Alan Bradley - Der Tod sitzt mit im Boot / The Grave's a Fine and Private Place (Flavia de Luce 09)

Leserunde mit Judith & Christian Vogt ab 11.10.2019: Wasteland [Postapokalyptische Utopie]
Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

Es gibt 6 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Valentine.

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    ACHTUNG, SPOILER ZU DEN VORGÄNGERBÄNDEN!!


    Ein halbes Jahr nach dem Tod ihres Vaters sind die drei de-Luce-Schwestern immer noch ganz schön durch den Wind, zumal im Raum steht, dass Buckshaw verkauft werden soll und sie so auch noch ihr Zuhause verlieren könnten.


    Dogger, der alte Vertraute des Vaters, kann das Elend nicht mehr mit ansehen und unternimmt mit den drei Mädchen eine Bootstour, um sie ein wenig aufzumuntern. Doch wie könnte es anders sein - gerade als sie an einem malerischen Städtchen vorbeirudern, in dem zu Flavias großer Faszination einst ein Priester mehrere Gemeindemitglieder mit vergiftetem Messwein getötet haben soll, berühren Flavias Finger plötzlich etwas unter Wasser, das sie zunächst für einen riesigen Fisch hält, sich aber als menschliche Leiche entpuppt. Ein junger Mann in seltsamer Kostümierung.


    Während Daphne und Ophelia sich entsetzt abwenden, ist Flavia wie immer höchst fasziniert und beginnt, noch während Dogger die Polizei informiert, mit ersten Ermittlungstätigkeiten.


    Im Städtchen Volesthorpe freundet sie sich dann mit dem Sohn des Bestatters an, der ihr Dinge über den Killerpriester erzählt, die sie stutzig machen, und Daphne schließt Freundschaft mit der Frau des Dorfwirts, die insgeheim Gedichte schreibt und veröffentlicht und nun anscheinend erpresst wird.


    Das ist bisher mal wieder ein Flavia-Band der alten Schule, ohne das ganze Geheimgedöns um ihre Eltern, dafür mit viel Platz für Dogger, den ich von Band zu Band mehr ins Herz geschlossen habe und der diesmal mehr denn je Flavias Verbündeter ist. Sie improvisieren sogar gemeinsam im Pensionszimmer über der Dorfkneipe ein forensisches Labörchen :lachen: Das freut mich nicht nur ermittlungstechnisch, sondern auch, weil Flavia im letzten Band so schrecklich traurig und verlassen war und jetzt wieder ein bisschen Oberwasser kriegt.


    Ich bin sehr gespannt, was da noch alles kommt.

    Be curious, be creative, be patient, be joyful.

    (Agnès Varda)

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    ACHTUNG: SPOILER ZU DEN VORGÄNGERBÄNDEN!


    Nach dem plötzlichen Tod ihres Vaters sind Flavia und ihre Schwestern auch ein halbes Jahr später noch ganz schön durch den Wind, zumal sie nicht nur den Verlust verarbeiten müssen, sondern auch weitere einschneidende Veränderungen drohen.


    Um die Mädchen etwas aufzumuntern, unternimmt Dogger, der treue Diener und Vertraute des Vaters und spezieller Freund von Flavia, an einem schönen Sommertag einen Ausflug mit den dreien. Just als sie mit dem Stocherkahn an dem Dörfchen Volesthorpe vorbeikommen, das bekannt wurde, weil der dortige Pfarrer drei Gemeindemitglieder mit Messwein vergiftet haben soll, entdeckt Flavia im Wasser eine Leiche.


    Was bleibt anderes übrig, als anzulegen, den Toten, der merkwürdig kostümiert ist, an Land zu bringen und, Einsatz für Flavia, erste Ermittlungen aufzunehmen? Prompt findet sie in seiner Tasche einen Zettel mit rätselhaften Zahlen und entdeckt auf Hinweise auf potentiell todbringende chemische Substanzen.


    So weit, so gut - ein einfach zu lösender Fall scheint das jedoch nicht zu werden, die Vergangenheit spielt eine größere Rolle, als Flavia zunächst angenommen hat, und die Verstrickungen in der kleinen Gemeinde sind schwer zu durchschauen.


    Dieser Fall für Flavia hat mir wieder gut gefallen. Zwar erschien mir die Auflösung bzw. die Art, wie sie zustande kam, doch ein wenig konstruiert, aber der Weg dorthin konnte es mit den ersten Bänden durchaus aufnehmen, vor allem, weil Flavia diesmal unterwegs ist und nicht auf ihr bewährtes Chemielabor auf dem Dachboden zurückgreifen kann. Die Improvisationsversuche bei der Beweisaufnahme lesen sich äußerst amüsant. Und ich mochte das Kirchenmilieu, in dem sich ein Großteil der Handlung abspielt - egal ob Flavia in alten Gebetbüchern stöbert, Feely an der Orgel die Zeit vergisst oder man förmlich spürt, wie die Geister der dort Begrabenen in der Kirche herumspuken, diese Szenen schildert Bradley immer ganz besonders nett.


    Schön auch, dass Dogger hier so viel Raum einnehmen darf. Er war mit seiner stillen Güte, seinem Wissensschatz, mit dem er nie prahlt, und seiner kriegsversehrten Seele schon immer eine meiner Lieblingsfiguren und ist eine perfekte Ergänzung zu Flavia, die von seiner Seite auch die Wärme erfährt, die ihr in den letzten Bänden so gefehlt hat. Und es gibt sogar eine kleine Annäherung unter den ewig verfeindeten Schwestern.


    Last but not least ist nun auch das große Geheimnis um die Eltern wohl endlich auserzählt, das mir streckenweise in den letzten Bänden zu abstrus wurde. Also viele gute Gründe, sich auf einen nächsten Band zu freuen.


    4ratten

    Be curious, be creative, be patient, be joyful.

    (Agnès Varda)

  • Ja, ohne den Todesfall wäre die Serie wahrscheinlich ziemlich auf der Stelle getreten. So leid es mir für Flavia auch getan hat.



    Ich habe diesen Band extra aufgespart, bis der nächste angekündigt ist, dann muss ich nicht gar so lange warten ;)

    Be curious, be creative, be patient, be joyful.

    (Agnès Varda)

  • Egal wo Flavia de Luce hinkommt, der Tod scheint schon auf sie zu warten.

    Diesmal brauchte die Familie eine Auszeit und macht einen Ausflug, um auf andere Gedanken zu kommen.

    Mit dem Boot geht es über die Themse. Und während Flavia so trübselig dasitzt und nachdenkt, hat sie plötzlich eine Wasserleiche an der Hand hängen.


    Nachdem der vorherige Band so ein schreckliches Ende hatte, war ich doch sehr über die Atmosphäre in diesem Buch hier überrascht.

    Seit langer Zeit ist die Stimmung in einem Flavia de Luce-Buch mal nicht bedrückend und traurig, das hatte mir von allem am besten gefallen.

    Also hat nicht nur die Familie eine Pause von Buckshaw gebraucht, sondern auch ich. Die letzten zwei, drei Bände waren doch schon sehr düster gewesen.


    Dafür gibt es von mir schon mal einen fetten Pluspunkt. Aber, es gab noch andere Besonderheiten:

    - Diesmal wird der Fokus fast komplett auf den Kriminalfall gelegt. Flavias Familienangelegenheiten rücken ziemlich in den Hintergrund. Ich habe ja den leisen Verdacht, das selbst der Autor noch nicht so richtig wußte, wie es mit Buckshaw und den Bewohnern weitergehen soll, jetzt wo der Vater nicht mehr ist. Da passt ein Tapetenwechsel der Handlung gut in den Kram. Man kann Flavia einen Mord aufklären lassen und macht sich über die wichtigen Sachen erst später Gedanken.


    - Dann fiel mir noch Dogger auf. Er benimmt sich für ihn völlig untypisch. Normalerweise ist er sehr wortkarg und er tritt auch nur auf den Plan, wenn Flavia nicht weiterweiß.

    In diesem Band hier war Dogger ja schon fast eine Quasselstrippe. Und man hat viel Neues über ihn erfahren.

    Ich weiß noch nicht, ob mir der neue Dogger gefällt.


    Den Mordfall selbst fand ich schon sehr spannend. Ich hatte manchmal Probleme Flavia bei der Auflösung zu folgen, aber das geht mir mit ihr immer so wenn sie den Chemie-Professor raushängen lässt. Ich bin mir aber sicher, dass es nicht nur mir so ergeht.

    Es war auch interessant zu sehen, wie Flavia ohne ihr Labor zurechtkommt.

    Ein bisschen habe ich die Dorfbewohner von Bishop's Lacey vermisst. Da sind bisher in jeden Band ein paar drollige Exemplare dabei gewesen.


    Für mich ist der neunte Band wieder gelungen, auch wenn für Flavia eine neue Zeit anbricht.

    Der Hinweis auf der letzten Seite, der auf Flavias Zukunft hindeutet, könnte eine ganz neue Krimireihe ergeben. Vielleicht hat der Autor ja sowas vor?

    Sollte nicht eh mit dem zehnten Band Schluss sein?

    Ich würde es begrüßen...


    4ratten

    Lesen ist die schönste Brücke zu meinen Wunschträumen.

  • Für die Handlung ist der Tod von Flavias Vater, so traurig es ist, ein Gewinn.


    Du hast vollkommen Recht. Schon alleine die Stimmung ist wieder viel positiver, als vorher.


    Ich habe diesen Band extra aufgespart, bis der nächste angekündigt ist, dann muss ich nicht gar so lange warten ;)


    Ich habs genauso gemacht. Die Warterei immer auf den nächsten Band, macht mich irgendwann noch verrückt.

    Lesen ist die schönste Brücke zu meinen Wunschträumen.

  • illy

    Hat den Titel des Themas von „Alan Bradley - Der Tod sitzt mit im Boot/The Grave's a Fine and Private Place“ zu „Alan Bradley - Der Tod sitzt mit im Boot / The Grave's a Fine and Private Place (Flavia de Luce 09)“ geändert.