Die Wochenfrage!

Bitte achtet auf euch und eure Lieben! Bleibt gesund!

Zum Thema COVID19 darf ab sofort ausschließlich in diesem Thread geschrieben werden!

Es gibt 5.231 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Zank.

  • Am Ende eignen wir uns für ein Buch von Stephen King

    Sofern ich nicht ein blutiges Ende fände, wäre das gar nicht so schlecht, Figuren zeichnen kann King ja prima und würde bestimmt die richtigen Worte finden für ein nerdiges und schöne Kleider liebendes kleines Mädchen, das selbst in den lautesten Familienfeiern lesend mittendrin sitzt. Im hübschesten Outfit, das der Kleiderschrank hergibt.

    The west-winds blow, and, singing low,
    I hear the glad streams run;
    The windows of my soul I throw
    Wide open to the sun.

    (John Greenleaf Whittier)




  • Da Mr. Sagota des öfteren der Meinung war, ich solle doch auch selbst mal ein Buch schreiben (..........) - nicht so einfach wie es aussieht (ich) - habe ich mir wirklich schon drei Titel überlegt und diese auch aufgeschrieben, mal schauen, ob ich sie wiederfinde ;-)


    Geschrieben werden könnte die Biografie jedenfalls sehr gerne von FRED VARGAS oder auch von J.P. HENDERSON ; zwei Lieblingsschriftsteller, die ich für ihren schrägen Humor sehr sehr mag :flirt:

    "Bücher sind meine Leuchttürme" (Dorothy E. Stevenson)

    Einmal editiert, zuletzt von Sagota ()

  • Das ist eigentlich eine sehr philosophische Frage! Dementsprechend lange hab ich darüber nachgedacht;)


    Es ist zwar nicht gerade so, dass mein Leben komplikationsfrei verlaufen wäre (ganz im Gegenteil!), aber gerade in Zeiten wie diesen wird mir bewusst, dass meine Jammerei nur Jammern auf allerhöchstem Niveau wäre.

    Ich konnte viele Schwierigkeiten überwinden und mein Leben gut gestalten(da bin ich schon stolz drauf!), ich war nie alleine, weil immer Menschen da waren, die sich wirklich um mich gekümmert haben. Ich habe einen Beruf, der gerade jetzt krisensicher ist. Ich habe zwar eine lästige Erkrankung, aber einen Arzt, der auf mich hört und für mich da ist, wenn ich ihn brauche. (Da es mir aber gut geht, tratschen wir regelmäßig lange über Bücher und Allgemeines:S) Ich führe eine Fernbeziehung und gerade jetzt fehlen mir Freund (und Hund) sehr - aber es ist ja nicht auf ewig...

    Ich glaube, meine Biographie würde ich "Trotz allem - wirklich gute Tage!" nennen. <3

    Den Autor überlege ich mir noch!

    Danke für diese Frage... denn sie hat mir klar gemacht, wie gut es mir eigentlich geht!:bang:

  • Nanü, keine Wochenfrage?


    Ihr merkt, dass ihr euch mit dem Antagonisten/Bösewicht einer Geschichte identifiziert - Schockmoment oder ganz normaler Vorgang?

    :angst:Vorsicht, Schreiberling! Wer es wagen möchte, einen Blick zu riskieren, klickt hier.

  • Ihr merkt, dass ihr euch mit dem Antagonisten/Bösewicht einer Geschichte identifiziert - Schockmoment oder ganz normaler Vorgang?

    Tatsächlich kann ich mich durchaus oft in irgendeiner Form auch mit den "bösen" Figuren einer Geschichte identifizieren. Nicht unbedingt mit dem Serienmörder :lachen: meistens weil ich diese Figuren sowieso oft spannender und interessanter finde. Und das muss auch nicht unbedingt damit zusammenhängen, das irgendwelche Ähnlichkeiten bestehen.


    Bestes Beispiel ist nach wie vor Severus Snape für mich. Klar, er ist trotzdem ein ziemlich fieser und unfairer Lehrer geworden. Aber seine Vergangenheit, das kenne ich halt leider aus eigener Erfahrung mit dem Mobbing. Ich glaube deshalb kann ich auch James Potter einfach Null Komma Null leiden und verstehe bis heute nicht, weshalb Lilly sich auf einmal in ihn verliebt hat. Das ist einer dieser Punkte, die echt ein Schwachpunkt der Handlung darstellen.


