Luca D'Andrea - Der Tod so kalt

Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

Es gibt 1 Antwort in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Bettina.

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    Salinger hatte bereits als Filmstudent die ersten Erfolge, zusammen mit Kumpel Mike dreht er erfolgreich „Factuals“, moderne Dokumentationen. Beim Urlaub in der dolomitischen Heimat seiner Frau kommt er auf die Idee, einen Film über die Bergrettung zu machen. Es kommt zu einem schweren Unfall mit mehreren Toten, der auch ihn fast das Leben kostet. In der Rekonvaleszenz stößt er auf einen ungeklärten Mordfall vor ca. 30 Jahren und versucht sich mit dessen Lösung von seinen Alpträumen abzulenken.


    Das nimmt ihn allerdings mehr und mehr in Anspruch, darüber geraten seine Frau und seine kleine Tochter ins Hintertreffen und so einige im Dorf reagieren feindselig auf seine Nachforschungen.


    Der Fall und der Ansatz des ein wenig außenstehenden, aber doch irgendwie ins Dorf eingebundenen „Ermittlers“ gefiel mir ganz gut, auch der Winter in den Dolomiten wurde schön geschildert. Leider gefiel mir der erzählende Protagonist überhaupt nicht. Salinger ist Ich-bezogen ohne Ende, er belügt seine Familie und sich selbst, alles für den Kick des Erfolgs. Es ist nicht einmal das Geld, das ihn reizt, sondern die Möglichkeit herauszuprahlen, was für ein toller Typ er doch ist. Für mich ist er allerdings viel mehr eine gestörte Persönlichkeit mit übergriffigen Ansätzen und eine potentielle Gefahr für seine Umgebung.


    Auch wenn ich hier nicht völlig zufrieden war, bekommt der Autor mit einer anderen Hauptfigur vermutlich eine weitere Chance bei mir.


    3ratten + :marypipeshalbeprivatmaus:

  • Das geht mir ähnlich wie dir: Mittelprächtig.


    3ratten


    Einerseits eine grundsätzlich gut geschriebene Story, ein eigentlich interessanter Fall. Andererseits ein Typ als Hauptperson, dessen Arzt erst nach einem halben Jahr merkt, dass sein Patient keine Medikamente nimmt (ich kann ich mir auch nur schwer vorstellen, dass Ehefrauen nach so einem Drama nichts davon merken). Ich mochte Salinger auch nicht sonderlich, aber ich unterstelle ein bisschen, d'Andrea hat das gemacht, damit Salinger besessen genug geschildert werden kann, um sich um das Bletterbach-Massaker kümmern zu können.


    In Sachen Hergang dreht der Autor die Schraube für meine Begriffe ein bisschen zu weit ins Grelle und Wahnsinnige (Salinger & Täter gleichermaßen), was aber verträglich ist, solange man das Buch als ein paar Stunden Hollywood-Unterhaltung haben will. Als das funktioniert es nämlich gut.

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