05 - Seite 360 bis Ende (Kapitel 20 bis Ende)

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Es gibt 40 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Kritty.

  • Hier könnt Ihr zum zweiten Abschnitt (Kapitel 20 bis Ende) schreiben.


    Spoilermarkierungen sind aufgrund der Seitenbeschränkung nicht vorgesehen.

    :lesen:





  • Huiuiui, am Ende war es genauso knapp, wie ich das schon befürchtet hatte.


    Aber der Reihe nach. Erst mal erfahren wir, warum Seyfried nicht mehr an Gott glaubt. Rätselhaft, wie seine Familie umgekommen sind. Ein Brand. Da kann man schon mal vom Glauben abfallen, wenn man heimkommt und Familie, Haus und Hof sind komplett vernichtet. Kein Wunder, dass er jetzt wirklich alles tut, damit das nicht nochmal passiert.


    In dem Fall war es auch Klasse, dass seine Rettung des Ritters bei der Hinreise ihm tatsächlich jetzt beim König sehr hilft, weil der Gerettete ein Vertrauter von ihm ist. Da hat der ganze Einsatz nicht nur beim lieben Gott sondern schon auf Erden was gebracht. :D


    Auch Elsbeth möchte alles tun, ihren Kinder zu helfen und verrät sie an den hinterhältigen Theobald. Ich hätte ihr ein bisserl mehr Menschenkenntnis zugetraut. Dass der Kerl verlogen ist und kein Guter, war ihr doch klar. Aber der Wein und die Todesangst haben sie wohl verwirrt.

    Dafür ist Theobalds Ende blutig und er hat es so verdient. Ich war allerdings schon ziemlich überrascht, wo der Bär plötzlich herkam und ausgerechnet Theobald auf dem Kieker hatte. Und wo war Karl da abgeblieben? Das habe ich wohl überlesen. :/


    Adelheyd hat auch ihr Geheimnis preisgegeben. Toll, wie vernünftig und weise Hildegard reagiert. Da kann doch keiner mehr was sagen. Sie ist einfach eine Ordensfrau, wie ich sie toll finde. Wenn es drauf ankommt, kann man immer auf sie zählen. Und sie liebt die Menschen, auch wenn sie es nicht oft zeigt.


    Ja, und dann der zweite Showdown (nach Theos Ableben). Da habe ich geschwitzt, als der Henker schon das Beil geschärft hat. (Wobei er das ja auch schon zuhause hätte tun sollen. :D Schlechte Arbeitseinstellung, wenn das Arbeitsmaterial nicht bereit ist. Aber Glück für Elsbeth.)

    Und Karl ist auch zum rechten Zeitpunkt wieder da. Da fügt sich ja alles sehr perfekt.


    Im Epilog kam dann noch, worauf ich gehofft habe, seit gesagt wurde, dass Seyfried und Elsbeth geschieden werden. Nämlich, dass eine Novizin ja die Profess nicht unbedingt ablegen muss und das Hildegard das ja auch gar nicht verlangt.

    Dass Adelheyd auch noch einen netten Mann abgekriegt hat UND Karl sich zu einem Kerl für Anna gemausert hat.... Das war ja HappyEnd hoch drei. 8o

    :lesen:





    Einmal editiert, zuletzt von gagamaus ()

  • Im Epilog kam dann noch, worauf ich gehofft habe, seit gesagt wurde, dass Seyfried und Elsbeth geschieden werden. Nämlich, dass eine Novizin ja die Profess nicht unbedingt ablegen muss und das Hildegard das ja auch gar nicht verlangt.

    Dass Adelhey auch noch einen netten Mann abgekriegt hat UND Karl sich zu einem Kerl für Anna gemausert hat.... Das war je HappyEnd hoch drei.

    Liebe gagamaus,


    Wenn man genau hinschaut, haben nur die fiktiven Protagonisten ein Happy End bekommen. Eine Person muss in großer Bitternis und Trauer weiterleben: Hildegard selbst. Der Mensch, den sie am meisten liebte in ihrem Leben, Richardis, ist gestorben. Und man weiß nicht einmal, ob Hildegards Brief sie noch rechtzeitig erreicht hat.


    Hildegard hätte diesen Brief nicht ohne Seyfried und Adelheyd schreiben können. Sie ist zu Beginn des Buches so verbittert über Richardis' Entschluss, sie zu verlassen, dass sie kaum ein Gefühl an sich herankommen lässt. Erst die unterschiedliche Emotionalität der beiden lässt die harte Schale aus Groll um ihr Herz wieder aufspringen. Bei Hannah schiebt sie noch sehr stark rationale Gründe vor, bei Corinna ebenso, aber als sie das Kloster ohne Habit verlässt, wird sie selbst verletzlich, vor allem in der Gegenwart von zwei Menschen, die so sehr auf ihre Hilfe angeweisen sind. Durch ihre Schicksale berührt, entscheidet sie sich beim König für die Rettung Elsbeths. (Tatsächlich musste das auch aus historischen Gründen so sein, denn einen Schutzbrief Friedrichs gab es erst Jahre später.) Und diese Uneigennützigkeit führt auch dazu, dass sie (auch von Seyfried in diese Richtung angestoßen) ihren Streit mit Richardis hinterfragt und schließlich selbst um Vergebung bittet.


    Ursprünglich war mein Plan, den Roman mit der Trennung von Seyfried und Elsbeth enden zu lassen. Aber wenn man im Buch einer Heiligen eine Hauptrolle gibt, muss man auch damit rechnen, dass ein Wunder geschehen kann. Hinter allen Spannungselementen und dem Abenteuer ist "Der Gesang der Bienen" für mich während des Schreibens immer mehr zu einem Buch geworden, in dem es darum geht, wie verschiedene Seelen ihren Frieden mit Gott finden können.


    Herzliche Grüße,

    Ralf

  • Was für ein turbulentes und knappes Ende der Geschichte! Aber bis zum Happy End für alle war es noch ein weiter Weg!


    Der Bote des Königs und Seyfried sind wirklich im allerletzten Moment gekommen um Elsbeth zu retten. Gottfried wollte dann gleich Anna köpfen, aber auch Karl ist gerade noch rechtzeitig zu ihrer Rettung gekommen. Abt Eberhard war bereit ihn anzuhören, Gottfried und Theobalds Helfer waren da nicht so bereit - aber die Wahrheit ist trotzdem ans Licht gekommen. Wie traurig für Gottfried zu erfahren, dass er von seinem Vertrauten so grausam hintergangen wurde.


    Zwischendurch dachte ich eigentlich, dass Seyfried und Elsbeth irgendwo zwischen politischem Kalkül und klerikalen Vorurteilen verloren gehen. Aber der Schachzug des Königs war im Endeffekt erfolgreich. Hier hat auch Hildegard wirklich Herz und Größe bewiesen und nicht in erster Linie an das Kloster gedacht.

    Seyfrieds Bitte wäre aber auch von Gregor unterstützt worden und ich glaube sogar, dass er auch so erfolgreich gewesen wäre. Aber das konnte er ja nicht wissen. Ganz am Schluß findet auch Seyfried wieder zurück zu Gott - naja... in der Geschichte muss das wahrscheinlich sein. Mir haben aber die Zwiegespräche gut gefallen. Denn sein Hadern mit Gott bedeutet ja keinesfalls, dass nicht an ihn glaubt, ganz im Gegenteil.


    Adelheyd ist tatsächlich schwanger und auch hier zeigt sich Hildegard mitfühlend. Wie schön, dass Ralf auch hier ein Happy End zugelassen hat. Adelheyd hat es wirklich verdient. Ebenso wie Anna und Karl. Und am Schluss auch Seyfried und Elsbeth. Nur Hildegard hat ihre Freundin Richardis verloren - es ist immer traurig, einen geliebten Freund zu verlieren ohne ein Missverständnis ausgeräumt zu haben. Es hinterlässt Narben. Es interessiert mich wirklich, wie Hildegard als Mensch tatsächlich war und welche biographischen Ereignisse sie wirklich beeinflusst haben.

    Sehr spannend fand ich übrigens das Gespräch mit dem König. Perfekte Paartherapie, wo auch der König Dinge zu hören bekam, die er so eher nicht erwartet hat!

    Bleibt noch der Hauptbösewicht der Geschichte:

    Theobalds letzte Stunden waren auch sehr spannend beschrieben - seine verbissene und gnadenlose Jagd auf Anna und das dramatische Ende seines Lebens. Der Bär ist da gerade noch im richtigen Moment aufgetaucht (allerdings wünsche ich wirklich niemandem so einen Zweikampf). Seine letzten Worte waren seltsam. Eine völlig neue Seite eines grausamen, berechnenden und völlig gewissenlosen Mannes. Aber er ist der einzige, mit dem ich hier kein Mitleid habe.


    Alles in allem ein tolles Buch: der Schreibstil gefällt mir gut (abgesehen von ... :breitgrins:). Der Aufbau der Geschichte ist spannend, dass jedes Kapitel datiert ist und damit zu einer Art Count down wird verstärkt die Spannung noch zusätzlich. Die Personen sind so beschrieben, dass man mit ihnen mitfiebern muss, ihre Lebensumstände werden verständlich und informativ geschildert.

    Es waren starke Stunden, die ich mit Hildegard, Seyfried, Adelheyd und Anna und all den anderen verbringen durfte. Sicher nicht mein letztes Buch von Dir Ralf H. Dorweiler !

  • Eine Frage hab ich noch...

    es gibt ja hier einige fiktive Persönlichkeiten, aber auch viele geschichtliche Fakten. Wie weit ist die Beschreibung von Hildegards Persönlichkeit wirklich geschichtlich gesichert?

    Hab ich das irgendwo überlesen?

  • Hallo ysa,

    ich kam gestern nicht dazu, Dir bezüglich Hildegard zu antworten. Ich werde mich diesbezüglich am Nachmittag hier nochmal melden.

    Liebe Grüße,

    Ralf

  • Mit diesem Ende hätte ich NIE gerechnet. Das war echt eine Überraschung. Ich war auch total begeistert, das Hildegard doch in der Lage ist selbstkritisch zu reflektieren. Hätte ich nicht von ihr gedacht.

    Um das Kind von Adelheyd hat es mir ein wenig leid getan, aber( und das meine ich jetzt nicht so böse, wie es sich anhört!) das war wohl die eleganteste Lösung. Schön auch, das sie ihr persönliches Glück gefunden hat.

    Am Anfang habe ich ein bisschen damit gehadert, das Elsbeth jetzt von ihrer Familie getrennt war, aber zum Schluss wurde ja wieder alles gut.

    Eine völlig neue Seite eines grausamen, berechnenden und völlig gewissenlosen Mannes

    Es lässt erahnen, wieso er so wurde, wie er wurde. Vielleicht erfahren wir es ja irgendwann einmal genauer... ;)

    Liebe Grüße


    Nadine


    " Liest Du ein Buch zum ersten Mal, lernst Du jemanden kennen.

    Liest Du es zum zweiten Mal, begegnet Dir ein Freund."

    (Chin. Weisheit)

    :buecherstapel:

  • Das hab ich jetzt vergessen: Insgesamt ein schönes Buch mit einer wirklich gut ausgearbeiteten und in sich stimmigen Geschichte.

    Liebe Grüße


    Nadine


    " Liest Du ein Buch zum ersten Mal, lernst Du jemanden kennen.

    Liest Du es zum zweiten Mal, begegnet Dir ein Freund."

    (Chin. Weisheit)

    :buecherstapel:

  • Das war ein so spannender letzter Abschnitt. Ich habe mit allen Protagonisten mit gelitten. Aber am meisten habe ich mit Seyfried gelitten. Die Zeit lief ihm davon und seine Angst um seine Frau wurde immer größer.
    Das alles, wo er doch schon einmal auf so tragische Weise eine Familie verloren hat. Da ist es nachvollziehbar, dass er mit Gott hadert.

    Auf jeden Fall hat er seine Aufgabe erfüllt. Gefallen hat mir, das sich Corinna zum Ende hin entschieden hat, zu Hildegard zu kommen.
    Seyfrieds Bitte an Hildegard, führt ihn bis zum König. Das Hildegard von den zwei Bitten, die sie an König Friedrich hatte, tatsächlich zu Seyfrieds Gunsten entscheidet, hat mich mehr als überrascht. Ich dachte sie würde nur ihre Ziele verfolgen, denn den Eindruck hatte ich bis dahin von ihr.

    Adelheyd in großes Geheimnis, ich habe es fast vermutet, da sie sich auf der Wanderung übergeben musste. Aber hat einer von euch mit so etwas gerechnet? Ich nicht.
    Ich habe mich für sie gefreut, als sich alles zum guten wendet und sie auch noch den Mann fürs Leben gefunden hat.

    Anna und Jasper wurden wieder von Theobald aufgespürt. Und das nur, weil Elsbeth glaubte, Theobald sein ehrlich zu ihr.
    Was dann folgte war so spannend, dass ich es fast nicht ausgehalten habe.
    Wer hoch hinaus will, kann tief fallen.....in Theobalds Fall, sehr zutreffend . Das war mir eine große Genugtuung, er hat seine gerechte Strafe bekommen.

    Als die Frist zur Hinrichtung abgelaufen war, war auch so ein Moment der Hochspannung. Immer wieder habe ich mich gefragt, wo Seyfried bleibt. Warum ist Karl nicht da um alles aufzuklären.
    Und dann die Erlösung, alles hat sich aufgeklärt. Die ganze Familie wieder frei, bis auf Elsbeth, sie muss zu Hildegard ins Kloster.

    Das Happyend war wunderschön, damit hatte ich nicht gerechnet. Es geht allen gut und Elsbeth darf auch später wieder nach Hause. Ein feiner Zug von Hildegard, ja fast schon eine kleine List. Aber sie hat sich für Elsbeth eingesetzt und sorgt so dafür, dass die Familie wieder vereint ist.
    Anna und Karl sind ein Paar geworden. Ich hatte von Beginn an die Vermutung und Hoffnung, dass Karl für Anna da sein wird.

    Ein toller historischer Roman, gerne hätte ich noch mehr gelesen

    &quot; Bücher lesen heißt, wandern gehen in ferne Welten, aus den Stuben , über die Sterne&quot;<br />- Thomas Carlyle

  • In dem Fall war es auch Klasse, dass seine Rettung des Ritters bei der Hinreise ihm tatsächlich jetzt beim König sehr hilft, weil der Gerettete ein Vertrauter von ihm ist. Da hat der ganze Einsatz nicht nur beim lieben Gott sondern schon auf Erden was gebracht. :D


    Auch Elsbeth möchte alles tun, ihren Kinder zu helfen und verrät sie an den hinterhältigen Theobald. Ich hätte ihr ein bisserl mehr Menschenkenntnis zugetraut.


    Adelheyd hat auch ihr Geheimnis preisgegeben. Toll, wie vernünftig und weise Hildegard reagiert.

    Ich hatte so auf diesen geretteten Ritter gehofft, und da war er. Was für ein großes Glück. Ich stimme dir zu, der Einsatz und die Ehrlichkeit von Seyfried hat sich gelohnt.


    Bei Elsbeth habe ich , auch wenn ich sie mag, gedacht, wie kann man nur so strohdumm sein. War doch klar das Theobald sie nur aushorchen wollte. Aber ein wenig hatte ich auch Mitleid mit ihr, sie war verzweifelt und machte sich große Sorgen um ihre Kinder.


    Ich habe gestaunt, wie gelassen Hildegard auf Adelheyd ihr Geheimnis reagiert hat. Sie ist wohl doch eine Heilige in vielerlei Hinsicht;) zum Ende möchte ich sie nun doch^^

    &quot; Bücher lesen heißt, wandern gehen in ferne Welten, aus den Stuben , über die Sterne&quot;<br />- Thomas Carlyle

  • Ursprünglich war mein Plan, den Roman mit der Trennung von Seyfried und Elsbeth enden zu lassen. Aber wenn man im Buch einer Heiligen eine Hauptrolle gibt, muss man auch damit rechnen, dass ein Wunder geschehen kann.


    Herzliche Grüße,

    Ralf

    Mit dem Wunder, Seyfried und Elsbeth wieder zu vereinen, hast du Gutes getan. Auch wenn Romane nicht unbedingt ein Happyend haben müssen, so fand ich es hier sehr schön gewählt.

    &quot; Bücher lesen heißt, wandern gehen in ferne Welten, aus den Stuben , über die Sterne&quot;<br />- Thomas Carlyle

  • Hallo!


    Wir hatten so schönes Wetter in Südbaden, dass ich doch erst spät dazu komme, über Hildegard zu schreiben. Ich bitte um Euer Verständnis.


    Hildegard konnte wohl tatsächlich recht "scharf" werden, wie man ihren eigenen Briefwechseln entnehmen kann.

    Ihre Verhaltensweise Seyfried gegenüber wurde ja zum Teil kritisch von Euch gesehen. Ich habe versucht, ihre vielen Sorgen und Mühen zu dieser Zeit mit zu berücksichtigen. Der Bau des Klosters fand unter vielen Spannungen statt, die eigenen Mitschwestern sollen wegen des schlechten Essens und der Armut geklagt haben und ständig kommen Menschen, die ihre Hilfe erbeten - und sie hat nicht die Mittel dazu. Von allen politischen - und kirchenpolitischen Sorgen zu schweigen. In späteren Jahren wird das alles anders aussehen.

    Für mich ausschlaggebend, Hildegard so zu zeichnen, war die Tatsache, dass sie gerade ihre beste Freundin verloren hatte, Richardis von Stade. Als Leser bekommt man die Geschichte im zweiten Auftrag von Corinna, der verbliebenen Nonne auf dem Disibodenberg, erzählt. Dass Richardis Hildegard verlassen hat, hat Hildegard ins Mark getroffen. Wenn man bedenkt, wie es sich anfühlt, den liebsten Menschen im Streit zu verlieren, kann man ihre Verhaltensweise zur Romanhandlungszeit wohl besser nachvollziehen.


    Mir war es natürlich sehr wichtig, Hildegard nicht nur hart zu zeichnen, sondern auch ihre Güte zu zeigen. Die zeigt sich oft zwischen den Zeilen, manchmal auch direkt, wenn sie etwa der jungen Mutter hilft, die ihr Kind nicht stillen kann. Und ich finde, dass man in den Dialogen zwischen ihr und Seyfried immer mehr herauslesen kann, dass sie seine Art schätzt. Es war mir wichtig, dass man sie mag. Oder besser ausgedrückt, es war mir wichtig, dass man sie im Laufe des Buches immer besser versteht und schließlich trotz der vorherigern Gefühle sympathisch findet.


    Ich habe eine knappe Woche in der Abtei St. Hildegard in Rüdesheim verbracht, dort alle Stundengebete mitgemacht und den klösterlichen Lebensrhythmus miterlebt. Ein Teil des Buches ist dort entstanden, in meiner Zelle mit dem Blick auf den im Tal dahinströmenden Rhein. Ich hatte mehrere Gespräche mit Nonnen über Hildegard und ihre Zeit. Ich habe Biografien gelesen, bin mit einer Spezialistin auf dem Disibodenberg ins Gespräch gekommen und habe mit die Reste der Kaiserpfalz angeschaut.


    Es ist mir wichtig, dass die historischen Fakten stimmig sind. Darum habe ich Hildegard so gezeichnet, wie sie sich in ihren eigenen Briefen darstellt (wobei man bedenken muss, dass sie diese im Alter nach ihren Vorstellungen editieren ließ). Bis auf den allerletzten Brief an Seyfried sind alle Briefstücke, die im Buch vorkommen, belegt. Auch die Rezepte stammen von Hildegard. Die Forschung auch und selbst die Lieder, die im letzten Abschnitt eine Rolle spielen, gibt es wirklich. Ob Hildegard aber so war, wie ich sie beschreibe, oder ganz anders, kann ich natürlich nicht beurteilen. Letztlich ist sie eine Figur im Roman.


    Barbarossa hatte übrigens wirklich zu der Zeit das Problem, dass seine Frau nicht schwanger wurde. Es war für ihn ein großes Problem, denn als König musste er "liefern". Ein Treffen Friedrichs mit Hildegard ist belegt (auch wenn viele denken, dass es eventuell später stattgefunden hat). Friedrich trennte sich übrigens später von seiner Frau. Beide bekamen mit ihren neuen Partnern Kinder. Mir gefiel es, dass Barbarossa mit Hildegard sprechen will, um in einer so delikaten Angelegenheit Rat zu bekommen. Man muss bedenken, dass man damals nicht einfach im Internet schauen könnte, welche Krankheit verantwortlich sein könnte, sondern dass man bei Sorgen und Schwierigkeiten Experten befragen musste. Als König sucht man den Rat des oder der Besten. Und das war eben Hildegard.


    Herzliche Grüße,

    Ralf

  • Mir war es natürlich sehr wichtig, Hildegard nicht nur hart zu zeichnen, sondern auch ihre Güte zu zeigen. Die zeigt sich oft zwischen den Zeilen, manchmal auch direkt, wenn sie etwa der jungen Mutter hilft, die ihr Kind nicht stillen kann. Und ich finde, dass man in den Dialogen zwischen ihr und Seyfried immer mehr herauslesen kann, dass sie seine Art schätzt. Es war mir wichtig, dass man sie mag. Oder besser ausgedrückt, es war mir wichtig, dass man sie im Laufe des Buches immer besser versteht und schließlich trotz der vorherigern Gefühle sympathisch findet.

    Ich finde, das ist dir hervorragend gelungen. Wobei ich sie von Anfang an positiv eingeschätzt habe. Ich mag sperrige Charaktere und ich mag es auch, wenn Frauen mal dominant und präsent oder gar zickig und laut auftreten und nicht immer nur vermittelnd, mütterlich und freundlich. Das sie trotz allem eine kluge und empfindsame Frau sein konnte... das Eine muss das Andere ja nicht ausschließen.


    Barbarossa hatte übrigens wirklich zu der Zeit das Problem, dass seine Frau nicht schwanger wurde. Es war für ihn ein großes Problem, denn als König musste er "liefern". Ein Treffen Friedrichs mit Hildegard ist belegt (auch wenn viele denken, dass es eventuell später stattgefunden hat). Friedrich trennte sich übrigens später von seiner Frau. Beide bekamen mit ihren neuen Partnern Kinder. Mir gefiel es, dass Barbarossa mit Hildegard sprechen will, um in einer so delikaten Angelegenheit Rat zu bekommen. Man muss bedenken, dass man damals nicht einfach im Internet schauen könnte, welche Krankheit verantwortlich sein könnte, sondern dass man bei Sorgen und Schwierigkeiten Experten befragen musste. Als König sucht man den Rat des oder der Besten. Und das war eben Hildegard.

    Das Treffen zwischen Friedrich und Hildegard war Klasse und ich fand es sehr lustig, wie deutlich Hilde da wurde. Der König hat wohl neben den roten Haaren auch noch rote Backen bekommen. :D

    :lesen:





  • Auch wenn einem Hildegard oftmals herrisch und unsympathisch erscheint, so hatte sie doch die guten Seiten , die sie ausmachten.

    Ich finde die Darstellung Hildegards sehr gelungen. Nicht jeder findet einen anderen Menschen sympathisch, so sind die menschlichen Empfindungen eben. Aber so wie du sie in deinem Buch beschreibst hast, ist es für mich sehr realistisch.

    &quot; Bücher lesen heißt, wandern gehen in ferne Welten, aus den Stuben , über die Sterne&quot;<br />- Thomas Carlyle

  • Ich bin am Wochenende wenig zum Lesen und Schreiben gekommen, aber das konnte ich heute dann nachholen und habe den Roman so eben beendet. Ganz allgemein kann ich sagen, dass mir das Buch sehr gut gefallen hat, aber das Ende war mir ein wenig zu viel Dramatik. Wie sich alles auf dem Richtplatz auflösen musste und das nicht irgendwie anders hätte gehen können, ... ja, so ein Showdown ist natürlich spannend, aber mir persönlich ist das immer ein wenig zu viel. Allerdings macht es auch nicht viel aus, denn ansonsten haben ich das Lesen sehr genoßen und auch die Spannung ist natürlich ein Pageturner. ;)


    Rätselhaft, wie seine Familie umgekommen sind. Ein Brand. Da kann man schon mal vom Glauben abfallen, wenn man heimkommt und Familie, Haus und Hof sind komplett vernichtet.

    Wie der Brand ausgebrochen ist, hätte mich auch noch interessiert. Ein wahrhaft rätselhafter Moment! Seyfried tut mir da wirklich sehr Leid, aber umso mehr Glück hat er, dass er dann auf Elsbeth trifft und eine neue Liebe findet, die so tiefgehend ist. Da merkt man, dass der vielleicht erst so hart wirkende Seyfried eigentlich ein Mensch mit sehr großem Herzen und viel Liebe ist, die er gerne verschenken möchte. Das zeigt auch sein Verhältnis zu seinen Kindern!


    In dem Fall war es auch Klasse, dass seine Rettung des Ritters bei der Hinreise ihm tatsächlich jetzt beim König sehr hilft, weil der Gerettete ein Vertrauter von ihm ist. Da hat der ganze Einsatz nicht nur beim lieben Gott sondern schon auf Erden was gebracht. :D

    Ich musste auch lächeln, als Greogor an der Seite des Königs wieder aufgetaucht ist. Ich war mir ziemlich sicher, dass er nochmal eine Rolle spielen wird, aber hätte nicht sagen können inwiefern. Diese Auflösung gefiel mir sehr gut! So konnte der König direkt einen Beweis sehen, dass es sich bei Seyfried um einen wirklich guten Menschen handelte, ohne dass er sich nur auf das Wort von Hildegard verlassen musste. Wie der König den Konflikt am Ende löste, gefiel mir. Er hat tatsächlich Recht, dass auch wenn er der König ist, sich nicht einfach in alles einmischen kann, sondern vor allem ein Meister der Diplomatie sein muss.


    Auch Elsbeth möchte alles tun, ihren Kinder zu helfen und verrät sie an den hinterhältigen Theobald. Ich hätte ihr ein bisserl mehr Menschenkenntnis zugetraut. Dass der Kerl verlogen ist und kein Guter, war ihr doch klar. Aber der Wein und die Todesangst haben sie wohl verwirrt.

    Hier habe ich auch nur den Kopf über Elsbeth schütteln können. Der Kerker hatte sie wirklich ziemlich gebrochen, ansonsten hätte Theobald sie niemals in die Lage versetzen können, das Versteck zu verraten und ihm zu vertrauen. Sie ist eigentlich eine kluge Frau, aber in dieser Situation ging wohl gar nichts mehr. Im Nachhinein denke ich, dass ihr die Auszeit bei Hildegard von Bingen sicherlich auch gut getan haben wird. So konnte sie die Geschehnisse und vor allem ihren "Verrat" sicherlich verarbeiten. Hätte sie direkt wieder mit ihrer Familie zusammen gelebt, weiß ich nicht, ob das so einfach für sie gewesen wäre. Ihre Schuldgefühle müssen wahnsinnig groß gewesen sein! (Auch wenn sie das alles am Ende irgendwie auch gerettet hat.)


    Adelheyd hat auch ihr Geheimnis preisgegeben. Toll, wie vernünftig und weise Hildegard reagiert. Da kann doch keiner mehr was sagen. Sie ist einfach eine Ordensfrau, wie ich sie toll finde.

    Mir gefällt Hildegards Bodenständigkeit auch sehr. Sie weiß, wie das Leben sein kann und hat Verständnis dafür, auch wenn ihr in gewissen Sachen einfach die Hände gebunden sind.


    Ursprünglich war mein Plan, den Roman mit der Trennung von Seyfried und Elsbeth enden zu lassen. Aber wenn man im Buch einer Heiligen eine Hauptrolle gibt, muss man auch damit rechnen, dass ein Wunder geschehen kann. Hinter allen Spannungselementen und dem Abenteuer ist "Der Gesang der Bienen" für mich während des Schreibens immer mehr zu einem Buch geworden, in dem es darum geht, wie verschiedene Seelen ihren Frieden mit Gott finden können.

    Damit hatte ich eigentlich auch fest gerechnet, dass es dann doch noch ein Happy-End gab, hat mich dann überrascht. Auch wenn es anders vielleicht etwas passender gewesen wäre, so freut mich dieses Ende doch ein wenig mehr. Es wäre wirklich sehr traurig gewesen, wenn Seyfried nach all der Mühe seine Frau doch noch irgendwie verloren hätte.


    Seine letzten Worte waren seltsam. Eine völlig neue Seite eines grausamen, berechnenden und völlig gewissenlosen Mannes. Aber er ist der einzige, mit dem ich hier kein Mitleid habe.

    Ich habe überlegt, was er damit gemeint haben könnte und dachte mir irgendwann, dass er vielleicht seinen Vater getötet hat, um seine Mutter zu schützen. Dieses Ereignis dann aber nie aufarbeiten konnte und so floss all seine Emotion in sein eigenes Handeln und er wurde so brutal und unberechenbar, wie er dargestellt wurde. Zumindest könnte ich mit dieser Erklärung gut leben, denn ansonsten wäre mir Theobald doch zu einseitig böse dargestellt.


    Adelheyd in großes Geheimnis, ich habe es fast vermutet, da sie sich auf der Wanderung übergeben musste. Aber hat einer von euch mit so etwas gerechnet? Ich nicht.

    Nee, ich hatte das auch nur auf die Hitze geschoben. ;)

  • Mir gefällt Hildegards Bodenständigkeit auch sehr. Sie weiß, wie das Leben sein kann und hat Verständnis dafür, auch wenn ihr in gewissen Sachen einfach die Hände gebunden sind.

    Ich denke mal, hier hat Hildegard auch die für sich gewonnen, die sie vorher gar nicht mochten. Denn hier ist sie ganz Mensch und sehr Verständnisvoll. Genau so, wie ich sie eingeschätzt hatte. Wenn es drauf ankommt, dann kann man sich auf ihre Hilfe verlassen.

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  • Damit hatte ich eigentlich auch fest gerechnet, dass es dann doch noch ein Happy-End gab, hat mich dann überrascht. Auch wenn es anders vielleicht etwas passender gewesen wäre, so freut mich dieses Ende doch ein wenig mehr. Es wäre wirklich sehr traurig gewesen, wenn Seyfried nach all der Mühe seine Frau doch noch irgendwie verloren hätte.

    Ich fand das Ende tatsächlich logischer. Denn es wurde ja nicht gesagt, dass Elsbeth Nonne werden muss, sondern nur, dass sie geschieden und Novizin wird. Natürlich gingen nicht alle Frauen freiwillig ins Kloster. Aber unter Hildegard könnte ich mir vorstellen, dass keine Frau gezwungen wurde, die Profess abzulegen, wenn sie nicht dazu bereit war. Und das war für mich das Schlupfloch, dass ich gleich als solches vermutet hatte. Und für Seyfried freute es mich besonders. Er hat ja schon eine Frau auf tragische Weise verloren. Das musste jetzt nicht nochmal sein, finde ich. Und ich bin wirklich kein Happy-Ending-Fan. Aber wo es passt.

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  • Nee, ich hatte das auch nur auf die Hitze geschoben

    Nachdem mehr als einmal erwähnt wurde, was Adelheyd doch für ein hübsches Fräulein wäre, na, da hörte ich die "Nachtigall trapsen". :D

    Der Onkel mit Gewalt hätte es natürlich nicht sein müssen. X(

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  • Hallo Ihr Lieben,


    ich wollte an dieser Stelle mal ein herzliches Dankeschön sagen für Eure Beteiligung und die Möglichkeit, an Eurer Leseerfahrung teilhaben zu können. Ich finde diese Runde außerordentlich anregend und schaue mehrmals am Tag rein, um zu sehen, ob es etwas Neues gibt. Ich schätze Eure Hinweise und Bemerkungen sehr.


    Herzliche Grüße,

    Ralf

  • Lieber Ralf,


    wir können das Dankeschön nur zurück geben. Es macht doppelt so viel Spaß, wenn der Autor sich mit so viel Enthusiasmus und Infos beteiligt. Ich freue mich, dass die Runde mit Dir zustande gekommen ist und es Dir bei uns gefällt. :)


    Liebe Grüße Claudia

    :lesen: