Hayley Long - Der nächstferne Ort

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    Die Brüder Griff und Dylan kommen mit ihren Eltern von einem Kurzurlaub zurück. Es ist heiß und sie schleichen hinter einem Autotransporter her und dann passiert es - die Ladung löst sich. Bei dem Autounfall sterben die Eltern von Griff und Dylan. Das ist sehr schlimm für die Brüder. Griff versucht verzweifelt, sich von der Trauer nicht überwältigen zu lassen. Dylan fühlt sich für den jüngeren Griff verantwortlich; er will für ihn da sein und ihn schützen.


    Mir hat der einfühlsame Schreibstil dieses Buches sehr gut gefallen. Er ist immer der Situation angepasst. Aber auch die Schrift passt sich der Lautstärke der Sprache an. Erzählt wird aus der Sicht von Dylan, der berichtet, wie sie auf dem Rückweg von einem Kurzurlaub in diesen Unfall verwickelt wurden und wir ihr Leben weiter verlaufen ist.


    Es ist eine sehr ruhige Geschichte, die von Verlust und Trauer erzählt, vom Zusammenhalt der Brüder und von dem langsamen Zurückfinden in eine Normalität.


    Gerade noch ist alles in Ordnung und einen Moment später müssen die Jungen mit dem schrecklichen Schicksalsschlag fertig werden. Sie trauern – jeder auf seine Art. Sie sind hilflos und irgendwie entwurzelt, aber sie füreinander da und das hilft ihnen. Griff und Dylan sind sehr authentisch dargestellt. Man nimmt ihnen ihre wechselnden Gefühle ab und kann sich in sie hineinversetzen. In Dylans Erinnerungen lernt man auch die Eltern der Beiden gut kennen. Diese Erinnerungen an schöne gemeinsame Momente geben Kraft für das Leben, das die beiden nun führen werden und dieses Leben wird nicht immer düster aussehen.


    Es ist ein sehr berührendes Buch, das einen wirklich nicht kaltlässt. Dieses Buch hat mir sehr gefallen und ich kann es nur empfehlen.


    5ratten

  • Unheimlich berührend, traurig und hoffnungsvoll zugleich mit liebevoller Atmosphäre


    Klappentext

    „Ein schrecklicher Autounfall und von einer Sekunde auf die andere ist im Leben der beiden Brüder Griff und Dylan nichts mehr, wie es war. Während der 13-jährige Griff verzweifelt versucht, sich von der Trauer um den Verlust seiner Familie nicht überwältigen zu lassen, lässt Dylan nichts unversucht, seinen jüngeren Bruder zu schützen und ihm dennoch langsam zurück ins Leben zu helfen. Tatsächlich gelingt es den beiden auch ganz allmählich, ihren Platz wieder zu finden – jeder für sich und trotzdem gemeinsam.“


    Gestaltung

    Mir gefällt die Farbgebung des Covers sehr, denn es sieht ein wenig Retro aus und ich finde es schön, dass die Farben eher gedeckt und in Pastell gehalten sind – abgesehen von den pinken Blumen. Diese stechen so sehr schön hervor. Auch finde ich die Zweiteilung des Covers richtig hübsch, denn oberhalb des Titels sieht man eine schwarz-weiß Fotografie eines Himmels und unterhalb des Titels ein Foto einer Blume. Es sieht fast so aus, als sei es einmal ein Foto gewesen, das zerrissen wurde und aus dessen Riss der Titel hervorsticht.


    Meine Meinung

    Der Königskinder Verlag ist bekannt dafür, besondere und gefühlvolle Geschichten zu veröffentlichen und genau in diese Sparte fällt auch „Der nächstferne Ort“. In diesem Buch geht es um Familie, Verlust, Trauer und den Silberstreifen am Horizont, denn die beiden Brüder Dylan und Griff verlieren ihre Eltern nach einem Autounfall. In all ihrer Trauer müssen sie lernen, zurück ins Leben zu finden…


    Autorin Hayley Long beschreibt die Geschichte von Dylan und Griff total emotional. Die Situation der beiden Brüder, ihre Gefühle und ihre Gedanken empfand ich als absolut realistisch und da die Autorin dies so gefühlvoll beschrieben hat, konnte ich alles sehr gut nachempfinden. Ich habe mit den beiden getrauert, mit ihnen gelitten und am liebsten hätte ich sie gedrückt. Hayley Long hat es durch ihren Schreibstil geschafft, dass ich mich sehr gut in die Figuren hineinversetzen konnte.


    Die Handlung setzt sehr auf die Gefühls- und Gedankenebene, wodurch sie eher ruhig ist, aber dafür ein riesiges Fass an Emotionen über dem Leser ausgießt. Was ich an „Der nächstferne Ort“ so berührend fand, war, dass es nicht nur um die Trauerverarbeitung geht, sondern dass es auch hoffnungsvollere Momente gab. So liefen bei mir beim Lesen nicht nur Tränen, sondern ich war mehr als einmal tief ergriffen. Es gibt so vieles, was ich aus diesem Buch mitnehme.


    Die Geschichte von Dylan und Griff zeigt sehr bewegend, dass Erinnerungen – mögen sie noch so schmerzlich sein und erscheinen – zur Trauerverarbeitung dazugehören, denn die Zeit und das Leben gehen weiter. Es mag schwer sein, sich nach einem Verlust wieder ins Leben einzufinden, aber es gibt Menschen, die einem dabei helfen. An der Seite von Griff und Dylan sind Menschen, die freundlich sind und sie unterstützen und sich um sie kümmern. So wird trotz all der Trauer eine unfassbar liebevolle Atmosphäre erzeugt, die nur noch mehr dazu beiträgt, dass die Geschichte den Leser berührt.


    Sehr bewegend waren für mich auch die Beziehung der Brüder und ihre recht unterschiedlichen Arten zu trauern. Dylan, der ältere der beiden, trauert eher still für sich und beschließt, sich um seinen kleinen Bruder Griff zu kümmern. Dieser distanziert sich nämlich, scheint geradezu unnahbar und wird auch schnell einmal böse. Dies ist auch nur allzu verständlich, immerhin müssen die beiden nun ohne ihre Eltern zurechtkommen. Besonders überraschend war für mich, dass die Emotionen der Figuren in das Schriftbild des Textes eingearbeitet wurden. So sind geflüsterte Worte kleiner gedruckt und geschriene Worte größer. Dadurch wurde für mich die ohnehin schon beeindruckende und starke emotionale Seite des Buches nur noch mehr verstärkt.


    Fazit

    „Der nächstferne Ort“ ist ein unheimlich emotionales und berührendes Buch über Verlust und Trauer, das zu einer bittersüßen Geschichte heranreift, in der auch hoffnungsvollere Töne anklingen. Besonders bewegend fand ich die Beziehung der beiden Brüder und ihre Art der Trauerverarbeitung. Auch die Botschaften, die ich für mich aus der Geschichte mitnehmen konnte, haben mich total bewegt und das wohl schönste an dem Buch sind die Mitmenschen, die freundlich und liebevoll mit Dylan und Griff umgehen. Sie zeigen, wie wichtig Warmherzigkeit und Unterstützung in schweren Zeiten sind. Mein Herz hat beim Lesen von „Der nächstferne Ort“ geschmerzt und wurde gleichzeitig durch all die berührenden Momente geheilt.

    5 von 5 Sternen!

    5ratten

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