Hanna Caspian - Gut Greifenau. Nachtfeuer (2)

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    Inhalt:
    Der 2. Band der großen Familien-Saga um das Gut Greifenau von Hanna Caspian voller dramatischer Verwicklungen für alle Leser von Anne Jacobs und alle Fans von Downton-Abbey

    August 1914: Der Erste Weltkrieg beginnt, und Konstantin muss an die Front. Sein Vater ist unfähig, das Gut zu führen, das bald hochverschuldet ist. Die Verbindung von Katharina mit dem Kaiserneffen Ludwig von Preußen wird nun zur Überlebensfrage. Doch Ludwig tritt nicht nur seiner Verlobten Katharina zu nahe … Es droht ein Skandal! Katharina setzt ihre ganze Hoffnung auf eine Rettung durch den Industriellensohn Julius. Doch soll eine Ehe mit ihr ihm nur den Eintritt in den Adelsstand ermöglichen? Und dann ist da noch der Kutscher Albert, der sein Geheimnis nur im Dorf Greifenau klären kann.


    Da mir der erste Band zu gut gefallen hat, bin ich schon sehr gespannt auf die Fortsetzung! Die lesen wir hier mit der Autorin zusammen, wer noch spontan Lust hat - wir starten am Montag!

  • Der erste Weltkrieg bricht aus und Gut Greifenau und ihre Bewohner sind in Sorge. Wer wird eingezogen? Wer wird überleben? Wie geht es mit dem Gut weiter? Hat die russische Revolution auch Auswirkungen auf das deutsche Reich? Fragen über Fragen, doch auch die persönlichen Schicksale sind nicht leicht. Familienbande, Freundschaften, Liebschaften - auch in Zeiten des Krieges wichtige Verbindungen, die für ordentlich Wirbel sorgen können.


    Wer den ersten Band mochte, wird den zweiten ebenso gut finden. Auch hier findet sich all das wieder, was im ersten Band bereits aufgetaucht ist: facettenreiche Charaktere, spannende Handlungsstränge, verpackt in einer bildhaften schönen Sprache.


    Was mich sehr gefreut hat, dass der zweite Band nahtlos an den ersten anknüpft. Wir haben keinen großen Zeitsprung, sondern alles fließt so weiter, als ob ich kein neues Buch, sondern einfach ein weiteres Kapitel aufgeschlagen hätte. So habe ich mich auch gleich wieder zurecht gefunden und auch wenn ein paar Wochen zwischen den Bänden lagen, kam ich schnell wieder herein. Die Autorin verzichtet auf große Nacherzählungen, aber lässt in dem ein oder anderen Nebensatz nochmal bereits geschehene Ereignisse kurz aufblitzen, so dass meine Gedächtnislücken schnell wieder aufgefrischt wurden. Allerdings eignen sich diese kurzen "Rückblenden" nicht dazu, in den zweiten Band einzusteigen ohne den ersten gelesen zu haben. Dafür fehlen dann doch zu viele Informationen.


    Die Charaktere entwickeln sich auch in diesem Band sehr weiter. Gerade der Krieg und die schrecklichen damit verbundenen Geschehnisse, sowohl an der Front als auch zu Hause, lassen die Personen merklich reifen. So wird die ein oder andere Person sympathischer aber auch grauenvoller. Teilweise hofft man auf positive Veränderungen - mal vergeblich mal zurecht. Das lässt es weiterhin spannend bleiben, denn so vermag die Autorin einen auch immer wieder zu überraschen. Dennoch kann der aufmerksame Leser auch die ein oder andere Entwicklung bereits ahnen, was es somit auch realistisch bleiben lässt.


    So kann die Leserin sich in eine spannende Geschichte mit tollen Charakteren fallen und sich von einer schönen Sprachen dabei verwöhnen lassen. Für mich weiterhin eine Buch- und Reihenempfehlung, wo der zweite Band nicht abflacht!

  • "Nachtfeuer" ist der zweite Teil der Gut Greifenau- Trilogie.

    Ohne Unterbrechung gehen die Geschehnisse auf dem Gut und deren Bewohnern dort weiter, wo der erste Teil geendet hat.

    1914, der erste Weltkrieg hat begonnen und nimmt ein ungeahntes Ausmaß an. Waren zu Beginn noch viele der Überzeugung, in ein paar Wochen wären die Soldaten wieder zu Hause um ihren gewohnten Leben nachgehen zu können, sieht es nun Ende 1914 nicht mehr danach aus.

