Was in der DDR gelesen wurde - Ein Lesetagebuch

Bitte achtet auf euch und eure Lieben! Bleibt gesund!

Zum Thema COVID19 darf ab sofort ausschließlich in diesem Thread geschrieben werden!

Es gibt 194 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Anne.

  • Auf Google bin ich auf der Suche nach "DDR-Bücher" auf der 2. Seite auf diesen Fred gestoßen. Obwohl hier ja noch gar nicht sooo viel drin steht. Da habe ich gar nicht mehr dran gedacht - obwohl ich das Thema vor fast genau zwei Jahren gestartet habe.


    Wenn ich Bücher, die in der DDR gelesen wurden, hier per Klappentext oder Buchbeginn vorstellen könnte, wäre das ein Thema, wo ich richtig aktiv sein könnte.

    Ein Leben ohne Bücher? - Unvorstellbar! - Von mir höchstselbst

  • Warum nicht? Hier darf alles vorgestellt werden, was mit Büchern zu tun hat - ich weiß nur nicht, ob du dir hier die ganz große Resonanz erhoffen darfst ;-)

    LG, Dani


    **kein Forums-Support per PN - bei Fragen/Problemen bitte im Hilfebereich melden**

  • ich weiß nur nicht, ob du dir hier die ganz große Resonanz erhoffen darfst

    Bei diesen Büchern geht es mir nicht sooo sehr um Resonanz - wobei ich mich natürlich freue, wenn ein Feedback kommt.

    Es geht viel mehr darum, diese Bücher sichtbar zu machen, da sie immer mehr aus dem Blickfeld verschwinden. Und Literaturschock hat ja auch täglich seine Besucher, von denen vieleicht jemand mal hier reinschaut.


    Ich kann ja mal beginnen und schauen, was kommt.

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  • Beitrag von Avila ()

    Dieser Beitrag wurde vom Autor gelöscht ().
  • Na da bin ich aber gespannt, denn ich stamme aus der ehemaligen DDR:) Mal sehen was du uns so vorstellst.

    &quot; Bücher lesen heißt, wandern gehen in ferne Welten, aus den Stuben , über die Sterne&quot;<br />- Thomas Carlyle

  • Oki doki, dann werde ich ab morgen Abend richtig loslegen. Heute zeige ich euch zum Anfüttern zwei Bücher, die ich kürzlich in den Blog aufgenommen habe. Die Autorin gehört zu den Vergessenen. Nach 1945 wurden einige ihrer Bücher nur in der DDR- neu aufgelegt. Es geht um die polnische Schriftstellerin Eliza Orzeskowa (1842-1910).

    Nach ihrer Scheidung ging es in ihren Romanen um die Unterdrückung intellektueller Frauen durch verständnislose Männer.


    Die Hochwohlgeborenen

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    Klappentext

    In den „Hochwohlgeborenen“ erzählt die polnische Schriftstellerin Eliza Orzeszkowa (1841-1910) eine einfache Geschichte aus dem Volksleben ihrer Heimat – die verschmähte Liebe eines hochbegabten Bauernsohnes zu einem adligen Mädchen. Salusia, eine der liebreizendsten Gestalten der polnischen Literatur, folgt zunächst der Stimme ihres Herzens und wendet sich empört gegen ihre Familie, die sie mit einem reichen Jüngelchen verheiraten will. Wie ein unheildrohendes Verhängnis rückt die Standesheirat näher. Schwankend zwischen dem verlockenden Besitz der Güter, auf denen sie ein sorgenfreies Leben als „Herrin“ führen könnte, und einer Ehe, die ihre Sehnsucht nach Wärme, gegenseitiger Achtung und Liebe stillen würde, verzögert Salusia ihre Entscheidung – bis es zu spät ist. Jerzy aber, dem Salusias Herz bis zuletzt gehört, verkörpert jene Söhne der ehemaligen Leibeigenen, die sich im Bewußtsein ihrer Tüchtigkeit, ihres Bildungsdranges und ihres wachsenden Einflusses vom Dünkel der „Hochwohlgeborenen“ nicht mehr imponieren lassen. Von diesen jungen Intellektuellen und von der Masse der einfachen, urwüchsig gesunden, mißachteten Bauern – nicht aber von den Schlachtschitzen erwartet die Autorin die Wiedergeburt ihrer Nation.



    Verlag der Nation 1978



    Marta

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    Klappentext

    Mit dem kleinen Roman „Marta“ gelang der polnischen Schriftstellerin Eliza Orzeszkowa (1841–1910) vor über hundert Jahren der Durchbruch zu weltweiter literarischer Anerkennung. Die Geschichte der Marta Swicka, die, aus „gutem Hause“ stammend, in der Wärme wohlbehüteter Verhältnisse aufgewachsen, sich plötzlich gezwungen sieht, für sich und ihr Kind einen ermüdenden Kampf um die nackte Existenz zu führen, nahm die Autorin zum Anlass, den Finger auf die unhaltbare Rechtlosigkeit der Frau in der bürgerlichen Gesellschaft zu legen. Mit dem unbestechlichen Blick des Realisten, mit dem sie sich in ihren späteren Werken, wie der „Hexe“ (1885) oder dem „Njemenfischer“ (1888), liebevoll auch der Gestalten des einfachen Volkes annimmt, unterzieht sie die vom Mann bestimmten Konventionen, Klischees und Denkgewohnheiten einer spöttischen Kritik und mißt diese an den hohen Idealen des bürgerlichen Humanismus. Die damals knapp dreißigjährige Schriftstellerin, die heute neben Boleslaw Prus und Henryk Sienkiewicz zu den Begründern des Realismus in der polnischen Prosa zählt, konnte sich dabei auf eigene bittere Erfahrungen berufen, die sie sammeln musste, ehe sie in ihrer Heimat als bedeutendste Autorin des 19. Jahrhunderts gefeiert wurde.

    Verlag der Nation 1990

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  • Na da bin ich aber gespannt, denn ich stamme aus der ehemaligen DDR:) Mal sehen was du uns so vorstellst.

    Ich bin ebenfalls gespannt (bin allerdings nicht aus der ehemaligen DDR).

    Früherer Nutzername "Alexa" :)

  • Krimizeit


    Eine Reihe, die ich bisher noch nicht kannte: K


    Georges Simenon: Drei Fälle aus dem Leben des Kommissars Maigret


    Ein Mann mit Hut und Pfeife, zur Fülle neigend, Calvados, Pernod, Weißwein und Bier nicht verachtend, kindlich verliebt in einen eisernen Ofen, den er sogar in sein neues Büro einbauen läßt, bisweilen schrullig wirkend, aber jederzeit bedächtig, kühl überlegend, sich in jegliches Millieu hineinarbeitend: das ist Jules Maigret - Kommissar Jules Maigret, den sein geistiger Vater Georges Simenon (geb. 1903 in Lüttich) am 15. April 1913 die kriminalistische Szene in Paris betreten ließ. Bis 1973 war er ihr ungekrönter König, dessen Ruf in alle Winkel Frankreichs und bis ins fernste Ausland drang. Er war der Held von 85 Büchern, die als "Maigrets" legendäre Kriminalliteratur wurden, und schlüpfte unzählige Male als Film- und Bildschirmfigur in die Gestalt großer Schauspieler wie Jean Gabin, Charles Laughton oder Heinz Rühmann. Die drei in diesem Band vereinten Romane zeichnen bedeutsame Etappen auf dem Weg zu Ruhm und Weltbekanntheit nach:


    Maigrets erste Untersuchung

    Maigret und das Verbrechen in Holland

    Maigret und der Minister


    Verlag Volk und Welt Berlin

    K-Reihe


    Georges Simenon: Dreimal Beifall für Maigret

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    Können Sie sich Kommissar Maigret ohne Pfeife vorstellen? Oder gar, dass ihm die Lieblingspfeife gestohlen wird? Nun, wenn Sie die drei in diesem Band vereinten Titel


