HP4: Abschnitt 2: S.102 (Kapitel: Die Quidditch-Weltmeisterschaft) bis S.202

Leserunde mit Judith & Christian Vogt ab 11.10.2019: Wasteland [Postapokalyptische Utopie]
Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

Es gibt 54 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Avila.

  • An sich ist es ja auch vollkommen legitim, dass die Frau zu Hause bleibt, während ihr Mann arbeitet. Was mich eher stört, ist das Missverhältnis von arbeitenden Frauen und Männern. Wenn wir mal überlegen, dann haben wir bisher nur männliche Mitarbeiter in der Führungsebene des Ministerium kennen gelernt: Fudge, Crouch, Diggory, Weasley, Bagman. Unser Schuldirektor ist ein Mann.


    Und ... (Spoiler bis Band 6!)


    Immerhin ist das Verhältnis der Lehrer relativ ausgeglichen, auch wenn wir bei genauerem zählen mit all den DA-Lehrern auf mehr männliches Personal kommen. (Und natürlich ist die Krankenschwester eine Frau!) Aber immerhin sind die Bücher auch schon über zehn bis zwanzig Jahre alt, wo solche Debatten noch nicht sonderlich populär geführt worden und Rowling die magische Welt so abbildet, wie sie die ihre auch wahrnimmt.

  • Aurian Tatsache. Und ich finde es fällt auf, je neuer die Bücher werden, desto differenzierter werden die Frauenfiguren trotzdem. Sie hat mal in einem Interview gesagt, das sie versucht hat, so viele verschiedene Frauenfiguren darzustellen. Also das es eben auch eine starke Mutter geben sollte. Und wer Mrs. Weasley unterschätzt ist eh selbst schuld :err: Und ich finde schon das ihr das gelingt. Andererseits finde ich auch, das man Rowling sehr wohl einiges vorwerfen kann, nicht nur was die Repräsentation von Frauen angeht, sondern auch allgemein. Das ist bei Fantastische Tierwesen Teil 1 finde ich besser. Da gibt es im amerikanischen Zauberreiministerium eine Frau an der Spitze.


    Ich finde das sie sich immer wieder nicht klar positioniert hat in ihren Büchern. Einerseits ist Hermione so geschrieben, das sie nicht zwangsweise weiß sein muss, andererseits? Warum hat sie sie nicht einfach als schwarzes Mädchen beschrieben? Auch was Homosexualität angeht, positioniert sie sich immer nie eindeutig. Ich finde da passt einiges nicht so ganz zusammen, mit dem, was sie in der Öffentlichkeit schon gesagt hat. Siehe auch Dumbledore in den neuen Filmen.

  • Gerade wenn wir uns Phantastische Tierwesen anschauen, fällt auf, wie viel "moderner" dort alles ist, obwohl es zeitlich weiter zurückliegt. Deswegen meinte ich auch, dass die Bücher halt auch irgendwie schon alt sind. (Und zugegebenermaßen ich mich auch einfach weiter entwickelt habe, was das angeht. ;) ) Ich könnte mir vorstellen, dass Rowling die Figuren heute teilweise nochmal ein wenig anders zeichnen würde.


    Ich spiele ja "Hogwarts Mystery" als App-Spiel und da ist auch alles schon viel moderner aufbereitet. Wir haben einen schwarzen Mitschüler und bald lerne ich noch eine Mitschülerin mit Kopftuch kennen. Gerade bereite ich mich auf einen Ball vor und mein weiblicher Avatar kann sich ein Date aussuchen: Junge oder Mädchen? Ganz nach meinem Gusto.

  • Das habe ich mich auch gefragt und fand ich seltsam. Das sind immer so kleine Sachen, die mich mittlerweile stören: Mrs. Weasley, die wie selbstverständlich die Hausfrau spielt und noch nicht mal zu großen Sportereignissen mitkommt und Mr. Weasley, der rund um die Uhr arbeitet.

    Für mich persönlich war das irgendwie nicht schlüssig. Selbst wenn Mrs. Weasley Hausfrau mit allem drum und dran ist, kann ich sie mir bestens vorstellen, wie sie bei der Quidditch-WM mitsamt Fan-Schal mitfiebert. Ich meine, das ist ein Ereignis mit Zauberern aus der ganzen Welt - wer lässt sich das entgehen?

    Außerdem hat Arthur ja nicht nur seine Kinder, sondern auch Harry und Hermine mit für die er verantwortlich ist. Wenn man sich das im realen Leben vorstellt - ich denke da hat man nichts gegen eine zusätzliche Aufsichtsperson. Molly sorgt sich auch immer sehr um alle, ich denke sie würde sich wohler fühlen wenn sie dabei wäre und sichergehen kann, dass es allen gut geht. Dazu kommt, dass nicht nur Arthur dort viele Leute treffen kann, sondern bestimmt auch Molly Freunde/alte Freunde/Schulkollegen etc. wiedertreffen könnte.

