Karen Russell - Schlafanstalt für Traumgestörte / St. Lucy's Home for Girls Raised by Wolves

Literaturschock positioniert sich. Nazifreie Zone, denn wer neben Nazis marschiert, ist entweder selbst ein Nazi oder eine nützliche Marionette der Nazis. Andere Kategorien gibt es nicht.
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    Zitat

    Charting loss, love, and the difficult art of growing up, these stories unfurl with wicked humour and insight.

    "Karen Russell does not disappoint with these arcane magical tales of adolescent transformation." (Guardian)

    Kurzgeschichtensammlungen sind normalerweise schwer als Gesamtes zu bewerten, aber hier tue ich mich leichter als sonst, über alle Geschichten gleichzeitig zu sprechen:


    Das Gute

    Der phantastische Realismus der Geschichten zieht sich elegant durch die Sammlungen, in einigen Fällen ist er präsenter, in anderen subtiler.

    Obwohl wir immer Kinder/Jugendliche als Protagonisten haben, unterscheiden sich ihre Geschichten und auch ihre Stimmen deutlich voneinander.

    Russell gelingt es, dreidimensionale Welten und Figuren mit Charakter, Wünschen und Schwächen zu schaffen, was für Kurzgeschichten durchaus nicht selbstverständlich ist.

    Sprachlich lesen sich alle Geschichten sehr schön, wobei in fast allen ein Ich-Erzähler zum Einsatz kommt, der allerdings immer gut umgesetzt ist.


    Das Nicht-so-Gute

    Die einzige Geschichte, die mir ganz gut gefallen hat, war die titelgebende Erzählung. Grund dafür ist, dass ich

    a) die meisten Charaktere zwar interessant gezeichnet fand, aber bei kaum einem wirklich mitfiebern konnte und

    b) mir in praktisch allen anderen Geschichten ein vernünftiges Ende gefehlt hat.

    Ich kann nicht sagen, ob es an mir lag, dass ich etwa einfach nicht begriffen habe, worauf die Autorin hinaus wollte, ob die Hinweise zu subtil waren etc.

    Aber die meisten Geschichten hörten für mich einfach auf, ohne dass es entweder überhaupt zu einem besonderen Klimax gekommen war, die Hauptcharaktere eine Entwicklung durchgemacht hätten, oder die Handlung an ein Ziel gekommen wäre. Bei der ersten habe ich ernsthaft geglaubt, es fehlen ein paar Abschnitte. Und Westward Migration mäandert gefühlt auf ein Ziel zu, nur um dann einfach abzubrechen.

    Das, was ich als Ende identifizieren würde, hat mich bestenfalls mit einem "Huh? Das war's jetzt?" oder einem "Was? Wie jetzt?" zurückgelassen.


    Ich kann mir gut vorstellen, dass andere mit der Sammlung mehr anfangen können als ich, aber ich lege gerade bei Kurzgeschichten sehr großen Wert auf das Ende und wenn das nicht passt, lässt mich die ganze Sammlung recht unbefriedigt zurück.


    2ratten

    Even when reading is impossible, the presence of books acquired produces such an ecstasy that the buying of more books than one can read is nothing less than the soul reaching towards infinity... - We cherish books even if unread, their mere presence exudes comfort, their ready access reassurance.