Janet Gleeson - Das weiße Gold von Meißen

Leserunde mit Judith & Christian Vogt ab 11.10.2019: Wasteland [Postapokalyptische Utopie]
Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.
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    Janet Gleeson hat mit Das weiße Gold von Meißen ein Buch zur Kulturgeschichte des Porzellans in Europa geschrieben.


    Johann Friedrich Böttger, ein junger Alchimist, behauptet das Arkanum für den Stein der Weisen gefunden zu haben und somit Gold und Silber herstellen zu können. Auf der Flucht vor dem König Preußens landet er im Gewahrsam von August dem Starken, Kurfürst von Sachsen. Auch dieser benötigt Geld. Jahrelang kann Böttger August hinhalten. Als er in Ungnade zu fallen droht, er versuchte zu fliehen und seine Ergebnisse hielten nicht, was er versprach, erhält er Hilfe von Ehrenfried Walther von Tschirnhaus, der für den Kurfürsten das Geheimnis um die Herstellung von Porzellan lüften soll. Fortan forscht Böttger in dieser Richtung und nach vielen Versuchen, mit unterschiedlichen Erden, Massemischungen, Brennöfen und Temperaturen, gelingt ihm die Herstellung von Porzellan. Weiter wird mit anwend- und haltbaren Glasuren und Farben experimentiert.


    Die Meißner Porzellanmanufaktur wird gegründet. Rivalitäten unter den einzelnen Fachrichtungen werden thematisiert, genau so wie der Versuch anderer Regenten und Forscher an das Geheimnis der Herstellung zu kommen. Meißner Porzellan ist teurer und begehrter als sein Vorbild aus dem Fernen Osten.


    Aufgeteilt ist das Buch in drei Teile.

    Der erste Teil dreht sich um die Person des Johann Friedrich Böttger, von der Kindheit bis zur produktionsreifen Porzellanherstellung.

    Teil zwei beschäftigt sich mit der Entwicklung in der Meißener Porzellanmanfaktur, den Ansprüchen August des Starken und der Geheimhaltung der Rezepturen.

    Teil drei widmet sich dem weiteren Schicksal der Manufaktur, sowie der Ausbreitung der Porzellanherstellung und der Wandel in der Gestaltung und Bemalung der Objekte.


    Die Autorin beschreibt die Entwicklung europäischen Porzellans beginnend bei J. F. Böttger über Johann Gregor Höroldt bis zu Johann Joachim Kaendler, von Meißen über Wien nach Frankreich. Fehlschläge und Intrigen prägen die Geschichte ebenso wie finanzielle Schwierigkeiten und Kriege.

    Interessant sind auch die den jeweiligen Kapiteln vorgeschobenen Auszüge aus Aufzeichnungen von Beobachtern, wie auch der agierenden Personen.


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