    Ich fand es immer schade, dass sie nicht dabei war.

  • Avila Zum Harry Potter Spiel: ich war grad auf dem Sternenball :breitgrins: Und mir fiel das auch sehr positiv auf. Ich hab mich dann aber für einen Jungen entschieden. Aber das liegt daran das er meine Lieblingsnebenfigur ist :breitgrins: Barnaby Lee guckt immer so schön grummelig :err:

    Ich denke auch das Rowling an einigen Stellen Dinge anders schreiben würde. Und wenn man sich das allgemein anschaut, finde ich die Bücher schon sehr modern im Entschehungskontext betrachtet. Immerhin hat sie ja das Schreiben schon lange vor 1997 angefangen.

  • Avila schön, dass das nicht nur ich so sehe.

    Puh, man stelle sich nur mal vor mit dieser Rasselbande auf so einer unfassbar großen Veranstaltung. Ich hätte permanent Panik eins der Kinder zu verlieren.

    Was mich eher stört, ist das Missverhältnis von arbeitenden Frauen und Männern.

    Das sind so Dinge, die einem bei mehrmaligen Lesen noch mehr auffallen. Insbesondere in den Führungspositionen sind fast ausschließlich Männer zu finden.

    Dass JKR auch eine starke Mutterfigur zeigen wollte ist ja vollkommen in Ordnung. Aber die eine oder andere arbeitende Ehefrau und Mutter wäre auch interessant. Selbst in kleinen Aussagen kommt die Geschlechterverteilung rüber - Dracos Vater ist für die "Geschäfte" zuständig, Narzissa schickt Pakete mit Keksen.

    Wäre interessant wie JKR das Ganze heute schreiben würde.

    Ich finde das sie sich immer wieder nicht klar positioniert hat in ihren Büchern. Einerseits ist Hermione so geschrieben, das sie nicht zwangsweise weiß sein muss, andererseits? Warum hat sie sie nicht einfach als schwarzes Mädchen beschrieben? Auch was Homosexualität angeht, positioniert sie sich immer nie eindeutig. Ich finde da passt einiges nicht so ganz zusammen, mit dem, was sie in der Öffentlichkeit schon gesagt hat. Siehe auch Dumbledore in den neuen Filmen.

    Das sehe ich genauso. Das hat mich irgendwie irritiert. Dazu muss ich sagen, dass ich nicht allzu viel verfolge, was Zusatzinformationen oder Interviews angeht. Allgemein auf Bücher bezogen, weil ich mir nie sicher ob ich mehr erfahren möchte als im Buch steht.

    Die Diskussion um Hermines Hautfarbe habe ich nur am Rande mitbekommen. Ausgelöst wurde das wenn ich mich recht erinnere durch dieses Theaterstück oder? Da hatte ich irgendwie den Eindruck JKR springt auf die Diversität-Diskussion auf und ist begeistert von Hermine als schwarzes Mädchen. Wie du Holden sagst, ja wieso hat sie sie nicht einfach als schwarzes Mädchen beschrieben?

    Ich hab da aber zu wenig Information ob es eigentlich Absicht war, dass sie das nicht eindeutig erwähnt hat, oder schlicht und einfach Zufall.

    Beim Thema Homosexualität stimme ich vollkommen zu. Auch das habe ich nur am Rande mitbekommen, aber es wirkt auf mich irgendwie halbherzig. Wenn sie sich da eindeutig positionieren wollte, hätte sie schon längst Möglichkeiten dafür gehabt.

    Auch im Allgemeinen in den Büchern - beim Weihnachtsball ist es zum Beispiel ganz selbstverständlich, dass jeder Junge sich eine PARTNERIN auswählt.

  • Hier sind noch zwei Stellen ganz am Anfang dieses Abschnitts, die ich einfach herrlich finde:

    Die Werbespots vor Beginn der Quidditchweltmeisterschaft. Da gibt es einen für Zauberermode: "London, Paris, Hogsmeade!" :elch:


    Und dann der bulgarische Zaubereiminister, der anscheinend kein Englisch verstand, so dass Fudge die ganze Zeit mühsam mit ihm radebrechen musste, bis sich dann viel später rausstellte, dass er doch Englisch konnte und bloß nichts gesagt hatte, weil er das alles "serr lustik" fand! :lol:


    Schön finde ich auch ein Stück weiter, wie Amos Diggory Arthur Weasley von dem Zwischenfall bei Mad Eye Moody erzählt, der so laut war, dass die Muggel die "Blitzisten" gerufen haben. :breitgrins: Weiß grade jemand, wie die Blitzisten im englischen Original heißen?

  • Alice Das klingt, als ob ein ganz kleines Kind versucht "policemen" auszusprechen. Sehr süß<3

    I'm young enough to still see the passionate girl that I sued to be. But I'm old enough to say I got a good look at the other side.