02 - 83 bis einschl. Seite 164

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Es gibt 22 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Doris.

  • Hier könnt Ihr zum Inhalt von Seite 83 bis einschl. Seite 164 schreiben.


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    :lesen:





  • David und Lou haben ja eigentlich nicht NUR Anna und den Kleinen verloren, sondern auch alle anderen Freunde und Familienmitglieder, alle sozialen Kontakte, die Heimat, die Sicherheit, die Zukunft. Das spürt man mehr und mehr in den Abschnitten mit ihnen. Und die Kleine droht auch noch ihre Kindheit zu verlieren, denn sie muss still und vernünftig sein. Da kommt das Boot gerade recht. Es ist wohl Signes Boot. Und für Lou ist es wie ein Abenteuerspielplatz. Eine Szene, als sie mit ihrem Vater spielte, hat mich sehr stark an MOMO von Michael Ende erinnert. Da gibt es auch eine Szene, wo Momo mit ihren Freunden eine Seefahrt nachspielt. Und dann ist sie plötzlich ganz das kleine schreiende quengelnde Kind und man merkt, dass David auch am Ende seiner geistigen Kräfte ist, denn es stresst ihn total, dass Lou so nervt.


    Ich könnte ja nur sehr schwer in so einer Notunterkunft mit so vielen Menschen schlafen. Der Geräuschpegel muss ja gewaltig sein. All das Schnarchen und Seufzen und die anderen Geräusche. Und warum, bitte, ist Marguerite so seltsam? So unduldsam? Gut, sie hat sicher selber Kinder verloren und ihre Familie usw. Aber irgendwie traue ich ihr nicht über den Weg. Ich befürchte, sie könnte Ärger machen. (Auch wenn dazu gar keine Veranlassung besteht, denke ich, sie könnte David Lou wegnehmen, weil sie glaubt, er würde sich nicht richtig um sie kümmern. :confused:)


    Fährt Signe tatsächlich zu Magnus? Da bin ich ja mal gespannt auf das Zusammentreffen.


    Eine sehr eindringliche Szene war wieder, wie der Vater herausbekommt, dass die Mutter das Bauprojekt am Fluss unterstützt. Hier prallen ja Welten aufeinander. Gegensätzlicher und verhärteter könnten die Lager gar nicht sein. Und die Kleine dazwischen, die nicht weiß, was sie tun, wie sie den Streit schlichten soll. Man erfährt so Stück für Stück, warum Signe so geworden ist. Also so eine vehemente Naturschützerin. Irgendwie hat sich bei ihr sicher auch festgesetzt, dass die Umweltzerstörung und die Zerstörung der Ehe ihrer Eltern zusammenhängen. So was geht ja unterbewusst.

    :lesen:





  • David und Lou befinden sich bereits den vierten Tag im Lager und sie haben noch immer nichts von Anne und August gehört, diese Ungewissheit muss neben den Strapazen, die sie durchstehen müssen, unerträglich sein.

    Selbst ihre anderen Familienmitglieder und Freunde haben sie verloren bzw. sind von ihnen getrennt.


    Eine kleine Abwechslung bot den beiden das Boot, welches sie auf einem Spaziergang außerhalb des Flüchtlingslagers gefunden haben.

    Dieses Piratenspiel lässt beide ihre Situation vergessen und auch Lou kann endlich wieder Kind sein.


    Bei Bjorn und Iris, Signes Eltern, treffen zwei Welten aufeinander, Bjorn der dem Geschäft bzw. dem Aufschwung nicht den Fluss und die Natur opfern möchte, hat Iris kein Problem damit, den Fluss zu verlegen. Die Folgen sieht man ja im Buch wie auch in der realen Welt, was der Raubbau an der Natur für Folgen hat.


    Bjorns Engagement geht auch so weit, dass er mit Sonstebo die Brücke in die Luft sprengt, zumindest ist es ein Verdacht, da Signe die beiden über die Brücke reden hört. Aber ich vermute stark, dass es die beiden waren.


    Unbewusst haben die Streiteren und Stanpunkte der beiden sicher Einfluss auf Signes späteren Lebenswandel als Umweltaktivistin zu tun.


    Diese Marguerite ist mir nicht ganz geheuer. Sicher, sie befindet sich in der gleichen Situation wie die anderen Menschen im Lager, aber ihr Verhalten ist wirkt auf mich nicht gerade vertrauenserweckend, ich hoffe, sie macht keinen Ärger oder unternimmt irgendetwas gegen David und Lou.

    Ich könnte ja nur sehr schwer in so einer Notunterkunft mit so vielen Menschen schlafen. Der Geräuschpegel muss ja gewaltig sein. All das Schnarchen und Seufzen und die anderen Geräusche.

    Stimmt. Deshalb hatte David ja auch den Spaziergang unternommen, um einfach mal aus dem Lager rauszukommen. Hinzu kommt sicher noch, das viele der Menschen alleine im Lager sind, wie diese Marguerite.

    Ich stelle mir diese Situation auch schlimm vor und möchte so etwas auch nie erleben müssen.

    Und dann ist sie plötzlich ganz das kleine schreiende quengelnde Kind und man merkt, dass David auch am Ende seiner geistigen Kräfte ist, denn es stresst ihn total, dass Lou so nervt.

    Ja, so ist es. Es ist eben für beide nicht leicht. Lou scheint ja trotz allem gut durchgehalten zu haben, aber nun liegen ihre Nerven auch zu blank als dass sie noch weitere Tage und Wochen durchhält.

  • Diese Marguerite ist mir nicht ganz geheuer. Sicher, sie befindet sich in der gleichen Situation wie die anderen Menschen im Lager, aber ihr Verhalten ist wirkt auf mich nicht gerade vertrauenserweckend, ich hoffe, sie macht keinen Ärger oder unternimmt irgendetwas gegen David und Lou.


    So weit habe ich noch gar nicht gedacht. Mir kam Marguerite eher misstrauisch vor, weil sie befürchtet, dass David etwas von ihr will (keine Beziehung, sondern Geld, Hilfe, sie aushorchen etc.). Ich stelle mir vor, dass sie ihre ganze Familie verloren hat, und das nicht unbedingt durch das Feuer, sondern durch Gesindel, das die unübersichtliche Lage ausnutzt. Damit wäre ihr Misstrauen erklärt.

  • So weit habe ich noch gar nicht gedacht. Mir kam Marguerite eher misstrauisch vor, weil sie befürchtet, dass David etwas von ihr will (keine Beziehung, sondern Geld, Hilfe, sie aushorchen etc.). Ich stelle mir vor, dass sie ihre ganze Familie verloren hat, und das nicht unbedingt durch das Feuer, sondern durch Gesindel, das die unübersichtliche Lage ausnutzt. Damit wäre ihr Misstrauen erklärt.

    Ja, das wäre natürlich auch möglich, dass sie durch andere Menschen ihr Leben verloren hat, die die Lage ausnutzten und dadurch so misstrauisch ist. Schade, dass David bisher ihr Vertrauen nicht gewinnen konnte, aber dafür ist ja Lou umso hartnäckiger.

  • Diese Marguerite ist mir nicht ganz geheuer. Sicher, sie befindet sich in der gleichen Situation wie die anderen Menschen im Lager, aber ihr Verhalten ist wirkt auf mich nicht gerade vertrauenserweckend, ich hoffe, sie macht keinen Ärger oder unternimmt irgendetwas gegen David und Lou.

    Genau auch meine Gedanken. Da ist etwas unterschwellig schon Bedrohliches. Auch David merkt es, denn er ist ihr gegenüber reserviert.

    :lesen:





  • Ich finde es interessant, dass David die anhaltende Dürre als "Krise" bezeichnet, als wäre es etwas Vorübergehendes. Vielleicht versteckt sich hinter diesem verharmlosenden Begriff der unbewusste Wunsch, dass alles bald wieder besser wird. Später kommt aber eine Bemerkung, die mich vermuten lässt, dass zumindest die EU schon zerfallen ist. Krieg der "Wasser-" gegen die "Trockenländer", ja selbst Krieg innerhalb eines Landes - das ist mehr als nur eine Krise. Wie das auf den anderen Kontinenten aussieht, wird leider nicht erwähnt.


    Bjorns Engagement geht auch so weit, dass er mit Sonstebo die Brücke in die Luft sprengt, zumindest ist es ein Verdacht, da Signe die beiden über die Brücke reden hört. Aber ich vermute stark, dass es die beiden waren.

    Das denke ich auch. Dieses Gemauschel kann keinen anderen Hintergrund haben.


    Ich könnte ja nur sehr schwer in so einer Notunterkunft mit so vielen Menschen schlafen. Der Geräuschpegel muss ja gewaltig sein. All das Schnarchen und Seufzen und die anderen Geräusche.


    Ich mag mir das gar nicht vorstellen. Mir reicht schon der eine allnächtliche Schnarcher neben mir ;)

  • Egal in welchem Erzählstrang man sich befindet - für die Kinder ist es eine genau so bedrückende Situation wie für Erwachsene.


    Zum einen der "Ausflug" von Signe mit ihrem Vater, bei der sie mehr ahnt als versteht und der Streit der Eltern. Da prallen Welten aufeinander - wie war das vorher, Gegensätze ziehen sich an?! Ein wenig ist mir die Liebe der beiden Eltern von Signe nicht ganz klar, aber irgendwann muss es ja mal geknistert haben.


    Die Szenen mit David und Lou auf dem Boot fand ich schön - ich denke ja sie werden dahin zurückkehren und vllt. noch mehr entdecken was beide Geschichten zusammenbringt - sehr spannend.

    Marguerite fand ich bis jetzt nicht soo gruselig wie manche Mitleser - ich meine David provoziert ja ein Gespräch mit ihr regelrecht um dann immer wieder daran zu denken dass sie was besseres sei und mit ihm gar nicht sprechen will.

    Dass sie dann so nett zu Lou ist fand ich eher einen guten Zug von ihr...mal sehen in welche Richtung das weitergeht.


    Viele Grüße

    Weltreise: 43/223 - 19,3%

  • Grüß Euch! Weil mein PC wieder einmal protestieren wollte, komme ich erst jetzt zum Schreiben! Tut mir leid!


    Der Stil dieses Buches gefällt mir sehr gut: es ist nicht spektakulär sondern auf leise Art unglaublich eindringlich!

    Und zwar in beiden Erzählebenen: da ist Signes Protest gegen den dekadenten Raubbau am Gletscher mit den Rückblicken in ihre Kindheit, wo die Welten ihrer Eltern so grundsätzlich verschieden waren und sie, als kleines Kind sich irgendwo dazwischen wiederfand. Ihre Zeit mit Magnus, der später dann genau das unterstütze, wogegen sie protestierte.


    Ich frage mich allerdings die ganze Zeit, was Signe jetzt tatsächlich mit den Kisten voller Gletschereis machen will. Sie tatsächlich vor Magnus ausleeren und hoffen, dass er plötzlich zum Umweltaktivisten wird? Sehr erfolgsversprechend erscheint mir das nicht gerade. Allerdings fällt mir keine bessere Methode des Protests ein!


    Und dann ist da auch David mit seiner Tochter Lou. Die beiden sind auf der Flucht vor der Dürre, vor den klimatischen Veränderungen, die kein menschliches Leben mehr zulassen. Auf dieser Flucht haben sie wirklich alles verloren - Anna und August und daneben noch ihr normales Leben, ihre Wohnung, die Arbeit, die Familien und Freunde - einfach alles. Allein dieser Gedanke ist für mich unvorstellbar! Menschen, die flüchten werden wirklich komplett entwurzelt.

    David versucht seiner Tochter aber immer wieder ein Stückchen heile Welt zu bieten mit den verschiedenen Spielen zum Beispiel. Und vor allem die Spiele am Boot waren für mich wirklich rührend.


    Beklemmend hingegen die Schilderungen vom Flüchtlingslager, der Unmöglichkeit, etwas über Anna zu erfahren. Wie schrecklich diese Unsicherheit!


    Maja Lunde versteht es wirklich, die großen Probleme des Klimawandels und seine Folgen anhand von einzelnen Schicksalen darzustellen. Damit wird es fassbar.

    :leserin:

    Vernunft, Vernunft...

  • Grüß Euch! Weil mein PC wieder einmal protestieren wollte, komme ich erst jetzt zum Schreiben! Tut mir leid!

    Immer mit der Ruhe. :)

    Ich frage mich allerdings die ganze Zeit, was Signe jetzt tatsächlich mit den Kisten voller Gletschereis machen will. Sie tatsächlich vor Magnus ausleeren und hoffen, dass er plötzlich zum Umweltaktivisten wird? Sehr erfolgsversprechend erscheint mir das nicht gerade. Allerdings fällt mir keine bessere Methode des Protests ein!

    Ich glaube, mit dieser Aktion würde sie Magnus wahrscheinlich nicht bekehren, im Gegenteil.

  • Ich finde es interessant, dass David die anhaltende Dürre als "Krise" bezeichnet, als wäre es etwas Vorübergehendes.

    Das ist mir auch aufgefallen! Vielleicht gibt genau dieser Begriff auch ein wenig Hoffnung, weil eine Krise ja vorübergehen kann, weil sie das Leben wieder bessern kann? Manchmal müssen solche Euphemismen einfach sein, damit man nicht gleich ganz aufgibt!


    Krieg der "Wasser-" gegen die "Trockenländer", ja selbst Krieg innerhalb eines Landes - das ist mehr als nur eine Krise. Wie das auf den anderen Kontinenten aussieht, wird leider nicht erwähnt.

    Es ist ein sehr düsteres Bild, das da gezeichnet wird und leider bin ich viel zu wenig informiert um abschätzen zu können, wie realistisch es ist. Sehr realistisch? Oder vielleicht gar beschönigend? Und wieder komme ich drauf, dass ich viel zu wenig weiß...



    Diese Marguerite ist mir nicht ganz geheuer. Sicher, sie befindet sich in der gleichen Situation wie die anderen Menschen im Lager, aber ihr Verhalten ist wirkt auf mich nicht gerade vertrauenserweckend, ich hoffe, sie macht keinen Ärger oder unternimmt irgendetwas gegen David und Lou.

    Ich hab sie eigentlich eher als "verloren" empfunden, als Beispiel dafür, dass wirklich alle betroffen sind - jede Gesellschaftsschicht etc. Alle finden sich unfreiwillig im Lager wieder und manche sind - wahrscheinlich aufgrund schlechter Erfahrungen - einfach distanzierter als andere. Oder sie ist einfach am Ende ihrer Kräfte und will deshalb eher für sich bleiben. Aber als bedrohlich habe ich sie nicht empfunden!


    Mehr Gedanken mache ich mir zur Dame vom Roten Kreuz (die, die die Suchmeldungen nach Anna und August rausgeschickt hat). Ich stelle mir vor, wie aufreibend es für diese Leute sein muss, all das Elend mitzuerleben. Ob man sich da so eine dicke Haut wachsen lassen kann?

    Vernunft, Vernunft...

  • Ich glaube, mit dieser Aktion würde sie Magnus wahrscheinlich nicht bekehren, im Gegenteil.

    Eben! Deshalb versteh ich den Sinn ihrer Aktion nicht so ganz! Magnus wäre das völlig egal, er würde es noch ins Lächerliche ziehen!

    Das Eis zurückzukippen war schon ok - ein tatkräftiger Protest. Aber was will sie mit den Kisten auf der Blue?

    :confused:

    Außerdem... hat Signe einen Kühlraum auf ihrem Boot? Ich glaube nicht. Damit kommt sie in Südfrankreich mit ein paar Kisten mit Wasser an...

    Das wäre dann eine grausame Metapher für das Scheitern der Bemühungen, die Umwelt zu retten...

    Vernunft, Vernunft...

    Einmal editiert, zuletzt von ysa () aus folgendem Grund: Nur ein zusätzlicher Gedanke...

  • Das Eis zurückzukippen war schon ok - ein tatkräftiger Protest. Aber was will sie mit den Kisten auf der Blue?

    :confused:

    Außerdem... hat Signe einen Kühlraum auf ihrem Boot? Ich glaube nicht. Damit kommt sie in Südfrankreich mit ein paar Kisten mit Wasser an...

    Das wäre dann eine grausame Metapher für das Scheitern der Bemühungen, die Umwelt zu retten...

    Das Eis nimmt sie sicher für eine Art von symbolischer Handlung mit. Ich frage mich auch, wie lange sich das in den Kisten hält. Wobei ich mich auch immer wundere, wie lange sich im Frühjahr Schneehügel halten, wenn sie irgendwo im Schatten liegen. Also, obwohl drumrum schon einige Plusgrade sind, dauert es gefühlt ewig, bis sie schmelzen.

    :lesen:





  • Eine sehr eindringliche Szene war wieder, wie der Vater herausbekommt, dass die Mutter das Bauprojekt am Fluss unterstützt. Hier prallen ja Welten aufeinander. Gegensätzlicher und verhärteter könnten die Lager gar nicht sein. Und die Kleine dazwischen, die nicht weiß, was sie tun, wie sie den Streit schlichten soll. Man erfährt so Stück für Stück, warum Signe so geworden ist.

