Donna Douglas - Die Nightingale-Schwestern: Freundinnen fürs Leben

Literaturschock positioniert sich. Nazifreie Zone, denn wer neben Nazis marschiert, ist entweder selbst ein Nazi oder eine nützliche Marionette der Nazis. Andere Kategorien gibt es nicht.
  • Kaufen* bei

    Amazon
    Booklooker
    LChoice (lokal)

    * Werbe/Affiliate-Links


    "Die Nightingale-Schwestern" erinnert von der Coveraufmachung her ein wenig an die TV-Serie "Call the Midwife" und hat auch inhaltlich die eine oder andere Parallele. Während die Serie sich um junge Hebammen dreht, stehen im Buch Krankenschwestern in Ausbildung im Mittelpunkt, und das Krankenhaus befindet sich ebenfalls, wenn ich's recht verstehe, nicht in der allerbesten Londoner Gegend.


    Dora Doyle, eine der Hauptfiguren, kommt aus dem East End, wo CtM spielt, weswegen einige der höheren Töchter, die mit ihr die Ausbildung machen, ganz schön auf sie herabschauen. Dabei ist Dora ein tatkräftiges und auch nicht auf den Kopf gefallenes Mädchen, allerdings steht ihr manchmal ihr starrsinniger Stolz ziemlich im Wege. So sehr sie ihre Familie manchmal vermisst, so froh ist sie, dem zudringlichen Stiefvater entronnen zu sein. Über dessen nächtliche Besuche schweigt sie eisern (und ich habe mir schon mehrmals gewünscht, sie könne sich jemand anvertrauen - aber das war 1934 natürlich noch viel, viel schwieriger als heute).


    Doras Zimmergenossinnen sind die anderen beiden Lernschwestern, um die sich das Buch hauptsächlich dreht. Helen Tremayne gilt als unnahbar und bei manchen gar als Petze, weil ihre Mutter im Verwaltungsrat des Krankenhauses das Regiment führt und von ihrer Tochter ab und zu Informationen erhält. Doch niemand weiß, dass Helen sehr unter ihrer hyperdominanten Mutter leidet und ihr nicht freiwillig täglich schreibt. Eines Tages begegnet sie jedoch einem Patienten, bei dem sie auftaut.


    Dritte im Bunde ist Millie oder vielmehr die blaublütige Amelia Charlotte Rettingham, die die Schwesternausbildung begonnen hat, um sich aus den Klauen ihrer Großmutter zu befreien, die nur darauf aus ist, dass ihre Enkelin eine gute Partie macht und einen Erben zur Welt bringt, damit der Familienbesitz auch Familienbesitz bleibt. Sie meint es gut, tritt aber permanent in irgendwelche Fettnäpfchen und muss den Vorbereitungskurs zur Ausbildung deshalb wiederholen. Was mir an ihr sehr gefällt: sie bildet sich nichts auf ihre Herkunft ein und verteidigt Dora gegen die Attacken einiger Mitschülerinnen.


    Alles in allem ein perfektes "guilty pleasure" (wenn man es überhaupt so nennen will), leichte Wohlfühllektüre vor dem Hintergrund eines Lehrkrankenhauses in den 30er Jahren, die sich ein bisschen wie ein Mix aus Downton Abbey und Call the Midwife anfühlt. Die Figuren sind sicher ein bisschen klischeehaft, aber nicht so sehr, dass es mir den Spaß verdirbt, und die Romantik, die natürlich auch eine Rolle spielt, kommt bislang recht dezent daher. Und ich mag die Einblicke in die Welt der Medizin und Pflege, die damals in sehr vielem noch sehr anders war als heute.


    Ich habe jetzt etwa die Hälfte gelesen und freue mich auf den Rest. Wenn der nicht allzu vorhersehbar wird, könnte ich mir gut vorstellen, irgendwann mit dem nächsten Teil der Reihe weiterzumachen.

    Be curious, be creative, be patient, be joyful.

    (Agnès Varda)

  • Oh, dein erstes Buch der Reihe? Wie schön!

    Gerade die ersten paar Bücher haben mir sehr gut gefallen, weil ich die ganze Reihe nicht als so stumpf empfunden habe, wie manch andere ähnliche Reihen. Gerade die Figuren machen wirklich Spaß und sind schön abwechslungsreich. Auch dass die Romantik nicht so kitschig ist und Überhand nimmt, hat mir sehr gefallen. Ich bin gespannt,wie du die zweite Hälfte findest und ob für dich die Fortsetzung in Frage kommt. Ich habe mittlerweile alle Bände gelesen und liebäugle mich der neuen Reihe der Autorin.

  • Ich liebe diese Serie und muss mich sehr bemühen, nicht alle hintereinander zu lesen. Doch dann hätte ich ja kein neues Buch mehr. Ist die Serie mit dem 8 Band beendet?

    Nigends findest du Frieden als in dir selbst.

  • Irgendwo habe ich gelesen, es gäbe 11 Bände.


    Wenn es die Autorin nicht noch komplett versemmelt, wird es bestimmt ein Weiterlesen geben. Vielleicht dann auf englisch (ich hab mich schon wieder über hymn=Hymne geärgert, das ist ein Choral, verdammt noch mal!)

    Be curious, be creative, be patient, be joyful.

    (Agnès Varda)

  • Solche Übersetzungsfehler sind wirklich blöd. Ich ärgere mich auch jedes Mal, wenn sie mir auffallen.

    You tell me how I can fly away

    And believe that all the angels are coming

    You bring me down then I will fly again

    And believe that all the angels are coming