    Alles was einmal war, gibt es nicht mehr. Für jeden beginnt ein Leben der Entbehrung. Nur auf dem Gut lebt man den gewohnten Lebenstil weiter. Feodora verschwendet, ebenso wie Adolphis das Geld für Luxus. Ohne Konstantin seine Unterstützung, der zuvor das Gut geleitet hat, wirtschaftet Adolphis es in den Ruin. Als Konstantin, nach einer schweren Kriegsverletzung, zum Genesungsurlaub nach Hause kommt, muss er erfahren, dass das Gut schon hoch verschuldet ist.

    Nach wie vor versucht er erfolglos, sich mit Rebecca zu versöhnen. Sie behart auf ihren Standpunkt, von Konstantin belogen und betrogen worden zu sein. Doch es kommt ein Moment, in dem sie vielleicht ihre Entscheidung in Frage stellt.

    Alexander bekommt sein Einberufungsbescheid und versucht mit aller Macht, diesem zu entgehen. Es ist ein gewagter und schmerzvoller Entschluss um nicht an die Front zu müssen. Doch ist es mehr als nachvollziehbar, wenn ein junger Mann den Grauen des Krieges nicht gegenüber stehen möchte.

    Katharina kämpft weiterhin gegen die Vermählung mit Ludwig von Preußen an. Unerbittlich sorgt Feodora dafür, dass ihre Tochter nicht ihren eigenen Weg gehen kann, denn nur eins zählt für sie......Macht, Geld und die Vorzüge, die diese Hochzeit für das Gut mit sich bringen würde.

    Nikolaus zweifelt nach dem erlebten, ob es noch sein Krieg ist, auf den er sich so gefreut hatte. So viel Tote und Schwerverletzte muss er sehen. Überall nur noch Blut, Schrecken und Grauen. Doch ist ihm diese Erkenntnis ernst, oder findet er weiterhin Gefallen am Krieg.

    Eigentlich ist es keine richtige Familie. Wie schon im ersten Band, nimmt kaum einer Anteil am Leben des anderen. Nur die Geschwister Katharina und Alexander halten zueinander. Sie sind wie Verbündete die einander helfen.

    Bei den Bediensteten geschieht ebenfalls sehr viel. Auch an ihnen zieht der Krieg nicht spurlos vorbei.

    Albert kommt seinem Ziel etwas näher, zu erfahren wer seine Mutter ist. Doch sinnt aber weiterhin auf Rache für Wittekind. Er macht sich auf dem Gut unentbehrlich, denn auch er möchte nicht an die Front.

    Dann ereignen sich noch dramatische Ereignisse, die unter dem Deckmantel des Schweigens gehalten werden.


    Meine Meinung:

    Wie schon im ersten Teil " Abendglanz", hat es die Autorin wieder geschafft mich mit zu reißen. Eindrucksvoll hat Hanna Caspian es geschafft, die Geschichte der Grafen-Familie mit den historischen Fakten des ersten Weltkrieg, in den Handlung einzubinden. Der Schreibstil ist spannend, und temporeich, aber auch sehr gefühlvoll und an vielen Passagen sehr berührend.

    Durch die erstklassigen Recherchen, erfährt der Leser, welches Leid die Zivilbevölkerung erlitten hat. Wie es zu den Aufständen der Bolschewisten in Russland gekommen ist und welchen Verlauf der Krieg, zur Zeit der Erzählung, genommen hat. Und das, ohne die Geschichte damit zu überlagern.

    Was mir ebenfalls gefällt ist, dass die Charaktere der Protagonisten so unterschiedlich und real dargestellt werden.

    Ein spannungsgeladener historischer Roman, der mich wieder beeindruckt hat. Ich freue mich, dass der dritte Teil der Familiensaga schon am 1. Februar 2019 als E-Book erscheint.

    Also, ich bin gespannt, ob die Autorin den Wünschen und Träumen der Protagonisten nachgibt, oder ob einigen noch Steine in den Weg gelegt werden. Vor allem hoffe ich, dass alle gesund den Krieg überleben, auch wenn es nicht immer ein Happyend geben kann. Die Hoffnung stirbt zuletzt.

    &quot; Bücher lesen heißt, wandern gehen in ferne Welten, aus den Stuben , über die Sterne&quot;<br />- Thomas Carlyle

    Einmal editiert, zuletzt von Kessi69 ()

  • Der zweite Teil dieser Trilogie um das Gut Greifenau in Pommern erzählt die spannende Geschichte der Grafenfamilie von Auwitz-Aarhayn weiter. Die Zeiten sind schwierig, der 1. Weltkrieg hat begonnen und auch die beiden Söhne Konstantin und Nikolaus müssen an die Front. Für die jüngste Tochter Katharina steht immer noch die von den Eltern angestrebte Heirat mit Ludwig von Preußen als Drohkulisse vor ihren Zukunftsplänen mit dem Industriellensohn Julius Urban. Selbst als sich Ludwig bei einem Besuch auf dem Gutshof eine ungeheuerliche Brutalität zuschulden kommen lässt, rücken Graf Adolphis und seine Gattin Feodora nicht von ihren ambitionierten Plänen ab.

    Den Kutscher und Chauffeur Albert Sonntag belasten immer noch Rachegedanken und der Wunsch nach Wahrheit über seine Vergangenheit. Sein Schicksal im Waisenhaus ist wie eine offene Wunde in seiner Seele und er wird nie innerlich Ruhe finden und verzeihen können, wenn er diese Fragen nicht lösen kann. Hat sein Vater damals überhaupt von seiner Existenz erfahren? Wer ist seine Mutter und wie ist die Rolle von Pastor Wittekind zu bewerten? Albert hat einen hohen Anspruch auf persönliche Integrität und Loyalität - und zwar was ihn selber betrifft wie auch andere. Diese Fragen werden ihn noch lange umtreiben.

    Währenddessen geht dieser furchtbare verlustreiche Krieg weiter und wenn er überhaupt irgendetwas Positives in Gang gesetzt hat, dann war es die allmähliche Auflösung des Standesdenkens . Wenn eine Situation so katastrophal ist und viele Menschen hungern und leiden, ist es wichtig, dass man zusammenhält und sich gegenseitig hilft. Dabei spielen die Standesunterschiede keine Rolle mehr und irgendwann wird sich niemand mehr wundern, wenn Adlige, Bürger, Handwerker und Bauern gemeinsam daran arbeiten, das Überleben zu sichern und die Zukunft zu gestalten.

    Doch bis dahin wird noch ein weiter schwieriger Weg zurückzulegen sein.

    Es passiert ja ohnehin so vieles gleichzeitig und die Veränderungen und Entwicklungen geschehen so dynamisch in diesen Kriegsjahren, was hier in den vielschichtigen und facettenreichen Handlungsebenen zum Ausdruck kommt. Der Roman bildet damit in perfekter Weise das Tempo dieser Zeit ab und verdichtet alle Probleme und Gefahren gleichzeitig in den Schicksalen der Personen.

    Die fünf Kinder der Grafenfamilie spiegeln individuell in ihren Charakteren und Ambitionen die Zeit und ihre Umbrüche wider, auf die sie unterschiedlich reagieren. Während Nikolaus und Anastasia in ihrer feudalen, privilegierten Welt verharren und jede Veränderung ablehnen, die ihren Status bedrohen könnte, sind Konstantin, Alexander und Katharina bereits Kinder einer neuen und befreiten Weltsicht, in denen das Recht auf Verwirklichung der persönlichen Lebensvorstellungen über die Zwänge der Konventionen und Erwartungen der Familie gestellt wird - zumindest in Gedanken. Das macht Hoffnung auf die Zukunft und ich wünsche ihnen gutes Gelingen.

    In den letzten Kapiteln verdichten sich die Konflikte noch mehr und die unterschiedlichen Charaktere und Lebensentwürfe treten scharf konturiert hervor, wie befreit von Konventionen und gesellschaftlicher Heuchelei. Jetzt ist irgendwie keine Zeit mehr für Lügen und Verstellungen um des lieben Friedens willen. Der Krieg hat wohl allen deutlich und bewußt gemacht, dass jedes Leben endlich ist und wie schnell alles verloren sein kann, was vorher so greifbar und mühelos erreichbar erschien.

    Fazit: Ein großartig erzählter, temporeicher historischer Roman - der zweite Band einer Trilogie, die Suchtpotenzial hat.

    :tipp:

  • Leben in Zeiten des Krieges: Auf dem Gut ist auch der Krieg angekommen: Männer werden eingezogen um an den Schlachtfeldern zu kämpfen und die Daheimgebliebenen versuchen irgendwie zu überleben. Können Konstantin und Rebecca an ihre Beziehung anknüpfen? Und schafft es Katharina einen Ausweg aus der geplanten Verlobung zu finden? Doch auch auf ihre sehr standesbewusste Mutter ist Verlass. Wie wird sich Feodora in die neuen Zeiten einfügen? Und schafft es Adolphis das Gut am Laufen zu halten, wenn Konstantin weg ist?

    Es heißt ja immer, der mittlere Teil einer Trilogie sei der undankbarste: In die Geschichte wurde man eingeführt, die Personen vorgestellt, aber zum Ende hinzuleiten ist zu früh. Die Autorin schafft es mühelos diesen Spannungsbogen aufrechtzuerhalten. Die Figuren werden nicht blass oder langweilig, sondern die Charaktere werden weiter ausgebaut, entwickeln sich weiter, wie es ja auch reale Personen tun. Dabei bleibt er Schreibstil flüssig und leicht zu lesen. Sehr schön ist, dass der Focus nicht nur auf dem Krieg liegt, auch das „ganz normale“ Leben findet seinen Platz, mit zeitgenössischen Ereignissen. Ich könnte jetzt noch seitenlang weiterschreiben, was mir gut gefallen hat, deshalb kann ich allen nur ans Herz legen: Lest selbst und lasst euch in die Zeit des ersten Weltkrieges entführen!


    5ratten

    Liebe Grüße


    Nadine


    " Liest Du ein Buch zum ersten Mal, lernst Du jemanden kennen.

    Liest Du es zum zweiten Mal, begegnet Dir ein Freund."

    (Chin. Weisheit)

    :buecherstapel:

  • Gut Greifenau, eine Reise in die Vergangenheit


    Der Erste Weltkrieg ist nicht mehr aufzuhalten. Auch Konstantin muss sich dem stellen und wird eingezogen. An der Front lernt er die Schrecken dieses Krieges am eigenen Leib kennen. Daheim, versucht sein Vater das Gut zu führen und scheitert an diesen Aufgaben. Schon bald ist Gut Greifenau hoch verschuldet. Es scheint nur den einen Ausweg zu geben, nämlich Katharina mit dem

    Neffen des Kaisers zu verheiraten. Nichts verabscheut diese mehr als Ludwig von Preußen. Immer noch hofft das junge Mädchen auf eine Verbindung mit Julius, doch diese Beziehung steht unter keinem guten Stern. Fast sieht es so aus, als wolle Julius sie nur heiraten, um in den Adel aufzusteigen. Nicht nur Katharina fragt sich, kann ihre Liebe bestehen? Aber auch für Konstantin ist nichts mehr so wie vor dem Krieg. Wie wird sein Leben verlaufen und werden die Menschen auf Gut Greifenau diesen furchtbaren Krieg zusammen überstehen?


    „Nachtfeuer“ schließt direkt an den Vorgänger „Abendglanz“ an und es empfiehlt sich, diesen auch gelesen zu haben. Kleine Rückblenden sorgen zwar dafür, dass man die Zusammenhänge nachvollziehen kann, aber es macht eindeutig mehr Spaß, wenn man alle Ereignisse vor 1914 gelesen hat.


    Hat mir Band 1 schon gut gefallen und mich mitgenommen nach Pommern, so legt die Autorin hier noch etwas nach. Schon nach wenigen Seiten war ich wieder auf dem Gut und im Dorf Greifenau angekommen. Ich mochte das Buch kaum zur Seite legen. Hanna Caspian schildert die Ereignisse dieser Zeit authentisch. Sie macht auch nicht vor den Schrecken des Krieges halt. So müssen ihre Protagonisten schon einiges aushalten. Der Kampf ums Überleben und Leben betrifft alle.


    Die Autorin versteht es gekonnt, zwischen dem privilegiertem Adel und der Unterschicht hin und her zu wechseln. Alle haben ihre Bürde mit dem Krieg zu meistern. Jeder muss sein eigenes Schicksal tragen, nur das Leben auf dem Gut verbindet sie. Caspian lässt Gefühle lebendig werden und fast ist es, als lese man von alten Bekannten oder Verwandten aus der Vergangenheit. Mir hat gut gefallen, wie die Autorin die Handlungsstränge verbunden hat. Mal liest man von den Bediensteten, von ihren Ängsten und Sorgen und dann wieder von der Grafenfamilie, die mindestens genauso harte Schicksalsschläge trifft.


    In einem Nachwort klärt die Autorin Wahrheit und Fiktion, ein Personenregister und Karten sind ebenfalls wieder vorhanden. Ich mag diese kleinen Details in historischen Romanen.


    „Gut Greifenau Nachtfeuer“ erzählt aus dem Leben der Menschen um das fiktive Greifenau, aber so lebendig und echt, dass man beim Lesen vergisst, dass diese wunderbaren Charaktere gar nicht existieren. Auch wenn Katharina und ihr Bruder Konstantin und all die anderen der Fantasy der Autorin entsprungen sind, der historische Hintergrund ist bekannt. So wie er hier erzählt wird, hätte es gut sein können. Genau aus dem Grund habe ich mich in diese Reihe verliebt. Sie wirkt authentisch und echt. Es macht Spaß, die Geschichte dieses Gutes und ihrer Menschen zu lesen. Ich bin gespannt, wie ihr Leben sich weiterentwickeln wird.


    4ratten:marypipeshalbeprivatmaus:


  • Inhalt:

    Die Familie Auwitz-Aarhayn und ihre Bediensteten durchleben die Zeit des ersten Weltkrieges. Aufgrund ihrer Lage geht es ihnen noch vergleichsweise gut, wenngleich sich auch auf dem Gut die Lebensmittelknappheit bemerkbar macht.

    Nikolaus ist im Krieg, Konstantin ist mit einer Verletzung und einer Kriegsneurose auf das Gut zurückgekehrt, Alexander ist aus der Schule zurück, und für Katharina hat sich nichts verändert. Ihre Mutter hält nach wie vor an ihren Heiratsplänen für sie fest.

    Einige der Bediensteten wurden eingezogen, die anderen wursteln mehr oder weniger unverändert vor sich hin.

    Mit Fortschreiten des Krieges wird die Situation für alle immer bedrohlicher, es gibt aber auch Lichtblicke.


    Meine Meinung

    Mit ‘Nachtfeuer’ hat Hanna Caspian eine gelungene Fortsetzung der Gut Greifenau-Saga geschrieben.

    Die Charaktere entwickeln sich weiter — einige so, wie man es erwartet, andere können überraschen.

    Es gelingt Hanna Caspian die Figuren so plastisch darzustellen, dass man mit fiebert.

    Man freut sich mit Albert und Wiebke, ist empört und abgestoßen von Feodora, Anastasia, und einigen anderen, empfindet durchaus ein bisschen Schadenfreude für Adolphis, und hofft und bangt besonders für Konstantin und Katharina.

    Im Vordergrund steht die Familie mit ihren Bediensteten, aber auch einige Dorfbewohner mischen mehr oder minder kräftig mit.

    Alle haben so ihre kleinen oder großen Geheimnisse, und der Krieg ist nicht gerade zuträglich.

    Überhaupt ist der erste Weltkrieg sehr gut in die Geschichte eingewoben: er wirkt sich natürlich auf die Geschicke aller aus, steht aber nicht im Vordergrund.

    Durch diese Verquickung von Krieg und Familienschicksale bekommt man einen sehr guten Eindruck von den Umwälzungen, die der erste Weltkrieg für das gesamte Land mit sich bringt.

    Ich würde den Roman daher nicht unbedingt als historischen Roman einordnen, er ist aber durch den historischen Kontext besonders interessant und vermittelt einen sehr guten Eindruck davon, wie es den Deutschen während des Krieges so gegangen ist.

    Das Buch endet mit einem ‘Cliffhanger’, aber da der dritte Band inzwischen vorliegt, kann ich es verzeihen. Ich freue mich schon auf den Abschluss der Trilogie, denn ich muss unbedingt wissen, wie es mit Konstantin und Katharina weitergeht. Können sie dem Schicksal entkommen, das andere für sie vorgesehen haben?

    Wer gerne Familiengeschichten liest und auch historisch interessiert ist, dem kann ich diese Trilogie nur ans Herz legen.

    Der Schreibstil ist flüssig, und das Buch liest sich so weg, man merkt gar nicht, dass es über 500 Seiten sind.

    Und jetzt habe ich eine Verabredung mit der Morgenröte…

    Ich möchte mich bei Knaur für das Leseexemplar bedanken, sowie bei Literaturschock und Hanna Caspian für die Lese- und Diskussionsrunde.


    5ratten

    Was ist wertvoller, Wissen oder Fantasie? Es ist die Fantasie, denn das Wissen hat Grenzen.&nbsp; - Albert Einstein