    Einen Streit zwischen Eltern zu schlichten ist für ein Kind in dem Alter ohnehin kaum möglich. Schlimm ist, dass sie sich gezwungen fühlt, sich für einen Elternteil zu entscheiden, und da steht ihr der Vater mit seiner Einstellung näher.


    Ich frage mich allerdings die ganze Zeit, was Signe jetzt tatsächlich mit den Kisten voller Gletschereis machen will. Sie tatsächlich vor Magnus ausleeren und hoffen, dass er plötzlich zum Umweltaktivisten wird? Sehr erfolgsversprechend erscheint mir das nicht gerade. Allerdings fällt mir keine bessere Methode des Protests ein!

    Ich glaube auch, dass das Eis geschmolzen ist, wenn sie ihr Ziel endlich erreicht hat. Und Magnus kennt ja den Gletscher in seiner ganzen Größe. Wegen ein paar Eisbrocken wird er seine Einstellung nicht ändern. Da muss sie schon stärkere Geschütze auffahren.



    Das ist mir auch aufgefallen! Vielleicht gibt genau dieser Begriff auch ein wenig Hoffnung, weil eine Krise ja vorübergehen kann, weil sie das Leben wieder bessern kann? Manchmal müssen solche Euphemismen einfach sein, damit man nicht gleich ganz aufgibt!

    (Das Zitat bezieht sich auf meinen Satz, dass David den Wassermangel als Krise bezeichnet. Ich weiß nicht, wie ich den mit ysas Zitat zusammen hier hinkriege.)


    Ich denke auch, dass das ein Versuch ist, den wahrscheinlich irreversiblen Zustand der Dürre zu beschönigen. Im Unterbewusstsein ist David klar, dass er in seinem Leben keinen normalen klimatischen Zustände mehr erleben wird. Es hat lang gedauert, bis sich die Verhältnisse bis hin zu einer anhaltenden Trockenperiode gewandelt haben (vielleicht befinden wir uns ja gerade in dieser Phase), genauso lang wird es dauern, bis sich das wieder einspielt. Wenn überhaupt.

  • David und Lou kommen mir so gefühllos vor. Ich weiß auch nicht so genau, aber dafür, dass sie nur 24 Tage auf der Flucht waren, kommen sie mir sehr "abgestumpft" vor. Ich war richtig erleichtert, als Lou wegen des Splitters im Finger so einen Aufstand gemacht hat. Ich denke, da haben sich ein paar der angestauten Emotionen entladen. Ansonsten nimmt sie alles einfach so hin oder ist sogar fröhlich. Okay, sie ist erst 6 Jahre alt, aber ihre Mama und ihren Bruder scheint sie gar nicht zu vermissen.


    Das Boot, dass David und Lou finden, ist sicher das von Signe. Aber das Eis wird wohl nicht mehr an Bord sein, nach so vielen Jahren. Deshalb weiß ich noch nicht so recht, ob das Boot noch wichtiger werden wird. Dass die beiden Kapitän und Matrose spielen, war eine sehr schöne Szene voller Normalität. Auch wenn sie nicht mehr viel haben, ihre Fantasie bleibt ihnen. Insofern ist es wahrscheinlich auch gut, dass David so ein junger Papa ist und noch nicht so "erwachsen". Diese Marguerite finde ich komisch. Ob sie wohl etwas über Signe und dem Boot weiß?


    Signes Kindheit fand ich interessant, auch wenn ihr Papa voller Widersprüche ist. Einerseits ist er lieb, zeigt ihr die Natur, andererseits schreit er herum und ist auf einmal so desinteressiert. Ich verstehe nicht genau, warum er mit Iris zusammen ist - die beiden wirken sehr gegensätzlich. Dass er mit für die Sprengung der Brücke verantwortlich ist, weil er den Bau des Damms und der Rohre verhindern will, ist klar. Seine Tochter kommt eindeutig nach Papa ;)

  • Fährt Signe tatsächlich zu Magnus?

    Offensichtlich. Ich gehe davon aus, dass die Villa, bei der David das Boot findet, das Haus von Magnus ist.

    Hinzu kommt sicher noch, das viele der Menschen alleine im Lager sind, wie diese Marguerite.

    Mich würde interessieren, wie groß das Lager insgesamt ist. Wie viele Menschen leben dort?

    Wie das auf den anderen Kontinenten aussieht, wird leider nicht erwähnt.

