


    Aber erst mal zum Positiven: Die Hauptfigur Josephine fand ich sehr sympathisch. Wenn allerdings meine 14-jährige Tochter so mit mir umspringen würde, wie es ihre Tochter Hortense tut, würde ich ausrasten und der jungen Dame mehr als nur Hausarrest geben. Sie allerdings bleibt ruhig und gibt sich an allem selbst die Schuld. Dass sie ihren Mann raus geschmissen hat, weil der nach einem Jahr noch immer arbeitslos ist und eine Affäre hat, ist das Mutigste was sie je getan hat.

    Sehr gut gefallen haben mir die Ausflüge ins 12. Jahrhundert. So wie es dargestellt wird, finde ich es zwar unrealistisch einen Roman zu schreiben, aber der Handlung so zu folgen hatte auch mal was Nettes.

    Josephine muss als Alleinerziehende schauen, dass sie durch kommt. Immerhin hat sie zwei Kinder, die Ansprüche haben, eine Wohnung und einen schlecht bezahlten Job.


    Josephines Schwester Iris dagegen ist ein gelangweilter Intrigant. Sie hat reich geheiratet, hat Geld ohne Ende, kann sich alles leisten, hat dafür aber keine Freunde und vor allem keinen Sinn im Leben. Also erfindet sie eine Geschichte, dass sie einen historischen Roman schreibt und schon nimmt das Unglück seinen Lauf. Das Gerücht macht sich in Paris breit und wer kennt sich besser im 12. Jahrhundert aus als ihre Schwester, die gerade ihre Habilitation zu dem Thema schreibt.


    Und nun zu den Sachen, die mir weniger gefallen haben: Josephines Nachbarin erzählt ihr keine Details aus ihrem Leben, weil sie sonst in Gefahr wäre. Ja klar, sie wohnt seit 6 Jahren neben ihr und plötzlich sollte jemand auftauchen der sie umbringen will. Zumal ich auch diese ganze Geschichte mit dem Königshaus sehr zusammen geschustert fand. Und auch eine eingebaute Liebesgeschichte fand ich dann doch ziemlich an den Haaren herbei gezogen. Wer bitte siezt sich nach 6 Monaten noch immer, wenn man sich fast täglich sieht, schon oft Kaffee trinken war und auch der erste Kuss schon fast da war. Vollkommen unrealistisch.


    Hortense als komplettes Gegenteil der Mutter ist zwar gut dargestellt, aber ich hoffe nicht, dass es tatsächlich so berechnende 14-Jährige gibt, die nur auf Geld aus sind.


    Alles in allem fand ich das Buch aber eigentlich recht gut. Es gibt auch noch einen zweiten und einen dritten Teil. Teil 2 habe ich mal von der Bib auf meinen Reader geladen. Mal sehen wie die Geschichte weitergeht.


    3ratten:marypipeshalbeprivatmaus: