1. - Anfang bis einschl. Kap. 5 (S. 87)

Literaturschock positioniert sich. Nazifreie Zone, denn wer neben Nazis marschiert, ist entweder selbst ein Nazi oder eine nützliche Marionette der Nazis. Andere Kategorien gibt es nicht.
  • Hallo Noa,

    hallo Ihr Lieben,


    bei uns stürmt und regnet/hagelt es und so habe ich die Gunst der Stunde genutzt, ein paar Buchseiten lang in die Badewanne zu verschwinden.


    Wie immer bin ich bezaubert von Deiner Art, liebe Noa, Gefühle auszudrücken. Das ist es, was mich nach Beendigung Deiner Bücher immer noch lange beschäftigt.


    Zitat von Seite 28

    Manchmal brauchen wir einfach Zeit, dazu einen kleinen Anstoß und einen weisen Rat. Gelegentlich sind Weite und ein Gefühl von Freiheit hilfreich oder aber der Schutz eines behüteten Umfelds. Vielleicht benötigen wir schlicht etwas, das wir lieben können, zuweilen jedoch den gehörigen Tritt eines Menschen, der uns liebt - auch wenn der zuerst wehtut. Doch immer haben wir jemanden nötig, der erst einmal schweigt und mit uns weint. Der uns in seine Arme schließt und zuhört, der den Schmerz aushält, um dann irgendwann, wenn wir bereit dafür sind, gemeinsam mit uns ein neues Lied in unser Herz zu schreiben.

    ♥ ♥ ♥


    Das, was Alexandra passiert ist, sollte niemandem passieren. Den Menschen zu verlieren, den man am meisten liebt auf der Welt, stellt die ganze Welt auf den Kopf. Auch für Johanns Mutter gibt es nichts schlimmeres, als sein (einziges) Kind zu verlieren. Aber leider ist das Leben kein Wunschkonzert und wir werden nicht gefragt, ob wir jemanden loslassen müssen/möchten, wir müssen es ertragen.


    Ich kann nachvollziehen, dass Alex 2,5 Jahre ziellos umhertreibt und doch nicht findet, was sie sucht um sich dann mit einem wahrgewordenen Traum in einer ländlichen Idylle niederzulassen. Trauer braucht einfach seine Zeit, da kann einem niemand helfen. Und umso schöner finde ich es, dass Alex mit Hilfe dieser Stiftung und ihres großen Herzens Menschen die Möglichkeit gibt, in ihrem Haus, ihrer Pension, dieser Trauer nachgehen zu dürfen.


    Zu Marlene und Frederick sage ich jetzt mal nicht viel. Ist wohl besser, dass sie ausgezogen sind. Wobei ich sie ein klein wenig verstehen kann. Sie wussten ja nichts davon, wer in der gebuchten Pension ihr Zimmernachbar sein wird und nachts nicht schlafen zu können, weil im Nachbarzimmer jede Nacht jemand hörbar weint und Möbel rückt (oder Glasschiffe in der Gegend herumwirft) kann natürlich zermürbend sein. Aber sie hätten ja das Angebot annehmen können, die Etage zu wechseln.


    Simone mit ihren Kindern Celina und Hanna. Ups .... dass sich Simone mit Vorwürfen herumschlägt, ist nachvollziehbar. Während ihr Mann stirbt, räkelt sie sich im Bett eines anderen Mannes. Sie trägt schwer an dieser Schuld und sie braucht Hilfe (und Zeit), damit klar zu kommen. Ich weiß nicht, ob ich es fehlinterpretiere - für mich sieht es aber so aus, als ob sie in ihrem Schmerz total ertrinkt und vergisst, dass auch ihre Kinder jemanden verloren haben, nämlich ihren Vater. Auch sie brauchen Trost und Hilfe und die sollte, meiner Meinung nach, von der Mutter kommen. Nichts desto trotz geht das Leben weiter und ich fand es schön, dass Marc sich mit den Kindern zusammengetan hat, um mit ihren zum Surfen zu gehen. Dass weder er noch die Kinder das vorher mit Simone abgesprochen hatten ..... dumm gelaufen, aber nun mal passiert.


    Annette, Tim und Tanja sind schon "Stammgäste" im Haus von Alex und es ist regelrecht zu spüren, wie gut ihnen das tut. Alle 3 sind aufgeschlossen und durch Annette erfahren Marc und Jens, welches Konzept sich hinter der Pension von Alex verbirgt.


    Lotti ist die "gute Seele", die jeder Mensch braucht. Da sein und helfen ohne Gegenforderung !!


    Marc und Jens ... von den Beiden erfährt man noch nicht sehr viel, aber genug um sich ein Bild machen zu können. Auf Seite 61 gibt es eine Andeutung, dass Marc schwer an einer Last trägt - und das seit einem Unfall bei dem ein Mann ums Leben kam, der kurz vor seiner Hochzeit stand. Der Zufall schreibt manchmal die seltsamsten Geschichten und ich bin sicher, dass Marc der Unfallfahrer ist, bei dem Johann ums Leben kam. Vermutlich (so denke ich mir das) war auch Jens im Wagen und ist seit diesem Unfall behindert.


    Bei Alex habe ich das Gefühl, dass sie sich schon jetzt zu Marc hingezogen fühlt. Das Erwachen, wenn er ihr erzählt, an welchem Trauma er arbeitet, wird hart für Alex. Wow, ich bin gespannt auf die Enthüllung.


    Ich bin gespannt, wie es weiter geht.

    Viele Grüße Babsi

  • Der Anfang war einfach furchtbar - Alex, damals noch Alexandra, dachte nur an ihre bevorstehende Hochzeit, bis dieser erfreuliche Gedanke ihr aufs Grausamste genommen wurde. Ich empfand die Beerdigung als sehr eindringlich geschildert: die Worte derer, die kondolierten. Es sind so viele Belanglosigkeiten dabei! Meine Mutter ist sehr früh gestorben, ich war 21, da hat ihre Patentochter zu mir gesagt "Beerdigungen sind immer so traurig" - das etwas so Unverbindliches von jemandem kam, der meiner Mutter eigentlich nahe stand, hat mich richtiggehend verletzt. Ich tue ihr sicher unrecht, denn es ist in solch einer Situation immer schwierig, die richtigen Worte zu finden, aber ich bringe das immer noch sehr stark mit ihrer Person in Verbindung, obwohl das über 30 Jahre her ist.


    Sehr gut darstellt - Elisabeth, ein richtiges Meisterstück - diese Rastlosigkeit während Alex`Reisen. Da ändert sich der Stil volkommen und passt genau zum Inhalt - genial!


    Ich finde Alex neues Leben und die Pension sehr schön, aber das wäre so gar nicht mein Ding - an einer Stelle zu trauern, wo sich alle Menschen in einem Raum versammeln, das hat etwas von Reha - da stört mich auch immer dieses Gruppengetue. Ich bin wahrscheinlich eher jemand, der durch Rückzug bzw. sich zurückhaltend entwickelnden Kontakt gestärkt wird.


    An Marcs Stelle hätte ich mich glaube ich nicht gleich mit Jens zu der Familie gesetzt, sondern einen eigenen Tisch "eröffnet", für mich muss sich so etwas viel langsamer entwickeln, gerade auch in Anwesenheit von Kindern, die ja natürlicherweise sehr kommunikativ sind. Ich finde es auch sehr verfrüht von Alex, über eine mögliche Beziehung zwischen Jens und Annette nachzudenken. Die beiden haben sich doch gerade erst getroffen.


    Aber anscheinend tut allen Anwesenden das von Alex geschaffene Umfeld mehr als gut!


    Sehr neugierig bin ich darauf, was denn Jens und Marc widerfahren ist, sie haben offenbar auch ein ganz schönes Päckchen zu tragen!


