Ursula Trüper - Leider war ich ein Mädchen. Über Käthe Kollwitz

Leserunde mit Judith & Christian Vogt ab 11.10.2019: Wasteland [Postapokalyptische Utopie]
Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.
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    Auszug aus dem Klappentext:

    Frauen waren in der Kunst bis zur Jahrhundertwende nicht als gleichberechtigte Kolleginnen neben den Männern vorgesehen. Käthe Kollwitz ist eine der ersten Frauen, die hauptberuflich als Künstlerinnen tätig sind. Vor dem Hintergrund der herrschenden Ansichten über die Stellung der Frau in Kunst und Gesellschaft wird erst deutlich, wie ungewöhnlich ihr Werdegang war.



    Meine Meinung:
    Ich habe vor anderthalb Jahren eine Ausstellung mitbetreut, in der u.a. Werke von Käthe Kollwitz gezeigt wurden. Auch wenn mir der Name durch diverse Schule, Straßen etc. ein Begriff war, hatte ich keine Vorstellung von der Kunst der Käthe Kollwitz - geschweige denn von ihr als Mensch. So kam es zu den ersten Berührungspunkten, die mich begeisterten. Zum Abschluss der Ausstellung bekam ich dieses kleine Büchlein geschenkt und mir hat es sehr gut gefallen. Es wird vor allem der Augenmerk auf Käthe Kollwitz als weibliche Künstlerin gelegt, in einer Zeit in der auch die Kunstwelt von Männern dominiert wurde. Wie konnte Kollwitz sich dennoch einen Namen machen? Welche (familiäre) Unterstützung bekam sie? Und wie hat sie sich selbst als Frau definieren können? All diese Fragen werden in diesem Buch beantworten, in dem Ursula Trüper vor allem Käthe Kollwitz und Menschen, die ihr nahe standen, durch Zitate zu Wort kommen lässt. Auch wenn die Auswahl der Zitate immer eine Interpretation der Autorin sind, weil sie schließlich aus dem Zusammenhang gerissen werden, gefiel mir die Herangehensweise. Was man glaubt, wo man selbst vielleicht kritisch ist und nochmal recherchieren will, bleibt dem denkenden Leser ja immer noch selbst überlassen.

    Also ein nettes Büchlein, wenn man sich nur mal Rande oder Nebenbei mit einer beeindruckenden Frau und kommunistischen Künstlerin zu Zeiten der Weimarer Republik und des NS-Regimes auseinander setzen möchte oder wenn man einfach mal ein wenig über Käthe Kollwitz erfahren will, ohne gleichen einen mehrere hundert Seiten Wälzer durchzulesen. Das Buch ist außerdem mit einigen Werken von Kollwitz verziert. Auch wenn die Abbildungen durch das handliche Format des Buches eher klein sind und bei Weitem nicht an die Originalbilder herankommen.