    Lisbeth Salander: Okey eigentlich ist sie ja die Heldin von Stig Larsson. Aber wenn man sich mal anschaut, was genau sie da eigentlich so treibt, macht sie vor allem eines: Selbstjustiz. Und das ist dann strengenommen nicht so heldenhaft... An vielen Stellen genau dann, wenn man selbst schon im realen Leben oft gedacht hätte, ich würde gerne z.B. einem Vergewaltiger einfach mal in die Eier schlagen, entscheidet Salander sich aus der Opferrolle in die sie gedrängt werden soll zu lösen. Die Gesellschaft kann mit ihr nichts Anfangen weil sie unbequem ist und aufgrund ihrer Persönlichkeit von ihr als Unnormal eingestuft wird. Das durchbricht sie mit allem was sie tut. Und das ist dann wieder etwas von dem ich mich angezogen fühle.

    Feministisch betrachtet also dann doch eine Heldin.

  • Mir wäre jetzt spontan kein Beispiel eingefallen, deshalb bin ich auf eure Antworten sehr gespannt.


    Zu Holdens "Bösewichten": Ich war ja irgendwie vom ersten Moment von Snape fasziniert und habe ihn nie als wirklich böse empfunden. Umso begeisterter war ich dann von der weiteren Entwicklung und den Enthüllungen um seine Person. Mir hat sein junges Ich auch einfach nur wahnsinnig Leid getan. Ich finde, Snape ist ein gutes Beispiel dafür, dass man eine Person eben nicht einfach be- und verurteilen sollten, wenn man ihre Geschichte nicht kennt. Sowohl im Buch als auch im echten Leben.


    Lisbeth Salander ist auch einfach eine extrem interessante Frau (meine Meinung nach übrigens wunderbar verkörpert von Noomi Rapace in den Originalfilmen). Aber um fragwürdige Helden geht es hier ja nicht ;)


    Lustig, dass du HoldenCaulfield hier genau zwei Figuren nennst, in die ich mich im Zusammenspiel aus Büchern und Filmen irgendwann irgendwie verliebt habe :love: (und das, obwohl ich noch bei einer alten Wochenfrage behauptet habe, ich verliebe mich nicht in Buchcharaktere)

  • Zank

    Damit hast Du absolut Recht. Ich finde auch, daß gerade an ihm auch gut gezeigt wird, daß eben nicht immer alles nur schwarz und weiß ist.


    Mir ist noch Der talentierte Mr. Ripley eingefallen. Ein Hochstapler und Mörder. Das er mich so fasziniert ist natürlich ganz in Highsmith Absicht. Sie spielt mit ihren Leser*innen und ihr psychologisches Spiel gefällt mir unheimlich gut.

    Mein moralischer Kompass wird bei ihm ordentlich durchgeschüttelt. Gut in diesem Spezialfall ist das natürlich so darauf ausgelegt.


    Mit Cercei Lannister finde ich, hat G. R. R. Martin auch eine Frau geschrieben, die sich aus ihrer Rolle als Spielball ihres Vaters befreit und andre zu ihrem Spielball macht. Ich finde sie faszinierend und gebe frei heraus zu, ich mag sie.

  • Mir geht es wie HoldenCaulfield und Zank - es gibt viele Figuren, die in Geschichten die Rolle des Bösewichts übernehmen und die trotzdem sehr geschätzt werden. (Ich identifiziere mich selten mit Protagonisten oder deren Gegenspielern - weder im positiven noch im negativen).


    Und was Bücher angeht, ist mein moralischer Kompass seeehhhrrr lotterhaft. So gesehen ist Lesen auch für meine Moralvorstellungen eine Art Urlaub.:saint: Und es macht Spaß die "dunklen Seiten" der eigenen Persönlichkeit ein wenig "auszuleben".


    Ich erinnere dunkel an ein Buch, wo der Protagonist mehrere Menschen umgebracht hat, was ich nicht so ganz verstanden habe. Aber dann wurde das Haus des Böseewichts angezündet und als seine Bibliothek in Mitleidenschaft gezogen wurde, war ich sofort bereit, an seiner Seite zu kämpfen8o. So hat jeder seine Prioritäten! (Ich glaube, das war "Winter in Maine"; bin mir aber nicht sicher!)
    Es hängt also immer davon ab, wie sinnvoll die Handlungen des Bösewichts empfunden werden, ob ein "höheres" Ziel, eine Aufgabe dahinter steckt etc. Das hat dazu geführt, dass mir natürlich Harry, Hermine und Ron und alle Guten um sie herum gefallen haben, aber ich habe auch gewisse Sympathie für Voldemort. Bei dem wäre eine Therapie dringend notwendig gewesen.


    Wo keine Gefahr der Sympathie besteht, ist bei psychopathischen Geschichten, also wenn Bösewichte nur deshalb töten, verletzen etc, weil es ihnen Spaß macht. Egal wie mies ihre Kindheit war.

  • Mit Cercei Lannister finde ich, hat G. R. R. Martin auch eine Frau geschrieben, die sich aus ihrer Rolle als Spielball ihres Vaters befreit und andre zu ihrem Spielball macht. Ich finde sie faszinierend und gebe frei heraus zu, ich mag sie.

    :entsetzt: Selten hat mich eine Figur so aufgeregt wie diese, dieses Miststück! :angst:

    Wahnsinn ist bei niederer Lautstärke weniger störend.

    Dieter Nuhr

  • Cersei ist tatsächlich eine der wenigen Figuren bei Martin, für die ich so gut wie nie Sympathie empfunden habe. Im Gegensatz zu Jaime, dem ich im ersten Band eigentlich nur noch an die Gurgel wollte und der mir später ziemlich ans Herz gewachsen ist.


    Bei Figuren, die nicht eindeutig gut oder böse gezeichnet sind, und die aus für mich nachvollziehbaren Beweggründen unmoralisch oder böse handeln, kann es tatsächlich zu Sympathieempfindungen kommen (auch wenn ich Morde und andere Straftaten natürlich nicht gutheiße oder entschuldige).


    Angst macht mir das nicht, es zeigt mir nur, dass die Dinge oft nicht so simpel schwarz-weiß sind, wie es vielleicht zunächst den Anschein hat und dass es sich lohnen kann, genau hinzusehen, was die Motive einer Person sind.

    The west-winds blow, and, singing low,
    I hear the glad streams run;
    The windows of my soul I throw
    Wide open to the sun.

    (John Greenleaf Whittier)




  • Mit Voldemort hatte ich nie Mitleid. Man kann sich auch nicht immer mit einer schwierigen Kindheit herausreden.

    Den fand ich auch einfach nur böse, im Gegensatz zum faszinierend grautönigen Snape.

    The west-winds blow, and, singing low,
    I hear the glad streams run;
    The windows of my soul I throw
    Wide open to the sun.

    (John Greenleaf Whittier)




  • Zank

    Ich finde bei Voldemort ist vor allem interessant, weil es ja diese Paralellen zwischen ihm, Harry und Snape gibt und sie sich alle drei recht unterschiedlich entwickelt haben. Und Harries Kindheit war auch alles andere als toll, aber er ist trotzdem ein lieber Junge geworden. Das merkt ja sogar an. Gerade hier finde ich sieht man auch, das bis zu einem gewissen Grad die Umstände natürlich trotzdem eine Rolle spielen, wie sich eine Persönlichkeit entwickelt, aber auch die Ressourcen, die eine Person sonst so hat. Tom hatte immer die Wahl sich anders zu entscheiden, so wie auch Harry sich für Dumbledores Seite entschieden hat.

    Deshalb ja definitiv: eine verkorkste Kindheit allein macht noch keine Person aus. Ich würde Voldi als Psychopath einstufen. Ich habe eher mit dem Kind Tom Mitleid und trenne das von Voldemort ein Stück weit ab. Das Kind kann ja nichts für seine Geschichte. Aber er kann dann sehr wohl etwas für die weiteren Entscheidungen. Etwa das er dann grausam war und den Kindern im Heim Angst macht usw. Und der Teenager Tom ist für mich mehr Voldemort als Tom.


    Gut bei Rowling ist natürlich dann der Faktor Liebe das Entscheidende. Die Ressourcen die Harry hat, hat er ja auch deshalb, weil er ein soziales Netzwerk bekommt, das ihn auffängt. (Die Forschung sagt ja Ähnliches). Tom hatte dieses Netzwerk nie, aber ich denke, er wollte es auch nicht, weil er sich so fanatisch an der Vorstellung festgehalten hat, das allein seine Magie ihn ausmacht. Snape hat glaube ich nur aufrecht erhalten, weil er Lilly geliebt hat. Obwohl er damit unglücklich war, war sie trotzdem seine beste Freundin. Trotzdem hat er sich ja sehr in seine Verbitterung zurückgezogen. (Ich seh ihn immer irgendwie zwischen Voldi und Harry) und seinen Hass auf James auf Harry projiziert.


    Ich finde Bösewichte/Antagonisten usw. meist auch deshalb interessanter, weil man an ihnen inzwischen auch oft sieht, wie eine Persönlichkeit kippen kann. Aber auch, das es immer eine Frage des Blickwinkels ist, wie man eine Situation bewertet oder das eigene Handeln einstuftde. Zb: die Königin in der Palace-Reihe von C.E. Bernard. Sie hält sich selbst für die Gute in dem Spiel, das sie benutzt um an die Macht zu gelangen. Dafür schreckt sie nicht vor Mord zurück, benutzt ihren Liebhaber um weitere Menschen die ihr im Weg stehen zu beseitigen. Trotzdem kann man zumindest nachvollziehen, wie sie so grausam werden konnte. Sie hat in ihrer Ehe permanente Gewalt erlebt, auch und vor allem sexueller Natur. Sie wurde permanent vor aller Augen gedehmütigt. Dieses Spannungsfeld in dem sie sich bewegt, finde ich sehr interessant. Vor allem weil sie selbst sich nie als jemand wahrnehmen würde, die böse ist. Sie nimmt sich vor allem im Kontrast zu ihrem toten Ehemann war, weil sie alles anders machen möchte als er. Nur ihre Macht, die will sie unbedingt erhalten und auf sich konzentrieren.

  • Während des Lesens identifiziere ich mich eher nicht mit den Bösewichten, aber als Kind habe ich Geschichten oft wochenlang weitergesponnen und dann oft den Bösewicht als Mobbingopfer oder missverstandenen Charakter umgedeutet.


    Mein Bruder hatte Downsyndrom und von Anfang an immer begeistert zu den Bösewichten gehalten. Als Kind war sein größter Wunsch ein Käfig von Playmobil für die Schlümpfe. ^^ Diese Begeisterung zog sich bei ihm bis ins Erwachsenenalter. Nach den Free Willy Filmen wollte er Wale fangen...


    Meine Mutter meinte später, die Bösen zeigen Stärke, daher hat er sich mit denen identifiziert, die sich wehren konnten, keine Opfer waren, denen es also - fast bis zum Schluss der Handlung - immer am besten ging!


    LG von

    Keshia

    Ich sammele Kochbücher, Foodfotos und Zitate.


    <3 Aktuelle Lieblingsbücher: "The good people" von Hannah Kent, "Plate to pixel" von Hélène Dujardin und "The elegance of the hedgehog" von Muriel Barbery.

  • Eine neue Woche und damit eine neue Wochenfrage^^


    Avila hat sich folgendes gefragt:


    Regen Bücher euch dazu an, dass ihr euch mit bestimmten Themen darüber hinaus noch beschäftigt? Lest ihr bspw. nach einem Roman zu Hildegard von Bingen noch ein Sachbuch zu ihr oder kocht ihre Rezepte nach?

  • Ja, oft! Wobei ich nicht immer ein Buch dazukaufe, sondern auch im Internet herumrecherchiere.


    Krimi in der Lüneburger Heide? Ich lese bei Wikipedia alles über Undeloh, und finde heraus ob die Polizeiwache in Hanstedt wirklich zuständig wäre.


    Abenteuerroman über einen Piraten? Ich lese nach was es mit den Barbaresken auf sich hat.


    Fantasy von der Scheibenwelt? Ich kaufe mir auch den Companion und das Rätselbuch dazu.


    Uhtred trifft im Roman auf eine Frau die Äbtissin wird? Ich kaufe mir ein Buch über St. Hilda.


    Und so weiter und so fort....

  • Hmm, unterschiedlich.

    Manchmal google ich noch was zu dem Thema oder lese noch ein weiteres Buch dazu. Vor kurzem habe ich eine Autobiographie einer Magersüchtigen gelesen, die darin u.a. von ihren Auftritten bei Stern-TV berichtete - die habe ich mir dann auch angeschaut.

    Aber in den meisten Fällen ist ein Buch nach der Lektüre für mich abgeschlossen. Das liegt aber auch sicher an der Art der Bücher, die ich lese. Fantasy, Thriller, Liebesromane etc regen mich eher nicht zur weiteren Recherche an. (Mir doch egal, welcher Polizisten in der Lüneburger Heide tatsächlich zuständig ist ;))