04 - Kapitel 15 bis zum Ende

Leserunde mit Judith & Christian Vogt ab 11.10.2019: Wasteland [Postapokalyptische Utopie]
Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

Es gibt 11 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von SABO.

  • Hier könnt Ihr zum vierten und letzten Abschnitt schreiben.


    Spoilermarkierungen sind aufgrund der Seitenbeschränkung nicht vorgesehen.

    Liebe Grüße

    Tabea

  • Gestern Abend bin ich noch fertig geworden. Ich musste einfach wissen wer es nun war.

    Mann habe ich falsch gelegen. Vor allem in Benedict Grame habe ich mich getäuscht. Da habe ich am Anfang des Buches noch gemeint, dass es doch Schade wäre wenn ausgerechnet er umgebracht würde. Dabei war die ganze Zeit er der gemeine Schuft der alle erpresst hat.

    Da waren ein paar seltsame Kleinigkeiten die mir während der Lektüre schon auffielen, ich habe mir aber nichts weiter dabei gedacht.

    Zum Beispiel als Charlotte Grame meinte, Beechley hätte eigentlich gar kein Gefallen an den Streichen die er immer an Weihnachten aufführt. Da habe ich schon gestutzt und mich gefragt, wieso der das dann macht.

    Über Professor Lorring und seine Unlust überhaupt am Weihnachtsfest teilzunehmen haben wir uns ja alle gewundert.

    Auch über die Genervtheit von Rosaling Marsh hatte ich mich gewundert.


    Ein bisschen übertrieben fand ich die Sache mit der Spur des Revolvers in dem Topf, wo der Weihnachtsbaum drin steht. Erkennt man an der Form des Loches dass es sich um den Abdruck eines Revolvers handelt?


    Das Motiv das der Mörder Blaise hatte, nehme ich ihm ab. Geld ist immer ein guter Grund jemanden umzubringen (in Krimis natürlich).

    Mit dem Sternsinger der das Kollier geklaut hatte, hatte ich Recht. Wenigstens eine meiner Theorien stimmte.

    Bei Denys und Roger lag ich ja wohl sowas von daneben. Aber wenn die beiden die Mörder gewesen wären, wäre das auch zu offensichtlich gewesen.

    Lesen ist die schönste Brücke zu meinen Wunschträumen.

  • Sorry Leute...aber ich habe den Schluss nur noch grob überlesen. Das Ganze wirkt auf mich sehr konstruiert.

    Erst mal fand ich es komisch, dass nicht alle Anwesenden in der Mordnacht aussagen müssen. Wirkt doch etwas stümperhaft. Und dann hat Charlotte so laut geschrien, um Brett vor dem Haus zu warnen? Warum hat sie nicht einfach Reisaus genommen? Warum macht Beechley dann Streiche, wenn der keinen Gefallen daran hat?

    Blaise ist der Mörder...ookkaaay. Ich muss gestehen, dass ich mein Interesse an der Auflösung spätestens bei den langatmigen Befragungen im Mittelteil verloren habe.

  • Ich habe den letzten Teil auch nur überflogen. Wie schon im vorherigen Verlauf fand ich die ganze Story sehr langatmig. Das Ende war zugegeben überraschend, kam mir aber sehr konstruiert vor.


    In Grame haben wir uns wohl getäuscht, er ist nicht der sentimentale Alte, für den wir ihn gehalten haben.


    Die Indizien, die Tremaine schließlich aufzählt, um Blaise zu überführen, sind teilweise ein bisschen weit hergeholt, oder?


    Zur Tat selber: Ich bezweifle, dass man eine Waffe so positionieren kann, dass sie durch eine dünne Schnur abgefeuert werden kann und dann auch noch tödlich trifft? Kann ich mir schwer vorstellen.

    Liebe Grüße, Caren

    —————

    Wenn lesen Kalorien verbrennen würde, wäre ich in kürzester Zeit beängstigend dünn.

    —————

    Meine Rezensionen

  • Zur Tat selber: Ich bezweifle, dass man eine Waffe so positionieren kann, dass sie durch eine dünne Schnur abgefeuert werden kann und dann auch noch tödlich trifft? Kann ich mir schwer vorstellen.

    Das habe ich mich auch gefragt, wie das funktionieren soll. Schliesslich muss man ja auch noch zielen....

  • Der überzogen konstruierte Tathergang hat mich nicht gestört. Das kommt öfters in Krimis aus dieser Periode vor. Sogar beim guten alten Columbo bedienten sich Mörder Taktiken, für die man ein abgeschlossenes Harvardstudium benötigt, mit einer PostGrade-Ausbildung in Yale, sehr viel Fantasie und extrem viel Glück.


    Blaises Motiv dagegen war äußerst dünn und kaum überzeugend. Er will seinem Arbeitgeber unter die Erde bringen, damit er dann dessen Opfer erpressen kann? Warum nicht parallel erpressen? Die sind doch von Grame bereis so eingeschüchtert, dass sie widerstandslos zahlen würden. Auch der mühsam als Sternsinger ins Spiel gebrachte Vorbesitzer des Anwesens war zu dick aufgetragen. Warum war er noch mal im Haus? Das hat sich mir nicht ganz erschlossen. Das Diadem wurde ja von Beechley wegen seiner Wettschulden gestohlen, also was wollte Latimer? Wenn Duncan die Person von Blaise und Latimer zusammen gezogen hätte, wäre das Motiv nicht gar so hauchdünn. Hätte sich Latimer Grames Vertrauen erschlichen, indem er sich als Nicolas Blaise ausgibt und sein Privatsekretär wird, ja das hätte gepasst. Auf diese Weise könnte er wieder an sein heiß geliebtes Anwesen kommen (indem er sich das dafür benötigte Geld erpresst, nachdem er seinen Arbeitgeber ermordet hatte). Das ist natürlich auch sehr weit hergeholt, aber doch um einiges stimmiger als die tatsächliche Auflösung.


    Was mir wirklich sauer aufstößt ist das zuckerlrosa Ende für Roger und Denys. Sie bekommen am Schluss sogar noch das posthume Einverständnis für ihre Verbindung. Rainer war zufrieden mit Denys`Wahl, er durfte es nur aufgrund von einem grausamen Spielchens seines sogenannten Freundes nicht zeigen. Also wirklich, das war bei weitem zu viel des Guten.

  • Was mir wirklich sauer aufstößt ist das zuckerlrosa Ende für Roger und Denys. Sie bekommen am Schluss sogar noch das posthume Einverständnis für ihre Verbindung. Rainer war zufrieden mit Denys`Wahl, er durfte es nur aufgrund von einem grausamen Spielchens seines sogenannten Freundes nicht zeigen. Also wirklich, das war bei weitem zu viel des Guten.

    Findest du echt? Am Ende hat es doch gepasst. Grame hatte eine diabolische Freude daran, alle unnötig zu quälen. Grame wusste genau, wie sehr Denys ihm am Herzen liegt. Wenn Grame ihm befiehlt, Roger nicht als Schwiegersohn anzuerkennen, macht er damit gleich drei Menschen unglücklich. Roger, Rainer und Denys.


    Der überzogen konstruierte Tathergang hat mich nicht gestört. Das kommt öfters in Krimis aus dieser Periode vor. Sogar beim guten alten Columbo bedienten sich Mörder Taktiken, für die man ein abgeschlossenes Harvardstudium benötigt, mit einer PostGrade-Ausbildung in Yale, sehr viel Fantasie und extrem viel Glück.

    Das stimmt allerdings. Das war einer dieser total typischen bekloppten Pläne die in echt so, niemals funktionieren würden. Deswegen gefallen mir alte Krimis auch so gut. Egal in welche Richtung man denkt, den wahren Mörder findet man nie heraus.


    Und dann hat Charlotte so laut geschrien, um Brett vor dem Haus zu warnen? Warum hat sie nicht einfach Reisaus genommen?

    Sie wollte in dieser Nacht mit Brett durchbrennen, deswegen war Brett überhaupt da. Wäre sie doch abgehauen, hätte man sie doch sofort für den Täter gehalten. Und Brett ebenfalls.


    Warum macht Beechley dann Streiche, wenn der keinen Gefallen daran hat?

    Na, Grame hat Beechley doch erpresst, wie alle anderen auch. Grame hat Beechley gezwungen diese erniedrigenden Streiche zu spielen.

    Lesen ist die schönste Brücke zu meinen Wunschträumen.

  • Findest du echt?

    Ja, schon. Ich gönne den beiden ja ihr Happily Ever After, aber kann der gute Rainer nicht einfach nur eifersüchtig gewesen sein? Angst gehabt haben, dass er sein geliebtes Kind verlieren könnte und noch Anpassungsschwierigkeiten?


    Vielleicht ging mir aber auch nur Mordecais Getue um die beiden auf die Nerven - er hat von Anfang an Denys als mögliche Mörderin ausgeschlossen, weil sie jung, gutaussehend, fröhlich und schwer verliebt war. Das hatte nichts mehr mit Menschenkenntnis zu tun. Denys wurde als Verdächtige von ihm ausgeschlossen, weil sie unbedingt der Prototyp des unschuldigen naiven Mädchens bleiben musste.

  • Findest du echt?

    Ja, schon. Ich gönne den beiden ja ihr Happily Ever After, aber kann der gute Rainer nicht einfach nur eifersüchtig gewesen sein? Angst gehabt haben, dass er sein geliebtes Kind verlieren könnte und noch Anpassungsschwierigkeiten?

    Auf Eifersucht habe ich da auch am Anfang getippt. Aber Grames Schwester räumte ja diesen Verdacht aus.

    Charlotte Grame sagte noch das Roger und Rainer sich am Anfang sehr gut leiden konnten. Das Rainer Roger dann aber plötzlich abgelehnt hatte, niemand wüsste warum. Am Ende sagt Blaise, Grame hätte Rainer gezwungen, Roger abzulehnen. Oder kam das von Tremaine?


    Ich habe das Happy End gar nicht als solches wahr genommen, dazu hörte die Geschichte zu plötzlich auf. Blaise springt aus dem Fenster, entgeht so seiner Strafe und Aus. Einen Epilog habe ich da ein wenig vermisst.

    Lesen ist die schönste Brücke zu meinen Wunschträumen.


  • Vielleicht ging mir aber auch nur Mordecais Getue um die beiden auf die Nerven - er hat von Anfang an Denys als mögliche Mörderin ausgeschlossen, weil sie jung, gutaussehend, fröhlich und schwer verliebt war. Das hatte nichts mehr mit Menschenkenntnis zu tun. Denys wurde als Verdächtige von ihm ausgeschlossen, weil sie unbedingt der Prototyp des unschuldigen naiven Mädchens bleiben musste.

    Das war auch etwas, was mir sauer aufgestossen ist. Das heisst indirekt...oder direkt?...wenn jemand gut aussieht, jung ist und nett lächelt, kann er oder sie kein Mörder sein? Was ist denn das für ein Ermittler?

  • Was ich auch nicht verstanden habe - warum war Grame so fröhlich? In seinem Haus ist ein Mord passiert und der Mörder könnte es auf ihn abgesehen haben. Dadurch dass die Geschenke verschwunden sind, entfällt sein geliebtes Erpressungs-Spielchen. Warum also ist er so gut drauf?

    Liebe Grüße, Caren

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    Wenn lesen Kalorien verbrennen würde, wäre ich in kürzester Zeit beängstigend dünn.

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    Meine Rezensionen

  • Ein ehemaliger Tabakhändler, der Sherlock Holmes spielt und sich aufführt, wie ein Möchtegern-Poirot. Er hat es sich ganz schön "raushängen" lassen, obwohl ich nicht wirklich weiß, worauf er sich was einbildet. Das alle vor ihm kuschen?

    In diesem Roman gibt es viele Egozentriker, aber er steht ganz oben.

    Ich kann ihn einfach nicht leiden, in diesem Roman fehlte ganz klar ein Sympathieträger, Der Autor hat es geschafft alle Frauen in einem negativen Licht wirken zu lassen - meine persönliche Meinung jetzt. Entweder waren sie verblichene Schönheiten, weil schon in einem gewissen Alter, notgeile lustige Witwen oder ängstliche Neurotikerinnen. Die Männer alle schlechtgelaunt, ablehnend, nichtssagend oder/und bösartig.


    Was das mit der "Nichte" auf sich hatte, fand ich jetzt auch nicht so schlüssig oder warum ihr Verlobter so unwillkommen war.

    Liegts am Roman oder an meinem Gedächtnis, als ich das eben schrieb, musste ich erst überlegen "Wer war noch mal der Mörder und warum?" Dies hatte ich wohl verdrängt, weil mein erster Impuls war, den Sekretär für künftige Taten zu verdächtigen. (seit dem Brief, das war schon ein seltsames Postskriptum)


    Ja, der Roman wurde ausgegraben,aber leider nicht abgestaubt.

    War das damals eigentlich ein Bestseller?