Anant Pai / Ram Waeerkar: Krishna - Retold From The Bhagawat Puran

Literaturschock positioniert sich. Nazifreie Zone, denn wer neben Nazis marschiert, ist entweder selbst ein Nazi oder eine nützliche Marionette der Nazis. Andere Kategorien gibt es nicht.

  • Krishna - Retold From The Bhagawat Puran (Anant Pai / Ram Waeerkar)


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    Dieses Comic wurde einem der größte Comic-Verlage Amar Chitra Katha in Indien 1969 herausgegeben. Es ist Teil einer sehr großen Reihe, die mythologische und religiöse Geschichten darlegt und einen Einblick in die indische Kultur geben soll.


    In diesem Teil der großen Reihe geht es um Krishna, die hinduistische Gottheit und achter Avatar des Vishnu.

    Das Comicheft erzählt, wie dem König Kansa prophezeit wird, dass er durch das 8. Kind seiner Cousine Devakis sterben würde. Zornig sperrt er Devakis und ihren Gatten ein, und tötet fortan jedes Kind des Paares. Durch glückliche Zufälle gelingt es den beiden jedoch, das 7. Kind in die Außenwelt zu befördern. Auch das 8. schafft es wie durch ein Wunder nach draußen. Kind 7 (Balarama) und Kind 8 - Krishna! - wachsen gemeinsam im Dorf Gokul bei Pflegeeltern auf.

    Der böse König Kansa versucht nun alles daran Krishna zu töten, da dieser als 8. Kind der Prophezeiung nach ihm den Tod bringen soll.

    Es offenbart sich auch ziemlich schnell, dass Krishna kein gewöhnliches Kind ist.


    Ich interessiere mich für mythologische Geschichten, aber habe mich mit der indischen Mythologie noch nicht besonders viel beschäftigt.

    Krishna ist mir natürlich ein Begriff. Und die Erzählweise dieses Comics ist kurzweilig, ein wenig melodramatisch und informativ.

    Die Zeichnungen gefallen mir, der Stil ist aber eben Geschmackssache.


    Dies ist ein Re-Read, da ich alle meine bisherigen Comics erneut lesen möchte - aber ich weiß, dass ich beim ersten Lesen dieses Heftes gewundert habe, warum alle Charaktere weiße Menschen sind (bis auf Krisha, der eine bläuliche Hautfarbe hat). Ich habe inzwischen auch herausgefunden, dass eben dies andere Menschen beschäftigt, und ich finde es ein wenig traurig, dass gerade in einer so kulturell verwurzelten Geschichte von den indischen Machern selbst alles weiß-gewaschen wurde (bzw. die Künstler dachten so sollte es sein?). Oder es ging bei meinem Comic-Heft einfach ein bisschen die Farbe aus.


    Ich verzichte hier auf eine Ratten-Bewertung, weil mir eine bewertende Einschätzung irgendwie nicht gelingen will.

    Aber das Comic ist nett für zwischendurch, informativ, und gut gezeichnet.

  • Dies ist ein Re-Read, da ich alle meine bisherigen Comics erneut lesen möchte - aber ich weiß, dass ich beim ersten Lesen dieses Heftes gewundert habe, warum alle Charaktere weiße Menschen sind (bis auf Krisha, der eine bläuliche Hautfarbe hat). Ich habe inzwischen auch herausgefunden, dass eben dies andere Menschen beschäftigt, und ich finde es ein wenig traurig, dass gerade in einer so kulturell verwurzelten Geschichte von den indischen Machern selbst alles weiß-gewaschen wurde (bzw. die Künstler dachten so sollte es sein?). Oder es ging bei meinem Comic-Heft einfach ein bisschen die Farbe aus.


    Ich glaube nicht, dass man hier von "weiß-waschen" sprechen kann. Krishna stammt aus Nordindien, und die Nordinder sind viel hellhäutiger als die Südinder. Außerdem war in Indien schon früher (und ist immer noch) helle Haut beliebt und galt als begehrenswert, besser. Die helle Hautfarbe der Charaktere ist traditionell und entspricht der von alten Abbildungen. Schau dir zum Beispiel mal die alten Abbildungen im Wikipediaartikel zu Krishna an. Ziemlich helle Hautfarbe, oder? Der Illustrator des Comics arbeitet eben in seiner Tradition, auch wenn wir EuropäerInnen uns nicht unbedingt dessen bewusst sind und daher irritiert reagieren.

    Wir sind irre, also lesen wir!

  • Danke für deine kompetente Antwort.


    In dem Comic sind die Figuren nicht "hellhäutiger" sondern sehr weiß.

    Von daher frage ich mich halt warum - und vielleicht ist weiß-waschen nicht der richtige Ausdruck, aber dass helle Haut beliebt und als begehrenswert gilt obwohl das das indische Volk ja zum Teil (!) eben nicht weiß ist, das ist eben das, was ich traurig finde. Dass der Zeichner da einer Tradition folgt ist mir bewusst, habe ja natürlich auch recherchiert bevor ich den Beitrag geschrieben habe.

    Zitat


    Amar Chitra Katha series reflects 'the stereotypes and prejudices of modern mainstream Indian culture; pink-skinned, fair heroes and heroines, dark asuras and villains,

    (x, wiki)


    Aber diese Tradition an sich finde ich eben schon schade, auch wenn ich sie natürlich respektiere.

    Beispielsweise wurde in der Vergangenheit oft das höhere Volk hell-häutig dargestellt (egal ob von Nordindien oder sonst woher in Indien), entgegen der Realität, und Sklaven sowie böse Antagonisten als Schwarze. Davon haben sie sich wohl etwas entfernt, aber ich finde das auffällig. Erstmal ganz ohne Wertung. Ich als privilegierte Weiße möchte da auch garnicht viel mehr dazu sagen :)


    Aber weiß-waschen ist in dem Kontext wohl nicht der passende Begriff, da hast du Recht.

    Und ich kenne mich in diesem Thema auch bei weitem auch nicht genug aus, um weiter darüber zu sprechen - das war auch einer der Gründe warum ich keine Rattenbewertung gegeben habe :)

    Danke vielmals für deinen Denkanstoß. Dass Krishna dann sowieso heller sein würde wusste ich beispielsweise garnicht. Dann passt die hellblaue Färbung :P