01 - Anfang bis einschließlich Kapitel 2

Leserunde mit Judith & Christian Vogt ab 11.10.2019: Wasteland [Postapokalyptische Utopie]
Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

Es gibt 51 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Teresa.Simon.

  • Hallo Ihr Lieben,


    hier startet heute die Leserunde zu "Die Fliedertochter". Ich begrüße alle Teilnehmerinnen herzlich und ganz besonders Teresa Simon , die Autorin. Großartig, dass Du auch dieses Mal Lust hast und Dir die Zeit nimmst, uns bei der Lektüre Deines neuen Romans zu begleiten!


    Bitte postet erst, wenn Ihr mit der Lektüre begonnen habt und etwas zum Buch zu schreiben oder zu fragen habt. Die Beiträge "Buch liegt bereit, ich fange heute Abend an" ziehen das Ganze sehr in die Länge und passen besser in den Buchvorschlag.


    Hier könnt Ihr zum ersten Abschnitt - bis einschließlich Kapitel 2 - schreiben.

    Spoilermarkierungen sind aufgrund der Seitenbeschränkung nicht vorgesehen.


    Uns allen wünsche ich nun ganz viel Spaß beim Lesen und Austauschen!

    Liebe Grüße

    Tabea

  • Hallo zusammen :-)
    ich trau mich einfach jetzt mal. Auch wenn ich hier ja neu bin, starte ich einfach.
    ich hoffe ich mach alles richtig ;-)
    ENDLICH!!!! noch nie hab ich so lange sehnsüchtig auf ein Buch gewartet, wie auf die Fliedertochter. Teresas Bücher fesseln mich, wie selten andere Bücher zuvor.
    Nach dem allerersten klitzekleinen Schock, dem im Dialekt geschriebenen Wiener Lied, bin ich also eingetaucht in den Prolog und konnte vorhin bei meiner Wartezeit beim Doc kaum mehr aufhören zu lesen.
    warum ein kleiner Schock? ich liebe Dialekte, tu mich aber sehr sehr schwer Bücher zu lesen, die im Dialekt geschrieben sind. Aus diesem Grund war ich dann arg froh, dass es ganz normal geschrieben weiter ging ;-)
    Aber nun endlich zum Buch.

    schon die ersten Seiten fesseln mich, wie auch die anderen Bücher zuvor. Ich bin oft skeptisch, ob "das nächste Buch" einer Autorin genauso toll ist, wie man es sich erhofft.

    Ich kann mich ziemlich schnell in Paulina hineinversetzen. Mein "Kruschtelzimmer" war der Dachboden meiner Großeltern und noch heute erinner ich mich an den Geruch der "Gold Dollar" meines Opas ;-) Pfeifentabak ist sicherlich die angenehmere Alternative.

    Pauline erscheint mir aufgeweckt, neugierig und trotz des frühen Verlusts ihres Vaters und der damit verbundenen Veränderung der Mama, macht sie mir einen sehr reifen Eindruck. Trotzdem hab ich sofort überlegt, wieviel ein kleines Mädchen von solch einem tiefgründigen Brief wirklich schon verstehen kann?!

    mein erstes Stichwort auf meinem kleinen Zettelchen war: Ist Mamasi tatsächlich Paulinas Mama?

    nun der erste Sprung in der Zeit. Paulina ist fast 30 und auf dem Weg nach Wien. Um herauszufinden, was es mit dem abzuholenden Erbstück ihrer "Ersatzomi Antonia" auf sich hat. Toni selbst fühlt sich ja für diese Reise nicht fit genug. Das Kapitel musste ich zweimal lesen. So viele kleine Details, wo ich vermute, dass sie später wichtig werden könnten. Taucht der Rechtsanwalt Viktor später noch einmal auf? wird er eine größere Rolle spielen?
    Die kurze Erwähnung von Bruno, getrennt oder doch nicht wirklich getrennt.
    Mamasi, die derzeit in Italien pilgert, um über ihr Leben nachzudenken (hat das etwas mit dem Brief zu tun? das führt bei mir direkt wieder zu dem Gedanken, ob sie Paulinas Mutter ist... bzw ich zweifel immer mehr daran. Allerdings nicht an der Tatsache, dass sie sich scheinbar sehr sehr nahe stehen.

    Und natürlich der erste Kontakt mit der Familie Brunner, wo Paulina scheinbar sehr sehr herzlich aufgenommen wird. Ich hatte es anfangs etwas anders befürchtet.

    Es wird rätselhafter.. Kennt Paulina Toni wirklich so gut, wie sie bisher dachte?

    und dann hält Paulina das in der Hand, was der Schlüssel zur Vergangenheit ist:
    Luzies Tagebuch und damit springen wir ins Kapitel 2 und finden uns im Oktober 1936 wieder.

    Luzie, die ihre jüdische Herkunft geschickt verschleiern muss und von Berlin nach Wien zieht (ach tatsächlich ^^- nochmal Berlin --> Wien), dafür ihre geliebten Großeltern zurücklassen muss.
    Und auch Manni - ihr bester Freund - bleibt zurück

    Eine Flucht unter anderem vorm Bock von Babelsberg.. Hier im ersten Tagebucheintrag von Luzie wird etwas deutlich, was ich an Teresa Simons Büchern liebe.
    Perfekte Recherche, perfekte Umsetzung. Besser kann es kaum sein. Eine Historikerin, die es schafft absolut spannende Romane zu schreiben.

    Danke Teresa, dass du mich wieder einmal dazu bringt, mein früheres Interesse an Geschichte aufleben zu lassen.
    ich versinke nicht nur in der eigentlichen Geschichte des Romans, sondern bin im Anschluss immer sehr gern noch mit der Suche im Internet beschäftigt, um viele Dinge aus der jeweiligen Zeit aufzufrischen. Ach was wäre mein Lehrer im Geschichts-LK stolz, dass ich es inzwischen viel besser hinbekomme, "Geschichte zu leben"

    auch das 2.Kapitel werde ich gleich noch einmal lesen :-)
    viele meiner Gedanken sind noch zu "wirr" um sie niederzuschreiben.

    Ich denke aber, dass das im Laufe der Leserunde hier alles noch ausgiebig diskutiert wird.

    So ihr Leserunden-Spezialisten... ich hoffe, ich habe diesen ersten Beitrag nicht völlig falsch angefangen.

    Für den zweiten Leseabschnitt, lasse ich dann mal wem anderes den Vortritt, damit ich noch etwas von euch lernen kann.

    Freu mich aufs weiterlesen und auf eure ersten Eindrücke.

  • Das war schon mal ganz toll, du Profi-Leserunden-Neuling, und dass dich mein Text zum Nachlesen und -forschen anregt, macht mich sehr glücklich. Ich bin ja, wie ihr wisst, verrückt nach Geschichte, weil ich überzeugt davon bin, dass wir das "Heute" nur kapieren können, wenn wir auch das "Zuvor" kennen ...

    und das trifft auf diesen Roman in ganz besonderer Weise zu ...

    Deshalb bin ich so gern in diesem Forum: weil es hier gleich immer in Tiefe geht ...

    willkommen in die Runde: Eine spannende gemeinsame Reise steht uns bevor <3

  • Ich bin ja, wie ihr wisst, verrückt nach Geschichte, weil ich überzeugt davon bin, dass wir das "Heute" nur kapieren können, wenn wir auch das "Zuvor" kennen ...

    definitiv....

    Aber leider sind viel zu viele Menschen einfach zu dumm, um zu begreifen, dass sie mit ihrer bekloppten „Protestwählerei“ einen folgenschweren Fehler machen 😥

  • Ich freue mich sehr, dass es eine Leserunde gibt 😊 Ich habe bereits die drei anderen Romane gelesen oder besser gesagt "verschlungen". Mir gefällt, dass die Geschichte wieder auf zwei Zeitebenen verknüpft ist. Das macht es spannend, weil man ja wissen möchte, wer mit wem aus der Vergangenheit/Gegenwart "verbandelt" ist. Das Buch macht mir schon jetzt Lust auf Wien. Muss dringend eine Reise planen 😛 Und Appetit auf "Rugelach" habe ich auch bekommen, war mir bisher nicht geläufig. Liebe Grüße in die Runde, Katja

  • Wie nicht anders erwartet geht es gleich spannend los. Welche Geheimnisse werden wohl im blauen Buch stehen? Bin gespannt.

    Wie gewohnt sind die Charaktere super "gezeichnet" und man ist gleich mittendrin in deren Leben.

    Wien ist eine Stadt die ganz weit oben auf meiner Wunschliste steht und ich freu mich mehr über sie zu erfahren.

  • Ich konnte erst heute mit dem Lesen anfangen, da ich noch ein Buch fertig lesen musste. Aber jetzt habe ich den ersten Abschnitt gelesen und grübele...


    Paulina gefällt mir. Sie hat als Kind wohl schon einiges mitgemacht, hat ihren Vater früh verloren und die Veränderungen an der Mutter gefallen ihr wohl nicht so sehr. Und natürlich traut sie sich nicht ihre Mutter nach Antonia zu fragen, wieso ihre Mutter mit ihr reden will, mit Toni. Denn sie schämt sich wohl in der Tasche ihrer Mutter gestöbert zu haben.


    Es ist überraschend dass die Schublade nicht verschlossen ist, sie ist verblüfft, war sie es sonst als gewesen? Oder hat Paulina noch nie das Bedürfnis gehabt zu stöbern, die Schubladen zu öffnen?

    Und dann wird es interessant für sie, sie kann nicht aufhören, sie muss weiterlesen. Wer ist diese Frau, die ein Kind erwartet, an Krebs erkrankt ist, lieber jedoch selbst stirbt, anstatt sich das Kind wegnehmen zu lassen? War es Paulinas Mutter?Ist ihre Mamasi gar nicht ihre Mutter? Wer war die Frau?


    Und nun ist Paulina auf dem Weg nach Wien, auf Bitten von Antonia. Wer ist diese Lena Brunner, zu der sie nach Wien fahren soll? Kann es sein - Spekulation von mir - dasss es eine Verwandte von Paulina ist, von der sie nichts weiß? Und nun darf sie in Luzies Tagebuch lesen. Luzie müsste also eine Verwandte von Antonia sein.


    Aber die krebskranke Schwangere ist wohl doch nicht Paulines Mutter, sie muss viel älter sein. Vielleicht die Mutter von Antonias Mutter? Ich bin sehr gespannt, wie es weitergeht.

    Liebe Grüße

    Lerchie

    ____________________________

    nur wer aufgibt, hat schon verloren

  • Eine Flucht unter anderem vorm Bock von Babelsberg.. Hier im ersten Tagebucheintrag von Luzie wird etwas deutlich, was ich an Teresa Simons Büchern liebe.
    Perfekte Recherche, perfekte Umsetzung. Besser kann es kaum sein. Eine Historikerin, die es schafft absolut spannende Romane zu schreiben.

    Ich habe, glaube ich, schon einmal etwas gelesen, das mir sagt, das diese Bezeichnung es auf den Punkt bringt. Ja, auf Teresas Recherche ist Verlass, davon bin ich überzeugt.

    Liebe Grüße

    Lerchie

    ____________________________

    nur wer aufgibt, hat schon verloren

  • Liebe Lerchie, das mit Göbbels stimmt - und war wohl noch viel furchtbarer, als wir uns das vorstellen können. Sie mussten alle durch sein "Besatzungsbett", das er in einer eigens dafür angemieteten Wohnung nahe des Reichdstags hatte (damit er "es" in der Mittagspause erledigen könnte: nimm einen X-beliebigen Namen der damaligen Diven - ja! sie waren alle "dran" ... Nur Marika Rökk konnte ihm entkommen, heißt es - die hatte ihren Papa dabei ...:thumbup:

    Einmal editiert, zuletzt von Teresa.Simon ()

  • ...Wer ist diese Frau, die ein Kind erwartet, an Krebs erkrankt ist, lieber jedoch selbst stirbt, anstatt sich das Kind wegnehmen zu lassen? War es Paulinas Mutter?Ist ihre Mamasi gar nicht ihre Mutter? Wer war die Frau?

    ...

    ...

    Aber die krebskranke Schwangere ist wohl doch nicht Paulines Mutter, sie muss viel älter sein. Vielleicht die Mutter von Antonias Mutter?

    was bringt dich zu der Annahme?

    Hab grad nochmal durchgeblättert und finde keinen Hinweis auf das Alter.

    Es war ja auch mein allererster Gedanke, dass sie Paulines leibliche Mutter ist..

  • Der Brief, den Pauline gelesen hat, bereits als Kind. Und die Schrift ist schon etwas verblasst, das deutet doch darauf hin, dass der Brief schon älter ist. Bestimmt älter als Pauline, oder seht ihr das anders?

    Zuerst hatte ich es ja auch geglaubt, dass das Paulines Mutter sein könnte. Jetzt, ehrlich gesagt, nicht mehr. Und als Pauline ihre Mamasi fragt, sagt diese ja auch, dass diese Frau schon vor vielen, vielen Jahren gestorben ist.

    Aber dann ist da ja auch wieder die Tatsache, dass Paulines Mamasie diese Frau anscheinend gekannt hat. Und viele Jahre legt jeder unterschiedlich aus. Wir werden es erfahren...

    Liebe Grüße

    Lerchie

    ____________________________

    nur wer aufgibt, hat schon verloren

  • Liebe Lerchie, das mit Göbbels stimmt - und war wohl noch viel furchtbarer, als wir uns das vorstellen können. Sie mussten alle durch sein "Besatzungsbett", das er in einer eigens dafür angemieteten Wohnung nahe des Reichdstags hatte (damit er "es" in der Mittagspause erledigen könnte: nimm einen X-beliebigen Namen der damaligen Diven - ja! sie waren alle "dran" ... Nur Marika Rökk konnte ihm entkommen, heißt es - die hatte ihren Papa dabei ...:thumbup:

    Wenigstens eine. Und dazu noch eine, die ich sehr gerne mag, sehr gerne in Filmen sehe. Ich bin ja ein bekennender Peter-Alexander-Fan und mit ihm hatte sie auch ein paar Filme.

    Liebe Grüße

    Lerchie

    ____________________________

    nur wer aufgibt, hat schon verloren

  • du bringst mich zum Grübeln... :-)
    aber das ist ja das Schöne an diesen Büchern. Wäre alles sofort vorhersehbar, wäre es lang nicht so spannend.

  • Hallo zusammen,


    wie bei Teresa gewohnt, hat es maximal anderthalb Seiten gebraucht, da war ich auch schon in der Geschichte!<3 Ich weiß gar nicht, wer mir aktuell am liebsten ist: Pauline, Luzia oder Toni. Aber warum sollte ich mich entscheiden? Sie sind mir alle drei sehr sympathisch!

    Allerdings muss ich bei den familiären Verhältnissen etwas sortieren (ich bin bei so etwas sowieso nie gut, was in der Regel schon damit startet, dass ich bei den Bezeichnungen der verwandtschaftlichen Grade aufpassen muss) und bin mir dennoch nicht sicher, ob ich richtig liege...


    1. Luzie

    ... heißt mit Nachnamen Kühn und ist die Tochter der verstorbenen Leonie. Offenkundig war diese Jüdin - ebenso ihre Eltern, die so rührend zu ihrer Enkelin sind und um die ich mir jetzt schon arge Sorgen machen, weil sie offensichtlich der Meinung sind, dass sie durch die Tierarztpraxis vor Verfolgung geschützt sind.


    2. Marie

    ... ist die kleinere Schwester von Luzies Vater. Die Familie ist wohl nicht jüdisch und da Marie als Luzies Mutter eingetragen ist, können die Nazis erst einmal annehmen, dass Luzie ebenfalls nicht jüdisch ist. Warum Marie offiziell als Luzies Mutter gilt, ist mir bislang noch unklar.


    3. Peter

    ... ist nicht nur der Vater von Lena, sondern auch der Cousin von Luzie, richtig? Seine Mutter ist die Schwester von Luzies Vater. Offiziell ist er aber natürlich ihr kleinerer Halbbruder.


    Wenn ich jetzt etwas spekuliere, könnte ich mir vorstellen, dass Toni und Thea die Kinder von Luzie sind. Zumindest Toni ist 1943 in Wien geboren und ich könnte mir vorstellen, dass Peter sie als Baby kannte und ihr endlich das Tagebuch der Mutter zukommen lassen wollte. Schade, dass er zwischenzeitlich verstorben ist...

    Wie ich nun aber Pauline unterbringen kann, weiß ich überhaupt nicht. Möglich scheint mir aktuell aber, dass die von ihr im Alter von 11 Jahren gefundenen Zeilen ihr selbst gelten und Simona, ihre Mamasi, nicht ihre leibliche Mutter ist. Aber wer ist dann diese L, die vermutlich während oder kurz nach ihrer Geburt verstorben ist? Und was hat es mit der Schneekugel von 1936, die den Prater zeigt, auf sich?


    Was ich richtig toll finde: die Atmosphäre, die von Wien über das Buch in meinen Kopf schwappt! Der Charme von Paulines kurzer Stadtrundfahrt, die Tipps von ihrem Mitreisenden, die Beschreibungen der Unterkünfte... Am liebsten würde ich jetzt den Roman nehmen und mich in ein klassisches Wiener Kaffeehaus setzen! Lesen und nebenbei ein bisschen dem Wiener Schmäh lauschen... Herrliche Vorstellung, oder?

    Da ich auch beruflich ab und an mit Wienern zu tun habe, freue ich mich immer, wenn ich dort anrufe. Auch wenn ich es mitunter lustig finde, dass ein einfaches "Hallo" schon fast als unfreundlich empfunden wird und stattdessen immer überaus höflich, ja fast schon ein wenig antiquiert kommuniziert wird. Ein wenig gewöhnungsbedürftig, aber durchaus charmant, finde ich.


    Neugierig bin ich im Übrigen, ob nicht nur Luzie sondern auch Pauline Gefallen an den ungarischen Männern findet... Ich hatte da so einen winzigen Moment, als Pauline im MB durch die österreichische Hauptstadt gefahren wird.:love: Schön auch, dass der Hauch der alten k.u.k.-Monarchie durch die Zeit weht.

    Liebe Grüße

    Tabea

  • Ah, Teresa, du hattest mich schon ab dem ersten Wort! "Kruschtelzimmer" Hier in Hessen sagen sie rumkruschen oder Krusch (Mist - was sich so ansammelt).

    So ein Kruschtelzimmer war für mich der große Speicher, etwas, das jedes Kind fasziniert, ich war selbst so ein "Dachboden-Archeologe".

    Vielleicht kruscht Paulina deswegen so gerne im Vergangenen, weil ihr der Vater fehlt. Wenn ein Geruch lange Zeit überdauern kann, dann ist es Tabak, der hält sich hartnäckig in allen Ritzen, Vorhängen, Büchern und zieht auch in den Schrank, wo alte Wintermäntel aufbewahrt werden. Vielleicht war ja auch ein Teddy für sie dabei, die hegen das Aroma ganz besonders lange..

    Gerüche beherbergen Erinnerungen.

    Ach, Kinder sollten nie zu früh das Loslassen lernen müssen.


    Dann der Brief, das muss Paulinas Mutter gewesen sein, sie ist wohl Simones Adoptivtochter. Kaum zu glauben, das Paulina nicht weitergebohrt hat.

    Aber die Kleine hat recht, der Inhalt war sehr traurig, ich musste auch ein paar mal das Pipi aus den Augen wegzwinkern.


    Die Vertretung in der Erbangelegenheit von Toni:

    Ich frage mich, ob Toni für Paulina ein paar Weichen gestellt hat. Mit oder ohne Absicht, wird sich herausstellen. Warum will Paulina eigentlichnicht fliegen, länger als eine Stunde wäre sie doch nicht in der Luft gewesen, Wien/Nürnberg/Frankfurt sind nur 40/50 Minuten, vor den 8 Stunden Zug hätte es mich schon eher gegruselt.

    Aber immerhin hatte Paulina im Zug eine nette Bekanntschaft gemacht, nicht umsonst, denke ich, die sehen sich bestimmt wieder.


    Ich gebe Paulina recht, ich mag auch keine Sachertorte, die schmeckt wie eine sehr gehaltvolle Herrentorte. Dafür liebe ich die ganzen tollen Mehlspeisen.

    Nichts "Schlimmeres" als die Wiener Weihnachtsmärkte, ein Overkill an Gaumenfreuden. Die Kalorien läuft man in Wien eh wieder ab, da bleibt nix kleben.

    Ohje, die Luzie - ein sehr sympathischer Charakter - hat die Aufmerksamkeit von "Hinkels" auf sich gezogen, brrr, ich krieg ne Gänsehaut, mich schüttelt es, ich hatte die ganze Zeit Angst um Luzie, also erstmal bis sie im Zug saß und in Wien ankam.

    Diese komischen Kaplane waren mir doch sehr suspekt, besonders der Eine, der wollte so viel wissen, Luzie war wie um den Finger gewickelt, hat ihm mehr gesagt, als sie wollte. Ich bin dank Marie und Leopold erstmal beruhigt.


    Ich liebe das Buch jetzt schon! :-*