Die Wochenfrage!

Leserunde mit Judith & Christian Vogt ab 11.10.2019: Wasteland [Postapokalyptische Utopie]
Literaturschock positioniert sich. Nazifreie Zone, denn wer neben Nazis marschiert, ist entweder selbst ein Nazi oder eine nützliche Marionette der Nazis. Andere Kategorien gibt es nicht.

Es gibt 3.608 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Valentine.

  • Ich habe gerade einen Bildband aussortiert mit wunderbaren Fotos und einem ganz furchtbaren Text dazu, geschrieben von Thaddäus Troll, nebeneinander in Deutsch, Englisch und Französisch. Seine Sätze waren keine Sätze, sondern verbfreie Aufzählungen. Das hat mich richtig angesäuert! :cursing:

    Wahnsinn ist bei niederer Lautstärke weniger störend.

    Dieter Nuhr

  • Ich hasse Sichtwechsel, die mehr als 3 Personen einschliessen. Denn dann hat eine Geschichte etwas Wirres und ich als "Namenslegastheniker" in Büchern gerate an meine Grenzen.

    Dann an den Haaren herbei gezogene Ermittlungergebnisse in Krimis und Thrillern. Wenn ich lese "er spürte, dass seine Annahme richtig ist "...also intuitiv erreichte Ergebnisse, ist der Krimiofen für mich aus.

  • Überzogen klischeehafte und/oder sich häufende unlogische Inhalte. Dann ist es bei mir vorbei. Was mich auch noch vergraulen kann, sind an den Haaren herbeigezogene Metaphern, die kein Ende nehmen. :rolleyes:

    Reine Schlachtereien in Krimis/Thrillern sind nicht mein Fall, dann kann es schon sein, dass ich das Buch abbreche bzw keines mehr von der Person lese.

  • Detaillierte Ekelbeschreibungen aller Art finde ich abstoßend, vor allem, wenn ich das Gefühl habe, dass da Folter, Mord, Vergewaltigung oder Tierquälerei nur der Effekthascherei dienen sollen. Ich habe auch schon Bücher abgebrochen, wenn es mir zu arg wurde. Ich bin nicht generell zart besaitet und kann Gewaltszenen durchaus hinnehmen, wenn sie in den Kontext passen, aber manche Autoren sind nur auf Splattereffekte aus, was ich überhaupt nicht leiden kann.


    Ebensowenig mag ich gekünstelte, gewollte Sprache nach dem Motto "Schaut alle her, ich bin ja soooo kreativ und innovativ und originell" und pseudointellektuelles Geschwurbel.


    Dauernegative Charaktere nerven mich, vor allem, wenn keinerlei Entwicklung festzustellen ist.


    Und was ich auch überhaupt nicht brauche: polternder Brachial"witz", gerne auch sexistischer Natur. Da breche ich ganz schnell ab.


    Zu guter Letzt, schlechte Recherche kann mich enorm nerven, vor allem bei Themen, mit denen ich mich selbst ganz gut auskenne, oder auch bei Dingen, die man mit simpler schneller Internetrecherche hätte verifizieren oder überhaupt erst mal herausfinden können (geographischer Murks zum Beispiel). Oder Namen, die nicht ins Land oder in die Zeit passen, in der das Buch spielt, etwa ein bretonischer Evan oder eine Jasmin oder Nadine in Nazideutschland.

    Be curious, be creative, be patient, be joyful.

    (Agnès Varda)

  • Puuh, womit wurde ich denn schon vergrault? :-D Mal spontan auflisten:


    - keine erkennbare oder nachvollziehbare Handlung

    - Füllsätze, die vollkommen unwichtig sind und nicht relevant für die Handlung sind

    - Autor/in beschäftigt sich mit etwas völlig anderem, als mit der eigentlichen Handlung


    Ja, das wären wohl meine Top 3.

    Hier wird gesubt und gesammelt! :-)

  • So schnell kann man mich eigentlich nicht vergraulen. Bis ich ein Buch wirklich abbreche dauert er sehr lang. Aber was ich überhaupt nicht mag, ist, wenn man über ein bestimmtes Thema schreibt und der oder die Autor/in sich in endlosen Beschreibungen eines Nebenschauplatzes verliert. Ich lese ja fast nur historisch und da ist es schon nervig, wenn man am Thema des Buches vorbeischreibt. Oder wenn sich ein Roman, der als historisch beworben wird, als totaler Fantasie-Roman herausstelt. Meistens lese ich diese Büche zwar trotzdem zu Ende, aber der oder die Auto/rin kommt auf meine Liste, die ich nicht lesen will :)

  • Fehlerhafte Grammatik (JA, gibt es tatsächlich..)

    Schlechter Stil.

    Zu durchsichtig konstruierte Handlung.

    Kitsch.

    Effekthascherei.

    Selbstbeweihräucherung (in geeigneten Genres..).

  • Mich stört neben den schon genannten Punkten vor allem, wenn ein anderes Buch nachgemacht wird. Zum Beispiel die ganzen Shades-of-Grey-Imitate oder die tausendste Dystopie ohne eigene neue Ideen nach "Tribute von Panem" oder als nach "PS Ich liebe dich" auf einmal alle Bücher nicht nur genauso aussahen, sondern auch fast 1:1 dieselbe Handlung hatten... Wenn einer Autor*in nichts eigenes einfällt, soll er/sie es doch bitte einfach sein lassen :rolleyes:

  • Zank , wenn die Kopie genauso gut wäre wie das Orignal, wäre man ja eigentlich sogar noch froh. Los, her mit den gut gelungenen Kopien meiner Lieblingsbücher...

    Wahnsinn ist bei niederer Lautstärke weniger störend.

    Dieter Nuhr

  • Dauernegative Charaktere nerven mich, vor allem, wenn keinerlei Entwicklung festzustellen ist.

    Eine Zeitlang hatte ich das Gefühl, dass Ermittler in Krimis nur noch negativ charakterisiert sind. Säufer, Schläger, Fremdgeher, Drogen.... einer war schlimmer als der nächste. Ganz nach dem Motto "höher, weiter , schneller" Das hat mich auch genervt.

  • Uh, da bin ich tatsächlich sehr kritisch :P Deswegen bin ich auch so eingeschränkt mit den Genres, denke ich :/


    Überzogen klischeehafte und/oder sich häufende unlogische Inhalte.

    Ja, da bin ich voll bei dir yanni ! Teenie-Werwolf-Vampir-Fantasy-Liebesgeschichten sind absolut abschreckend. Eigentlich generell klischeehafte (alle?) Liebesgeschichten, wenn es nicht gerade noch annehmbare Klassiker sind, aber wirklich furchtbar in den Teenie-Fantasy-Büchern. Deswegen meide ich sie meistens von vornherein. Das ist zu viel Kitsch für mich.


    Ebenso abschreckend finde ich Urban Fantasy mit einem Zeitstrang und einer Umwelt, die unsere ist... ich lese doch kein Fantasy, um in meiner Zeit und meiner Umgebung zu bleiben. Das erlebe ich dann doch lieber richtig.


    Für beide gibt es tatsächlich eine Ausnahme und zwar habe ich Cassandra Clare "Chroniken der Unterwelt" gelesen und es hat mir gefallen.


    Und Cover... furchtbare... Cover... Nackenbeißer... echte Menschen auf dem Cover... nein... das finde ich furchtbar. Das lese ich auch nicht, da kann der Inhalt tatsächlich noch so gut sein, wenn mir das Cover nicht gefällt, hat das Buch keine Chance bei mir. Andersherum, wenn mir das Cover gefällt, aber der Inhalt (oder die letzte Seite :evil:) nicht, kaufe ich das Buch auch nicht. Ich habe quasi ein paar Jahre lang nichts gelesen, weil mir kein einziges Cover in dieser Zeit gefallen hat.

    "Ich muß dich mit Gewalt ernähren!" sagte Homunkoloss, "Du schläfst nicht mehr. Du wäscht dich nicht. Du stinkst wie ein Schwein." "Ist mir doch egal", sagte ich trotzig, "Hab keine Zeit, muß lesen" (c) Walter Moers, aus "Stadt der träumenden Bücher"

  • die ganzen Shades-of-Grey-Imitate

    ...und dabei war das Original schon schlimm genug! :wegrenn:

    Genau so ist es.... ich verzichte da auf Original und auf die Imitate - muss nicht sein!


    Abgesehen davon nerven mich unlogische und durchsichtige Konstruktionen in Krimis oder kitschige Liebesgeschichten. Ich finde es auch nicht gut, wenn eine dramatische Geschichte in einem zuckersüßen 1000% Happy End mündet.


    Und speziell nervig finde ich, wenn der Autor sich gezwungen intellektuell gibt.

    Wenn ein Autor schlecht recherchiert ist das auch ein Vergraulfaktor - und da bin ich dann manchmal sehr unangenehm mit "Kleinigkeiten" wie z.B. Diagnosen, die nicht stimmen oder vielleicht auch zeitlich unmöglich sind.


    Wenn zu viele Klischees bedient werden, wird ein Buch schnell langweilig.

    Ich habe quasi ein paar Jahre lang nichts gelesen, weil mir kein einziges Cover in dieser Zeit gefallen hat.

    Ich ärgere mich zwar manchmal über zusammenhanglose Cover, aber ich beurteile ein Buch nicht nach dem Cover ;) Ich fürchte, ich würde mir damit selber viel Lesevergnügen nehmen.


    :)

  • Und was ich auch überhaupt nicht brauche: polternder Brachial"witz", gerne auch sexistischer Natur. Da breche ich ganz schnell ab.

    Stimmt! Das wäre ein Grund, ein Buch sofort abzubrechen! Allerdings... wenn ich es mir so überlege: so ein Buch kenn ich gar nicht;)

  • ysa : ich hatte früher mal den einen oder anderen Ausflug ins Komik-Genre (Tommy Jaud und so), aber das war nix für mich. Ich mag meinen Humor lieber subtil und ironisch und unterschwellig.

    Be curious, be creative, be patient, be joyful.

    (Agnès Varda)

  • Ich krieg ehrlich gesagt langsam einen Overkill wenn in Teenager fantasy Romanen zum tausensten mal eine Heterolovestory ab gespult wird und nur die Nebenfiguren Divers aufgestellt sind, damit man sagen kann oooh der Roman is Ja sowas von Diversity.

    Es nervt mich auch immer mehr das in Deutschland kaum Own Voices Romane veröffentlicht werden. Dafür aber dann der hundertausenste 0815 Roman nach gleichem Schema gehyped wird, vorallem auf Instagram und Youtube. Inhaltlich nervt mich alles was rassistisch und Frauenfeindlich ist, Transfeindlich, Queer feindlich. Ich feiere auch deshalb jedes Buch das endlich mal mit so einem Scheiß (Sorry not sorry) aufräumt.

  • ysa : ich hatte früher mal den einen oder anderen Ausflug ins Komik-Genre (Tommy Jaud und so), aber das war nix für mich. Ich mag meinen Humor lieber subtil und ironisch und unterschwellig.

    Versteh ich völlig - diese Bücher habe ich auch abgebrochen. Ging gar nicht! Ist einfach nicht meine Art von Humor!;)

  • Ich krieg ehrlich gesagt langsam einen Overkill wenn in Teenager fantasy Romanen zum tausensten mal eine Heterolovestory ab gespult wird und nur die Nebenfiguren Divers aufgestellt sind, damit man sagen kann oooh der Roman is Ja sowas von Diversity.

    Es nervt mich auch immer mehr das in Deutschland kaum Own Voices Romane veröffentlicht werden. Dafür aber dann der hundertausenste 0815 Roman nach gleichem Schema gehyped wird, vorallem auf Instagram und Youtube. Inhaltlich nervt mich alles was rassistisch und Frauenfeindlich ist, Transfeindlich, Queer feindlich. Ich feiere auch deshalb jedes Buch das endlich mal mit so einem Scheiß (Sorry not sorry) aufräumt.


    Jetzt bin ich fast versucht, dich um eine deutsche Version deines Textes zu bitten... ;)

    Wahnsinn ist bei niederer Lautstärke weniger störend.

    Dieter Nuhr

  • So etwa:


    Ich krieg ehrlich gesagt langsam einen Übertöter wenn in Tee-mäuse Vorstellung Romanen zum tausensten mal eine Anders-Null-Handlung ab gespult wird und nur die Nebenfiguren Taucher aufgestellt sind, damit man sagen kann oooh der Roman is Ja sowas von Mannigfaltigkeit.

    Es nervt mich auch immer mehr das in Deutschland kaum besitzen Stimmen Romane veröffentlicht werden. Dafür aber dann der hundertausenste 0815 Roman nach gleichem Schema hochgejubelt wird, vorallem auf Instakummer und Dutube. Inhaltlich nervt mich alles was rassistisch und Frauenfeindlich ist, durchfeindlich, seltsam feindlich. Ich feiere auch deshalb jedes Buch das endlich mal mit so einem Scheiß (Traurig Elend traurig) aufräumt.

    Wir sind irre, also lesen wir!