Ben Aaronovitch - Lies Sleeping/Die Glocke von Whitechapel (Flüsse von London 7)

Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

Es gibt 2 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Vandam.

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    Am 19. Juli 2019 erscheint Lies Sleeping auf dem Deutschen Markt unter dem Titel "Die Glocke von Whitechapel"


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    Was habe ich Lies Sleeping sehnsüchtig erwartet. Ich liebe diese Buchreihe und habe jeden Titel bereits mehrfach gelesen. Band 7 habe ich dann im November in London im Waterstones Picadilly erstanden. Abends, halb 10. Diese Ausgabe war sogar signiert (ist sie auch immer noch) und die Kassiererin war eine Deutsche xD


    Hach... aber wie immer musste ich erst nochmal die komplette Reihe lesen, bevor ich mir den neuesten Band genüsslich einverleiben konnte. Also bin ich in ungefähr 2 Wochen durch die 6 bisherigen Bände plus der Novelle plus die Comics und das Hörbuch "A book of cunning device" gerauscht und habe Band 7 dann in 24 Stunden verschlungen.


    Für alle Fans der Reihe ist dieser Band schon was großes. So ungefähr jede der bisherigen Figuren kommt darin vor (außer vielleicht Jaget Kumar :/:/ ja, ich glaub, Jaget war nicht dabei).


    Die Handlung um den Faceless Man (den gesichtslosen Magier) wird abgeschlossen. Wir erfahren mehr darüber, warum XYZ (ich will nicht verraten wer, weil es ja durchaus Leute gibt, die die bisherigen Bände oder zumindest Der Böse Ort noch nicht gelesen haben) mit ihm zusammenarbeitet. Und Mr. Punch taucht auch mal wieder auf. DAS war dann aber schon so richtig, mächtig grandios. Ein Showdown vom feinsten. Nightingale zeigt übrigens auch mal so richtig, was er drauf hat und da war nicht nur Peter beeindruckt. Badass, sag ich nur, totally badass. Und das alles mit Stil. Hach.


    Das Ende lieferte dann noch eine kleine Überraschung und wird wohl nicht nur für Peter sondern auch für die Leser der Reihe neue Herausforderungen bereithalten.


    Alles wieder in typischem Peter Grant-Humor geschrieben. Erneut viel Geschichte und viel Ortswissen. Ich liebe diese Reihe und ich kann seit Band 1 nicht mehr objektiv sein.


    Fazit: Meines Erachtens der beste Band der Reihe und ein wahrer Genuss für uns eingefleischte Fans.


    5ratten


    PS: Der Klappentext der Deutschen Übersetzung verrät nicht ansatzweise so viel über die vorherigen Bände, wie es der der englischen Ausgabe tut. Wer also die Reihe noch nicht kennt bzw. nur bis Ein Wispern unter Baker Street gelesen hat, sollte es tunlichts vermeiden, den englischen Klappentext zu lesen. Der spoilert nicht nur das Ende von Der Böse Ort sondern verrät auch gleich noch mit die Identität des gesichtslosen Magiers, die ja erst in Der Galgen von Tyburn bekannt wird.

    ~~ noli timere messorem ~~

  • Valentine

    Hat den Titel des Themas von „Ben Aaronovitch - Lies Sleeping (7. Band der Flüsse von London)“ zu „Ben Aaronovitch - Lies Sleeping/Die Glocke von Whitechapel (Flüsse von London 7)“ geändert.
  • Ich glaube, irgendwann muss ich diesen Teil noch einmal lesen bzw. hören. Ich habe das Hörbuch kurz vor Weihnachten gehört und da war gerade sehr viel los, so dass ich mich irgendwie nicht so ganz auf das Buch einlassen konnte. Da können natürlich weder Peter noch Ben Aaronovitch etwas dafür.


    Einerseits finde ich es nur richtig, dass die Handlung um den Faceless Man nun abgeschlossen wird, damit das ganze nicht unglaubwürdig wird. Andererseits hat mir in diesem Buch irgendwie der typische "case of the week" gefehlt. Auch muss ich zugeben, dass ich etwas mit der Komplexität des Buches überfordert war, was aber sicherlich auch an oben genannten Umständen liegt. Es laufen hier doch einige Stränge aus den vorherigen Büchern zusammen und scheinbar stammt auch vieles aus den Comics, die ich noch nicht gelesen habe. Auch die Novelle The Furthest Station habe ich noch nicht gehört. (Ich liebe Kobna Holdbrook-Smith als Sprecher und kann mir die Bücher gar nicht ohne seine Lesung vorstellen.)

    Die Handlung ist meiner Meinung nach auch sehr dicht und irgendwie bin ich da nicht so ganz reingekommen obwohl das Tempo ja auch bei den anderen Büchern nicht gerade langsam ist.


