C. L. Polk - Witchmark: Die Spur der Toten

Literaturschock positioniert sich. Nazifreie Zone, denn wer neben Nazis marschiert, ist entweder selbst ein Nazi oder eine nützliche Marionette der Nazis. Andere Kategorien gibt es nicht.

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    Gutes Debüt

    Miles Singer ist Arzt in einem Krankenhaus, in welches viele der zurückkehrenden Soldaten aus dem Krieg eingeliefert werden. Doch Miles ist nicht nur Arzt, er ist eine Hexe und durch seine magischen Fähigkeiten erkennt er oft auch die Krankheiten, an welchen die Menschen leiden. Doch das darf nicht bekannt werden, sonst würde er weggesperrt. Und eines Tages wird ein Mann eingeliefert, der, wie er behauptet, vergiftet wurde, und der selbst eine Hexe ist. Miles macht es sich zusammen mit dem Mann, der den Kranken gefunden hat, zur Aufgabe, herauszufinden, wer der Mörder ist. Doch hier werden ihm viele Steine in den Weg gelegt. Unter anderem von seiner Schwester, die ihn wiedergefunden hat, denn Miles war aus bestimmten Gründen von zu Hause geflohen. Und nun hat ihn die Vergangenheit wieder eingeholt. Wie es ihm gelingt, und ob überhaupt, sich gegen seine Feinde zu behaupten, das muss der Leser selbst lesen.


    Meine Meinung

    Das Buch ist so geschrieben, dass man es flüssig lesen kann. Auch wenn man anfangs durchaus etwas aufpassen muss, es ist eben ein Fantasy-Roman. Doch kam ich schnell in die Geschichte hinein und konnte mich auch gut in die Protagonisten hineinversetzen. In Miles, der von zu Hause geflohen war, weil er nicht in Abhängigkeit geraten wollte. Und der am liebsten alle Menschen mit Magie geheilt hätte, wäre er dann nicht aufgeflogen. Der mit einem Fremden praktisch einen Pakt geschlossen hat um seinem Land zu helfen. Doch war das nicht so einfach. Dann waren da die vielen Kriegsheimkehrer, die meisten davon mussten in eine Krankenhaus, denn sie waren gewissermaßen traumatisiert. Doch dazu mussten Menschen entlassen werden, die noch nicht wirklich gesund waren, was Miles gar nicht passte. Auf jeden Fall war das Buch von Anfang an spannend. Es hat mich in seinen Bann gezogen, mich gefesselt und gut unterhalten. Auch wenn es hie und da Worte gab, von welchen ich nicht sofort wusste was sie bedeuteten, so wurden sie doch Laufe der Geschichte geklärt. Jedoch fehlte mir in diesem Buch trotzdem ein Verzeichnis der Personen, bzw. ein Glossar. Das hätte mir hie und da schon etwas geholfen. Von mir daher zwar eine Weiterempfehlung aber nur vier von fünf Sternen bzw. acht von zehn Punkten.

    Es ist mir nicht 100%ig klar, ob es hier noch eine Fortsetzung gibt. Das Ende lässt durchaus eine zu, doch könnte man es auch so enden lassen.


    4ratten

    Liebe Grüße

    Lerchie

    ____________________________

    nur wer aufgibt, hat schon verloren

  • Miles Singer stammt aus einer adligen Familie mit magischen Kräften. Um dem zu entgehen, floh er, nahm einen anderen Namen an und ging zur Armee. Er verpflichtet sich für sieben Jahre, studiert Medizin und gerät in den Krieg und in Gefangenschaft. Nun ist er als Psychologe in einem Krankenhaus für Kriegsrückkehrer, die völlig verändert zurückkommen und zu einer Gefahr für sich und andere werden. Als er eines Tages zu einem Notfall gerufen wird, erkennt er, dass man seinem Schicksal nicht entgehen kann, denn er spürt bei dem Patienten die Aura einer Hexe. Aber auch der Patient erkennt die Veranlagung von Miles, die er verborgen hält, weil ihm sonst Gefahr droht. Er schwört dem sterbenden Mann, dass er seinen Mörder finden wird. Dafür muss er eine Menge Probleme überwinden und seine Vergangenheit holt ihn wieder ein.

    Schon als ich die Leseprobe gelesen habe, hat mich die Geschichte gefangen genommen, obwohl das Genre nicht unbedingt meins ist. Auch das Cover hat mir sehr gefallen. Daher musste ich das Buch unbedingt lesen.

    Der Schreibstil ist gut und flüssig zu lesen. Alles ist sehr bildhaft beschrieben, so dass man es sich gut vorstellen konnte. Auch bekommt man es mit interessanten Figuren zu tun. In Aeland haben die adligen Sturmsängern das Sagen. Auch wenn sie Fortschritt gebracht haben, so sind sie aber auch verantwortlich für den schrecklichen Krieg. Magier wie Miles sorgen dafür, dass die Sturmsänger stark werden. Sie werden daher nicht gerade als wertvoll betrachtet. Daher hat Singer seine Kräfte im Verborgenen genutzt, um anderen zu helfen. Wenn man ihn dabei erwischen würde, sähe es böse für ihn aus. Aber er hat ein Versprechen gegeben und das bringt ihn sogar zurück zu seiner Familie. Hilfe erhält er von dem schönen Amaranthine Tristan, der ein wirklich toller Charakter ist. Dagegen ist seine Schwester Grace eine fürchterliche Person, zu der ich kein Vertrauen hatte.

    Die Geschichte ist sehr spannend und auch das Ende ist schlüssig, aber auch ein wenig überraschend. Ich bin schon gespannt auf den Folgeband.

    Diese magische Geschichte hat mir gut gefallen.


    4ratten

  • Meine Meinung:

    "Witchmark" ist gleichzeitig richtig gut und richtig schlecht. Klingt vielleicht seltsam, aber meiner Meinung nach lässt es sich genauso am besten zusammenfassen.

    Warum ist das so?

    Tatsächlich sind vor allem die vielen Ideen der Autorin wirklich toll, die Handlung ist spannend und bewegt sich irgendwo zwischen Steampunk, Anlehnungen an klassische Detektivgeschichten, ein bisschen Highfantasy, ein bisschen Gayromance. Die Voraussetzungen sind also gegeben. um ein Buch für mich, richtig toll zu machen.


    Doch an vielen Stellen wirkt die Handlung überladen und das ganze Worldbuilding ist zum Teil sehr verwirrend. Man wird in eine Welt geworfen die für die Hauptfigur normal ist, soweit so realistisch. Aber das Problem ist, das vieles dadurch auf einmal erklärt wird und Begriffe in den Raum geworfen werden ohne sie richtig einzuführen. Es mag ja schön und gut sein, das alle Figuren wissen um was geht, aber wenn ich Lese und Seitenlang dann darüber grüble was das jetzt wieder sollte, statt der eigentlich Handlung zu folgen... :rolleyes:

    Außerdem bleibt die Autorin in ihren Beschreibungen zum Teil viel zu wage. Ich fand das diese ganze Steampunkwelt nicht ganz überzeugend beschrieben war. Ich hatte tatsächlich Schwierigkeiten mir das Ganze vorzustellen. Ich fand jedenfalls nicht, das es der Autorin gelungen ist, die Welt so zu beschreiben, das sie richtig lebendig wurde. Außerdem fand ich es nur schwer zu durchschauen, wie genau Hexen, Magier und nicht magisch Begabte ihre Macht verteilen. Wem ist wo, Magie erlaubt oder bekannt. Das fand ich sehr verworren.

    An vielen Stellen möchte die Autorin meiner Meinung nach einfach zu viel auf einmal. Sie packt ihre Kapitel mit so vielen Ideen voll, das hätte für mehrere Romane gereicht. Statt sich auf ein oder zwei Konflikte zu konzentrieren und diese dann auszuarbeiten, tauchen ständig neue auf. Dadurch wirkt die Handlung doch recht gehetzt und es fehlt an Tiefe.


    Vor allem die Beziehung zu Grace, der Schwester von Miles, fand ich unglaubwürdig. Es wurde für mich einfach nicht deutlich, das sie nicht so selbstsüchtig sein soll, wie es der Roman behauptet. Ich fand sie sehr unsympathisch. Da sich der zweite Band von Witchmark auf sie konzentrieren wird, habe ich ehrlich gesagt kein Interesse an Diesem. Ich interessiere mich einfach nicht genug für sie, um mehr von ihr lesen zu wollen.


    Andererseits ist "Witchmark" eben auch richtig richtig gut, vor allem wenn sich die Autorin stärker auf Miles konzentriert. Seine Arbeit, seine Erlebnisse mit den Patienten. Die ganze Handlung ist stark an Erlebnisse von Soldaten im ersten Weltkrieg angelehnt und die Ideen die die Autorin damit verknüpft fand ich toll. Das Leid des Schlachtfeldes und die psychischen Folgen, die Tatsache das Miles als Psychiater weniger Wert beigemessen wird, als wenn er Chirurg geblieben wäre. Schade das Polk die interessanten Nebenfiguren aus Miles Arbeitsstelle nicht stärker mit einbezieht.

    Auch die Figur des Tristan hätte ich gerne noch mehr beleuchtet gesehen. Ich fand ihn toll, aber ich fand das die Entwicklungen die mit ihm zusammenhingen, zum Teil etwas zu hastig erzählt wurden. Daher fand ich deren Resultat zwar passend, aber eben nicht wirklich nachvollziehbar.

    Gleichzeitig waren die Ereignisse auch spannend miteinander verwoben. Dem Roman hätten eindeutig entweder mehr Seiten gut getan oder eine Trennung der Ereignisse auf mehr als einen Band. Gerade auch Miles Vater ist so schön ambivalent und Manipulativ, überhaupt dieses ganze System der Sturmsänger. Ich hätte es gelungener gefunden wenn die Autorin sich hier mehr Zeit gegeben hätte, ihre Welt zu entwickeln und ihre Leser*innen mit zu nehmen.


    Ich versuche mir gerade zu überlegen, welche Bewertung meine Gefühle zum Roman am besten wiederspiegeln könnten. Denn ich finde trotzdem das eine höhere Bewertung gerechtfertigt ist. Ich weiß auch nicht, es gab eben diese Punkte die ich dann so gut fand, das ich sehr gerne weiter gelesen habe, obwohl mich anderes so gestört hat.


    Ich mach das jetzt so:

    3,75 Ratten (wenn das ginge *gg*)


    und


    :tipp:

  • Der Debütroman „Witchmark – Die Spur der Toten“ von der Autorin C.L. Polk lässt sich in das Genre Fantasy einordnen und ist der Auftakt einer mehrteiligen Reihe.

    Auf dieses Buch wurde ich hauptsächlich auf Grund des Covers. Es konnte mein Interesse wecken und mir stellte sich die Frage, welche Geschichte wohl hinter diesem grünen Fahrrad- Cover stecken konnte. Und auch der Klappentext klang vielversprechend, sodass ich dieses Werk nur zu gerne lesen wollte, um mir ein eigenes Urteil zu bilden.

    Der Schreibstil der Autorin ist bildhaft und hat sich flüssig lesen lassen. Jedoch empfand ich den Einstieg in das Fantasybuch etwas schwierig. Man wird mitten in die Geschichte hineingeworfen, kurze Erläuterungen zu den Personen oder auch der Welt sucht man vergebens. Dies ist an sich kein Problem für mich, bei diversen Fantasy- Büchern wird man quasi in die Geschichte hinein katapultiert. Dennoch empfand ich die ersten Seiten als holprig. Ich hatte Schwierigkeiten, den Protagonisten so richtig einzuordnen, ich hatte kein wirkliches Bild von dem Charakter vor Augen. Auch muss man sich die wesentlichen Informationen selber zusammensuchen. Mühselig muss man sehr aufmerksam lesen, alles könnte wichtig sein, diverse Details könnten für den weiteren Verlauf der Handlung relevant sein und so versuchte ich, mir alle Details zu merken und wusste dabei nicht recht, worauf ich achten musste. Die empfand ich als recht mühselig und hat mir den Einstieg in das Buch nicht einfach gemacht. Die ersten Seiten empfand ich als recht steif.

    Nachdem ich mich durch die ersten Seiten hindurch gekämpft hatte, bin ich langsam aber stetig besser mit der Geschichte und auch mit den Charakteren zurechtgekommen. Langsam fand ich mich in dieser Welt zurecht und lernte dabei eine interessante Welt mit einem guten Magiekonzept kennen. Die Grundideen dieser fiktiven Welt haben mir gut gefallen, sie konnten mich überzeugen und besonders die Details empfand ich als faszinierend. Dennoch hätte ich mir an gewissen Stellen mehr Hintergrundinformationen gewünscht- Besonders am Ende dieses Buches hat mir etwas gefehlt. Man lernt nur oberflächlich etwas über die Geschichte. Es gab einen Krieg zwischen den beiden erwähnten Ländern, Andeutungen werden gemacht, warum dieser geführt wurde und auch, welche Konsequenzen dies für die Soldaten hat. Hier haben mir ausführlichere Ausführungen gefehlt. Diese hätten es plastischer wirken lassen. So wirkte es auf mich wie ein unausgereiftes Konzept. Auch in Bezug auf das Magiekonzept fehlten mir ein paar ausführliche Erklärungen. Diverse Andeutungen wurden gemacht und auch Fachbegriffe wurden eingeführt. Aber wirkliche Erklärungen und Ausführungen habe ich vergebens gesucht. Dies wirkte auf mich etwas unreif, als ob das Konzept noch nicht vollständig ausgearbeitet sei.

    „Witchmark“ ist eine Mischung aus Fantasy und Kriminalroman. Diese Mischung hat mir gut gefallen. Der Kriminalaspekt hat dazu geführt, dass das Buch recht temporeich gestaltet ist. Auch schlägt dieses Werk im Verlauf der Handlung einen Weg ein, mit dem ich zu Beginn nie gerechnet hätte. Die Zusammenhänge haben mir hierbei gut gefallen und konnten mich davon überzeugen, dass diese durchdacht war, ein roter Faden war erkennbar. Immer tiefer kommt man in einen Strudel, welcher Geheimnisse und Machtintrige aufdecken, die für mich vollkommen unerwartet waren.

    Gut gefallen hat mir hierbei auch das Ermittlerteam Miles und Tristan. Die beiden sind sehr unterschiedlich – sowohl von ihrem Äußeren, ihrem Charakter, ihrer Erziehung als auch in ihren Ansichten. Zwei Gegensätze, die wirklich gut zusammenarbeiten. Sie geben ein gutes Team, wie eine gut geölte Maschine, wo ein Zahnrad in das andere greift. Besonders gut haben mir die ruhigen Momente zwischen den beiden gefallen - ihre Gespräche und der Austausch ihrer Gedankengänge. Man erfährt immer mehr über die Hintergründe der beiden, welche Hürden sie meistern mussten, welches Paket sie mit sich tragen. Ihre Geschichten haben mir gefallen und haben das Buch vorangebracht.

    Gekrönt wird das Buch durch einen actionreichen Showdown, indem diverse Erklärungen eingebaut werden und nochmal der Spannungslevel nach oben getrieben wird. Das Interesse an der Fortführung der Geschichte wird geweckt, sodass man als Leser nur zu gerne wissen möchte, wie es mit dieser Welt und seinen Bewohnern weitergeht.

    Insgesamt konnte mich die Autorin C.L. Polk mit ihrem Debütroman „Witchmark – Die Spur der Toten“ nicht vollständig überzeugen. Die Mischung aus Fantasy und Krimi hat mir gefallen und auch das Ermittlerteam fand ich gelungen. Nach einem holprigen Einstieg bin ich langsam in diese Welt abgetaucht, wobei ich mir ein paar zusätzliche Details gewünscht hätte. Daher möchte ich 3,5 Sterne vergeben.


    3ratten:marypipeshalbeprivatmaus: