J. R. R. Tolkien - Tuor und seine Ankunft in Gondolin

Leserunde mit Judith & Christian Vogt ab 11.10.2019: Wasteland [Postapokalyptische Utopie]
Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.
  • [Spoilerfrei!]



    Tuor und seine Ankunft in Gondolin (J. R. R. Tolkien)


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    Über das Buch:


    Wie die Erzählung "Feanors Fluch" gehört dieses Büchlein gewissermaßen zu Tolkiens "Silmarillion" und wurde von seinem Sohn aus Schnipseln, Manuskripten und Journals zusammengetragen. Auch in "Nachrichten aus Mittelerde" ist die Geschichte zu finden. Das Buch erschien erst nach Tolkiens Tod.


    Inhalt und Stil:


    Das Buch zählt nur 132 Seiten - und das mit Anmerkungen, Karten und alternativem Ende. Die Erzählung an sich ist nach 86 Seiten zu Ende.

    Der Stil ist eben Tolkien: ausschweifend, poetisch, schön, dramatisch. Die Übersetzung von Hans J. Schütz und Wolfgang Krege ist angemessen, würde ich behaupten.

    Im Vergleich zu "Feanors Fluch" habe ich mich den Charakteren - oder besser: dem Charakter, hauptsächlich Tuor quasi - näher gefühlt. Irgendwie war alles etwas greifbarer und nicht so abstrakt. Wenn das Sinn ergibt.

    Anmerkungen in Form von Querverweisen und Anmerkungen hinten im Buch geben Infos über die Erzählung hinaus und referieren meist auf Entstehungsgeschichte der Erzählung, andere Werke Tolkiens oder linguistische Hintergründe.


    Die Erzählung handelt von Tuor dem Menschen, der als Waise bei den Hithlum-Elben in den Langen Höhlen aufwächst. Als junger Erwachsener bricht er auf, um sein Schicksal zu finden und muss dabei vielen Gefahren trotzden sowie viel Pein erleiden. Er findet schließlich heraus, dass sein Schicksal fest mit den Noldor-Elben verknüpft ist.



    Meine Meinung:


    Wie weiter oben erwähnt konnte ich mit Tuor als Charakter mehr anfangen als mit den Charakteren in "Feanors Fluch". Woran das genau lag weiß ich nicht, aber so insgesamt konnte ich einfach einen besseren Überblick über die Geschehnisse behalten und hatte nicht den Eindruck dass alles irgendwie distanziert und oberflächlich gehalten wurde, wie es manchmal bei der Beschreibung von Weltgeschichte (= Gechichte von Mittelerde) eben so passiert. Nicht dass das was schlechtes wäre, im Gegenteil. Aber hier kam es mir entgegen. Ich konnte Tuor als Figur besser begreifen als Feanor, und habe mit ihm mitgefiebert. Und das obwohl ich bei Tolkiens Geschichten dieser Art (also die, welche mit dem Silmarillion verknüpft sind und eher eine Darstellung der Weltgeschichte sein sollen) eher die Sprache und die fantastische Welt genieße als die Narration an sich (anders als beim "Herr der Ringe"...).

    Kurzum: Ich wurde gut unterhalten. Schön fand ich auch die Anmerkungen hinten, das war alles echt interessant.


    Ich gebe dem Buch 5 Ratten.

    5ratten