    Maigrets Pfeife

    Maigret und der Mann auf der Bank

    Maigret, Lognon und die Gangster


    gelesen haben, werden Sie wissen, dass dem Helden aus 85 Kriminalromanen und -erzählungen des Belgiers Georges Simenon (geb. 1903) nichts Menschliches fremd ist. Wie er jedoch mit Tatkraft und Beharrlichkeit, Einfühlungsvermögen und Kombinationsgabe seine "Fälle" löst und so Bei"fall" herausfordert, zeigt dieser dritte Band unserer Maigret-Serie, in der bereits "Drei Fälle aus dem Leben des Kommissars Maigret" und "Drei Zufälle im Leben des Kommissars Maigret" erschienen sind.


    Verlag Volk und Welt Berlin

    K-Reihe



    Georges Simenon: Kommissar Maigret und die Frauen

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    Kommissar Maigret ist weltbekannt als ein Kriminalist der besonderen Art. Den kaum zu zählenden Tätern, Zeugen und Betroffenen lässt er nicht nur Bier und Sandwiches bringen, er begegnet ihnen auch mit einer einfühlsamen Art, die bisweilen an einen Seelenarzt denken lässt. Wenn aber die Opfer, Verdächtigen und Aussagefähigen Frauen sind, macht sich eine merkwürdige Unsicherheit, ja Befangenheit bei ihm bemerkbar. Doch auch sie verhalten sich ihm gegenüber meistens anders, als er es von seinen Geschlechtsgenossen gewohnt ist. Wer hier etwas Falsches ins Spiel bringt - und weshalb -, darum geht es dem belgischen Erfolgsautor Georges Simenon (geb. 1903) in


    Maigret und das Dienstmädchen

    Maigret und die alte Dame

    Mademoiselle Berthe und ihr Geliebter,


    die als vierter Volk-und-Welt-Sammelband seiner Kriminalprosa zusammengefasst sind.


    Verlag Volk und Welt Berlin

    K-Reihe

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  • Ist es so recht? Drei Bücher in einem Beitrag? Oder sollte ich besser pro Beitrag ein Buch machen? Immer passen sie ja auch thematisch nicht zusammen.

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  • Die Maigrets passen gut in einen Beitrag, finde ich. Schließlich sind sie Teil einer Reihe.

    Es kommt darauf an, wie du dein Leben mit Leben füllst.

  • Ja, bei den Maigrets hat es gepasst. Aber immer passt es halt nicht. Ich werde mal schaun. Kommt auch drauf an, wie lang die Klappentexte sind. Die können manchmal ganz umfangreich sein.


    In der Regel dürft ihr euch morgens und abends auf jeweils drei Bücher freuen :)

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  • Die Reihe Erkundungen erschien seit 1966 im Verlag Volk und Welt Berlin. Bis 1996 erschienen 64 Titel - ausnahmslos Sammelbände, die Erzählungen von Autoren eines Landes oder einer Region enthalten. Im Anhang der Bücher gibt es Kurzbiografien der Autoren.

    Viele Titel wurden mehrfach aufgelegt; von einigen gab es später Folgebände. 1996 wurde mit 20 Erzähler aus der englischsprachigen Karibik der letzte Titel zusammengestellt. Die Buchreihe ist abgeschlossen, da der Verlag Volk und Welt Berlin im Jahre 2001 liquidiert wurde.


    Rudolf Kähler: Erkundungen – 19 norwegische Erzähler

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    Die Klischeevorstellung von Norwegen: malerische Fjorde, majestätische Höhenzüge, einsame Täler und – nicht zu vergessen – Wohlstand, dessen Nimbus die skandinavische Halbinsel noch immer umgibt.

    Ganz anders das Norwegen-Bild, das diese in den letzten zehn Jahren entstandenen Erzählungen vermitteln. Nicht etwa Elend, Armut, Not. Aber doch Kontaktlosigkeit, Leere, Unsicherheit und Angst – die konkrete Angst vor dem morgigen Tag und die nicht recht definierbare, alles erfassende. Sie bestimmt den Alltag vor allem des Mittelstandes, und sie trifft die Jungen wie die Alten. Daneben wie überall auf der Welt: Liebe, Freundschaft und privates Glück. Doch auch das unter dem Druck derselben Bedingungen. Auskunft darüber erteilen neunzehn norwegische Autoren – renommierte Erzähler wie Øivind Bolstad, Johan Borgen und Torborg Nedreaas, aber auch jüngere und junge, bisher kaum oder nur wenig in Erscheinung getretene Prosaisten. Ihre Geschichten, ob nun aufwühlend und erschreckend, ob spritzig-ironisch oder voll böser Satire, sie alle, auch die ins Absurde hinüberreichenden Texte, entsprechen der literarischen Situation des Landes, die ein Spiegel seiner gesellschaftlichen Wirklichkeit ist.



    Renate Bauwe-Radna: Erkundungen: 20 mongolische Erzählungen


    Mit diesem Sammelband mongolischer Kurzprosa, dessen Beiträge zwischen 1929 und 1972 entstanden, wird eine bisher völlig unbekannte Literaturlandschaft erschlossen. Siebzehn Schriftsteller berichten von der bewegten historischen Vergangenheit ihres Volkes, vom Kampf gegen fremde Eroberer und von der Revolution, die die nationale und soziale Befreiung brachte, von Not und Leid im Krieg und vom heutigen Alltag mit seinen kleinen und großen Problemen. Aber sie greifen auch Motive und Legenden aus der Folklore auf, die, über viele Generationen mündlich überliefert, nach wie vor lebendig sind. Und immer wieder bringen sie die innigen Beziehungen des Mongolen zur Natur, zu den Tieren und Pflanzen, zur Landschaft ins Bild, für die sie schöne und eigenartige, den Leser anrührende Vergleiche finden.

    So leben die Traditionen fort, die ein anonymer Verfasser im 13. Jahrhundert mit dem ersten Denkmal der mongolischen Literatur begründete: Der „Geheimen Geschichte der Mongolen“, von der ein Gelehrter sagte, daß „der Duft von tausend Steppenblumen aus ihr aufsteigt“. Die moderne mongolische Prosa, historisch-realistisch, gesellschaftskritisch und aufklärerisch in ihrem Anliegen, hat sich diesen Duft der Steppenblumen bewahrt.


    Bernd Schirmer: Erkundungen – 22 algerische Erzähler

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    Die algerische Literatur – noch vor wenigen Jahrzehnten für den europäischen Leser kaum ein Begriff – kann heute bereits auf eine literarische Tradition verweisen, deren Originalität und Ausdruckskraft so bedeutende Schriftsteller wie Mohammed Dib, Mouloud Feraoun, Kateb Yacine oder Mouloud Mammeri bezeugen.Aber nicht nur ihre Namen tauchen in dem vorliegenden Band auf: als erste derartige Anthologie in deutscher Sprache stellen diese „Erkundungen“ eine große Zahl junger, kaum bekannter algerischer Autoren, darunter auch einige Vertreter der in allerneuester Zeit entstandenen, arabisch geschriebenen Prosa vor. Die vorwiegend in den letzten zehn Jahren verfaßten Kurzgeschichten, Novellen und Skizzen führen mitten hinein in die dynamische, kontrastreiche Wirklichkeit des jungen algerischen Nationalstaates. Ob sie die tragisch-heroischen Ereignisse des Unabhängigkeitskampfes in bewegenden Bildern heraufholen und in spannungsvolle Beziehung zur Gegenwart setzen, ob sie vom harten Aufeinanderprall uralter Traditionen mit der sich neu herausbildenden Realität oder vom komplizierten Aufbruch aus sozialer, geistiger und moralischer Rückständigkeit berichten – in jedem Fall sprengen die Erzählungen die einseitige Vorstellung vom exotischen Land unterm Halbmond und lenken den Blick auf die tatsächlichen gesellschaftlichen und individuellen Probleme, vor deren Lösung Algerien heute steht.

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  • Alfred Antkowiak: El Dorado - Die Suche nach dem Goldland

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    Wie häufig sind auch hier die Legenden älter als die realen Erfahrungen: Christoph Kolumbus glaubte am 10. Oktober 1492 den insularen Vorposten eines schier unermeßlich reichen Landes betreten zu haben. In seiner Namensgebung Westindien verband sich die Bestätigung der geographischen Hypothese von der Kugelgestalt der Erde mit der Überzeugung, endlich jenen Weltteil gefunden zu haben, dessen Märchenkunde seit Marco Polos Zeiten in den europäischen Hirnen spukte. Der Grund für diese Faszination war so einfach wie folgenreich. In die Morgendämmerung des Kapitalismus spielte der Glanz des Goldes hinein, und es war eben Kolumbus, der fand, Gold sei "ein wunderbares Ding! Wer dasselbe besitzt, ist Herr von allem, was er wünscht. Durch Gold kann man sogar Seelen in das Paradies gelangen lassen." Gerüchte von perlenübersäten Strangen und von Städten aus purem Gold im Innern der Inseln und vom Goldkönig El Dorado erhitzten dann auch die Gemüter von großen und kleinen Abenteurern. Die großen, wie die spanischen Könige und das berühmte Augsburger Bankhaus der Welser, blieben in Europa, gaben das Geld und hofften auf vielfachen Gewinn, die kleineren und kleinen zogen in die neuentdeckten oder noch zu entdeckenden Länder und betrieben dort einen grausamen Kolonialismus. Manchmal war die Ausbeute ungeheuer, wie bei Cortéz in Mexiko und Pizarro in Peru, meistens aber zerrieben sich die beutehungrigen Expeditionen auf ihren endlos langen Märschen in das Innere Südamerikas oder während ihrer abenteuerlichen Fahrten auf dem Flußmeer des Amazonas. Freilich wäre dies alles nur ein kleines Kapitel in der Geschichte menschlicher Abenteuer, wenn damals, in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts, nicht die Unterdrückung eines ganzen Erdteils begonnen hätte, deren Folgen bis in unsere Tage reichen. Die Konquistadoren, die alle unter der Schirmherrschaft der allerchristlichsten spanischen Krone und des alleinseligmachenden Glaubens standen, exportierten, auch dies auf skrupelloseste Weise, die Ausbeutungsmechanismen gerade der Gesellschaftsformation, die in Europa immer ohnmächtiger wurde, nicht zuletzt als Folge der kolonialen Expansionen: der Feudalismus. Auch hier war die Absicht klar: Wenn der Reichtum nicht einfach aufgesammelt werden konnte, so sollte er wenigstens durch die Ausbeutung der Urbevölkerung gewonnen werden.


    Alfred Antkowiak hat diese brutale und folgenreiche Periode der Weltgeschichte exemplarisch behandelt. In seiner Darstellung der Eroberungszüge, die vom heutigen Venezuela, der mit schwerem Gold gekauften Welserprovinz, ausgingen oder auf den Wassern des Amazonas nach der sagenhaften Goldstadt Manoa zu gelangen trachteten, wird der Widersinn eines fanatisierten Kolonialismus sichtbar. Der Leser wird in packenden Erzählhandlungen mit den Kämpfen der Eroberer gegen die Urbevölkerung und der Konquistadoren untereinander konfrontiert. In acht "Ortsbesichtigungen" werden die Einzelstücke in die Historischen Zusammenhänge gestellt, wodurch der Leser zugleich Einblick in wesentliche Vorgänge in jener Geschichtsepoche erhält, die zum ersten Mal Weltgeschichte war, Geschichte der Unterwerfung der Welt unter den europäischen Feudalismus und Frühkapitalismus. Alfred Antkowiaks Sachbuch " El Dorado - Die Suche nach dem Goldland" ist eine lebendige Geschichtsdarstellung, auch durch die Beifügung zahlreicher zeitgenössischer Bilder und Karten.

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  • Maximilian Wied-Neuwied: Reise nach Brasilien

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    Maximilian Prinz zu Wied-Neuwied hat sich durch sein wissenschaftliches Werk einen hervorragenden Platz in der Reihe jener Forscher erworben, die maßgeblich an der "zweiten Entdeckung" der Neuen Welt beteiligt waren, an der wissenschaftlichen Erkundung und Erschließung des Doppelkontinents. Die Berichte über seine Südamerika- und Nordamerikareisen - das Ergebnis exakt vorbereiteter, von Humboldt inspirierter Forschungsexpeditionen -, die gründliche Schilderung der landeskundlichen, aber auch biologischen, ethnologischen und linguistischen Verhältnisse, seine genauen Beobachtungen des "amerikanischen Menschen" stehen hoch über anderen zeitgenössischen Darstellungen.

    Wied zählt mit zu den ersten Reisenden, die Brasilien im 19. Jahrhundert besuchten. Er wählte als Ziel seiner Forschungen die noch weitgehend unbekannten Urwaldregionen an der Ostküste; dieser Küstenstreifen, der sich von Rio de Janeiro über Esperito Santo bis nach Bahia erstreckt, wurde von ihm erstmals umfassend erkundet. Zu Fuß oder in leichten Booten, in Begleitung einheimischer Führer bereiste er dieses Gebiet. Seine Begegnungen mit den zahlreichen dort lebenden Indianerstämmen, den Camacan, Coroado, Patacho, Puri und besonders den Botokuden - von den Portugiesen wegen der großen Holzscheiben in Lippen und Ohrläppchen so genannt -, die Angaben über Siedlungen und ihre Bewohner, die damalige gewerbliche Produktion, über Handel und Verkehrswege sind von unschätzbarem Wert und haben bis heute nichts von ihrer Bedeutung verloren. Die beigegebenen Illustrationen, nach Wieds Skizzen entstanden, ließen ebenfalls das Werk mit zu einer der erlesenen Kostbarkeiten der älteren Reiseliteratur werden.



    Georg Schweinfurth: Im Herzen von Afrika


    In diesem Jahr jährt sich zum 150. Male der Geburtstag eines Mannes, der bereits achtunddreißigjährig zu den Großen der Afrikaforschung gehörte, als er sein bedeutendstes Werk "Im Herzen von Afrika" schrieb. Dieser Bericht über seine 1868-1871 unternommene Reise wurde zu einem Standardwerk der Entdeckungsliteratur. Er vermittelt eine Fülle von Details, Beobachtungen und Betrachtungen, die ungewöhnlich viel zur Aufhellung der natur-, kultur- und sozialgeschichtlichen Verhältnisse in den besuchten Regionen sowie zur Linguistik und Wirtschaftsgeschichte beitragen. Schweinfurths Expedition in das Bahr-el-Ghasal-Becken im Einzugsgebiet des oberen Nil ging in ihren Ergebnissen weit über das ursprüngliche Ziel hinaus. Seine Erlebnisse unter den Nuer und Mittu, Dinka und Bongo, Asande und Mangbattu sowie dem Pygmäenstamm der Akka, von dem er als erster glaubhaft Kunde nach Europa brachte, stellten eine Sensation dar. Er fand im Gebiet der Nil-Kongo-Wasserscheide geordnete Staatswesen mit mächtigen Herrschern vor, noch bevor sudanesische Kaufleute und Sklavenjäger diese vernichteten. Bereits zehn Jahre später war ein großer Teil der Bevölkerung vertrieben, das Land ausgeraubt. Schweinfurth klagte diese hemmungslose und profitgierige Ausplünderung an, die selbst den Menschen zum gängigen Tauschmittel machte. Seine Darstellung ist von tiefem Humanismus durchdrungen. Die fast poetisch wirkende Sprache, den heutigen Leser etwas altertümlich anmutend, verstärkt den Reiz der Schilderungen noch und weist den Forscher nicht nur als klugen und gründlichen Beobachter aus, sondern auch als humorvollen und glänzenden Schreiber.

