Joanne M. Harris - The Blue Salt Road

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Es gibt 3 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Valentine.

  • Joanne M. Harris - The Blue Salt Road


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    Passion drew him into a new world and trickery has kept him there.


    Man erzählt sich Geschichten von Robben, die ihr Fell ablegen können, wenn sie an Land kommen wollen und dann als wunderschöne Menschen erscheinen. Man erzählt sich, dass fünf Tränen, dem Meer gegeben, ausreichen, damit ein Selkie erscheint. Man erzählt sich, dass ein Selkie seine Erinnerungen verliert und an Land gefangen werden kann, wenn sein Fell weggesperrt wird.


    Viel mehr will ich von der Handlung gar nicht verraten. Während einige Geschehnisse vorhersehbar sind, was aber eher zur Spannung beiträgt, weicht Harris an einigen Stellen von den Erwartungen ab. Und auch gerade in den Details lebt die Geschichte, bei einigen Szenen konnte ich nur mitleidig oder entsetzt zusammenzucken.

    Das Ende war zwar nicht unbedingt das, was ich erwartet hatte, es passt aber andererseits sehr gut zum Thema.


    In diesem Band wirkt die Sprache auch noch etwas härter, kälter, passend zum Thema der kalten, wilden See, der titelgebenden Blue Salt Road.

    Auch auf den Erzählstil musste ich mich erst einlassen, weil wir keine klaren Erzälperspektiven haben, sondern wir, eigentlich ja sogar märchentypischer, von Figur zu Figur springen, je nach Bedarf.


    Zitat

    And so we forgot the voice of the sea, and learned to walk on land, and to pretend we were more than animals. (p.20f)



    Die Illustrationen sind wie erwartet und erhofft wieder wunderschön, da mache ich gern ein bisschen Werbung für die Künstlerin Bonnie Helen Hawkins.

    Jedem Teil ist ein Ausschnitt aus der Child Ballad #113 vorangestellt, was die ganze Novelle wunderbar abrundet.


    4ratten


    Ich hoffen jedenfalls, dass Harris diese Novellenreihe fortführt. Material dafür hätte sie sicher, da sie sich die Child Ballads als Basis nimmt, sie dann aber etwas uminterpretiert, auf den Kopf stellt etc. Um es mit ihren Worten zu sagen:

    Zitat

    I think this was why I first began wanting to use them in a different way - to reclaim them, gender-flip them, reinvent the stories to suit a different and more hopeful time...

    Falls übrigens noch jemand (wie ich) davon noch nie gehört haben sollte: Das ist eine Sammlung von 305 traditionellen Ballanden aus England und Schottland, die inhaltlich sowie stilistisch eine große Bandbreite haben und von historischen Ereignissen bis zu Märchen reichen.


    Even when reading is impossible, the presence of books acquired produces such an ecstasy that the buying of more books than one can read is nothing less than the soul reaching towards infinity... - We cherish books even if unread, their mere presence exudes comfort, their ready access reassurance.

  • Das hört sich wunderschön an, kommt auf meinen Merkzettel. Schade, dass es das nicht auf deutsch zu geben scheint, das wäre sonst auch was für Herrn Valentine.


    Frau Harris mag ich eh - sowohl die meisten ihrer Frankreichromane mit kulinarischem Einschlag als auch ihre herrlichen Kochbücher, die es leider nicht auf deutsch gibt.


    Alleine schon das Cover gefällt mir auch sehr, und danke für den Link zur Illustratorin. Schöne Zeichnungen.

    The west-winds blow, and, singing low,
    I hear the glad streams run;
    The windows of my soul I throw
    Wide open to the sun.

    (John Greenleaf Whittier)




  • Wobei das Buch auch erst Ende letzten Jahres erschienen ist, vielleicht wird das ja noch übersetzt.

    Ich kann ja mal die Augen offen halten - zumal ich schon gespannt bin, ob weitere Bücher dieser "Reihe" rauskommen.

    Even when reading is impossible, the presence of books acquired produces such an ecstasy that the buying of more books than one can read is nothing less than the soul reaching towards infinity... - We cherish books even if unread, their mere presence exudes comfort, their ready access reassurance.

  • Oh, das wäre toll! Ich schau mich natürlich auch selbst um - aber vier Augen sehen mehr als zwei ;)

    The west-winds blow, and, singing low,
    I hear the glad streams run;
    The windows of my soul I throw
    Wide open to the sun.

    (John Greenleaf Whittier)