Erich Kästner - Die Schildbürger (Nacherzählung)

Leserunde mit Judith & Christian Vogt ab 11.10.2019: Wasteland [Postapokalyptische Utopie]
Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

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    Über das Buch:


    Das Märchen von den Dummen und den Schlauen Die Bewohner der Stadt Schilda stellen sich wirklich dumm an: Sie bauen ein Rathaus ohne Fenster, halten Gericht über einen Krebs und zünden aus Angst vor einer harmlosen Katze die ganze Stadt an. Aber waren die Schildbürger wirklich so naiv oder haben sie nur so getan, als wären sie es? Und was ist eigentlich aus ihnen geworden? Erich Kästners berühmte Nacherzählung der bekanntesten Schildbürgerstreiche bringt auch heute noch Kinder und Erwachsene zum Lachen - und zum Nachdenken! Ein Kästner-Muss für Kinder - mit allen Originalillustrationen von Walter Trier.


    Meine Meinung:

    Ihr wisst, ich bin ein großer Fan von Kästner, aber diese Nacherzählung konnte mich gar nicht überzeugen. Mir stieß schon ganz zu Anfang eine Sache auf und ich befürchte, dass es mein ganzes Lesen beeinflusst hat. Vorab will ich noch betonen, dass ich weiß, dass Kästner in einer ganz anderen Zeit gelebt hat, dass er für diese Zeit sehr aufgeschlossen und modern gedacht hat - zumindest in politischen Bezügen und in Bezug auf Kinder(erziehung). Seine Ansicht zu Frauen hingegeben blieb sehr antiquiert und so verwundert folgende Stelle vielleicht nicht, aber für mich geht sie gar nicht und somit würde ich persönlich dieses Buch niemals meinen Kindern vorlesen:


    Zitat

    Da die Männer nicht daheim waren, mußten statt ihrer die Frauen pflügen, säen und ernten. Die Frauen mußten die Pferde beschlagen und das Vieh schlachten. Die Frauen mußten die Kinder unterrichten, die Steuern einkassieren, die Ernte verkaufen, den Marktplatz pflastern, die Zähne ziehen (....) Das war zu viel! Das Vieh verkam. Die Ernte verfaulte. Es regnete durch die Dächer. Auf dem Marktplatz wuchsen Brennesseln. Die Uhr am Kirchturm ging vier Stunden nach. Die Kinder wurden frech und blieben dumm. Und die Frauen wurden vor lauter Sorgen, Mühen und Tränen häßlich und vor der Zeit krumm und alt. Da schrieben sie ihren Männern einen wütenden Brief, worin zu lesen stand, warum und wieso sie nicht länger ein noch aus wüßten, und die Männer sollten sich schleunigst heimscheren!

    Da kriegten die Männer einen Heidenschreck (...) und fuhren (...) nach Hause zurück! (...) Sie kannten ihr Schilda gar nicht wieder. Die Fensterscheiben waren zersprungen. Im Hausflur wuchs Moos. Die Wagenräder quietschten. (...) "Das habt ihr von eurer Gescheitheit!" sagten die Frauen ärgerlich.

    Es wird nicht direkt gesagt, aber ich finde schon, dass die Geschichte indirekt vermittelt, dass vor allem Männer klug sind und ohne die Männer, die Frauen nichts hinbekommen. WTF?


    Hinzu kommt allerdings, dass ich die Geschichten nicht wirklich lustig fand. Oftmals haben sie nur ein müdes Lächeln oder gar Kopfschütteln erzeugt und auch der Kästnersche Stil schimmert nur selten durch. Ich persönlich konnte also nicht so viel mit dem Buch anfangen - leider. Kästners Nacherzählung zu "Gullivers Reisen" habe ich bspw. in sehr positiver Erinnerung.