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  • Günter Görlich: Das Mädchen und der Junge

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    Der März vergeht, der April beginnt. Wer denkt noch an Schnee.

    Ein Moped ist ein wunderbares Fahrzeug. In der großen Stadt schrumpfen die Entfernungen. Von der Simon-Dach-Straße bis nach Wilhelmsruh ist es nicht weit und von dort aus nur eine kurze Strecke bis zu einem See im Norden, umgeben von Wäldern. Der Junge liebt diese Fahrten - und Katrin liebt den Jungen. Er hat ihr einen Sturzhelm besorgt, der in ihrem Zimmer auf dem Schrank liegt, und wer eintritt, kann ihn nicht übersehen. Mutter kommt hin und wieder. Vater meidet das Zimmer seiner jüngsten Tochter.

    Gabriele hat mit ihrem Bodo zu tun, der sich in ihrer Gunst hält. Oder muß sich Gabriele um seine Gunst bemühen. Das sind Mutters Überlegungen.

    Für Katrin ist vieles anders geworden. In der Schule, das sind viele Stunden am Tag, muß sie ihre Gedanken an den Jungen zurückdrängen.

    Manchmal kommt es ihr vor, als sitze sie allein im vertrauten Klassenzimmer, von allen getrennt durch ein Geheimnis, eine besondere Erfahrung. Sie denkt nicht daran, daß andere ähnliche Erfahrungen haben könnten, zum Beispiel ihre Banknachbarin Marlies...



    Klaus Beuchler: Pirat mit Hindernissen

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    Der Knall ließ die Schindeln des Fischerhauses am Thinsee rasseln. Und der Pirat fuhr aus tiefem Schlaf in den kalten Märztag hinein. Blau zeigt sich das Fenster des Erkerzimmers, denn der Himmel schaute herein. Und der Himmel war wolkenlos. Wie ein Sprung in der Glocke zog sich ein schnurgerader Kondensstreifen hindurch, von einem stählernen Vogel geschrieben, der mit 1,2 Mach durch das azurfarbene Gewölbe strich.

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  • Gerda Rottschalk: "Frühzeit der Menschen"-Reihe


    Das Feuertier

    "Das Feuertier", eine populärwissenschaftliche Erzählung, entwirft ein einprägsames Bild vom Leben einer Urmenschenhorde, der es vor etwa 400.000 Jahren gelang, das Feuer zu zähmen und zu nutzen.

    "Das Feuertier" bildet den Anfang einer Serie populärwissenschaftlicher Erzählungen, die der Kinderbuchverlag herausgibt, um Leser von 9 Jahren an mit der Geschichte der Urgesellschaft bekannt zu machen. Der Kinderbuchverlag will damit dem weitverbreiteten Interesse der jungen Leser an dieser Thematik nachkommen und einen wissenschaftlich fundierten Beitrag zur Vorbereitung des Geschichtsunterrichts im 5. Schuljahr leisten.


    Die Wildpferdjäger

    "Die Wildpferdjäger", eine populärwissenschaftliche Erzählung, entwerfen ein einprägsames Bild einer Sippe von Jägern und Sammlern, die vor etwa 14.000 Jahren im bergigen Vorland der Pyrenäen lebte.


    Die Kinder Sumuts

    "Die Kinder Sumuts", eine populärwissenschaftliche Erzählung, entwirft ein einprägsames Bild zweier Sippen, die zu einem Stamm von Pflanzern und Tierhaltern gehörten und vor etwa 8000 Jahren im nordirakischen Bergland lebten.


    Der Tempelschreiber

    "Der Tempelschreiber", eine populärwissenschaftliche Erzählung, entwirft ein einprägsames Bild der letzten Phase der Urgesellschaft. Priester herrschen über Bauern, Handwerker und Händler. Im Tempel beginnt die Entwicklung der Schrift und des ersten Rechensystems.

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  • Die hätte ich als Kind/junge Jugendliche bestimmt super gerne gelesen..!