Birgit Lutz: Quer durch Grönland

Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.
  • Birgit Lutz: Quer durch Grönland – Auf Skiern über die größte Insel der Welt


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    Lutz überquerte 2013 zunächst zu dritt, im letzten Drittel zu neunt den Inlandeisgletscher Grönlands ungefähr auf Höhe des Polarkreises. Die Reisejournalistin und Vortragsrednerin ist auf die Arktis spezialisiert und hat schon fünfzehnmal (Stand 2015) den Norpol auf unterschiedliche Weise erreicht – unter anderem mit Skiern.


    Die erfahrene Outdoorspezialistin gelangte jedoch auf Grönland an ihre Grenzen, weniger aus physischen als aus psychischen Gründen. Sie war mit zwei Männern unterwegs, mit denen sie sich vorher nur ungenau abgesprochen hatte und die sie nur oberflächlich kannte. Auf der Strecke stellte sich heraus, wie sehr unterschiedliche Vorstellungen von Tempo und Material bei einer solchen Tour Menschen vor Grenzsituationen stellen kann. Lutz schildert sehr genau – ohne sich und einen ihrer Mittourengänger zu schonen -, was das mit ihrer Psyche anrichtete bis hin zum physischen Zusammenbruch. Kurz vor der Aufgabe aber trafen sie mit einer anderen – kommerziell geführten Tour zusammen und konnten nun, wieder hoch motiviert, die Tour zu einem guten Ende bringen.


    Wer das Buch liest, nur um Abenteuer nachzuvollziehen, ist hier falsch. Aber man kann gut nachvollziehen, wie belastend es ist, wenn man zusammen an einem Projekt arbeitet, aber an unterschiedlichen Strängen zieht und sich nicht ausspricht. Dafür ist dieses Buch ein Lehrstück.


    Ich hatte bei der Lektüre etwas anderes erwartet, mir mehr Infos über Grönland erhofft. Das war allerdings auch ein Fehler in meiner Erwartungshaltung, denn ein Buch über die Durchquerung des lebensfeindlichen Inlandeises gibt wenig Aufschluss über die Kultur der Inuit und sonstige Daten zur Natur Grönlands. Zunächst war ich deshalb bei der Lektüre etwas angenagt, weil ich so Psychodramen sowieso nicht so schätze, aber Lutz hat mich dann doch mitgenommen auf ihren emotionalen Parforceritt über das ewige Eis.


    Empfehlenswert für die, denen es nicht nur um das Naturerlebnis geht, sondern die auch einen Psycho“krimi“ schätzen.

    Einmal editiert, zuletzt von finsbury ()