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Es gibt 5.422 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Sagota.

  • Ja - ich hab auch viele Klassiker freiwillig und gerne gelesen.

    Ich auch (und ich bin froh, dass wir relativ vieles nicht in der Schule gelesen haben und ich es später unvoreingenommen und aus echtem Interesse entdecken konnte).


    Schullektüre nicht zu lesen habe ich nicht fertiggebracht, ich fand es immer blöd, wenn Mitschüler nur die Lektürehilfe lasen. Und es war ja auch nicht immer so, dass sich Schullektüre nicht gelohnt hat. Nur die Auseinandersetzung mit den Büchern im Unterricht war je nach Lehrer ziemlich unterschiedlich spannend.

    The west-winds blow, and, singing low,
    I hear the glad streams run;
    The windows of my soul I throw
    Wide open to the sun.

    (John Greenleaf Whittier)




  • Ich finde, ob dir Schullektüre gefällt oder nicht, hängt nicht nur von der Lektüre selbst ab. Auch der Lehrer und die Mitarbeit der Schüler spielen eine große Rolle.

    Man muss mutig sein, damit du die Angst überwindest, das Unmögliche möglich zu machen.

  • Sehe ich genauso. Es kommt immer auch drauf an, was man aus der Lektüre macht.

    In der Oberstufe haben wir z.B. "Macbeth" im Englischunterricht durchgenommen. Unsere Referendarin hat uns alle möglichen Szenen als Theaterstück, pantomimisch, Standbild oder was ihr noch so eingefallen ist, vortragen lassen (inkl. Lichtschalter an-aus für die Blitze; Trommeln auf dem Overheadprojektor für den Donner...). Über das Buch selbst, Inhalt, Hintergrund, Bedeutung, usw haben wir nie gesprochen. Sie konnte offensichtlich noch nicht zwischen Oberstufe und 5.Klasse unterscheiden :rolleyes:

  • 10 Seiten lesen -1 Stück Belohnungsschokolade usw.

    Klappt bei mir hervorragend ohne Bücher ;)!


    Geschenkte Bücher, die ich nicht lesen will, kommen auf einen besonderen Stapel, nicht ins Regal. Auf dem Stapel bleiben sie dann so lange, bis der Schenker hoffentlich vergessen hat, dass ich sie habe, und dann kommen sie weg.

    :err:

    Ich bekomme schon lange keine Bücher mehr geschenkt.Und mit dem einen Buch, das hier noch subbt, verfahre ich genauso wie Katjaja.....es wird irgendwann verschwinden :S.


    Ich muss keine Bücher mehr lesen und kann auch inzwischen ganz gut abbrechen, wenn es- notfalls nach ein paar Anläufen- immer noch nicht gefällt.

    Manche Leute glauben, Durchhalten macht uns stark.Doch manchmal stärkt uns gerade das Loslassen.Hermann Hesse

  • Ich finde, ob dir Schullektüre gefällt oder nicht, hängt nicht nur von der Lektüre selbst ab. Auch der Lehrer und die Mitarbeit der Schüler spielen eine große Rolle.

    Absolut. So hat meine Deutschlehrerin unsre Klasse dazu gebracht Faust zu lesen. Sie hatte in der elften so oft Faust eibgestreut Zb Ach das Thema taucht in Faust auch auf. Das wir einstimmig dafür abgestimmt haben, als wir gefragt wurden welche Zusatzlektüre wir lesen wollen, neben der Pflichtlektüre fürs Abi.


    Katjaja

    Da kommt ja auch auf die Schulform an. In der Realschule war das echt wenig. Wärend es dann im Abi geballte Lektüre war und wir quasi kaum etwas andres gemacht haben. Neben ein bisschen Literaturgeschichte.

  • Meine Jüngste ist in der sechsten Klasse und die lesen gerade "Der überaus starke Willibald" von Willie Fährmann und sie hat eben beim Abendessen von sich aus erzählt wie gut ihr das Buch gefällt. Dabei liest sie gar nicht so gerne.