    Danke, Elisabeth, dass Du mit Alex eine Lanze für die etwas üppigeren Frauen brichst - ich hatte damit ja lange ein Problem, aber mein Mann sagt immer "du bist doch gar nicht dick, du bist genau richtig"!

  • Zu Marlene und Frederick sage ich jetzt mal nicht viel. Ist wohl besser, dass sie ausgezogen sind. Wobei ich sie ein klein wenig verstehen kann. Sie wussten ja nichts davon, wer in der gebuchten Pension ihr Zimmernachbar sein wird und nachts nicht schlafen zu können, weil im Nachbarzimmer jede Nacht jemand hörbar weint und Möbel rückt (oder Glasschiffe in der Gegend herumwirft) kann natürlich zermürbend sein. Aber sie hätten ja das Angebot annehmen können, die Etage zu wechseln.

    Ich muss ehrlich sagen, ich konnte sie auch verstehen, deswegen habe ich dazu auch nichts geschrieben. Simone scheint ja wirklich ziemlich zu wüten, wobei ich ihre Selbstvorwürfe sehr gut nachvollziehen kann. was für eine grauenvolle Situation, in der sie ist!

  • Der Anfang war einfach furchtbar - Alex, damals noch Alexandra, dachte nur an ihre bevorstehende Hochzeit, bis dieser erfreuliche Gedanke ihr aufs Grausamste genommen wurde. Ich empfand die Beerdigung als sehr eindringlich geschildert: die Worte derer, die kondolierten. Es sind so viele Belanglosigkeiten dabei! Meine Mutter ist sehr früh gestorben, ich war 21, da hat ihre Patentochter zu mir gesagt "Beerdigungen sind immer so traurig" - das etwas so Unverbindliches von jemandem kam, der meiner Mutter eigentlich nahe stand, hat mich richtiggehend verletzt. Ich tue ihr sicher unrecht, denn es ist in solch einer Situation immer schwierig, die richtigen Worte zu finden, aber ich bringe das immer noch sehr stark mit ihrer Person in Verbindung, obwohl das über 30 Jahre her ist.

    Diese Platitüten kenne ich leider auch zur Genüge. Wir haben im November meinen Vater beerdigt und vor wenigen Tagen meinen Schwager. Ich habe auch sehr viele [Achtung Ironie!] tröstende Worte [Ironie Ende] gehört. Aber wahrscheinlich ist das auch ein Stück weit Hilflosigkeit. Man möchte nicht nix sagen, aber was genau sagt man in so einem Fall?? "Die Menschen wollen ihr Mitgefühl ausdrücken, aber was und wie?


    Manchmal ist Schweigen eben auch einfach mehr ..... eine stille Umarmung so viel aussagekräftiger.

    Viele Grüße Babsi

  • Manchmal ist Schweigen eben auch einfach mehr ..... eine stille Umarmung so viel aussagekräftiger.

    Genauso mache ich es, wenn sich keine Worte finden. Das würde ich jetzt bei Dir auch gern tun, liebe Babsi, Du hast ja viel Trauriges erlebt in letzter Zeit! Du Ärmste!

  • Hallo ihr Lieben!

    Wie ihr bin ich auch begeistert von dem Buch. Gleich auf der ersten Seite habe ich mich wiedergefunden. Ich bin Alexandra! Auch ich singe pausenlos, auch ich habe Musik studiert. Zum Berufsmusiker hat es nicht gereicht, außerdem sah ich meine Zukunft eher als Familienfrau. Seit dreißig Jahren unterrichte ich nun mehr oder weniger begabte und motivierte SchülerInnen jeglichen Alters. Noch eine Gemeinsamkeit mir Alex - ich bin auch moppelig.... ^^


    Das, was sie dann am Anfang erleben muss, ist mir zum Glück erspart geblieben. Wie furchtbar muss das sein, wenn das ganze Leben auf einmal in Scherben liegt. Verständlich, dass sie lange gebraucht hat, um sich zu berappeln.


    Diese Pension auf Norderney ist eine tolle Idee! Wer, wenn nicht Alex, kann die Trauer anderer Menschen nachempfinden und ihnen helfen!


    Marc ist sicher derjenige, der den Unfall verursacht hat, bei dem Johann gestorben ist. Marianne nennt den Namen des Unglücksfahrers „Marcus Irgendwer“.


    Marc trägt schwer an seiner Schuld! Jens war vermutlich mit im Auto, als es passierte. Ich bin gespannt, wie Alex reagieren wird, wenn sie erfährt, was Marc bedrückt. Sie ist ja im Moment noch positiv beeindruckt von ihm.


    Simone hat riesige Schuldgefühle, obwohl sie natürlich am Tod ihres Mannes keine Schuld trägt. Sie sollte sich über kurz oder lang professionelle Hilfe holen. Sonst zieht sie ihre Kinder auch noch mit in die Depression.


    Lotti ist einfach nur klasse. Trotz ihrer schrillen Art hat sie ein Gespür dafür, wer gerade was braucht oder nicht braucht.


    Sehr gut gefällt mir - abgesehen von der Handlung - wieder die bildhafte Sprache!

    Zitat

    Alexandras Frage schwebte durch den Raum...... Einem unscheinbaren Windstoß gleich, der nahezu ungehört durch die Bauwipfel strich und nur ein leises Säuseln hervorbrachte.

  • Nach dem Zitat konnte ich nicht mehr weiter schreiben. Komisch. Mein Tablet dachte wohl, ich bin schon fertig.

    Also, die Sprache und die Bildhaftigkeit gefällt mir sehr gut! Besonders passend finde ich den Vergleich unseres Lebens mit einer Musikkomposition:

    Zitat

    Im Rückblick erkennen wir, wie die Töne der einzelnen Tage zusammengehören. Die angenehmen, harmonischen Tonfolgen und die, die uns missgestimmt erscheinen.


    Jetzt habe ich mein Tablet ausgetrickst.

    Zu Marlene und Frederick sage ich jetzt mal nicht viel. Ist wohl besser, dass sie ausgezogen sind. Wobei ich sie ein klein wenig verstehen kann. Sie wussten ja nichts davon, wer in der gebuchten Pension ihr Zimmernachbar sein wird und nachts nicht schlafen zu können, weil im Nachbarzimmer jede Nacht jemand hörbar weint und Möbel rückt (oder Glasschiffe in der Gegend herumwirft) kann natürlich zermürbend sein. Aber sie hätten ja das Angebot annehmen können, die Etage zu wechseln.

    Ich muss ehrlich sagen, ich konnte sie auch verstehen, deswegen habe ich dazu auch nichts geschrieben. Simone scheint ja wirklich ziemlich zu wüten, wobei ich ihre Selbstvorwürfe sehr gut nachvollziehen kann. was für eine grauenvolle Situation, in der sie ist!

    Verstehen kann ich sie auch - aber passend zum Tenor des Buches - Der Ton mach die Musik! Das hätte man auch freundlich und freilich le

    lösen können. Einfühlsam gegenüber Simone geht anders. Genial finde ich, was Lotti ihnen an den Kopf wirft:

    Zitat

    Übrigens weiß ich, dass der Himmel ihr (Alex) den Einsatz, den sie bringt, vielfach wiedergeben wird. Was kann er Ihnen zurückgeben?

    Ich bin gespannt, ob wir noch von ihnen hören....

  • Ich empfand die Beerdigung als sehr eindringlich geschildert: die Worte derer, die kondolierten. Es sind so viele Belanglosigkeiten dabei!

    Das habe ich auch so empfunden. Deshalb konnte ich Alex gut verstehen, als sie einfach gegangen ist, bevor es offiziell zu Ende war.

    Zitat

    Ich finde Alex neues Leben und die Pension sehr schön, aber das wäre so gar nicht mein Ding - an einer Stelle zu trauern, wo sich alle Menschen in einem Raum versammeln, das hat etwas von Reha - da stört mich auch immer dieses Gruppengetue. Ich bin wahrscheinlich eher jemand, der durch Rückzug bzw. sich zurückhaltend entwickelnden Kontakt gestärkt wird.

    Jeder kann entscheiden, ob er sich mit den anderen zusammensetzen will. Ich glaube nicht, dass es eine „Pflichtveranstaltung“ ist. Manchem tut es gut, mancher trauert lieber alleine. Ich wäre wahrscheinlich auch eher jemand, der Gruppenveranstaltungen meidet.

    Zitat

    Sehr neugierig bin ich darauf, was denn Jens und Marc widerfahren ist, sie haben offenbar auch ein ganz schönes Päckchen zu tragen!

    Wie schon erwähnt, ich vermute, dass Marc den Unfall verursacht hat, bei dem Johann gestorben ist. Jens war wahrscheinlich mit im Auto.

    Zitat

    Danke, Elisabeth, dass Du mit Alex eine Lanze für die etwas üppigeren Frauen brichst - ich hatte damit ja lange ein Problem, aber mein Mann sagt immer "du bist doch gar nicht dick, du bist genau richtig"!

    Da kann ich mich nur anschließen! Ich kämpfe auch seit Kindheitstagen mit überflüssigen Pfunden. Drei Schwangerschaften haben das ihre dazu getan. Mein Mann liebt mich so, wie ich bin, aber ich hasse meine Speckrollen....

  • Marc ist sicher derjenige, der den Unfall verursacht hat, bei dem Johann gestorben ist. Marianne nennt den Namen des Unglücksfahrers „Marcus Irgendwer“.

    Oh, Du hast sicher Recht, das habe ich gar nicht mehr zusammengebracht. Es wäre weit hergeholt, wenn mir nicht im wahren Leben schon öfter solche Zufälle begegnet wären. Wobei es natürlich auch sein kann, dass wir noch nicht alles wissen und Marc doch absichtlich dort ist (obwohl es definitiv nicht so zu sein scheint).

  • Marc ist sicher derjenige, der den Unfall verursacht hat, bei dem Johann gestorben ist. Marianne nennt den Namen des Unglücksfahrers „Marcus Irgendwer“.

    Oh, Du hast sicher Recht, das habe ich gar nicht mehr zusammengebracht. Es wäre weit hergeholt, wenn mir nicht im wahren Leben schon öfter solche Zufälle begegnet wären. Wobei es natürlich auch sein kann, dass wir noch nicht alles wissen und Marc doch absichtlich dort ist (obwohl es definitiv nicht so zu sein scheint).

    Ich glaube nicht, dass Marc weiß, wer Alex ist. Dass er ihre Pension ausgesucht hat, hat bestimmt andere Gründe.

  • Hallo Ihr Lieben, hallo liebe Noa :winken:


    Ihr seit genauso wie ich, schon sehr tief in diese Handlung eingetaucht.

    Das ist auch nicht schwer bei dem schönen und flüssigen Schreibstil von Noa.

    Das Schicksal von Alex ist sehr hart und man kann gut nachvollziehen, dass sie diesen Impuls zum weglaufen verspürt hat. Ich glaube, dass geht vielen Menschen so, wenn sie einen derart schlimmen Schicksalsschlag verarbeiten müssen.

    Was mir jedoch besonders gut gefallen hat, war die Tatsache das Alex durch den schwarzen Pastor Jeremiah wieder etwas festen Boden unter den Füßen ihrer geschundenen Seele bekommen hat. Noa hat das sehr schön erzählt das viele schwarze Mitglieder der Gemeinde schlimme seelische Wunden erlitten haben und trotzdem wieder glauben und lachen konnten.

    Klar, es gibt auch in Indien oder Australien oder sonst wo auf der Welt kluge Menschen, die anderen aus der Trauer heraus helfen können. Aber gerade die afrikanischen Menschen haben eine besondere Art mit dem Leben und dem Tod umzugehen. Wobei ich keine Ahnung habe, woher diese Gabe bei diesen Menschen kommt.

    Bisher hat Noa in ihren Büchern, die unter diesem Pseudonym erscheinen, verschiedene Varianten der Trauerbewältigung vorgestellt. (Auch wenn es in dem Buch "Der Duft von Nelken" eigentlich keine Toten gab)

    Da haben wir jetzt Alex die eine Stiftung mitbegründet hat und eine kleine Pension eröffnet hat um Trauernden einen Platz zu bieten, fernab von Familie und Bekannten die eventuell der trauernden Seele mehr schaden als helfen. Ich finde, dass ist eine verdammt starke Leistung, dass Alex dies schon nach 2,5 Jahren geschafft hat.

    Die Szene als Alex im Speisezimmer einen Blues oder Gospel-Song am Klavier spielt und Marc fasziniert zuhört, hat mich nachdenklich gemacht. Hat Alex vielleicht durch die Gospel-Songs, die sie in der Kirche von Jeremiahs Gemeinde gespielt hat, auch diese Kraft und das Lebensgefühl der schwarzen Mitmenschen in sich aufgenommen? Brauchte sie zum heilen ihrer Wunden vielleicht nur eine neue Musik, die sie vorher gar nicht so in sich spüren konnte?

    Musik kann heilsam sein, dies habe ich auch schon erlebt.

    Worüber ich gerne mehr erfahren hätte, war dieses erste Zusammentreffen mit ihren Schwiegereltern in spe, nach der langen Zeit der Reise. Haben sie wirklich Verständnis für die spontane Flucht von Alex gehabt? Wie ist es den beiden wohl ergangen in den ersten Jahren nach dem Tod ihres einzigen Sohnes?

    Na ja, vielleicht erfahren wir dazu noch etwas.

    Was mich auch neugierig gemacht hat, ist dieses Ereignis, welches Lotti zur Flucht nach Deutschland getrieben hat. Da bin ich auch einmal gespannt, was Lotti widerfahren ist.

    Jens ist wirklich verdammt tapfer und ich bin gespannt ob wir noch positive Neuigkeiten mit ihm erleben. Vielleicht das er wieder ohne Gehhilfen laufen lernt auf der Insel. Das fände ich wirklich toll.

    Ob aus Annette und Jens etwas werden kann? Ich weiß es nicht, aber offenbar ist Annette über die bitterste Zeit der Trauer hinweg und es könnte auch erst einmal nur eine sehr gute Freundschaft zwischen ihr und Jens entstehen.


    Und dann Simone....

    Ja, sie trägt wirklich jetzt ein besonderes Päckchen an Trauer, aber ihr jetziges Verhalten zeigt mir auch irgendwo, dass sie auch ein sehr egoistischer Mensch war und immer noch ist. Sie sieht nur ihren eigenen Schmerz und nicht die verwundeten Seelen ihrer Kinder.

    Manches mal denke ich schlägt das Schicksal extra böse zu, um den Menschen zum Umdenken zu bewegen. Helfen kann Simone keiner, mit diesen Schuldgefühlen muss sie nun leben.

    Dieses ältere Ehepaar kann ich auch gut verstehen und ich habe mich gefragt warum Alex die Beiden nicht von vorne herein in die untere Etage einquartiert hat? Das wäre vielleicht sinnvoller die Urlaubsgäste von den Trauernden räumlich etwas zu trennen. Besonders wenn da noch Zimmer frei sind. OK, dieses arrogante Verhalten dieser älteren Leute kann nicht so gut verstehen. Dieses Problem hätten sie vielleicht auch etwas Stilvoller lösen können.

    Na ja, vielleicht findet Alex noch eine Lösung für die Zukunft ihrer besonderen Pension.

    Soweit erst einmal meine Gedanken zu ersten Abschnitt, nun lese ich mir eure Gedanken und Meinungen mal durch. :)

    Einmal editiert, zuletzt von Annette B. ()

  • Worüber ich gerne mehr erfahren hätte, war dieses erste Zusammentreffen mit ihren Schwiegereltern in spe, nach der langen Zeit der Reise. Haben sie wirklich Verständnis für die spontane Flucht von Alex gehabt? Wie ist es den beiden wohl ergangen in den ersten Jahren nach dem Tod ihres einzigen Sohnes?

    Na ja, vielleicht erfahren wir dazu noch etwas.

    Das würde mich auch interessieren. Wenn ich es richtig in Erinnerung habe, gehört das Haus auf Norderney Alex‘ Schwiegereltern und sie überlassen es ihr zu einer geringen Pacht? Das würde zumindest darauf hindeuten, dass sie hinter dem stehen, was Alex tut.

    Das eigene Kind zu verlieren, ist das schlimmste, was ich mir vorstellen kann. Meine Freundin hat ihren 18 jährigen Sohn durch einen Unfall verloren. Das ist gut drei Jahre her. Erst nachdem sie ihr Leben komplett auf den Kopf gestellt hat (Umzug, Arbeitswechsel) kann sie wieder annähernd „normal“ leben. Es wird nie mehr, wie es war, aber das Leben hat auch (wieder) positive Seiten.

  • Ich weiß nicht, ob ich es fehlinterpretiere - für mich sieht es aber so aus, als ob sie in ihrem Schmerz total ertrinkt und vergisst, dass auch ihre Kinder jemanden verloren haben, nämlich ihren Vater. Auch sie brauchen Trost und Hilfe und die sollte, meiner Meinung nach, von der Mutter kommen

    Ich denke, dass du diese Trauer von Simone richtig interpretierst, denn so empfinde ich ihr Verhalten auch. Offen gestanden ist mir Simone etwas unsympathisch. Trauer hin oder her, man sollte als Mutter auch wissen wann man seine eigenen Empfindungen zurück stellen muss. Ihre riesigen Schuldgefühle sind ja auch durch ihr eigenes Fehlverhalten entstanden, da können die Kinder nichts dafür, darum müsste sie jetzt erst recht zuerst an die Mädchen denken.


    Marc und Jens ... von den Beiden erfährt man noch nicht sehr viel, aber genug um sich ein Bild machen zu können. Auf Seite 61 gibt es eine Andeutung, dass Marc schwer an einer Last trägt - und das seit einem Unfall bei dem ein Mann ums Leben kam, der kurz vor seiner Hochzeit stand. Der Zufall schreibt manchmal die seltsamsten Geschichten und ich bin sicher, dass Marc der Unfallfahrer ist, bei dem Johann ums Leben kam. Vermutlich (so denke ich mir das) war auch Jens im Wagen und ist seit diesem Unfall behindert.

    Diesen Verdacht teile ich mit dir. Aber von Jens oder einem Beifahrer, ist irgendwie noch keine Rede gewesen bis jetzt. Warten wir mal ab ob zu Jens nicht auch noch ein anderes Schicksal gehört.


    Ich empfand die Beerdigung als sehr eindringlich geschildert: die Worte derer, die kondolierten. Es sind so viele Belanglosigkeiten dabei!

    Es ist aber auch wirklich sehr schwer in so einer Situation die richtigen Worte zu finden. Ich bin mittlerweile dazu übergegangen wirklich nur sehr kurz den Angehörigen die Hand zu drücken und mein Beileid auszusprechen. Jedes weitere Wort ist in diesem Moment oft fehl am Platz.


    An Marcs Stelle hätte ich mich glaube ich nicht gleich mit Jens zu der Familie gesetzt, sondern einen eigenen Tisch "eröffnet", für mich muss sich so etwas viel langsamer entwickeln, gerade auch in Anwesenheit von Kindern, die ja natürlicherweise sehr kommunikativ sind

    Marc hat ja auch erst mit sich gerungen, aber Jens ist wohl ein sehr offener und geselliger Mensch da konnte er sich nicht einfach ausschließen. Anders herum hat es ihm ja auch gefallen den lebhaften kleinen Jungen zu beobachten. Auch solche Momente können "Balsam für eine geschundene Seele" sein.


    Noch eine Gemeinsamkeit mir Alex - ich bin auch moppelig.... ^^

    Na und...? Was sind schon Äußerlichkeiten? Der Charakter und das liebevolle Herz zählen.

    Es gibt genügend "Hungerhaken" die hohl im Hirn und Herz sind.


    Marc trägt schwer an seiner Schuld! Jens war vermutlich mit im Auto, als es passierte. Ich bin gespannt, wie Alex reagieren wird, wenn sie erfährt, was Marc bedrückt. Sie ist ja im Moment noch positiv beeindruckt von ihm.

    Da bin ich auch sehr gespannt wie Alex mit dieser Wahrheit wohl umgehen wird - wenn es tatsächlich so ist, dass Marc der Unfallverursacher war.


    Jeder kann entscheiden, ob er sich mit den anderen zusammensetzen will. Ich glaube nicht, dass es eine „Pflichtveranstaltung“ ist. Manchem tut es gut, mancher trauert lieber alleine. Ich wäre wahrscheinlich auch eher jemand, der Gruppenveranstaltungen meidet.

    Du ich lese in letzter Zeit immer öfter in der Traueranzeige den Satz: "Wir trennen uns in stiller Trauer am Grab".

    Es wird oft dann gar kein öffentliches Kaffee-Trinken organisiert, sondern nur noch in der Wohnung des nächsten Angehörigen mit engen Familien-Mitgliedern zusammen Kaffee getrunken.

    Wenn ich ehrlich bin, muss ich zugeben, dass mir diese Form der Beerdigung auch sehr gut gefällt.

  • hast du vielleicht weiter gelesen als bis Kapitel 5? Diese Szene ist mir nicht bekannt. Oder habe ich etwas überlesen?

    Oh Mist, ja du hast recht.

    Mit diesem Albtraum fängt Kapitel 6 an und da bin ich wohl in die erste Seite gerutscht und hatte das direkt im Kopf behalten.

    Sorry ich lösche diesen Teil meines Postings jetzt.

  • hast du vielleicht weiter gelesen als bis Kapitel 5? Diese Szene ist mir nicht bekannt. Oder habe ich etwas überlesen?

    Oh Mist, ja du hast recht.

    Mit diesem Albtraum fängt Kapitel 6 an und da bin ich wohl in die erste Seite gerutscht und hatte das direkt im Kopf behalten.

    Sorry ich lösche diesen Teil meines Postings jetzt.

    Kann passieren, ist doch kein Problem. Ich habe dein Zitat in meinem Post auch gelöscht.

  • Zitat von Annette B.
    Zitat von Caren

    Noch eine Gemeinsamkeit mir Alex - ich bin auch moppelig.... ^^

    Na und...? Was sind schon Äußerlichkeiten? Der Charakter und das liebevolle Herz zählen.

    Es gibt genügend "Hungerhaken" die hohl im Hirn und Herz sind.

    Diesen Spruch habe ich gerade gefunden:


    Es ist überhaupt nicht schlimm, wenn du ein paar Kilos mehr drauf hast. Das ist die Art der Natur zu sagen: „Du bist so schön, da habe ich etwas mehr von dir gemacht.“




    Asefkhlewkfhlake

  • Oh Mist, ja du hast recht.

    Mit diesem Albtraum fängt Kapitel 6 an und da bin ich wohl in die erste Seite gerutscht und hatte das direkt im Kopf behalten.

    Sorry ich lösche diesen Teil meines Postings jetzt.

    Kann passieren, ist doch kein Problem. Ich habe dein Zitat in meinem Post auch gelöscht.

    Danke <3

  • Es ist überhaupt nicht schlimm, wenn du ein paar Kilos mehr drauf hast. Das ist die Art der Natur zu sagen: „Du bist so schön, da habe ich etwas mehr von dir gemacht.“

    Das ist sehr schön und trifft genau zu. :thumbup: