Die Wochenfrage!

Bitte achtet auf euch und eure Lieben! Bleibt gesund!

Zum Thema COVID19 darf ab sofort ausschließlich in diesem Thread geschrieben werden!

Es gibt 5.421 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Anne.

  • Als ich mal bei Trivial Pursuit abgefahrene Fragen der englischen Geschichte beantworten konnte und meine Mitspieler große Augen machten, habe ich ihnen empfohlen, mehr historische Liebesromane zu lesen...

    Unbedingt! Dank Victoria Holt weiß ich, was ein Refektoriumstisch ist - die Dinger kamen in fast jedem ihrer Bücher vor :lachen:

    The west-winds blow, and, singing low,
    I hear the glad streams run;
    The windows of my soul I throw
    Wide open to the sun.

    (John Greenleaf Whittier)




  • Als ich mal bei Trivial Pursuit abgefahrene Fragen der englischen Geschichte beantworten konnte und meine Mitspieler große Augen machten, habe ich ihnen empfohlen, mehr historische Liebesromane zu lesen...

    Unbedingt! Dank Victoria Holt weiß ich, was ein Refektoriumstisch ist - die Dinger kamen in fast jedem ihrer Bücher vor :lachen:

    Genau, Frau Holt brachte mir auch Benjamin Disraeli näher, Punktebringer bei Wissensfragen. ^^

    Wahnsinn ist bei niederer Lautstärke weniger störend.

    Dieter Nuhr

  • Würdest Du sagen, dass Dich Deine Lektüre als Menschen verändert hat?

    Mein erster Impuls nach dem Lesen dieser Frage war "Ja, natürlich! Meine Lektüre beeinflusst mich enorm und in jeder Hinsicht!". Aber jetzt bin ich mir nicht sicher, ob mich meine Lektüre tatsächlich verändert hat - geprägt hat sie mich auf alle Fälle. Aber gleich verändert?:/ Ich bin mir nie sicher, ob es nicht vielleicht umgekehrt ist, dass ich nämlich bestimmte Bücher speziell schätze, weil ich eben so bin wie ich bin und dass ich mich deshalb von bestimmten Büchern beeinflussen lasse und von anderen eben nicht. Es gibt ja sehr viele Aspekte, die beeinflussen können.

    Knoten im Hirn:P


    Es stimmt, dass jede meiner Lebensphasen immer auch von bestimmten Büchern begleitet wurde und dass Bücher für mich immer wichtige Gedankenanstösse lieferten und manchmal auch überraschendes Wissen für jede Art von Quiz;)

    Ach ja... und seltsamerweise werden meine Musikvorlieben immer wieder durch Bücher bereichert. Gestern zum Beispiel erklärte mir Commissaire Dupin, dass der Pianist Didier Squiban großartig sei. Ich hab mir gleich ein paar Stücke angehört und muss zugeben, dass Dupin eindeutig recht hat! Großartige Musik<3

  • ysa damit hast du die Wochenfrage für mich beantwortet, aber ich hätte es nicht so schön formulieren können:whistling:


    Ergänzen möchte ich noch, dass die Erwähnung von bestimmten Büchern mich manchmal an die Situation erinnert, in der ich sie gelesen habe. Manchmal habe ich richtig Kopfkino, aber von der angenehmen Sorte.

    Man muss mutig sein, damit du die Angst überwindest, das Unmögliche möglich zu machen.

  • ysa

    Ich denke, es ist ein Wechselspiel. Manchmal merkt man auch erst hinterher, das man ein Buch ausgewählt hat, das total zur eigenen Situaton passt (in welcher Form auch immer). Manchmal sucht man sich ganz geziehlt ein bestimmtes Buch aus und manchmal findet es einen über Umwegen *gg*

    Aber man interpretiert natürlich auch einiges. Vielleicht haben einen andere Bücher viel mehr beeinflusst, als man es überhaupt weiß, als die die man vielleicht spontan nennt. (Ich denke manchmal will man einfach, das ein bestimmtes Buch einen großen Einfluss hatte :lachen: )

  • Uff... Ich bin auch Vielleserin. Eigentlich. Mal mehr, mal weniger. Als Kind waren die Figuren aus meinen Lieblingsbüchern meine Vorbilder. Meine Buchauswahl spiegelt meistens meine Stimmung wieder. Habe ich eine Wohlfühlphase oder will ich mich von der aktuellen Lage ablenken, kann ich ziemlichen Kitsch lesen. Geht es mir nicht so gut, möchte ich diverse Themen aussparen und lande eher bei Sachbüchern. Also Literatur und Selbst und die Wechselwirkung in die andere Richtung sind da. Auf alle Fälle.


    Das Literaturstudium hat mich wohl auch verändert, aber das kann ich so ad hoc gar nicht in Worte fassen.


    In meinem beruflichen Umfeld (Hab ja vor drei Jahren ins Handwerk) gewechselt, wird das Lesen ansich schon als bestimmend für mein Auftreten gesehen und ich werd hin und wieder drauf angesprochen, was für eine krasse Leistung es zB doch sei, sich innerhalb von Wochen und Monaten durch den ganzen Harry Potter auf Englisch zu fräsen. Mir ist das immer unangenehm, weil ich das ja nicht als Belastung sehe. 2x am Tag beim Vesper und beim Mittag für je 20-30 Minuten in ein Buch abtauchen und die Baustelle ausblenden ist doch super?!


    Meine beste Freundin und Sister from another Mister ist keine Leserin. Sie wirft mir hin und wieder vor, dass ich durch die Leserei ganz schön arrogant wirken würde. Ich ließe immer so raushängen, dass ich nicht ohne Bücher sein kann und so super viel Inselwissen hätte.


    Tatsächlich gucke ich fast gar kein Fernsehen und nur selten Filme. Wahrscheinlich ist das ein Pluspunkt für ne besonders abgedrehte Vorstellungskraft und Phantasie, die man so als Leser*in an den Tag legt. Ich bin son Buch-vor-Verfilmung-Freak wie vermutlich die meisten hier.


    Ein Bekannter, der auch kein Leser ist, hat großen Respekt davor, dass ich so belesen bin, das war auch einer der Gründe, weshalb er sich von mir distanziert hat. Er könne da nicht mithalten als Hauptschüler und überhaupt habe er als Praktiker/Handwerker nicht genug Zeit zum Lesen (äh, aber zum Zocken reichts!?). Damit hat er sich total abgewertet, finde ich. Ihn bewundere ich im Gegenzug dafür, dass er alles was vier Räder hat und nicht funktioniert, wieder zum Laufen bringt. Was denken die Nicht-Leser*innen in eurem Umfeld über die Leserei?


    Ist es auch prägend, dass man als wacher Büchermensch sich den Luxus (Geld & Zeit) leisten kann, sich auch über aktuelle kontroverse Themen (Klima, Ernährung, Politik) schlau zu lesen und eine eigene fundierte Meinung zu haben? Da hinke ich gerade hinterher, obwohl ich eigentlich gerne Sachbücher lese.

    Übern Berg is weiter als zu Fuß.

  • literaturiminternet

    Du hast ja einen spannenden Lebenslauf! Darf ich fragen, welches Handwerk Du ausübst?

    Dass Lesen bestimmend für das Auftreten ist, glaub ich gerne, vor allem verändert sich aber die Ausdrucksweise. Wer gerne liest, der hat einfach einen besseren Wortschatz und "spielt" auch lieber mit Worten. Das merkt man dann sicher in jedem Beruf.

    Allerdings werde ich mich hüten, jemals wieder einen Krankenbericht in Reimen zu schreiben oder einen Verbandswechsel als Match Arzt:Verband (Arzt hat gewonnen!).;)

    Was denken die Nicht-Leser*innen in eurem Umfeld über die Leserei?

    Das hat sich im Laufe der Jahre stark verändert. In der Schulzeit, also so mit ung 16 war ich keine Discoqueen:D und ich weiß, dass sich damals meine Schulkolleginnen ziemlich über mich lustig gemacht haben. War mir aber relativ egal, denn außerhalb der Disco haben wir uns eh ganz gut verstanden. Und ich hatte sowieso immer auch einen Freundeskreis, der sich nicht aus der Schulklasse ergab.


    Später hat sich das irgendwie "normalisiert" - bei jenen, die selber nicht so gerne lesen, war das eigentlich nie Thema. Aber meine besten Freunde waren auch immer Bücherfreunde.

    Und jetzt ist es eigentlich so, dass mich manche um meine Wissensfetzen beneiden und viele immer wieder Buchtipps von mir erfragen.


    Negative Äußerungen über meine Bücherliebe hab ich eigentlich immer ignoriert - zu stolz war ich auf all diese Welten, die eben nur Leser erfahren können.

  • Was denken die Nicht-Leser*innen in eurem Umfeld über die Leserei?

    Ich habe tatsächlich nur lesende oder zumindest buchaffine Freund*innen, mit einer Ausnahme. Sie hasst Lesen, weil ihre Eltern sie als Kind dazu zwingen wollten. Ihr ist es aber egal, ob ich lese, da wir über das Thema nicht sprechen (was sollten wir da auch reden?). Genauso ist es mir egal, dass sie nicht liest. Ist ja ihr Leben.

  • ysa: Ich denke gerne mal um eine Ecke zu weit und verwirr damit meinen Gegenüber - unabsichtlich. Das mit den Berichten in einem anderen Stil klingt erstmal echt cool, aber ich kanns voll verstehen, dass der, der was damit anfangen können muss, da schnell die Krise kriegt. Ich bin Landschaftsgärtnerin und genieße es sehr, dass ich mir die absurdesten botanischen Pflanzennamen relativ schnell merken kann und die Pflanzen dann auch wiedererkenne und benennen kann.


    In der Disco hab ich mich an 9 von 10 Abenden fehl am Platz gefühlt und hab spätestens auf dem Heimweg ein kleines gelbes Taschenbuch hervorgeholt und im Nachtbus gelesen.


    Sicher war das mit der Arroganz nur als freundlicher Hinweis gemeint und ich habs in den falschen Hals bekommen. Sie geht seit einer Weile zu Rollenspieltreffen und ist da mal Ork, mal Mensch. Das wiederum ist eine Welt, die mir völlig verschlossen ist. Gleicht sich also wieder aus mit den special interests. Was uns eint sind Pferde, Autos und unser halbes Leben.

    Übern Berg is weiter als zu Fuß.

  • literaturiminternet

    Landschaftsgärtnerin? Cool! Dich würd ich für unseren Garten brauchen:thumbup:


    Die kleinen gelben Hefte haben mich auch begleitet und ich habe noch einige davon hier herumstehen! Sie waren vor allem so praktisch, weil sie wirklich überall reingepasst haben!


    Das mit der Arroganz ist ein Vorwurf, der oft Menschen gemacht wird, die ruhiger sind und zurückhaltender, nicht so ganz direkt auf andere zugehen, sondern erst mal abwarten. Ich hab das auch schon gehört, aber ich hab das nie auf die Tatsache bezogen, dass ich gerne lese.

  • Was denken die Nicht-Leser*innen in eurem Umfeld über die Leserei?

    Den wichtigsten Nicht-Leser stört es nicht, er hat mich sogar geheiratet. Allerdings hat er nach fast zwanzig Jahren immer noch nicht gelernt, mich nicht beim Lesen zu stören ;-) Seine Familie akzeptiert, dass sie mich immer mit Buch oder Kindle in der Hand sehen, wenn sie bei meiner Schwiegermutter ankommen. Sie lächeln darüber, aber es hat noch nie jemand gesagt, dass ich das Buch beiseite legen soll.

    Man muss mutig sein, damit du die Angst überwindest, das Unmögliche möglich zu machen.

  • literaturiminternet

    Ich hab nicht mehr so viele nicht lesende Menschen um mich herum. Ich denke das habt auch das Studium so mit sich gebracht, weil die Chance das jemand gerne liest in Kulturwissenschaften schon höher ist. Meistens gehts da dann eher darum, das manche sich irgendwie erhaben fühlen, weil sie nur wissenschaftliche Bücher lesen oder Klassiker, aber keine anderen Genres. Es ist dann auch eher das ich im Vergleich auf jedenfall mit am meisten lese.

    Mein Ex mochte es ja gar nicht, wenn ich lese. Er war irgendwie sogar eifersüchtig. :rolleyes:

  • Ich hab nicht mehr so viele nicht lesende Menschen um mich herum.

    Vielleicht solltest du dir ein Forum suchen, in dem man die Leute lesen ;-) Aber ich verstehe, was du meinst.

    Man muss mutig sein, damit du die Angst überwindest, das Unmögliche möglich zu machen.

  • HoldenCaulfield


    Joa, und dann war da noch mein studierender Ex-Freund, dem ich ein echt leicht zu lesendes Buch zu Weihnachten geschenkt hab.

    Meine Ausgabe hatte ich nach einem langen Abend verschlungen, ihn hab ich dann mal Mitte Februar vorsichtig gefragt, wie ers fand. Lesen sei halt nicht so sein Ding. Okay, das hat für mich die Beziehung in Frage gestellt und es hat dann auch nicht mehr lange gedauert, bis ichs wegen einiger weiterer, drastischerer Differenzen beendet habe.

    Übern Berg is weiter als zu Fuß.

  • Mein Ex mochte es ja gar nicht, wenn ich lese. Er war irgendwie sogar eifersüchtig.

    Wie gut, dass dieser seltsame Vogel Dein Ex ist... Eifersüchtig auf Bücher? So ein lächerliches Theater:cursing:


    Die meisten meiner Exe (? Was ist bitte der Plural von Ex:D) waren auch Bücherfreunde, keiner jedoch hat auch nur annähernd so viel gelesen wie ich. Aber keiner von ihnen hat es je gewagt, auch nur einen negativen Blick auf meine Bücher zu werfen.

    Ob ich mit jemanden, der dieses Hobby nicht teilt oder nicht versteht zusammen sein könnte... ???

  • literaturiminternet und ysa

    Das wäre nicht unbedingt ein Grund keine Beziehung zu haben, ich brauch nicht zwingend jemanden der auch gerne liest. Ich find nur wichtig, das mein Hobby halt akzeptiert und unterstützt wird :) Klar wäre es dann natürlich leichter jemanden zu haben, mit Lesewunsch.

    Aber das muss eben für mich nicht zwangsläufig sein. Ich hab dann z.B. lieber jemanden der mit mir in vielen andren Punkten übereinstimmt, als jemanden der dann von oben herab auf meinen Lesegeschmack schaut. (Ist mir z.B. ab und an bei Datingapps passiert)

  • Als ich vor zwei Jahren als eine Freundin zum ersten Mal die Wohnung meines jetzigen Mannes betreten habe, war ich schon sehr erstaunt und erfreut über die Bücherwand. 😍📚♥️

    Meine vorherigen Partner haben eigentlich primär nur Sachbücher gelesen, keine Belletristik. Und bis auf meinen allerersten Freund (da gab's aber noch kein Internet 😁) konnte ich mit keinem Partner zuvor einfach so die Wochenenden zusammen durchlesen. Schon schön ❤️

    Viele Grüsse,

    Weratundrina :verlegen:


    Help me, help me ~ Won't someone set me free? ~ There's no right side of the bed ~ With a body like mine and a mind like mine

    ~ IDLES ~


  • Mein Ex hatte auch eine beeindruckende Bücherwand. Aber leider war das alles fake. Da standen reihenweise gebundene philosophische Werke in verschiedenen Sprachen - alle geerbt, wie ich später erfuhr. Und lauter so Klassiker die "man" im Regal haben sollte.


    In den 2 Jahren, die wir zusammen gewohnt haben, hat er meines Wissens nach aber nur ein einziges Buch gelesen, und auch das nur, weil ich ihn dauernd gefragt habe, wie er es findet. Der hat Bücher in Wirklichkeit nur mit der Kneifzange angefasst.


    Mein jetziger Freund hat gefühlt 6 Bücher im Regal, überrascht mich aber immer wieder mit dem Satz "Oh ja, das hab ich gelesen..." <3

  • Ich hatte mal eine Klassenkameradin, die alles mögliche an Klassikern und Belletristik im Regal stehen hatte was man uuuunbedingt gelesen haben sollte... Aber eigentlich kam immer so durch, das sie sich verpflichtet fühlte das zu kaufen, obwohl sie vielleicht gar nicht so inhaltlich interessiert war. Ich hab nie so richtig ihren Buchgeschmack durchschaut, weil sie da so stark darauf fokussiert war. Also auf diesen Kanonaspekt.