    Wie der Unterricht aufgebaut ist, macht eine Menge aus und sie haben zum Glück eine sehr gute Deutschlehrerin.


    Mein Neffe sitzt in der neunten Klasse und die nehmen sich jetzt "Der Besuch der alten Dame" von Dürrenmatt vor, worauf er überhaupt keine Lust hat. Als ich ihm sagte dass das Buch richtig klasse sei, hat er mich mit diesem abschätzigen Blick angeschaut den nur Teenager so gekonnt draufhaben.


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    Lesen ist die schönste Brücke zu meinen Wunschträumen.

  • Meine Nichte darf im Unterricht regelmäßig Bücher vorstellen. Alle müssen im Quartal Bücher vorstellen, dürfen aber selbst wähle was. So werden momentan hauptsächlich Percy Jackson Bücher vorgestellte :lachen: Meine Nichte hat deshalb schon die Augen verdreht, weil einige so langsam lesen, laut ihrer Aussage (sie kommt wohl doch ein bisschen nach mir, sie ist auch eine Schnelleserin *gg*). Das schöne, es scheint zumindest mal ihr und ihren Freundinnen wirklich Spaß zu machen. Ich denke, grade weil sie eben selbst entscheiden dürfen, welches Buch sie nehmen.

  • Ich vermute es ist einfach auch teil des Lehrplans, aber natürlich haben Lehrer*innen da auch Spielraum.

    Ich finds auch gut, weil sie in den weiter führenden Schulen dann noch oft genug Bücher lesen müssen, die nicht so gut finden werden. In Berlin kommen sie erst ab Klasse 7 dorthin, daher mal sehn wie ihr das gefallen wird.

  • An die Buchvorstellungen in der 5. oder 6. Klasse erinnere ich mich auch noch gerne. Das hat mir richtig Spaß gemacht, ich habe sogar freiwillig noch weitere Referate gehalten (was mir später nicht mehr passiert wäre :breitgrins: ).

    The west-winds blow, and, singing low,
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    (John Greenleaf Whittier)




  • Meine ehemaliger Nachhilfeschüler (bin sehr stolz auf ihn!) musste öfter Buchvorstellungen machen. Die erste war "Die unendliche Geschichte". Da hab ich ihm erklärt, auf was er alles achten sollte etc. (Warum wird das nicht in der Schule besprochen??). Er hat dann noch ein tolles Plakat dazu gebastelt und eine Eins bekommen. :love: Das hat ihn so motiviert, dass er sich in den nächsten Jahren Bücher von Goethe und Schiller ausgesucht hat, während alle anderen möglichst einfache, kurze Jugendbücher genommen haben :breitgrins: Die Lehrerin war beeindruckt und er hatte große Freude am Lesen und an den Präsentationen, für die er auch immer nur Lob bekam. So hat er seine Liebe für Klassiker entdeckt.

  • Zank

    Wie cool!


    In meiner Teeniezeit stand ich auch total auf die Klassiker, ich denke vor allem weil es eben in der Schule kein Thema war, ich aber Literaturgeschichte so spannend fand. Ich hab alle Klassiker, die mich je interessiert haben schon gelesen, deshalb lese ich das heute nur noch so selten.

    In der Beruffschule mussten wir, die keine Fachhochschulreife gemacht haben (ich blieb in der Klasse, hab aber die Prüfung nicht abgelegt) jeweils auch ein Buch vorstellen. Vorgabe war, ein Klassiker. Welchen durften wir aber aussuchen. Ich war hin und her gerissen zwischen Anna Karenina und Dorian Gray :lachen:

    Großzügig habe ich dann Anna Karenina einer Klassenkameradin überlassen, wir haben dann hauptsächlich eine Verfilmung angeschaut (da gabs so einen TV Zweiteiler)... Ich war wohl ziemlich klugscheißerisch hüstel, denn bei der Vorstellung hatte sich die besagte Dame sehr auf die Liebesgeschichte fokussiert und ich weiß, das ich am Ende ziemlich diskutiert habe, das sie einfach einen großteil der Handlung ignoriert hat. (Ich denke ehrlich gesagt auch,das die das Buch definitiv nicht gelesen hatte. Was ich zwar verstehen kann aber joah...)

    Warum Dorian Gray? Ich hatte eine ziemlich teure Ausgabe, in der Erscheinungsform die den Skandal drumrum ursprünglich ausgelöst hat (das Buch erschien ja zunächst in der Zeitung und wurde dann zum Teil abgeschwächt in Buchform veröffentlicht) gekauft und war total im Wilde Fieber. Ich hatte eine damals recht neue Biografie von einem Nachfahren Wildes gekauft und überhaupt war Wilde da grad voll mein Ding.


    Zum Unterricht sei noch gesagt... ich hatte immer alles gelesen oder kannte es zumindest und daher war das Ganze meist ein Gespräch zwischen mir und dem Lehrer ... Das ging soweit, das mein Lehrer mich manchmal am Beginn der Stunde einfach nur anschaute und fragte, ob ich xy schon gelesen habe um den Unterricht einzuleiten... Er war aber echt ein tolle Lehrer und hat sich echt Mühe gegeben das alle trotzdem einigermaßen Spaß hatten. Wir haben ihn alle sehr gemocht und noch heute sagen meine Freunde*innen von damals, das es der beste Unterricht war.

    Ich bin noch heute der Literaturjoker für eine Freundin, sollte sie jemals zu Wer-wird-Millionär gehen :lachen:

  • Ich denke ehrlich gesagt auch,das die das Buch definitiv nicht gelesen hatte. Was ich zwar verstehen kann aber joah...

    Das hätte mich auch aufgeregt :breitgrins:

    The west-winds blow, and, singing low,
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    Wide open to the sun.

    (John Greenleaf Whittier)




  • Das war bisher für mich bei Literatur für Schule/ Studium oder Fachbüchern nie ein Problem. Die mussten halt gelesen werden. Teilweise unter Zeitdruck (Middlemarch in einer Woche, uff!) etwas oberflächlich. Zusammenfassungen habe ich da nie gelesen. Ich verstehe bis heute nicht, wie jemand mit mir durchs Abi kam, der mich vor der letzten Deutschklausur über Homo Faber fragte, was da eigentlich im Buch passierte. Ich hätte so viel Angst gehabt, dass ich in der Klausur gar keinen Satz hätte zustande bringen können.

    Auf der anderen Seite lese ich NIE diverse komische Bücher, die mir bestimmte Leute immer wieder schenken. Diese Bücher gehören alle zur Kategorie "seichte Unterhaltung" und ich kann meist mit den Titeln nichts anfangen. Glücklicherweise kommt da auch nie eine Nachfrage. Ich kann so wenig damit anfangen, dass ich jetzt nicht mal einen Titel nennen könnte.


    Für Schullektüre etc: Einfach ein Zeitfenster festlegen, z.B. vor dem Schlafengehen eine Stunde und dann täglich lesen, bis man durch ist. Soll ja wohl auch eine Konzentrationsübung sein.

    Ich muss allerdings gestehen, es gab ein Buch, das ich NICHT ganz durchgelesen habe, Adam Thorpes "Ulverton". Das spielt in einem fiktiven Dorf über mehrere Jahrzehnte und begleitet pro Kapitel einen Menschen in einer speziellen (immer sehr unterschiedlichen) Situation. Da gibt es sehr viele verschiedene Textformen und eine ist eine Art Stream of Consciousness von jemadnem, der wohl geistig zurück geblieben sein soll UND noch einen extremen englischen Dialekt hat. Das Kapitel ist ohne Punkt und Komma geschrieben. Ich glaube, wir haben im Kurs alle das Handtuch geworfen, nur die Dozentin hatte sich da durchgequält und dann eine sehr kurze Besprechung des Kapitels angesetzt.


    Bei Interesse: Jemand hat das hier zusammengefasst. Chapters 9-11, "Stiches".


    Der Rest des Buches ist weitgehend lesbar und sehr interessant geschrieben, man bekommt auch viele Einblicke in der Dorfleben im 19. Jahrhundert, in bestimmte Herausforderungen, kulturelle Besonderheiten, Unterschiede zwischen den Schichten, Alltagsleben verschiedener Menschen usw.


    LG von

    Keshia

    Ich sammele Kochbücher, Foodfotos und Zitate.


    <3 Aktuelle Lieblingsbücher: "The good people" von Hannah Kent, "Plate to pixel" von Hélène Dujardin und "The elegance of the hedgehog" von Muriel Barbery.

    Einmal editiert, zuletzt von Keshia ()

  • In dr Oberstufe haben wir z.B. "Macbeth" im Englischunterricht durchgenommen.


    Über das Buch selbst, Inhalt, Hintergrund, Bedeutung, usw haben wir nie gesprochen. Sie konnte offensichtlich noch nicht zwischen Oberstufe und 5.Klasse unterscheiden :rolleyes:

    Ich glaube, viele sehen Shakespeare dann doch als "zu schwierig" an und unterrichten daher Zusammenfassungen, Auszüge, Verfilmungen, Szenen, Sprache anhand von Einzelszenen etc. Macbeath wird wohl genommen, weil es das kürzeste Shakespearestück ist und/ oder, weil es dazu sehr viel Schul-Sekundarliteratur und didaktisch aufbereitetes Material gibt und man arbeitet mit Standbildern, Raps usw. in der Hoffnung, dass so der "schwierige und verstaubte" Unterrichtsinhalt wenigstens ein bisschen von den Schülern aufgenommen wird. Das stört natürlich die Schüler, die von alleine gern mal so eine Lektüre lesen würden, sich vielleicht das aber nicht zutrauen und ganz sicher die Schüler, die solche Stücke schon selbstständig gelesen haben und gern darüber diskutieren würden!


    LG von

    Keshia

    Ich sammele Kochbücher, Foodfotos und Zitate.


    <3 Aktuelle Lieblingsbücher: "The good people" von Hannah Kent, "Plate to pixel" von Hélène Dujardin und "The elegance of the hedgehog" von Muriel Barbery.

  • Ich habe in der Schule sehr viel mit Lektüreschlüsseln gearbeitet, sofern ich es nicht geschafft habe, das Buch VOR der Besprechung in der Schule zu lesen. Ich muss sagen, dass die Besprechungen so langweilig und langatmig waren, dass mir das jede Freude am Buch genommen hat.


    In der Uni bin ich vor allem in meinem Basisseminar der Komparatistik mit den ganzen Büchern nicht nachgekommen und hatte dann für die Prüfung Thomas Manns Faust nicht mehr lesen können. Das kam natürlich prompt in der Klausur dran. Was habe ich getan? Mir einen Plot aus den anderen vier Faust Varianten, die ich gelesen habe, zusammen gebastelt und damit was gewurschtelt. Gut war die Klausur natürlich nicht, aber immerhin habe ich bestanden. :saint:


    Wenn ich Buchgeschenke bekomme und ich weiß, man will nachher mit mir darüber reden und mir gefällt das Buch nicht, lese ich quer und überfliege viel. Das habe ich auch schon mal mit SLW oder TAMKATZ oder Rezensionsexemplaren gemacht, die mir nicht so gut gefielen, die ich aber trotzdem irgendwie lesen "musste". So kann man dennoch etwas zum Buch sagen, ohne aber zu viel Zeit aufzuwenden. Aber meistens breche ich Bücher auch ab, weil auch überfliegen Zeit kostet. ;)

  • Außerdem was bringt es den Inhalt nicht auch zu diskutieren? Es macht foch gar keinen Sinn das im Unterricht zu behandeln, wenn dann nicht darüber gesprochen wird.

    Ja, war bescheuert. Das Buch war auch keine Pflichtlektüre oder sonstwie relevant. Ich glaube, das war einfach das "Projekt" der Referendarin und da sie eben erst frisch von der Uni kam, wollte sie gleich alle spaßigen Methoden auf einmal ausprobieren... Der Rest kam dann zu kurz.