    Ich denke, das liegt auch daran, dass die Kommunikation größtenteils zusammengebrochen ist. Vermutlich wissen die Figuren selbst nicht genau, wie es woanders aussieht. Das (neben der Flucht) verstärkt für mich noch das Gefühl der Einsamkeit und Isolation.

    Mehr Gedanken mache ich mir zur Dame vom Roten Kreuz (die, die die Suchmeldungen nach Anna und August rausgeschickt hat). Ich stelle mir vor, wie aufreibend es für diese Leute sein muss, all das Elend mitzuerleben. Ob man sich da so eine dicke Haut wachsen lassen kann?

    Das kommt wahrscheinlich auf die einzelne Person an. Ich habe mich da stark an ein Arbeitsamt erinnert gefühlt: Die Dame sitzt dort und muss irgendwie versuchen, die Menschen weiterzuvermitteln, obwohl sie nicht viel tun kann und selbst mit ähnlichen Problemen zu kämpfen hat (im Falle des Arbeitsamtes mit ihrem befristeten Vertrag und hier im Buch damit, dass ihre eigene Familie vermutlich auch in alle Winde zerstreut wurde).

  • Mich würde interessieren, wie groß das Lager insgesamt ist. Wie viele Menschen leben dort?

    Das wurde gar nicht erwähnt, wenn ich mich richtig erinnere.


    Ich denke, das liegt auch daran, dass die Kommunikation größtenteils zusammengebrochen ist. Vermutlich wissen die Figuren selbst nicht genau, wie es woanders aussieht. Das (neben der Flucht) verstärkt für mich noch das Gefühl der Einsamkeit und Isolation.

    Ich denke, dass es in vielen Ländern wohl ähnlich ausschaut, bis auf wenige Außnahmen, wie die nördlichen Länder Europas, zu denen sich die Flüchtlinge aufmachen, aber ob der Klimawandel vor diesen Ländern auf Dauer halt macht, ist sicher die andere Frage.

  • David und Lou kommen mir so gefühllos vor. Ich weiß auch nicht so genau, aber dafür, dass sie nur 24 Tage auf der Flucht waren, kommen sie mir sehr "abgestumpft" vor.

    Na ja, wenn man das durchgemacht, was ihnen passiert ist, und wenn man sehnlichst auf ein Lebenszeichen der restlichen Familie wartet, können 24 Tage schon lang sein. Vielleicht sind sie froh, wenn sie mal nichts tun müssen, um sich selbst zu retten oder eine Zeit lang an anderes denken können als ihre vermissten Angehörigen. Tief drin nagt der Schmerz bestimmt immer, aber sie müssen positiv denken, und das geht nicht ohne ein Mindestmaß an Abstand.


    Ich denke, dass es in vielen Ländern wohl ähnlich ausschaut, bis auf wenige Außnahmen, wie die nördlichen Länder Europas, zu denen sich die Flüchtlinge aufmachen, aber ob der Klimawandel vor diesen Ländern auf Dauer halt macht, ist sicher die andere Frage.

    Das wird von der geografischen Lage abhängig sein. Eine echte Dürre in den Polargebieten dürfte so schnell nicht einsetzen. Da ist allgemein noch genug Feuchtigkeit, um eine Zirkulation mit Verdunstung und Abregnen aufrecht zu erhalten. Das Klima wird sich sicherlich auch ändern, aber nicht so krass wie Ländern, die rund um den Äquator liegen. Das sind aber reine Spekulationen von mir; so richtig habe ich mich mit dem Thema Dürre durch Klimawandel noch nicht beschäftigt. Das primäre Problem der nordischen Länder dürften die Flüchtlingsströme sein, die dort einwandern.

    Einmal editiert, zuletzt von Doris ()

  • Ich denke, das liegt auch daran, dass die Kommunikation größtenteils zusammengebrochen ist. Vermutlich wissen die Figuren selbst nicht genau, wie es woanders aussieht. Das (neben der Flucht) verstärkt für mich noch das Gefühl der Einsamkeit und Isolation.

    Ich finde es ein bisschen seltsam, dass alles so zusammengebrochen ist. Infrastruktur, Kommunikation, Militär, Gesundheitswesen einfach alles. In so kurzer Zeit kommt mir das etwas unrealistisch vor. So ganz ohne Krieg. Und es wird auch gar nichts erzählt darüber. Das war der Autorin scheinbar nicht wichtig.

    :lesen: