Nadja Sennewald - Alien Gender: Die Inszenierung von Geschlecht in Science-Fiction-Serien

Literaturschock positioniert sich. Nazifreie Zone, denn wer neben Nazis marschiert, ist entweder selbst ein Nazi oder eine nützliche Marionette der Nazis. Andere Kategorien gibt es nicht.
  • Ich bin nun ein paar Seiten weiter und habe somit zwei kurze Charakterabhandlungen hinter mir.

    Es wurden Captain Jean Luc-Picard (Star Trek: Next Generation) und Captain Benjamin Sisko (Deep Space 9) im Kontext des Kapitäns- und Machtbegriffs betrachtet.


    Da mir ein wenig der Kopf schwirrt schreibe ich mal nur meine Gedanken nieder, ohne das groß selbst zu besprechen:



    Picard:

    • steht für Autorität, Pflichtbewusstsein, Disziplin und Verantwortung
    • seine Figur soll das Abbild des 'kultivierten Europäers' sein
    • Männlichkeit durch oben genannte Attribulte, aber auch durch Treue und Loyalität zu eigenen Werten: Meuterung, Aufstand gegen die Directive
    • Picard hat aufgrund eines Erlebnisses als junger Mann einen großen gesundheitlichen Mallus, nämlich ein künstliches Herz. --> junges Ich = arrogant, undiszipliniert, unüberlegt. Das Trauma lässt ihn zu dem Mann werden der er später ist.
    • Picard ist insgesamt kein romantisches, sexuelles Wesen - bis zu einem Zeitpunkt, s. unten
    • Charakter der Kamala = problematisch, durch ihr Sein als Metamorph kann sie das werden, was ihr männliches Gegenüber sich wünscht. Da Picard als fortschrittlich gilt, was das Geschlechterbild angeht, möchte er dass sie frei ihr Aussehen aussucht. Es kommt dazu, dass Kamala ein Abbild von Picard wird.
    • Picard wird von den Borg gefangen genommen und für ihr Kollektivbewusstsein gefoltert --> Dieses Geschehnis "entmannt" ihn --> durch eine Nadel in seine Schädeldecke wird er "penetriert", er wird das erste Mal als körperliches und in diesem Kontext verletzliches Wesen dargestellt/gesehen. Er wird zum "white male body in crisis" (C.J. Fuchs, 'Death Is Irrelevant'). Vor diesem Erlebnis war Picard eine Verkörperung von männlich-rationaler und loyaler Identität. Da der männliche Körper nicht "eindeutig als erotisches Objekt inszeniert werden darf" (da sonst als homosexuell kodiert), muss die Erotisierung/Sexualisierung des männlichen Körpers mit Gewalt und Autoritätskämpfen, unterbewussten metaphorischen Bildern und körperlichen Verletzungen dargestellt werden.
      Ab diesem Zeitpunkt wird Picard vermehrt oberkörperfrei und in erotisierenden Situationen gezeigt.


    Sisko:


    • Thematik von Sexualität / Sexismus /Gender ist meist fest mit dem Thema Rassismus und Ethnizität verknüpft.
    • Sisko = erster schwarzer Captain einer ST-Serie.
    • Bis dahin: Bösewichte waren zumeist schwarz kodiert, Schwarz/Weiß = Gut/Böse-Dichotomie
    • Sisko ist als Charakter schwer mit Klischées und Stereotypen beladen: Vorliebe für Jazz-Musik, Kleidung, Frisurenstil, unberechenbare Aggressionen, offensichtliches Zeigen von Emotionen,..
    • Ehre für ihn als "schwarzen Mann" sehr wichtig, neigt mehr zum Bösewicht-Sein als alle anderen (weißen!) Captains von ST-Serien.
    • Charater von Jadzia Dax: mehrere Inkarnationen auch als Mann, wird "alter Mann" von Sisko genannt --> wirkt somit fast geschlechtslos --> Dax ist weiß --> weißes rationales Gegengewicht zum "animalisch-aggresiven schwarzen Sisko"
    • stark religiös geprägte Geschichte Siskos --> Wandlung vom schwarzen ambivalenten Schläger-Captain zum "mythological brown hero" (D. Spencer, "Celebrating Culture...") / "Black Jesus".



    Als nächstes kommt Captain Janeway dran. Die erste weibliche Kapitänin :) Bin gespannt.

  • Ich find Janeway toll. Aber ich liebe die Crew der Voyager eh. Sicher auch weil die Serie stärker mit meiner Teenager Zeit verknüpft ist. Die erste Staffel viel bei mir in die Zeit in der ich zb grade auch im Fantasy Bereich auf Frauen getroffen bin, die ihre Rolle als Frau hinterfragt haben.