2. - Kap. 6 bis einschl. Kap. 11 (S. 181)

Leserunde mit Judith & Christian Vogt ab 11.10.2019: Wasteland [Postapokalyptische Utopie]
Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

Es gibt 27 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von buchregal123.

  • Hier könnt Ihr zum zweiten Abschnitt schreiben.


    Spoilermarkierungen sind aufgrund der Seitenbeschränkung nicht vorgesehen.

    Liebe Grüße, Caren

    —————

    Wenn lesen Kalorien verbrennen würde, wäre ich in kürzester Zeit beängstigend dünn.

    —————

    Meine Rezensionen

  • Fühlt euch bitte nicht durch mich gedrängt.

    Ich habe gerade diesen Abschnitt beendet und muss nur kurz ein paar Gedanken los werden bevor ich sie vergesse.


    Zu Simone möchte ich am liebsten gar nichts mehr sagen, denn ich fühle hier genauso wie Celina nur noch Wut in mir.


    Andersherum teile ich natürlich auch Marcs Gedanken, der hofft das man Celina aus ihrer Wut wieder heraus helfen kann. So gesehen hat Simone jetzt auch noch die Zukunft einer ihrer Töchter in große Gefahr gebracht. Da hat Marc recht.


    Natürlich hat auch Alex recht, wenn sie sagt, dass man Simone Zeit geben muss um diese Schuldgefühle zu verarbeiten.

    Zu dumm nur, dass Simone sich selbst diese Zeit gar nicht gegeben hat.


    Obendrein hat sie auch noch das Leben anderer in höchsten Maße gefährdet.


    Ich habe schon einige Stürme mit Orkan-Böen an der Nordsee-Küste erlebt und weiß, dass kein Einheimischer freiwillig das Haus verlässt bei solchem Wetter. Das ist verdammt schwer überhaupt einen Meter voran zu kommen bei diesen Stürmen.

    Es hat mir auch wirklich sehr gut gefallen, dass Noa so deutlich beschrieben hat, wie gefährlich diese Umweltverschmutzung ist. Nicht nur wegen der Giftstoffe, sondern auch bei hohem Wellengang oder Stürmen.

    Es dauert oft Tage bis man den ganzen Müll dann vom Strand und aus den Dünen wieder eingesammelt hat.


    Gut das die Freunde von Jens eingetroffen sind und sofort bereit waren bei der Suche zu helfen. Diese Szenen waren jetzt wirklich auch erholsam beim lesen, weil mit diesen Soldaten auch etwas Fröhlichkeit in die bisher traurige Handlung kam.

    Da war doch auch mal eine humorvolle Stimmung im alten Bauernhaus.


    Aber was ist denn jetzt auf einmal mit Lotti los? Wurde sie von einem Blitz getroffen als TIP eingetroffen ist? Oder war irgend ein besonderer Pfeil der Götter grade in der Luft, der Lotti in dem Moment getroffen hat, als TIP auf der Bühne erschien?

    Seltsam.... :schulterzuck:


    Zumindest hat Lotti sehr deutlich erkannt was mit Marc und Alex los ist und offenbar hat sie auch schon das Problem erkannt, welches auf die Beiden zu kommt.


    Marc ist also Hubschrauber Pilot und rettet normalerweise das Leben anderer. Da hat er sicher schon oft mit Menschen zu tun gehabt die dem Tod knapp entkommen sind. Diese Menschen haben vielleicht Kammeraden verloren und trauern. Nicht nur der Unfall kann er richtig verarbeiten, sondern auch die vielen Gefühle die mit der Trauer einher gehen kann er immer noch nicht unter Kontrolle bekommen. Dies zeigt sein Albtraum der ihn nach längeren Pause nun doch wieder erwischt.


    Interessant fand ich jetzt zum Schluss die Gedanken, die Marc in Bezug auf Johanns Eltern im Kopf hatte. Die Eltern tun sich jetzt wirklich keinen Gefallen damit das sie Marc keine Chance zum Gespräch geben.

    Aber wer weiß, vielleicht brauchen die Eltern auch erst etwas Zeit um ein solches Gespräch zu zulassen.


    Wobei ich lieber gar nicht darüber nachdenken möchte, wie ich reagieren würde, wenn ich eines meiner Kinder oder Enkelkinder durch so ein Unglück verlieren würde.

    Ich weiß es nicht und darum möchte ich lieber gar keine Theorien aufstellen, ob Johanns Eltern klug oder unklug handeln.

    Einmal editiert, zuletzt von Annette B. ()

  • Offanbar sind Johanns Eltern nicht bereit, Marc auf sich zugehen zu lassen. Das kann ich verstehen, denn sie können es sich anscheinend nicht vorstellen, ihm gegenüber zu stehen. Das erfordert ein großes Maß an Stärke und nicht jeder hat es. Abgesehen davon kann ich mir auch vorstellen, dass es Marc wichtiger ist, dass ihm vergeben wird als umgekehrt. Ideal ist es natürlich, wenn es zum Gespräch kommt, aber ob ich an Stelle der Trauernden jemals die Kraft dazu hätte, das weiß ich auch nicht.


    Irgend jemand hatte im ersten Abschnitt geschrieben, dass Simone in ihrer Trauer sehr egoistisch ist und es zeigt sich jetzt, dass das absolut richtig ist. Anscheinend ist sie ihrem Mann gefolgt, ob aktiv oder passiv: wie auch immer, sie hat ihre Töchter in Stich gelassen, dabei brauchen diese sie doch auch!


    Dieser Soldatentrupp hat einen eigenen Charme und ist offenbar Teil von Jens' Geschichte, aber wie genau er sich dort einfügt, das weiß ich nicht. Ich bin ganz neugierig darauf geworden und hoffe, dass wir bald mehr erfahren.


    Marc und Alex sind einander näher gekommen - wie wird es sein, wenn sie merken, welches Glied sie verbindet? Ich glaube, dass Alex auf ihrem Weg der Trauer schon ziemlich weit ist und nach dem ersten Schrecken gut damit fertig werden wird.


    Warum ist Lotti bloß so aggressiv Tip gegenüber? Gibt es irgendeinen Trgger in Bezug auf Soldaten bzw. Kommandanten? Vielleicht etwas, das in Israel passiert ist? Er findet sie jedenfalls toll und da er selbst auch ein toller und erfahrener Mann ist, bin ich mir sicher, dass er seinen Weg zu ihr finden wird. Wenn auch auf Umwegen.


    Und was ist mit diesem Mädchen, das dazugekommen ist, Jenni heißt sie glaube ich? Sie scheint sehr stark zu sein, aber ich bin sicher, dass es noch was anderes in ihr gibt, nämlich tiefe Trauer und sicher werden wir die noch erleben (müssen). Sie sucht die Nähe der Soldaten - was ist wohl der Grund dafür.


    Ein weiterer eindringlicher und atmosphärischer Abschnitt: schon jetzt bin ich neugierig darauf, wie es weitergeht!

  • Ideal ist es natürlich, wenn es zum Gespräch kommt, aber ob ich an Stelle der Trauernden jemals die Kraft dazu hätte, das weiß ich auch nicht.

    Ja da hast du recht. Da gehört viel Kraft und Mut dazu ein solches Gespräch zu führen. Darum bin ich mir auch nicht sicher, ob ich diese Kraft hätte und möchte dazu lieber keine Theorien aufstellen.


    Irgend jemand hatte im ersten Abschnitt geschrieben, dass Simone in ihrer Trauer sehr egoistisch ist und es zeigt sich jetzt, dass das absolut richtig ist. Anscheinend ist sie ihrem Mann gefolgt, ob aktiv oder passiv: wie auch immer, sie hat ihre Töchter in Stich gelassen, dabei brauchen diese sie doch auch!

    Das war ich und ihr Verhalten hat meinen Eindruck nun bestätigt.

    Diese Szene im ersten Abschnitt, als sie Marc sein Fehlverhalten vorwirft, weil er mit Hanna und Celina surfen war....

    Da hat Simone Ihm vorgeworfen, dass SIE auch noch eine Tochter hätte verlieren können!

    Und was macht SIE jetzt? Sie lässt ihre Töchter im Stich.


    Dieser Soldatentrupp hat einen eigenen Charme und ist offenbar Teil von Jens' Geschichte, aber wie genau er sich dort einfügt, das weiß ich nicht. Ich bin ganz neugierig darauf geworden und hoffe, dass wir bald mehr erfahren.

    Auf die Geschichte bin ich auch schon gespannt.


    Warum ist Lotti bloß so aggressiv Tip gegenüber? Gibt es irgendeinen Trgger in Bezug auf Soldaten bzw. Kommandanten? Vielleicht etwas, das in Israel passiert ist? Er findet sie jedenfalls toll und da er selbst auch ein toller und erfahrener Mann ist, bin ich mir sicher, dass er seinen Weg zu ihr finden wird. Wenn auch auf Umwegen.

    Da habe ich noch gar nicht dran gedacht, dass Lotti da einen Trigger in Bezug auf Uniformen oder Kommandanten haben könnte. Es wäre aber eine einleuchtende Erklärung für ihr seltsames Verhalten.

    Im Moment scheint zumindest TIP etwas Spaß an dieser neuen Form der Kriegsführung zu haben. Offenbar ist TIP von Frauen fasziniert die er mit allen Waffen seiner Intelligenz erobern muss. :lachen:

    Und was ist mit diesem Mädchen, das dazugekommen ist, Jenni heißt sie glaube ich? Sie scheint sehr stark zu sein, aber ich bin sicher, dass es noch was anderes in ihr gibt, nämlich tiefe Trauer und sicher werden wir die noch erleben (müssen). Sie sucht die Nähe der Soldaten - was ist wohl der Grund dafür.

    Bei Jenni habe ich das Gefühl das sie ihre Trauer verdrängt und nach ständiger Ablenkung sucht, weil sie Angst vor diesen schmerzhaften Gefühlen hat. Die Soldaten sind daher eine perfekte Ablenkung um die Verdrängungstaktik nicht aufgeben zu müssen.

    Leider wird es dadurch nicht einfacher die Trauer zu überwinden. Im Gegenteil, irgendwann brechen die Gefühle aus ihr heraus und das kann ganz böse, eventuell sogar in einen körperlichen Zusammenbruch, enden.

  • Es hat mir auch wirklich sehr gut gefallen, dass Noa so deutlich beschrieben hat, wie gefährlich diese Umweltverschmutzung ist. Nicht nur wegen der Giftstoffe, sondern auch bei hohem Wellengang oder Stürmen.

    Es dauert oft Tage bis man den ganzen Müll dann vom Strand und aus den Dünen wieder eingesammelt hat.

    Ja, das ist wirklich toll beschrieben - ein so großes Problem kann nicht oft genug angesprochen werden und Noa tut es hier sehr eindringlich!

    Diese Szene im ersten Abschnitt, als sie Marc sein Fehlverhalten vorwirft, weil er mit Hanna und Celina surfen war....

    Da hat Simone Ihm vorgeworfen, dass SIE auch noch eine Tochter hätte verlieren können!

    Und was macht SIE jetzt? Sie lässt ihre Töchter im Stich.

    In der Tat, das macht sie auch in meinen Augen zu einer sehr egoistischen Person!

    Leider wird es dadurch nicht einfacher die Trauer zu überwinden. Im Gegenteil, irgendwann brechen die Gefühle aus ihr heraus und das kann ganz böse, eventuell sogar in einen körperlichen Zusammenbruch, enden.

    Ja, so ist es - einfach wegschieben, das rächt sich irgendwann aufs Übelste!

  • Simone hat schon die ganze Zeit nicht an ihre Töchter gedacht und dann geht sie bei dem Wetter an den Strand. Sie denkt nicht an ihre Kinder und sie denkt nicht an die anderen, die sich aus Sorge in Gefahr begeben. Ich bin stocksauer auf diese Frau. Will sie sich davonschleichen ohne eine Nachricht an ihre Mädchen?


    Diese Soldatentruppe bringt Leben in die Pension und sie sind auch eine Hilfe. Allerdings hat Lotti, die wundervolle Person, die immer ein richtiges Wort für jeden hat, scheinbar ein Problem mit Soldaten. Tip kommt gar nicht gut bei ihr an. Aber er lässt sich auch nicht durch ihre Art beeindrucken.


    Bei Alex und Marc ist Lotti ziemlich hellsichtig. Was den beiden noch nicht klar ist (bzw. von ihnen beiseitegeschoben wird), erkennt Lotti auf einen Blick.


    Zumindest hat Lotti sehr deutlich erkannt was mit Marc und Alex los ist und offenbar hat sie auch schon das Problem erkannt, welches auf die Beiden zu kommt.


    Marc ist wirklich der Unfallgegner von Johann. Er wollte mit seinen Eltern reden, aber die sind auch so in ihrer Trauer gefangen, dass sie ihm keine Gelegenheit für ein Gespräch geben. Dabei leidet Marc schrecklich. Vielleicht würde ein Gespräch ihnen auch helfen. Ihre Wut und ihr Hass helfen jedenfalls nicht.


    Nachdem es Jens immer besser geht, will Marc wieder Rettungseinsätze fliegen.

  • Natürlich hat auch Alex recht, wenn sie sagt, dass man Simone Zeit geben muss um diese Schuldgefühle zu verarbeiten.

    Zu dumm nur, dass Simone sich selbst diese Zeit gar nicht gegeben hat.

    Hoffentlich gibt es da noch Zeit zum Verarbeiten, ich befürchte nein.

    Ich habe schon einige Stürme mit Orkan-Böen an der Nordsee-Küste erlebt und weiß, dass kein Einheimischer freiwillig das Haus verlässt bei solchem Wetter. Das ist verdammt schwer überhaupt einen Meter voran zu kommen bei diesen Stürmen.

    Das ist nicht schön, aber sehr beeindruckend, wenn man von einer warmen Stube einen Blick auf die Naturgewalten werfen kann.

    Interessant fand ich jetzt zum Schluss die Gedanken, die Marc in Bezug auf Johanns Eltern im Kopf hatte. Die Eltern tun sich jetzt wirklich keinen Gefallen damit das sie Marc keine Chance zum Gespräch geben.

    Aber wer weiß, vielleicht brauchen die Eltern auch erst etwas Zeit um ein solches Gespräch zu zulassen.

    Es ist ja schon eine lange Zeit vergangen. Die Eltern tun mir auf der einen Seite leid, aber ich habe den Eindruck, dass ihre Trauer nicht gut verläuft. Ich weiß nicht so genau, wie ich das jetzt ausdrücken soll. Die Trauer wird nicht vergehen, aber irgendwann muss ein Blick in die Zukunft kommen und es muss weitergehen, dann fehlt zwar der liebe Mensch immer noch, aber man hat losgelassen. Doch soweit sind die Eltern nicht und wollen wohl auch gar nicht dahin kommen.

    Und was ist mit diesem Mädchen, das dazugekommen ist, Jenni heißt sie glaube ich? Sie scheint sehr stark zu sein, aber ich bin sicher, dass es noch was anderes in ihr gibt, nämlich tiefe Trauer und sicher werden wir die noch erleben (müssen). Sie sucht die Nähe der Soldaten - was ist wohl der Grund dafür.

    Sie kommt mir auch stark vor, aber nicht trauernd. Irgendwie merkwürdig.

  • Ich bin stocksauer auf diese Frau. Will sie sich davonschleichen ohne eine Nachricht an ihre Mädchen?

    Vielen Dank, dass du das so geschrieben hast, wie ich es auch empfunden habe.

    Wenn ich ehrlich bin hatte ich schon im ersten Abschnitt gedacht: Dieser Frau hätte ich einen Putzeimer und Schrubber in die Hand gedrückt und die Terrasse schruppen lassen. Dort hätte sie ihre Wut austoben können und dann hätte ich ein sehr eindringliches Gespräch mit ihr geführt indem ich sie an ihre Verantwortung erinnert hätte.

    Aber ich bin eh ein sehr konsequenter Mensch. Diese Worte meiner Oma habe ich immer beherzigt. Zuerst an die Familie und Kinder denken, Tränen müssen sein, ändern aber nichts an den Tatsachen. Tränen helfen jedoch die Trauer zu zulassen und den Verlust zu akzeptieren.


    Die Trauer wird nicht vergehen, aber irgendwann muss ein Blick in die Zukunft kommen und es muss weitergehen, dann fehlt zwar der liebe Mensch immer noch, aber man hat losgelassen. Doch soweit sind die Eltern nicht und wollen wohl auch gar nicht dahin kommen.

    Glaub mir, du kannst Vater, Mutter oder den Ehemann verlieren. Damit kann man irgendwann lernen umzugehen.

    Ein Kind zu verlieren ist das schlimmste was einer Frau passieren kann.

    Das hinterlässt eine Wunde die nur alleine schon durch bestimmte Kalendertage immer wieder schmerzt.


    Ich habe den Verdacht, dass Marianne und Max sich da nicht helfen lassen wollen und lieber mit ihrem Hass die Trauer betäuben wollen.

  • Simone hat mich auch geschockt. Noch ist ja noch nicht zu 100% sicher, dass sie sich das Leben genommen hat, aber es sieht alles danach aus. Wie sollen die armen Mädchen das auch noch verkraften?

    Ich finde, sie benimmt sich sehr egoistisch. Sie hätte sich professionelle Hilfe holen sollen, um ihre Trauer und ihre Schuldgefühle zu verarbeiten.


    Die Soldaten benehmen sich wie die Elefanten im Porzellanladen. Was Lotti so vehement gegen Tip hat, verstehe ich auch nicht so ganz, vielleicht dreht sich das ja noch ins Gegenteil. Wenn ich es richtig verstanden habe, bezieht sich ihr Verhalten nur auf Tip und nicht so sehr auf die anderen Soldaten. Das spräche dann dagegen, dass sie generell ein Problem mit den Uniformierten hat.


    Zwischen Marc und Alex knistert es ein bisschen viel. Ich fürchte mich schon vor dem Augenblick, an denen ihnen klar wird, was Marc mit sich rumschleppt.


    Der Sturm war heftig! Ich habe auch schon diverse Stürme an Nord- und Ostsee miterlebt. Im Wohnmobil ist das besonders gruselig. Ob es sehr vernünftig war, loszusziehen, um Simone zu suchen? Das hätte auch ins Auge gehen können. Für de verunglückten Surfer war es natürlich gut, dass er gefunden wurde.

    Interessant fand ich jetzt zum Schluss die Gedanken, die Marc in Bezug auf Johanns Eltern im Kopf hatte. Die Eltern tun sich jetzt wirklich keinen Gefallen damit das sie Marc keine Chance zum Gespräch geben. Aber wer weiß, vielleicht brauchen die Eltern auch erst etwas Zeit um ein solches Gespräch zu zulassen.

    Wobei ich lieber gar nicht darüber nachdenken möchte, wie ich reagieren würde, wenn ich eines meiner Kinder oder Enkelkinder durch so ein Unglück verlieren würde.

    Ich weiß es nicht und darum möchte ich lieber gar keine Theorien aufstellen, ob Johanns Eltern klug oder unklug handeln.

    Ich finde es von den Eltern unfair, nicht mit Marc reden zu wollen. Er leidet auch unter dem Unfall, er hat es ja nicht mit Absicht getan!

    Meine Freundin, deren Sohn tödlich verunglückt ist, hat den Unfallverursacher aufgesucht (!) und ihm ausdrücklich gesagt, dass sie keinen Groll hegt. Es hat ein halbes Jahr gedauert, bis sie so weit war. Sie hat erzählt, dass es ihr gut getan hat. Er war ihr sehr dankbar dafür. Noch heute leidet er unter dem, was geschehen ist, er ist seitdem (Okt. 2015) nicht mehr selber Auto gefahren.

    hiohiohoihoihoihoihoihioio

    Liebe Grüße, Caren

    —————

    Wenn lesen Kalorien verbrennen würde, wäre ich in kürzester Zeit beängstigend dünn.

    —————

    Meine Rezensionen

  • Gut das die Freunde von Jens eingetroffen sind und sofort bereit waren bei der Suche zu helfen. Diese Szenen waren jetzt wirklich auch erholsam beim lesen, weil mit diesen Soldaten auch etwas Fröhlichkeit in die bisher traurige Handlung kam.

    Da war doch auch mal eine humorvolle Stimmung im alten Bauernhaus.

    Das ist mir immer wichtig, gleichgültig, wie ernst das Thema eines Romans ist. Lachen und weinen gehört beides zum Leben.

    Wobei ich lieber gar nicht darüber nachdenken möchte, wie ich reagieren würde, wenn ich eines meiner Kinder oder Enkelkinder durch so ein Unglück verlieren würde.

    Ich weiß es nicht und darum möchte ich lieber gar keine Theorien aufstellen, ob Johanns Eltern klug oder unklug handeln.

    Richtig, so geht es mir auch. Ich hoffe jedoch, dass das Schreiben dieses Buches - und damit vielleicht auch die Leser - ein klein wenig "besonnener" reagieren können, falls - was wir ja nicht hoffen - einmal Schweres über uns hereinbricht.

  • Warum ist Lotti bloß so aggressiv Tip gegenüber? Gibt es irgendeinen Trgger in Bezug auf Soldaten bzw. Kommandanten? Vielleicht etwas, das in Israel passiert ist? Er findet sie jedenfalls toll und da er selbst auch ein toller und erfahrener Mann ist, bin ich mir sicher, dass er seinen Weg zu ihr finden wird. Wenn auch auf Umwegen.

    Ich finde es wieder sehr schön, wie ihr mich - und die anderen - an euren Gedanken und Überlegungen zum Buch teilhaben lasst. Vielen Dank dafür. Danke auch für:


    Ein weiterer eindringlicher und atmosphärischer Abschnitt:

  • Marc ist wirklich der Unfallgegner von Johann. Er wollte mit seinen Eltern reden, aber die sind auch so in ihrer Trauer gefangen, dass sie ihm keine Gelegenheit für ein Gespräch geben. Dabei leidet Marc schrecklich. Vielleicht würde ein Gespräch ihnen auch helfen. Ihre Wut und ihr Hass helfen jedenfalls nicht.

    Das ist wirklich ein Problem. Natürlich ist es schwierig und herausfordernd, ein Gespräch auf dieser Ebene zu führen, allerdings trifft "Hass" doch immer auch einen selbst. Das habe ich anhand von Marianne und Max versucht zu verdeutlichen. Letzendlich wäre ein Gespräch und Vergebung einfacher, schöner und bereichender - für beide Seiten.

  • Zwischen Marc und Alex knistert es ein bisschen viel. Ich fürchte mich schon vor dem Augenblick, an denen ihnen klar wird, was Marc mit sich rumschleppt.

    Fein! So ist das gewollt. :)

    Ich finde es von den Eltern unfair, nicht mit Marc reden zu wollen. Er leidet auch unter dem Unfall, er hat es ja nicht mit Absicht getan!

    Meine Freundin, deren Sohn tödlich verunglückt ist, hat den Unfallverursacher aufgesucht (!) und ihm ausdrücklich gesagt, dass sie keinen Groll hegt. Es hat ein halbes Jahr gedauert, bis sie so weit war. Sie hat erzählt, dass es ihr gut getan hat. Er war ihr sehr dankbar dafür. Noch heute leidet er unter dem, was geschehen ist, er ist seitdem (Okt. 2015) nicht mehr selber Auto gefahren.

    Danke für diesen wirklich wichtigen (und schönen!) Beitrag aus dem realen Leben.

  • Meine Freundin, deren Sohn tödlich verunglückt ist, hat den Unfallverursacher aufgesucht (!) und ihm ausdrücklich gesagt, dass sie keinen Groll hegt. Es hat ein halbes Jahr gedauert, bis sie so weit war. Sie hat erzählt, dass es ihr gut getan hat. Er war ihr sehr dankbar dafür. Noch heute leidet er unter dem, was geschehen ist, er ist seitdem (Okt. 2015) nicht mehr selber Auto gefahren.

    Da kann man deine Freundin nur bewundern, dass sie schon nach 6 Monaten die Kraft hatte mit dem Mann zu sprechen.

    Am Beispiel deiner Freundin sieht man aber auch das ein solches Gespräch hilfreich sein kann.

    War deine Freundin in einer Therapie? Hatte sie dort vielleicht auch Unterstützung und Hilfe gefunden?

  • Sie war in einer Selbsthilfegruppe. Da ist sie übrigens heute immer noch. Mit einer Frau, die sie dort kennengelernt hat, hat sie sich im September ihren Lebenstraum erfüllt und ein Café aufgemacht. Es läuft total gut und sie geht darin auf. Das Café heißt „Lebenslust“.


    Ein Gespräch würde Marc und Johanns Eltern gut tun.

    Liebe Grüße, Caren

    —————

    Wenn lesen Kalorien verbrennen würde, wäre ich in kürzester Zeit beängstigend dünn.

    —————

    Meine Rezensionen

  • Simone hat mich auch geschockt. Noch ist ja noch nicht zu 100% sicher, dass sie sich das Leben genommen hat, aber es sieht alles danach aus. Wie sollen die armen Mädchen das auch noch verkraften?

    Ich finde, sie benimmt sich sehr egoistisch. Sie hätte sich professionelle Hilfe holen sollen, um ihre Trauer und ihre Schuldgefühle zu verarbeiten.

    Selbst wenn sie wieder auftauchen wird, was ich nicht glaube, ist es unverantwortlich, sich überhaupt in die Gefahr zu begeben.

  • Gut das die Freunde von Jens eingetroffen sind und sofort bereit waren bei der Suche zu helfen. Diese Szenen waren jetzt wirklich auch erholsam beim lesen, weil mit diesen Soldaten auch etwas Fröhlichkeit in die bisher traurige Handlung kam.


    Ich finde es gerade witzig, wie unterschiedlich die Dinge wahrgenommen werden. Für mich war dieser Abschnitt viel zu unruhig. Klar, der Sturm hat Unruhe in die bis dahin ruhige Geschichte gebracht, aber die Soldaten sind für mich der größte Unruheherd in dieser Sache. Ich empfinde sie als zu dominant.


    Aber was ist denn jetzt auf einmal mit Lotti los? Wurde sie von einem Blitz getroffen als TIP eingetroffen ist? Oder war irgend ein besonderer Pfeil der Götter grade in der Luft, der Lotti in dem Moment getroffen hat, als TIP auf der Bühne erschien?

    Zuerst dachte ich, sie würde TIP vielleicht (er-)kennen und hätte eine Vergangenheit mit ihm. Aber vielleicht/wahrscheinlich ist es nur die Uniform, die auf Lotti so eine Auswirkung hat.


    Wobei ich lieber gar nicht darüber nachdenken möchte, wie ich reagieren würde, wenn ich eines meiner Kinder oder Enkelkinder durch so ein Unglück verlieren würde.

    Ich weiß es nicht und darum möchte ich lieber gar keine Theorien aufstellen, ob Johanns Eltern klug oder unklug handeln.

    Vielleicht braucht so etwas gaaaaaaaaaaaaanz lange Zeit, um verarbeitet zu werden. Das Kind zu verlieren ist in der Natur nun mal nicht vorgesehen und ich denke, dass das eine ganz andere Hausnummer ist als der Verlust eines erwachsenen Menschen, auch wenn es sich um den Partner handelt. Zumindest bei der Mutter ist das Kind das eigene Fleisch und Blut und der Partner ist "nur" angeheiratet. Meine Schwiegermutter hat innerhalb von 1,5 Jahren ihren Mann und ihren Sohn an Krebs verloren. Ich habe das Gefühl, dass sie um meinen Schwager viel mehr und intensiver trauert, als um ihren Mann. Und da fand ich es schon extrem schlimm.


    Irgend jemand hatte im ersten Abschnitt geschrieben, dass Simone in ihrer Trauer sehr egoistisch ist und es zeigt sich jetzt, dass das absolut richtig ist. Anscheinend ist sie ihrem Mann gefolgt, ob aktiv oder passiv: wie auch immer, sie hat ihre Töchter in Stich gelassen, dabei brauchen diese sie doch auch!

    Ja, ich hatte im 1. Abschnitt auch geschrieben, dass Simone in ihrer Trauer ihre Kinder vergisst. Ich bin noch nicht so ganz sicher, ob sie sich das Leben genommen hat, das ist ja noch offen, aber ich könnte es mir vorstellen. Selbstmord ist für mich sowieso eines der feigesten Dinge, die man in seinem Leben tun kann. Man entzieht sich allem durch den Tod und hinterlässt, auf ziemlich egoistische Art und Weise, ein Trümmerfeld.


    Glaub mir, du kannst Vater, Mutter oder den Ehemann verlieren. Damit kann man irgendwann lernen umzugehen.

    Ein Kind zu verlieren ist das schlimmste was einer Frau passieren kann.


    So sehe ich das auch. Aber - anders herum ist es für die beiden Mädchen doch auch der Horror, ihre Mutter zu verlieren. Sie haben die Trauer um den Vater ja noch nicht abgeschlossen und jetzt sollen sie auch noch die Mutter verlieren/verloren haben? Ich könnte verstehen, wenn sie für den Rest ihres Lebens Wut empfinden für Simone.


    Zwischen Marc und Alex knistert es ein bisschen viel. Ich fürchte mich schon vor dem Augenblick, an denen ihnen klar wird, was Marc mit sich rumschleppt.

    Da Lotti Marc gegenüber erwähnt hat, dass Alex jemanden durch einen Autounfall verloren hat vermute ich, dass Marc da schon mal Nachforschungen anstellt und vor Alex wissen wird, welche Konstellation sich da ergeben hat. Aber ich glaube tatsächlich an die Kraft der Liebe (und an die liebe Autorin :-) ), dass das, was zwischen Alex und Marc steht aus der Welt geräumt werden kann.


    Ich finde es von den Eltern unfair, nicht mit Marc reden zu wollen. Er leidet auch unter dem Unfall, er hat es ja nicht mit Absicht getan!

    Das vergessen vermutlich viele. Der Unfallfahrer muss auch den Rest seines Lebens mit dieser Schuld leben. Die meisten Unfälle passieren ja einfach so - weil wir alle nur Menschen sind - und ich wüsste nicht, wie ich damit umgehen könnte, jemanden bei einem Unfall tödlich verletzt zu haben.


    So, heute Abend lese ich weiter. Mein Sohn kam unverhofft für 2 Tage nach Hause, da konnte ich nicht so viel lesen.

    Viele Grüße Babsi

  • Vielleicht braucht so etwas gaaaaaaaaaaaaanz lange Zeit, um verarbeitet zu werden. Das Kind zu verlieren ist in der Natur nun mal nicht vorgesehen und ich denke, dass das eine ganz andere Hausnummer ist als der Verlust eines erwachsenen Menschen, auch wenn es sich um den Partner handelt. Zumindest bei der Mutter ist das Kind das eigene Fleisch und Blut und der Partner ist "nur" angeheiratet. Meine Schwiegermutter hat innerhalb von 1,5 Jahren ihren Mann und ihren Sohn an Krebs verloren. Ich habe das Gefühl, dass sie um meinen Schwager viel mehr und intensiver trauert, als um ihren Mann. Und da fand ich es schon extrem schlimm.

    Die Natur ist unerbittlich. Sie fragt nicht, ob jung oder alt. Das sehen wir Menschen so, dass der Ältere vor dem Jüngeren gehen sollte. Es fällt uns ganz besonders schwer loszulassen, wenn es um das eigene Kind geht. Als Mutter ist man immer besorgt, selbst wenn die Kinder erwachsen sind. Wenn sie etwas Gefährliches planen, versucht man es auszureden, weil man ständig denkt: Wenn da was passiert... So isind Mütter nun mal.

  • Diese Soldatentruppe bringt Leben in die Pension und sie sind auch eine Hilfe. Allerdings hat Lotti, die wundervolle Person, die immer ein richtiges Wort für jeden hat, scheinbar ein Problem mit Soldaten. Tip kommt gar nicht gut bei ihr an. Aber er lässt sich auch nicht durch ihre Art beeindrucken.

    Naja, eigentlich doch nur mit Tip. Zu dem jungen Kerl ist sie durchaus freundlich.

    Die Soldaten benehmen sich wie die Elefanten im Porzellanladen. Was Lotti so vehement gegen Tip hat, verstehe ich auch nicht so ganz, vielleicht dreht sich das ja noch ins Gegenteil. Wenn ich es richtig verstanden habe, bezieht sich ihr Verhalten nur auf Tip und nicht so sehr auf die anderen Soldaten. Das spräche dann dagegen, dass sie generell ein Problem mit den Uniformierten hat.

    Ganz so sehe ich es nicht und wenn, dann sind es Elefanten mit Charme. Wenn einige Leute zusammenkommen, die sich kennen, wird es ja meist etwas lauter - und dann noch junge Männer!

    Ich bin noch nicht so ganz sicher, ob sie sich das Leben genommen hat, das ist ja noch offen, aber ich könnte es mir vorstellen. Selbstmord ist für mich sowieso eines der feigesten Dinge, die man in seinem Leben tun kann. Man entzieht sich allem durch den Tod und hinterlässt, auf ziemlich egoistische Art und Weise, ein Trümmerfeld.

    Nein, ich auch nicht. In der Regel finde ich Selbstmord auch feige, aber nicht immer, es gibt halt doch zu viele Gründe. Bei Simone allerdings stimme ich Dir zu, ihre Mädchen haben es einfach nicht verdient, dass sie sich so rauszieht!

  • Zitat von JanaBabsi

    Zuerst dachte ich, sie würde TIP vielleicht (er-)kennen und hätte eine Vergangenheit mit ihm. Aber vielleicht/wahrscheinlich ist es nur die Uniform, die auf Lotti so eine Auswirkung hat.

    Aber ihr Verhalten betrifft ja nur Tip. Uniformen haben ja wohl alle aus der Truppe an. Mir sind die im übrigen auch zu laut und dominant.

    Zitat von JanaBabsi

    Da Lotti Marc gegenüber erwähnt hat, dass Alex jemanden durch einen Autounfall verloren hat vermute ich, dass Marc da schon mal Nachforschungen anstellt und vor Alex wissen wird, welche Konstellation sich da ergeben hat. Aber ich glaube tatsächlich an die Kraft der Liebe (und an die liebe Autorin :-) ), dass das, was zwischen Alex und Marc steht aus der Welt geräumt werden kann.

    Ich gehe auch davon aus, dass die beiden trotz dieser Hürde zueinander finden.

    Zitat von JanaBabsi

    und ich wüsste nicht, wie ich damit umgehen könnte, jemanden bei einem Unfall tödlich verletzt zu haben.

    Das ist der Albtraum schlechthin! Ich habe schon nächtelang wachgelegen, weil ich ein Reh totgefahren hat, das vielleicht Kitze hatte, die jetzt nach der Mutter suchen.

    Liebe Grüße, Caren

    —————

    Wenn lesen Kalorien verbrennen würde, wäre ich in kürzester Zeit beängstigend dünn.

    —————

    Meine Rezensionen