Romy Hausmann - Liebes Kind

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Es gibt 15 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Das Lesezimmer.

  • WoW!


    Romy Hausmann - Liebes Kind


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    Die Studentin Lena Beck wird entführt, ihre Eltern Matthias und Karin haben die Hoffnung nie aufgegeben, dass sie eines Tages wieder auftaucht. Als eine junge Frau in einem Waldstück, in der Nähe der tschechischen Grenze vor ein Auto rennt, liegt der Verdacht nahe, dass es sich um Lena handelt. Bei der Frau ist ihre Tochter, die dreizehnjährige Hannah. Im Krankenhaus stellt sich heraus, dass die junge Frau monatelang von ihrem Entführer in einer Waldhütte gefangen gehalten wurde. Ihr Leben und das ihrer beiden Kinder Hannah und dem 11jährigen Jonathan folgte strengen Regeln. Die Kinder kennen nur ein Leben in Gefangenschaft, alle drei sind zutiefst traumatisiert.



    "Liebes Kind" ist das Thrillerdebut der Autorin Romy Hausmann. Und ich frage mich, wie sie das nach dieser Vorlage toppen will? Denn schon lange habe ich kennen Thriller mehr gelesen, der mich so gefesselt hat, wie hier das Schicksal von Lena, Jonathan und Hannah. Was die Autorin hier bietet ist ganz grosses Kino. Hier ist einfach alles gelungen. Schreibstil, Perspektiven, Plot, Aufbau und Umsetzung. Doch der Reihe nach: Den Schreibstil habe ich erst als kryptisch empfunden. Die ersten Kapitel, aus der Sicht von der 13jährigen Hannah deuten Vieles an, Gedanken werden angerissen und ich musste mich regelrecht einlesen. Erst mit der Zeit habe ich begriffen, dass genau hier die herausragende Eigenschaft des Schreibstils gezeigt wird. Die Vielseitigkeit! Da vor allem aus der Sicht dreier Personen, Lena, Vater Matthias und Hannah, erzählt wird. Und aus jeder Sicht der Schreibstil sich ändert / der Person angepasst wurde. Bei Hannah verwirrt, da sie nach ihrem ganzen Leben in Gefangenschaft zum ersten mal frische Luft riecht. Doch Hannah ist auch etwas altklug und sehr belesen. Weshalb, zeigt sich dann durch eine schlüssige Erklärung. Matthias, der wütend auf jeden und alle ist, weil die Polizei es so lange nicht geschafft hat, seine Tochter zu finden. Und dann Lena, die traumatisiert und zutiefst verängstigt ist.

    Dann der Plot: Hervorragend ausgearbeitet schleust die Autorin den Leser durch eine ganz neue Idee des Thrillers. Immer wenn man hier denkt zu wissen, wer wer ist und wie alles zusammenhängt, ergibt sich eine neue Wende, die das vorher Gedachte durcheinander wirbelt. So ist die Geschichte sehr fesselnd und ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Der Aufbau wurde, wie schon angedeutet auf verschiedene Perspektiven gestützt und nicht immer chronologisch geordnet. Trotzdem weiss man als Leser immer schon nach ein paar Sätzen, wo man genau in der Story steht. Sehr hat mir gefallen, dass durch die verschiedenen Zeitebenen und Perspektiven, die Geschichte sehr vielseitig ist. Die fiesen Cliffhanger, die oft das Ende einer Perspektive markieren, erhöhen die Spannung und verleiten dazu die halbe Nacht durchzulesen.

    Gerade die Passagen, die in der Waldhütte spielen sind harte Kost. Obwohl sehr subtil die Demütigungen, der psychische und körperliche Missbrauch beschrieben wurde. Es ist weder blutig, noch ist der Täter besonders brutal. Das Ganze wird eher auf einer anderen Ebene und wie gesagt subtil beschrieben.

    Gerade die Gefühle, die Liebe zwischen Lena und ihren Kindern ist sehr eindrücklich und berührend geschriebenen. Durch eine überraschende Wende, die ich hier spoilern muss, sieht man diese als Leser noch einmal in einem anderen Licht. Dieser Thriller hat mich durch ein Wechselbad der Gefühle geschleust. Mitleid, Spannung, Ekel, Faszination, Trauer. Eine klare Leseempfehlung von mir!


    5ratten


    :tipp:

    3 Mal editiert, zuletzt von Igela ()

  • Wow, ich bin sehr hin- und hergerissen. Einerseits würde ich gern nachempfinden, wie du in dem Wechselbad der Gefühle diesen Thriller erlebst. Andererseits ist er vermutlich zu heftig für mich. Ich merke momentan immer öfter, dass ich Bücher mit Kindern als Opfer nur sehr schwer lesen kann, grad wenn es um Entführungen geht.

    Danke für den Einblick mit deiner Rezi!

  • Ich merke momentan immer öfter, dass ich Bücher mit Kindern als Opfer nur sehr schwer lesen kann, grad wenn es um Entführungen geht.

    Danke für den Einblick mit deiner Rezi!

    Ich weiss nicht, wie ich es erklären soll, ohne zu spoilern. Hier wird den Kindern keine Gewalt angetan. Es ist eher so, dass es sehr gut darstellt, wie sich Kinder an das Leben gewöhnen, in das sie hineingeboren werden. Sie fühlen sich glücklich dort. Denn sie haben liebende Eltern und ein zu Hause. Das nicht der Norm entspricht...aber da sie es nicht anders kennen...

    Entführt wird eine junge Frau. Doch hier ist die Entführung nebensächlich. Es geht um anderes...wie zb das oben beschriebene.

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    Liebe - AußerKontrolle


    „Liebe. Ganz gleich wie krank, verdreht oder falsch verstanden, bleibt es immer noch Liebe.“


    Vor 4825 Tagen haben Karin und Matthias Beck ihre Tochter Lena das letzte Mal gesehen. Seitdem suchen sie nach ihr und nach Antworten, die ihnen niemand geben kann. Nun stehen sie in Cham im Krankenhaus und hoffen, dass die Lena, die kurz vor der tschechischen Grenze vor ein Auto gelaufen ist, ihre vermisste Tochter ist.
    Bei dieser Frau ist die 13-jährige Hannah. Zusammen mit ihre 11-jährigen Bruder Jonathan wurden sie und die Frau in einer Hütte im Wald wie Gefangene gehalten. Alles folgte den Regeln des Mannes, der sich als ihr Vater sah: die Essens- und Schlafenszeiten; sogar die Toilettenzeiten waren reglementiert. Für die Kinder ist die Freiheit, die sie nun genießen könnten, ein Alptraum. Haben sie dasLeben doch bisher nur durch die Augen ihrer Mutter kennengelernt.


    Diese Geschichte ist allein dadurch schon besonders, da sie beginnt, wo andere ihre Geschichten enden lassen.

    Lena, die Mutter von Hannah und Jonathan erzählt ihre Geschichte, genau so wie Hannah immer wieder zu Wort kommt und aus ihrer Sicht erzählt, oder Matthias, der Vater von Lena – alle drei erzählen ihre Geschichte abwechselnd. Wobei man schon am Sprachstil sehr gut lesen kann, wer hier seine Eindrücke gerade schildert. Bedrückende Rückblenden in die Vergangenheit fachen die Spannung immer weiter an. Ich bin fasziniert, schockiert, kann manchmal kaum glauben, was ich hier lese. Alles kommt so vorstell- und nachvollziehbar rüber.
    Die Personen, egal ob bisher aus der Welt ausgeschlossen, gerade mittendrin oder auf der Suche nach der Wahrheit, zeichnen sich durch ihre Menschlichkeit und ihre Glaubwürdigkeit aus. Ich als Leserin dagegen stehe staunend und Vieles einfach nicht fassend, nicht glauben könnend oder begreifend daneben.


    Dann komme ich an den Punkt, wo ich meine, nun den ganzen Umfang der Geschichte verstanden und durchschaut zu haben. Aber nein, es kommt immer mal wieder eine Wende und meine Vorstellung wird total über den Haufen geworfen. Vom Ende war ich einerseits schockiert, andererseits ist es so absolut nachvollziehbar und glaubhaft.


    Romy Hausmann hat mich mit ihrem Debütthriller gepackt und nicht mehr losgelassen. Die außergewöhnlichen und tragischen Protagonisten werden bestimmt noch eine Zeit lang in meinem Kopf herumspuken, bevor sie auch bei mir ihren Frieden finden.
    Ein Buch, für das ich sehr gerne meine absolute Leseempfehlung ausspreche.


    5ratten

  • Beitrag von Igela ()

    Dieser Beitrag wurde vom Autor gelöscht ().
  • Meine Meinung zum Buch:


    Titel: Wenn du glaubst es wird nicht mehr schlimmer...


    Der Klappentext des Buches klang so grausig, dass ich dachte: "Das muss ich unbedingt lesen um zu merken, dass die Handlung niemals so heftig sein kann wie beschrieben." Doch was ich geboten bekam, war so viel grausamer als erwartet...

    In der Geschichte geht es um Lena, die mit ihren Kindern in einer Hütte im Wald eingesperrt ist. Ihr Entführer ist der Vater der Kinder. Er beschützt sie vor dem Bösen, weshalb die Hütte von der Außenwelt komplett abgeschirmt ist. Kein Licht, kein Geräusch und ähnliches dringen von außen herein. Doch dann gelingt Lena die Flucht und erst da merkt sie, dass sie dem Abgrund nicht mehr fern ist. War es nicht doch besser eingesperrt zu sein?

    Gleich vorweg muss ich jeden warnen dieses Buch vor dem Zubettgehen lesen zu wollen, denn zum Einen werdet ihr weiterlesen wollen und so nicht zum schlafen kommen und selbst wenn ihr es versucht, wird euch das Buch verfolgen im Schlaf. Mich hat es jedenfalls so sehr geflasht, dass ich zu Recht behaupte, dass es sich hier um einen echten Pageturner handelt.

    Die Handlung wird uns aus mehreren Perspektiven geschildert. Mal erleben wir die Geschichte aus der Sicht der kleinen Hannah, die das Draußen gar nicht kennt, mal aus der Sicht von Lena und mal aus der Sicht von Matthias, den Vater von Lena, der seine Tochter seit fast vierzehn Jahren vergeblich sucht.

    Besonders bedrückend empfand ich die Schilderungen von Hannah. Immer wieder habe ich mich gefragt warum sie alles so rational und nüchtern betrachtet, was völlig unnormal für ein Kind ist. Sie scheint regelrecht zufrieden mit dem Leben in Gefangenschaft, aber wer mag es ihr verübeln, schließlich kennt sie die reale Welt ja nicht. Erst im späteren Verlauf der Handlung wird klar, dass sie Aspenger hat, was viel von ihrem Verhalten verständlicher gemacht hat.

    Am meisten Licht ins Dunkel haben die Abschnitte rund um Lena gebracht, da sie uns an ihrem Martyrium der Gefangenschaft und der Gewalt teilhaben lässt. Oft fragt man sich, warum sie so auf Distanz den Kindern gegenüber ist, was sich aber immer mehr aufklärt je mehr man liest. Ihren Verfolgungswahn und ihre Panik konnte ich nur zu gut nachvollziehen nach allem was sie erleben musste. Ich mag mir gar nicht vorstellen wollen wie es ist, wenn einen Presse und Co belästigen und man gar keine Gelegenheit hat das erlebte Drama zu verarbeiten.

    Matthias als leidender Vater war auch sehr authentisch dargestellt. Ich konnte sehr gut nachvollziehen, dass er endlich Gewissheit wollte, um mit dem Ereignis abschließen zu können.

    Ansonsten bleibt mir nichts anderes zu sagen als dass es der Autorin gelungen ist von der ersten bis zur letzten Seite die Spannung sehr weit oben zu halten, so dass man einfach mit dem Lesen nicht mehr aufhören kann. Ich habe sehr schön mitgerätselt, wer der Täter sein könnte und bin der Schriftstellerin leider immer wieder auf dem Leim gegangen, was zeigt wie gut sie falsche Fährten legen kann.

    Der Schluss der Geschichte war so brachial, dass ich beim Lesen der Auslösung laut aufgestöhnt habe, weil ich es einfach nicht glauben konnte.

    Fazit: Wer in der Lage ist in die Abgründe der menschlichen Seele zu blicken, der darf sich diesen spannenden Thriller nicht entgehen lassen. Ich kann nur eine klare Leseempfehlung aussprechen. Gänsehaut garantiert!


    Bewertung: 5ratten und :tipp:


    &WCF_AMPERSAND"Das Buch als Betriebssystem ist noch lange nicht am Ende&WCF_AMPERSAND" (H.M. Enzensberger)

  • Das erinner mich ein kleines bisschen an "Raum" (Buch und Film), Emma Donoghue. Ist das vergleichbar (inhaltlich), weiß das jemand?

  • @ Kritty: Von der Thematik her gebe ich dir Recht, dass es mit "Raum" vergleichbar ist. Allerdings erlebt der Leser die Ereignisse als Erzählung, wenn die Opfer schon in vermeintlicher Sicherheit, sprich draußen sind.

    &WCF_AMPERSAND"Das Buch als Betriebssystem ist noch lange nicht am Ende&WCF_AMPERSAND" (H.M. Enzensberger)

  • Broschiert: 430 Seiten

    Verlag: dtv Verlagsgesellschaft (28. Februar 2019)

    ISBN-13: 978-3423262293

    Preis: 15,90 €

    auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich


    Ein außergewöhnlicher Psycho-Thriller


    Inhalt:

    Eine Frau ist gefangen. In einer Hütte im Wald muss sie Mutter und Ehefrau spielen. Es herrschen strenge Regeln, denen „Papa“ die Familie unterwirft, und wehe, sie gehorchen nicht. Als es der Frau endlich gelingt zu fliehen, ist das Martyrium noch lange nicht vorbei …


    Meine Meinung:

    „Liebes Kind“ ist Romy Hausmanns Thrillerdebüt und wirklich sehr gut gelungen. Die Handlung ist außergewöhnlich komponiert und setzt dort ein, wo sie bei anderen Thrillern eigentlich endet, bei der Befreiung des Opfers.


    Aus drei verschiedenen wechselnden Perspektiven setzt sich nach und nach, auch durch Rückblicke, das Geschehen zusammen. Alle drei Perspektiven werden sehr subjektiv erzählt. Man kann dadurch nie sicher sein, ob sich wirklich alles so abspielt oder ob es vielleicht verzerrt dargestellt wird. Die Lesenden werden oft auf eine falsche Spur gesetzt. Die Handlung ist komplex und nicht leicht durchschaubar. Bei sehr aufmerksamem Lesen ist es aber durchaus möglich, den Täter zu erkennen. Das liebe ich bei einem Thriller.


    Die Autorin erzählt wortgewandt und fesselnd. Oft animieren kleine Cliffhanger am Kapitelende zum Weiterlesen, sodass es schwerfällt, das Buch aus der Hand zu legen. Romy Hausmann lässt uns in die tiefsten Abgründe der menschlichen Seele blicken. Vom ersten Moment an schockiert sie durch eine realistische Darstellung der psychischen Auswirkung der Gefangenschaft auf die Opfer. Man kann gar nicht anders als mit zu leiden.


    Fazit:

    Ein außergewöhnlich komponierter, komplexer Psychothriller, der von Anfang bis Ende zu fesseln weiß und einen mit Hochspannung durch die Seiten treibt. Von mir gibt es eine ganz klare Leseempfehlung für alle Thriller-Freunde.


    ★★★★★

  • Dieses Buch ist gerade in aller Munde und nur weil meine Stamm Onleihe plötzlich auf 72 Vormerkungen reagiert hat und zig neue Lizenzen erworben hat, kam ich viel schneller in den Lesegenuß als eigentlich geplant.


    Weiss gar nicht wo ich anfangen soll ohne etwas von der Story zu erzählen. Also - schon von den ersten Seiten an hatte die Autorin mich gefangen. Die kleine Hannah die so süß und naseweis vor sich her plappert und ganz stolz erzählt wenn sie etwas wusste (sie hat dann immer einen ganzen Lexikoneintrag zu dem Thema parat gehabt) - das war ca 1/3 des Buches super - danach ist es mir gehörig auf die Nerven gegangen ;-) Aber es gehört zur Geschichte und ist wichtig - das kann die Autorin nicht einfach weglassen dann - ist schon klar. Genervt hat es trotzdem!


    Dann haben wir Lena selbst, sie ist nach ihrem Unfall und dem Krankenhaus Aufenthalt wieder zu Hause und komplett überfordert mit der Situation. Sie sieht in jedem Knirschen und Knacken eine mögliche Gefahr und holt sich Hilfe von ihrer Ex-Freundin Kirsten. Trotzdem blieben die beiden für mich nicht so greifbar - verständlich ist, dass Lena nach den schlimmen Geschehnissen niemanden an sich heranlassen möchte, so hat sie aber auch mich außen vor gelassen. Ich habe mich mit ihrem Verhalten manchmal schwer getan und mit ihr nicht wirklich mitgefiebert. Interessant und sehr spannend waren die Abschnitte wo sie aus der Vergangenheit und ihrer Gefangenschaft berichtet hat.


    Der Schreibstil ist angenehm, einige Rezensionen sagen, dass die Sätze so abgehackt wären und das den lesefluss stören würde, das kann ich für mich nicht bestätigen. Die kurzen Sätze und auch kurzen Kapitel haben dem Buch ein schönes Tempo gegeben und ich liebe Geschichten die sich schnell entwickeln.


    Romy Hausmann spielt mit dem Wechsel der Perspektiven und hält so die Spannung durchgehend am Laufen. Mal erzählt Lena von früher aus der Gefangenschaft, dann Hannah aus dem Jetzt und auch Matthias, Lenas Vater bekommt eigene Kapitel. Alle waren gleichweg spannend, keins davon fand ich langweilig oder unnötig. Wenn ich meine Notizen die ich mir immer beim Lesen mache durchschaue, dann kann ich nur müde lächeln. Ich habe ca 5 mal mit einer % Angabe notiert wer der Täter ist und wie es ausgeht - der Detektiv Spürsinn ihr wisst schon. Zu groß war der Wunsch es unbedingt vor allen anderen herauszubekommen, und am Ende triumphieren zu können, aber ich habe KEINE einzige richtig gehabt! Es kam am Ende ganz anders als ich erwartet habe und ich wurde mehr als einmal komplett überrascht.


    Das Ende lässt keine Fragen mehr offen und ich bleibe zufrieden zurück.


    Eine klare Leseempfehlung von meiner Seite mit fast 5 Sternen, ein wenig hat mich die Art von Hannah im Verlauf der Geschichte genervt und ich fand es schade, dass ich keine Beziehung (und kein Mitleid) mit dem Opfer aufbauen konnte. Aber der Geschichte hat das keinen Abbruch getan. (oder nur ganz wenig - bin trotzdem durch die Seiten geflogen)


    4ratten

  • Dieses Buch ist gerade in aller Munde und nur weil meine Stamm Onleihe plötzlich auf 72 Vormerkungen reagiert hat und zig neue Lizenzen erworben hat, kam ich viel schneller in den Lesegenuß als eigentlich geplant.

    Das ist immer gut. Bei mir hat sich die Wartezeit einmal locker um fast ein Jahr verkürzt ;-)

    Es kommt darauf an, wie du dein Leben mit Leben füllst.

  • Lena hat jahrelang mit ihrem Mann und ihren Kindern Hannah und Jonathan in einer fensterlosen Hütte im Wald gelebt - bis sie ihn umbringt und zusammen mit beiden Kinder fliehen kann. Und dann gibt es einen Unfall: Lenas Eltern, die sie seit 14 Jahren vemisst haben, kommen ins Krankenhaus und sehen, dass die Verletzte, die sich Lena nennt, gar nicht ihre Tochter ist. Doch dann kommt Hannah und ist Lena wie aus dem Gesicht geschnitten.


    Was ist geschehen? Wie passen alle diese Puzzlesteine zusammen? Berichtet wird aus mehreren Perspektiven: aus der von Lena, von Hannah und Matthias, Lenas Vater.


    Und bald wird deutlich, dass dies eine Geschichte ist, die uns sehr nahe geht, einfach, weil sie einerseits zwar weit hergeholt wirkt, andererseits jedoch uns alle treffen kann. Denn: das Unheil ist hier nicht abstrakt, nein, es schleicht sich mitten hinein in das Familienleben, nistet sich ein und ist latent noch immer vorhanden, auch wenn Frau und Kinder offenbar in Sicherheit sind. Wird Matthias seine Tochter wiedersehen? Werden Lena, Hannah und Jonathan jemals normal leben können? Was ist in diesem Zusammenhang überhaupt normal?


    Heftig und erschütternd, dabei meisterhaft konstruiert ist der Thriller der jungen Autorin Romy Hausmann. Es geht nicht übermäßig blutig darin zu, nein, es ist ein Psychoterror der subtilen Art, der das gesamte Geschehen durchdringt und mir beim Lesen permant eine Gänsehaut bescherte. Faszinierend und absolut meisterhaft!

    5ratten

  • Ich habe dieses Buch zufällig in der Buchhandlung gefunden.

    Ich hatte dieses Jahr extremen Stress, ein Familienmitglied starb, ein anderes war seit Juli im Krankenhaus, konnte nicht gehen, am Ende lief es auf eine Beinamputation hinaus (und dann kam Delir, Essensverweigerung usw.). Daher hatte ich seit Feburar nur Kinderbücher in Deutsch und Englisch gelesen (passiert nichts Gravierendes, schöne heile Welt, kein Anspruch beim Lesen).


    Und dann habe ich dieses Buch im September entdeckt und an einem Nachmittag komplett gelesen.

    Während die Rezis bei amazon gemischt waren - einige fanden es vorhersehbar und das Ende sinnlos/ öde - hat mich das Buch doch sehr eintauchen (sogar wegtauchen) lassen. Einzig die Perspektive von Matthias habe ich beim ersten Lesen meist überflogen, weil ich damit wenig anfangen konnte (das änderte sich später).

    Schön fand ich gerade am Anfang die immer neuen Informationen, die oft eine ganz neue Perspektive vermittelten.



    Möglicherweise bin ich nicht mehr ganz die Zielgruppe, da ich solche Bücher vor einigen Jahren ständig gelesen habe, aber in letzter Zeit gar nicht mehr, so dass etwas, das für Stammleser vorhersehbar ist, es für mich eventuell nicht ist.


    Ein bisschen unglaubwürdig fand ich lediglich



    Während ich die Idee an sich gut fand und auch das Ende interessant, war es für mich aber dann doch nicht ganz nachvollziehbar,



    Ansonsten würde ich das Buch auf jeden Fall für lange Wartezeiten beim Arzt oder eine lange Zugfahrt etc. empfehlen.


    LG von

    Keshia

    Ich sammele Kochbücher, Foodfotos und Zitate.


    <3 Aktuelle Lieblingsbücher: "The good people" von Hannah Kent, "Plate to pixel" von Hélène Dujardin und "The elegance of the hedgehog" von Muriel Barbery.

  • Guten Morgen,


    Ich habe mir "Liebes Kind" gestern aus einer Pankower Bibliothek ausgeliehen. Ich muss sagen, das Buch ist spannend, aber ich kann mir nach 1/4 des Buches schon denken, worauf das Ganze hinaus läuft.


    Eben ein Thriller aus einer interessanten Perspektive.

  • Ich finde, dass der Fall in "Liebes Kind" quasi "von hinten" aufgerollt wird, macht diesen Thriller so ungewöhnlich.


    Selbst ich, die quasi kaum Krimi und Thriller liest, war neugierig, was an dem Buch dran ist. Jetzt, nach etwa 1/3 des Buches kommt es richtig in Fahrt, d.h. die Vorgeschichte ist so weit wie möglich geklärt und das Buch nimmt rasant an Spannung zu.

  • Inhalt

    Eine scheinbar unbekannte Frau wird nach einem Autounfall schwerverletzt ins Krankenhaus eingeliefert. Ihre Gedanken sind wirr und sie kann den Ärzten nicht erzählen, was passiert ist. Außerdem ist bei ihr ein kleines Mädchen, Hannah, die ungewöhnlich ruhig wirkt und sich einer Krankenschwester anvertraut.


    Die schwerverletzte Frau sei ihre Mutter und hieße Lena.


    Lena… schnell wird klar, es könnte sich um die seit vielen Jahren vermisste Lena Berg handeln. Erzählt das Mädchen die Wahrheit und wenn ja, wo ist Lena all die Jahre gewesen?


    Eine Hütte im Wald, die Fenster zugenagelt. Es lebt dort eine Familie mit zwei Kindern. Der Vater ist tagsüber abwesend und schaut hauptsächlich abends nach dem Rechten. Hannah und ihr Bruder Jonah leben nach Vaters Motto: „Wer seine Kinder liebt, schließt sie ein und beschützt sie so vor Gefahren!“


    Was ist mit Lena passiert, und handelt es sich bei der verletzten Frau wirklich um Lena Berg? Und was geschah in der Hütte im Wald?

    Meine Meinung

    Das Debüt von Autorin Romy Hausmann überzeugt eindeutig durch die Vielschichtigkeit der verschiedenen Charaktere. Besonders spannend ist die Erzählung von Hannah. Ein Kind, welches nach und nach den Fall auflöst und aus der Sicht eines Kindes erzählt, was für sie jahrelang vollkommen normal war.

    Als Leser wirken diese Erzählungen abstrus und man kann kaum glauben, was Hannah erzählt.


    Die Geschichte wird erzählt aus der Sicht von drei verschiedenen Personen, die zunächst keinen Zusammenhang zu haben scheinen. Es ist spannend zu verfolgen, wie die einzelnen Personen mit der Situation umgehen und berichten was sie fühlen und wie es ihnen in der aktuellen Situation geht.


    Hausmann schildert schlüssig und nachvollziehbar die Gedanken und Gefühle der Protagonisten. Der Leser hat die Möglichkeit sich in die Charaktere und die Geschichte hineinzuversetzen. Eindeutig spannend war es, dass man teilweise auch verstehen konnte, weshalb ein Charakter nun entsprechend handelt, auch wenn die persönliche Entscheidung eindeutig anders ausgefallen wäre.


    Abgesehen von den sehr starken Charakteren hat Hausmann eine sehr spannende Geschichte geschrieben.

    Hierbei überzeugt der rote Faden, der am Anfang jedoch eher grau wirkt als rot. Man durchlebt eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Am Anfang der Geschichte scheint es, dass man längst durchschaut hat, was passiert ist. Hausmann schafft jedoch mit cleveren Twists den Leser immer wieder auf’s Glatteis zu führen. Hierdurch bleibt die Geschichte sehr spannend und abwechslungsreich.


    Gelungen ist außerdem die Erzählweise der Geschichte. Es ist kein typischer „Der Ermittler ermittelt einen Fall“ Thriller. Die Geschichte wird berichtet von beteiligten Personen. Kein Außenstehender Ermittler. Dadurch bekommt man eine viel detailliertere Vorstellung vom Geschehen und die Grausamkeit des Verbrechens kommt dem Leser unangenehm nah.

    Hausmann stellt die Entwicklung der Charaktere eindeutig in den Vordergrund der Geschichte.

    Fazit

    Das Debüt „Liebes Kind“ von Romy Hausmann ist eindeutig ein Versprechen der Autorin. Ein Versprechen für garantiert gelungenen Lesespaß. Mit „Liebes Kind“ hat Romy Hausmann einen Pageturner der feinsten Art geschaffen und bietet dem Leser alles, was ein guter Thriller haben muss.


    Es ist eine Achterbahnfahrt der Gefühle und man fiebert Seite für Seite mit den Protagonisten mit.

    Vor allem die besondere Erzählweise und die Nähe zu den Charakteren mach diesen Roman spannender als so viele andere. „Liebes Kind“ ist eindeutig eine Kaufempfehlung!


    Auch zu finden auf meinem Blog: Das Lesezimmer


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