Julie Shackman - Das kleine Café im Gutshaus

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    Julie Shackman - Das kleine Café im Gutshaus


    Lara McDonald kehrt nach Fairview in Schottland zurück, nachdem Freund Anton sie wegen einer anderen Frau verlassen hat. Sie findet zum Glück gleich eine Stelle in einem Café, was sich als kompletter Reinfall entpuppt. Denn die Besitzerin Kitty, will absolut nichts verändern und serviert langweilige Kuchen und faden Tee. Dabei hätte Lara, die ein Faible für Kuchen und backen hat, so viele Ideen. Als sich die Gelegenheit bietet, im Gutshaus Glenlovatt Manor ein eigenes Café zu eröffnen, sieht sich Lara am Ziel ihrer Träume. Unterstützt wird sie von ihrer besten Freundin Morven, und kann sogar Personal einstellen. Wenn da nur nicht der Enkelsohn des ehemaligen Gutsbesitzers wäre .... dem gefällt die Idee, dass nun ein Café in dem ehrwürdigen Gutshaus betrieben wird, ganz und gar nicht.


    Ich bin immer wieder erstaunt, wie Klappentexte und Titel eine Geschichte gerade bei den ersten Kapiteln spoilern können. Sehr schade, dass ich bei Lesebeginn schon wusste, wie sich die Zukunft von Lara, Richtung eigenem Café im Gutshaus, entwickeln wird. Der Klappentext verrät dann auch noch, dass eine Figur, die auf den ersten 40 Seiten noch am Leben ist, sterben wird. Und der Vorschlag des Gutsherrn, der angedeutet wird, und dank des Klappentextes und des Buchtitels, erahnt werden kann, ist dann leider auch nicht wirklich prickelnd und spannend.

    Abgesehen davon hat mir die Geschichte gut gefallen. Auch, weil all die Köstlichkeiten, die Lara fabriziert, toll beschrieben sind. Wenn sie Backwaren herstellt, ist man als Leser hautnah dabei. Von Käsekuchen - Brownies bis zu Nussbaiserkuchen ... die Kreationen sind sehr fantasievoll! Grundsätzlich gefällt mir in Büchern, wenn eine Figur ein Geschäft von Grund auf aufbaut und man das miterlebt. Auch hier ist der Aufbau des Cafés im Gutshaus sehr gut beschrieben. Ab und zu hatte ich den Eindruck, bei Problemen ist sehr rasch eine Lösung gefunden, was dann nicht mehr ganz so authentisch daher kommt. Eine Putzfrau, die von einem Tag zum anderen kündigt? Freundin Marven kennt jemanden, der eine Putzfrau kennt, die einen neuen Job sucht. Der ungeliebte Job im Café? Der vorher für Lara unbekannte Gutsherr vererbt ihr seinen Saal im Gutshaus, um ihr eigenes Café zu eröffnen. Das marode Gemäuer muss saniert werden? Auch da fällt das Geld dafür buchstäblich zufällig vom rosaroten Himmel. Freundin Morven kann einfach so ihren Job vernachlässigen um bei Lara im Café zu arbeiten. Man muss diese Zufälligkeiten zur Seite schieben, dann kann man die Geschichte unbeschwert geniessen. Die ist übrigens in Liebesdingen romantisch, wenn auch etwas vorhersehbar.

    Der Schreibstil ist einfach gehalten und liest sich dadurch sehr flüssig. Das Setting, das alte Gutshaus in Schottland, sowie das Café, ist toll beschrieben. Sehr anschaulich habe ich das alte Gemäuer in Schottland vor meinem Kopfkino gesehen.

    Die Figuren sind gut gezeichnet. Lara ist eine Frau, die weiss was sie will und auch wie sie ihre Träume verwirklichen kann. Zudem kann sie anpacken und die Führungsposition, die sie plötzlich inne hat, scheint ihr im Blut zu liegen. Der Enkelsohn des ehemaligen Gutsbesitzers scheint mir von der wankelmütigen Sorte Mann, zudem ein Frauenheld zu sein. Ich bin von der Figur nicht wirklich überzeugt, von mir aus hätte er gradliniger charakterisiert werden dürfen. So bleibt er etwas blass und weit hinter Randfiguren, die Platz einnehmen und stilsicherer charakterisiert wurden, zurück.

    Mich hat die Story rund um Lara und ihr Café im Gutshaus gut unterhalten. Wohltuend leichte Story, die keineswegs seicht war. Ich habe mich damit nach Schottland geträumt.


    4ratten

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    Hugos Vermächtnis

    Dass Lara von der Kundschaft für ihren selbstgebackenen Kuchen, den sie im Café anbietet, gelobt wird, gefällt ihrer Chef Kitty gar nicht. Denn sie ist diejenige, die für das Backen zuständig ist, Lara soll nur bedienen. Aber Lara ist eine begeisterte Bäckerin, und als Hugo Carmichael hinter ein Geheimnis kommt, das Lara noch nicht einmal selbst kennt, will er nur eines: Sie soll in seinem Gutshaus ein Café eröffnen. Und als der alte Mann stirbt, erfährt Lara von seinen Wünschen und dass er ihr den dafür nötigen Raum im Gutshaus vermacht hat. Das ist etwas, was Hugos Enkel so gar nicht gefällt. Doch er muss sich damit abfinden, und die beiden kommen sich näher. Doch mit einem solchen arroganten Schnösel wie Hugos Enkel, kann Lara so gar nichts anfangen.


    Meine Meinung

    Es ist dies der erste Roman, den ich aus Julia Shackmans Feder gelesen habe. Es ist ein Liebesroman mit viel Unterhaltungswert, und er ließ sich sehr gut lesen. Der Schreibstil der Autorin sagt mir sehr zu, denn ich hatte auch keine Fragen zu Worten oder gar ganzen Sätzen. In der Geschichte war ich schnell drinnen, konnte mich in die Protagonisten gut hineinversetzen. In Hugo Carmichael, mit dem Lara fast zusammenrempelt und der zuerst etwas böse mit ihr ist. Doch dann sieht er etwas, was ihn anscheinend gnädig stimmt. Und die beiden freunden sich sogar irgendwie an. Sie, die Kellnerin und er der alte Mann aus dem Gutshaus. Nein, nicht so, wie die Leser vielleicht denken, eher so Opa und Enkel. Auch in Lara kann ich mich gut hineinversetzen. Lara wurde aus ihrem PR-Job entlassen, sie will auch keinen solchen mehr annehmen, sondern das tun, was sie gerne tut: Backen. Und so ist sie in dem Café gelandet wo ihre Chefin Kitty sie drangsaliert, Warum wird der Leser lesend erfahren. Dass sie sich Hugo anvertraut ist überraschend und er zieht daraus Konsequenzen. Mehr dazu jedoch nicht mehr. Für mich war dieses Buch spannend vom Anfang bis zum Ende auch wenn man durchaus auf die Idee kommen kann, wie es letztendlich ausgeht. Aber hier geht es ja auch um das Wie, und was alles bis dahin passiert. Dieser schöne Liebesroman hat mir sehr gut gefallen, er hat mich in seinen Bann gezogen, und daher vergebe ich die volle Bewertungszahl und spreche eine Empfehlung aus an alle, die Liebesromane mögen.

    5ratten

    Liebe Grüße

    Lerchie

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    nur wer aufgibt, hat schon verloren