    Interessanterweise ist mein Lieblingsbuch der Reihe immer noch Foxglove Summer, ausgerechnet jenes, das eben nicht in London spielt :lachen:


    Auf Goodreads habe ich das Buch mit drei Sternen bewertet - das vergebe ich für Bücher, die mir gut gefallen und die mich unterhalten, das ist für mich also keine schlechte Bewertung. Dennoch tut es mir fast leid, dass ich nicht vier oder sogar fünf vergeben konnte. Ich halte das Buch ja für sehr gut, nur mich persönlich konnte es nicht so ganz abholen. Vielleicht ändert sich das, wenn ich es irgendwann doch noch einmal höre oder durch die Comics und Novellas manches mehr Sinn macht.


    Das Ende lieferte dann noch eine kleine Überraschung und wird wohl nicht nur für Peter sondern auch für die Leser der Reihe neue Herausforderungen bereithalten.

    Manche Leser vermuten ja, dass dies das Ende der "großen" Reihe um Peter als Protagonist sein könnte. Ganz vorbei kann es sicherlich nicht sein, da ja bereits einige Novellen angekündigt sind, die ebenfalls in dem Universum spielen.

    “Grown-ups don't look like grown-ups on the inside either. Outside, they're big and thoughtless and they always know what they're doing. Inside, they look just like they always have. Like they did when they were your age. Truth is, there aren't any grown-ups. Not one, in the whole wide world.” N.G.

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    Ben Aaronovitch: Die Glocke von Whitchapel. Roman, OT: Lies Sleeping, aus dem Englischen von Christine Blum, München 2019, dtv Verlagsgesellschaft, ISBN 978-3-423-21766-8, Softcover, 414 Seiten, Format: 12,1 x 2,7 x 19 cm, Buch: EUR 10,95 (D), EUR 11,30 (A), Kindle: EUR 8,99, auch als Hörbuch lieferbar.


    „Wie kannst du nicht an Gott glauben? (…) Nach allem, was du schon erlebt hast? Nach all dem Wahnsinn, den wir erlebt haben?“
    „Was für Wahnsinn?“
    „Du kannst zaubern, Peter“, sagte er. „Du kannst Feuerbälle aus deinen Fingern schießen lassen, und deine Freundin ist ein Fluss. Das meine ich mit Wahnsinn.“
    „Das ist was anderes“, sagte ich. „Das ist real.“
    (Seite 167)


    Zauberlehrling Peter Grant, Band ... wieviel?

    Nach sechseinhalb Bänden über den Zauberlehrling Peter Grant – der Kurzroman GEISTER AUF DER METROPOLITAN LINE bringt den Haupthandlungsstrang nicht voran und zählt deshalb nur halb – hat man als Quereinsteiger keine Chance, in die Geschichte hineinzukommen und fängt am besten bei Band 1 an. Insider kennen sich natürlich aus: Constable Peter Grant, Sohn eines weißen, drogensüchtigen Jazzmusikers und einer Reinigungsfachkraft aus Sierra Leone, ist zusammen mit seinem Chef Thomas Nightingale bei der London Metropolitan Police zuständig für die Fälle mit magischen Komponenten. Und davon gibt es mehr als man denkt.


    Seit einiger Zeit ist Peter nicht mehr der einzige Zauberlehrling im „Folly“, wie das magische Hauptquartier heißt. Abigail, seine Cousine x-ten Grades, absolviert dort ebenfalls eine Ausbildung und überflügelt ihn in jeder Hinsicht.


    Liiert ist Peter mit Beverley Brook, einer leibhaftigen Flussgöttin. Sie ist, genau wie er …, äh, wie sagt man eigentlich politisch korrekt „of mixed race“ auf Deutsch? In der Familie von Mama Themse, einer Afrikanerin, fühlt Peter sich wie daheim. Dort ist es genau so wie in seiner Sippe mütterlicherseits: eine riesige, weit verzweigte und unübersichtliche Verwandtschaft, mit der man abwechselnd feiert und sich fürchterlich fetzt.



    Der Masterplan des „Gesichtslosen Magier“

    Das Leben könnte so schön sein! Peter hat einen spannenden Job, eine tolle Frau und interessante Freunde und Kollegen. Wenn nur nicht die Bedrohung durch den gefährlichen „Gesichtslosen Magier“ wäre! Seit Band 6 wissen Grant und Kollegen nun wenigstens, wer er ist: Martin Chorley. Aber wo er sich aufhält und was er im Schilde führt, wissen sie nicht. All die grauenvollen Taten, die auf sein Konto gehen, hat er sicher nicht zum Spaß begangen. Er folgt einem Masterplan, den bislang nur noch niemand durchschaut.


    Götter, Geister, Füchse, Fae

    Götter, Geister, sprechende Füchse und verschiedene Arten von Fae – Peter recherchiert sich quer durch Londons unberechenbare Demi-monde. Wobei man nie weiß, wie lustig, schräg, peinlich oder gefährlich so eine Begegnung ausfallen wird und ob sie die Ermittlungen wirklich weiterbringt. Im Bullsh*t-Erzählen sind die magischen Wesen nämlich ganz große Klasse! Die Kontakte zwischen unserer Welt und diesen abgefahrenen Kreaturen sind das, was für mich den Reiz der Reihe ausmacht.


    Es kommt auch wieder zu diversen polizeilichen Einsätzen, bei denen Peters und Nightingales Expertise gefragt ist, und bei denen sich der Leser gewöhnlich fragt: „Wer ist das? Muss ich den kennen? Was ist mit dem? Hat sich das schon abgezeichnet? Hab ich was verpasst?“ – Ich weiß es auch nicht. Ich habe nach ein paar Bänden aufgegeben, den Überblick über die Nebenfiguren und Ereignisse behalten zu wollen. Ich stolpere einfach mit Peter von Einsatz zu Einsatz und hoffe, dass mir wenigstens bei der Geschichte mit dem Gesichtslosen Magier nichts Entscheidendes entgeht.


    Jetzt wissen wir zumindest, dass Martin Chorley in einer Gießerei mindestens eine mannsgroße magische Glocke anfertigen ließ, wozu auch immer, und dass er hinter archäologischen Artefakten aus der Römerzeit her ist.


    Kann man Götter töten?

    Während der Autor in bewährter Manier über Londons Verkehr, über Politik, Wirtschaft, Autos und architektonische Scheußlichkeiten lästert und mit jeder Menge Popkulturreferenzen um sich wirft, reimen sich die Polizeibeamten des Folly zusammen, dass Chorley einen Gott töten will, um die nötige Macht für die letzte Stufe seines Plans zu erlangen. Ja, anscheinend kann man auch unsterblichen Wesen ans Leder!


    Peter Grant denkt dabei natürlich zuerst an seine Schwiegerfamilie, die Flussgötter, und warnt diese. Doch Götter, die nicht zur Familie Themse gehören, kriegen die Warnung nicht mit. Als Peter hier nachbessern will, läuft er schnurstracks in eine Falle und wird verschleppt. Doch ist es keine gute Idee von seinen Gegnern, ihn in der Obhut einer stummen Hohen Fae zu lassen. Das ist just die Spezies, der die Folly-Haushälterin Molly angehört. Und mit ihr kann Peter sehr wohl kommunizieren. Falls er es schaffen sollte, dass seine Wärterin ihm vertraut, können seine Entführer einpacken.


    Der große Showdown

    Unterdessen rüsten sich Chorley und Lesley auf der einen Seite, die Polizei und ein beachtlicher Teil der Demi-monde auf der anderen zum großen Showdown, bei dem die magische Glocke eine entscheidende Rolle spielen soll …


    Ja, so lobe ich mir das:

    • Wenn die Polizei mit den Schlitzohren der Demi-monde schachert,
    • Wenn Realität und Magie aufeinanderprallen,
    • Wenn die Götter einander anzicken wie ganz normale Leute,
    • Wenn die Story kreuz und quer durch die Geschichte Großbritanniens springt – von der man als gewöhnlicher Leser nur nicht genügend Ahnung hat, um all die Anspielungen gebührend zu würdigen,
    • Wenn sich die Grenzen zwischen Gut und Böse verwischen, weil selbst so grausame Mistkerle wie der mörderische Geist des Aufruhrs und der Rebellion, Mr. Punch, ganz arme Socken sind und eine furchtbar tragische Geschichte haben,
    • Und wenn es im Haupthandlungsstrang rund um den Gesichtslosen Magier endlich weitergeht.


    Ein bisschen mehr über Molly erfahren wir auch. Wenn die unheimliche Haushältern des Folly ein ähnlich entsetzliches Schicksal hatte wie Peters Bewacherin, sehe ich ihr alle ihre biestigen Schrulligkeiten nach. Nur für Martin Chorley wollen mir keine mildernden Umstände einfallen.


    Ich hoffe nicht, dass sie Reihe hiermit zu Ende ist. Dafür sind mir noch zu viele Fragen offen … den Masterplan betreffend, Lesley May und die Zukunft von Peter Grant. Die Arbeit des Folly wird natürlich nie enden. Der nächste magische Ganove steht immer schon in den Startlöchern. Aber diesen Fall werden sie irgendwie zum Abschluss bringen müssen. Das heißt, Ben Aaronovitch muss das Kunststück vollbringen.


    Ein bisschen nutzt sich der schräge Charme der Geschichte mit den Jahren schon ab. Aber jetzt will ich, es verflixt noch Mal wissen: Schaffen Grant, Nightingale und die Demi-monde es, den Masterplan des gesichtslosen Magiers ein für alle Mal zu vereiteln?


    Der Autor

    Ben Aaronovitch wurde in London geboren und lebt auch heute noch dort. Wenn er gerade keine Romane oder Fernsehdrehbücher schreibt (er hat u. a. Drehbücher zu der englischen TV-Kultserie 'Doctor Who' verfasst), arbeitet er als Buchhändler. Seine Fantasy-Reihe um den Londoner Polizisten Peter Grant mit übersinnlichen Kräften eroberte die internationalen Bestsellerlisten im Sturm.