Jennifer Alice Jager - Prinzessin Fantaghiro. Im Bann der weißen Wälder

Leserunde mit Judith & Christian Vogt ab 11.10.2019: Wasteland [Postapokalyptische Utopie]
Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

Es gibt 2 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von HoldenCaulfield.

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    Titel: Prinzessin Fantagiro. Im Bann der weißen Wälder

    Autorin: Jennifer Alice Jager

    Sprecherin: Svenja Pages


    Allgemein:

    9 St. 15 Min. ; Impress Audio; 2018



    Inhalt:

    Prinzessin Fantagiro ist die jüngste Tochter des Königs und macht ihm nur Ärger und Sorgen. Statt sittsam und brav daheim zu sticken und andere Dinge zu tun, die sich für eine Dame gehören, streift sie junge Prinzessin lieber durch die Wälder oder liest sogar heimlich. Wenn ihr Vater wüsste, das sie dabei auch die Gesellschaft der weißen Königin sucht, würde er wohl mehr darauf achten, das sie die Verbote einhält. Ganz anders als ihre braven großen Schwestern, kann sie einfach nicht anders und sich immer wieder gegen ihn aufzulehnen. Schließlich treibt sie es so weit, das der König beschließt sie als Tochter zu verstoßen. Von nun an soll sie als Pferdeknecht niedere Dienste tun. Doch statt den Kopf hängen zu lassen, macht Fantagiro das Beste aus der Situation und schneidet sich die langen Haare ab. Eher störend für die Arbeit im Stall. Doch dann überschlagen sich die Ereignisse, Fantagiro wird von feindlichen Soldaten für einen Jungen gehalten, der die Prinzessinnen heldenmutig vor der Entführung geschützt hat. In Fantagiro reift ein kühner Plan. Könnte sie das anstehende Turnier gewinnen um damit den Frieden für das eigene Land zu entscheiden und weiteren Krieg zu verhindern? Doch die junge Frau kann eines nicht wissen... der feindliche Soldat Alessio bekommt den jungen Stallburschen einfach nicht aus dem Kopf und ist sicher, das muss ein Mädchen gewesen sein. Als dieser dann plötzlich als Ritter des Königs wieder vor ihm steht, pocht Alessios Herz bis zum Hals. Doch auch er hat ein Geheimnis ...



    Meine Meinung:


    Ich habe die Serie Prinzessin Fantagiro geliebt und sie war eine meiner Heldinnen meiner Kindheit. Deshalb fiel mir dieser Roman ins Auge. Vielen scheint ja nicht klar zu sein, das dieser Roman keinesfalls ein Remake der TV Serie ist. Die Autorin hat viel mehr die gleiche Märchenvorlage genutzt. Daraus entstand dann ihre eigene Interpretation. Deshalb gibt es natürlich einige Änderungen und andere Entwicklungen.


    Die Themen die die Handlung aufgreift, versuchen das Märchen moderner zu interepretieren. Fantagiro hinterfragt ihre eigene Rolle als Frau, hinterfragt alle Klischees die ihr zugeschrieben werden. Allerdings tritt die Autorin trotzdem in die Falle und baut stattdessen einige Klischees über Männer auf.Das finde ich schade, weil das vieles von dem,was die Autorin richtig macht wieder relativiert. Zu dem ist die Handlung auch ziemlich heteronorm aufgebaut. Ja das ist jetzt nicht unbedingt eine Überraschung, aber eine Geschichte die vermeintlich mit Geschlechterrollen spielen möchte und dabei die Zuschreibungen über Sexualität nicht mitdenkt, das überzeugt mich nicht. Nicht bei einem Roman der in der heutigen Zeit entstanden ist. Mir persönlich ist das jedenfalls einfach zu wenig. Mag sein das dies anderen nicht wichtig ist, mir aber. Ich finde eine moderne Interpretaion des Stoffes hätte mehr bieten können.

    Die Vorlage gibt es natürlich vor: Eine Frau verkleidet sich als Mann um ihr Königreich zu retten- so funktioniert die Geschichte. Trotzdem fällt mir auf, wie die Handlung eben nach all den Gesellschaftlichen Brüchen, eines sich nicht ändert: Frauen und Männer verlieben sich ineinander.

    Auch eine andere Entwicklung - die zwar interessant war, aber auch hier bestehende Normen innerhalb des Romans unterstreicht, statt sie aufzubrechen, hat die guten Punkte im Roman für mich weniger stark wirken lassen.


    Ja, die Handlung selbst hat mir von der Erzählweise her schon gefallen. Die Atmospäre zu beginn des Romans fand ich schön und ein bisschen geheimnisvoll. Eben ein bisschen Märchenhaft. ich mochte Fantagiro, die zunächst eine starke Persönlichkeit ist. Sie hinterfragt die Klischees die ihr Vater und Männer im allgemeinen über Frauen haben und diese auch gesetzlich umgesetzt sind. Die Geheimnisse die sie aber über ihr Leben immer wieder aufbaut, sorgen letztendlich auch dafür, das immer wieder Missverständnisse entstehen. Leider verliert ihre Persönlichkeit etwas an Stärke und flacht nach und nach etwas ab. Das liegt aber daran, das die Autorin einfach zu viele Ereignisse mit erzählt und dabei ihre Figurenentwicklung vernachlässigt.


    Desweiteren habe ich das Ende als sehr langatmig empfunden. Es gibt immer wieder Wendungen, die die Handlung nicht nur künstlich in die Länge ziehen,sondern auch einiges relativieren, was die Autorin im Roman zunächst hinterfragt hat. Jennifer Alice Jager hat eigentlich gute Ideen, aber statt einer konsequent zu Folgen, erzählt sie mehrere Geschichten und das wirkte für mich ehrlich gesagt ziemlich überladen. Es hat mich einfach genervt, das die Autorin kein Ende findet. Dabei ist das Buch gar nicht so dick. Vielleicht wirkt es beim selbst lesen anders, aber beim Hörbuch habe ich das jedenfalls so empfunden. Irgendwann rettet einfach jeder jeden oder hat noch eine Mission. Das war so langatmig und ich fand, das es einfach zu viele mögliche Enden gab, bei denen jedesmal die Handlung einfach weiterging. Im Grunde hätte man mehrer Teile daraus machen können.


    Zudem wird vieles dann doch wieder auf Äußerlichkeiten reduziert. Fantagiro ist total hübsch und sich dessen natüüürlich nicht bewusst - ich kann es echt nicht mehr hören. Schade das dieser Trope einfach nicht auszumerzen ist. Und es ist schon traurig, das die Autorin die Schönheit ihrer Figur so in den Vordergrund stellt, obwohl sie eine Figur beschreibt, die genau diesen Punkt kritisiert.

    Ich finde schade das mir der Roman nicht so gut gefallen hat. Ich hatte zu Beginn einen anderen Eindruck und dachte, das Ganze könnte ein echtes Highlight werden.


    Ich gebe

    3ratten


    weil ich es an manchen Stellen mochte und es für 2 Ratte nicht schlecht genug war ;)

  • Ach, schade, dass das Buch bzw. Hörbuch dir nicht so gut gefallen hat. Jetzt bin ich aber wenigstens vorgewarnt und habe besser nicht allzu hohe Erwartungen an die Geschichte.

  • Valentine

    Hat den Titel des Themas von „Jennifer Alice Jager - Prinzessin Fantagiro. Im Bann der weißen Wälder“ zu „Jennifer Alice Jager - Prinzessin Fantaghiro. Im Bann der weißen Wälder“ geändert.
  • Ich habe grade meine Bewertung überdacht und gebe jetzt doch nur 2ratten (ursprünglich waren es drei). Ich habe das Ganze einfach rückblickend in immer schlechterer Erinnerung, auch im Vergleich zu anderer Fantasy die ich im laufe des Jahres bisher noch gelesen bzw. gehört habe.