07: Kapitel 4 ab "Er wartet schon eine Stunde ..." (S. 330 - 375)

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Es gibt 44 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Rhea.

  • Also, in diesem Leseabschnitt war mal wieder ein bisschen was los.


    Semire war es also tatsächlich, die Kyrin eine ihrer "Blumen" hinterhergeschickt hatte, um sie auszuspionieren. Sie ist ihr also auf der Spur. Und ich glaube noch nicht einmal, dass es ihr wirklich darum geht, Kyrin aus Misstrauen im Auge zu behalten, sondern um sich wieder einmal Wissen anzueignen, das nützlich ist, und um sich Verbündete zu sichern für den Fall, dass ihr Vater in näherer Zukunft nicht mehr sein wird. Sicher ein kluger Schachzug, aber die Ausführung lässt bei mir wiederum nicht große Sympathie aufkommen. Ja, sie kennt sich im Adel aus und weiß, dass man sich weder Zimperlichkeit noch Naivität erlauben kann, aber das Gespräch zwischen ihr und Kyrin lief nicht gerade freundlich ab, war mein Eindruck.


    Deutlich spannender waren in diesem Abschnitt jedoch die anderen beiden Stränge, denn die kommen endlich zusammen und bringen die Handlung ein gutes Stück voran, wenn auch mir noch nicht klar ist, was auf den letzten 60 Seiten geschehen wird. Zumindest eine grobe Stoßrichtung haben wir schon. Wenn man sich den Kapiteltitel des nächsten Leseabschnitts ansieht, dann könnte es auf einen Machtkampf um die Thronfolge hinauslaufen, denn Golar stirbt/ist gestorben und hat all seine Macht an Quilûn übergeben. Eine dürfte das ganz und gar nicht erfreuen, nämlich Semire. Ich denke, dass da ein ganz großer Konflikt auf uns zukommt. Ich bin auch gespannt, wie Quilûn diese Entwicklung selbst aufnehmen wird, er muss ja völlig durch den Wind sein.

    Und warum ist Graf Golar eigentlich tot? Weil Emala geradezu fanatisch in Richtung Berg schielt. Das ist ja mit Rationalität schon nicht mehr zu begreifen. Vor allem, dass sie dafür tausende Mitglieder ihres Volkes sterben ließe, nur um ggf. selbst unsterblich unter dem Berg zu landen. Ich glaube nämlich nicht, dass es ihr um das Volk geht. Ich befürchte sogar, es ist für sie eher nur Mittel zum Zweck. Was mich noch interessiert an der Stelle: Sie scheint ja alle Fäden auf der gravilischen Seite in der Hand zu haben. Gibt es denn dort keine "Staatsgewalt"? Ebenso übrigens auf der anderen Seite: Das Haus Schneegrund ist ja nur eines von vielen. Wer oder was ist denn das Imperium und wer steht da eigentlich an der Spitze?


    Brotan hat bei mir nun endlich genügend Punkte gesammelt, um Interesse zu wecken, indem er Tarima Eichfrost befreit hat. Dass diese so von Hass zerfressen ist, ist schon ein starkes Stück. Ich meine, nichts gegen stolze Frauen, aber das ist mir echt ein touch too much.

  • Botan hat bei mir nun endlich genügend Punkte gesammelt, um Interesse zu wecken, indem er Tarima Eichfrost befreit hat. Dass diese so von Hass zerfressen ist, ist schon ein starkes Stück. Ich meine, nichts gegen stolze Frauen, aber das ist mir echt ein touch too much.

    naja, bei aller Dankbarkeit für ihre Befreiung, hat Brotan ja immerhin Tarimas Mann getötet. Das verschiebt sein Punktekonto in ihren Augen schon wieder ein Stück ins Minus;) er war zwar nicht der, der sie mißhandelt und verstümmelt hat, aber er ist nun mal greifbarer als Emala, die sich aus dem Staub gemacht hat. Bei der Gelegenheit konnte diese Brotan dann auch noch elegant loswerden und als Verräter darstellen.

    Seine Strafe, erst den Imperialen in der Arena zur Belustigung zu dienen und nach seinem Tod als Beseelug eines Imagolem weiter als willenloser steinerner Krieger dienen zu müssen ist für ihn sicher schlimmer als der Tod.

    Wenn das von Derrek geforderte Erwähnten wohl auch kaum ein Tod ist den Brotan als Krieger sich aussuchen würde.?(

    ich finde er hat beides nicht verdient. Sein Ehr- und Verantwortungsgefühl haben ihn in diese Lage des Gefangenen gebracht, nicht Grausamkeit.


    Dass der Graf Quilûn als Erben einsetzt wird diesen selbst, aber auch alle versammelten Adligen überrascht wenn nicht verstört haben. Die lungerten ja schon recht geiermäßig an seinem Krankenlager rum.

    Was erhofft sich Geklärt davon? Quilûn hat sicher ein Auge für die Wahrheit, aber qualifiziert ihn das, ein Adelshaus zu führen? Semire wird auch nicht begeistert sein.

  • Quilûn ist nicht nur ein begnadeter Künstler wenn es Bild die Wirklichkeit auf Leinwand zu bannen, sondern auch ein beeindruckender abstrakter Maler. Zumindest was die Verkörperung von Erlyks Schmerz und Angst betrifft.

    Er malt mit geradezu wahnhafter Leidenschaft, was möglicherweise auch die Dàmpfe der Flechten unterstützen:)

    Auch der Graf ist schwer beeindruckt. Es muss sehr befriedigend f7r ihn sein, dass er mit seiner Einschätzung der Fähigkeiten des Knaben Quilûn so rlchtig lag

  • Was für ein "Cliffhanger" zum Ende dieses Abschnitts.

    Emala hat also Predell als Attentäter für Graf Golar eingesetzt und ihn mit einem verzaubertem Bolzen ausgestattet. Ich war ziemlich geschockt, als Graf Golar von dem Bolzen verwundet wird und dann auch noch so schwer. Allerdings wissen wir noch gar nicht, ob Graf Golar nun wirklich tot ist. Vielleicht findet Anthurel ja noch ein Mittel gegen die Vergiftung? Naja ich weiß es ist sehr unwahrscheinlich, aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt. Irgendwie finde ich, das Graf Golar noch nicht fertig ist mit diesem Leben, da fehlt mir noch was.

    Dass Graf Golar Quilûn als seinen Nachfolger bestimmt, darauf wäre ich nie im Leben gekommen. Geht das überhaupt? Schließlich ist er nicht adlig. Ich denke aber, dass Graf Golar Quilûn damit keinen Gefallen getan hat. Er kennt sich in der Welt des Adels nicht wirklich aus. Hat keinerlei Ahnung von deren Machenschaften und Intrigen. Ich habe Angst, dass er zum Spielball des Adels wird. Oder nur sehr kurze Zeit diesen Titel hat, bevor er aus dem Hinterhalt ermordet wird. Naja vielleicht kann er ja Semire heiraten. Sie kennt sich ja bestens aus. Quilûn hat ist nach außen der männliche Herrscher und Semire ist diejenige, die im Hintergrund tatsächlich die Fäden in der Hand hält. Allerdings wäre Quilûn dann nur eine Marionette und das würde mir auch nicht gefallen.


    Emala will auf jeden Fall Krieg mit dem Imperium. Komme was wolle. Nur was ist ihr eigentlicher Antrieb? Da steckt garantiert mehr dahinter, als "ihr Volk zurück zum Berg zuführen". Das ist meiner Meinung nach nur ein Vorwand.


    Brotan kann das Leiden von Tarima nicht mehr länger mit ansehen und verhilft ihr zu Flucht. Das hat mich nicht wirklich überrascht. Brotan hat einen ausgeprägten Sinn für Gerechtigkeit. Und die Folterung und Verstümmelung einer Geisel ist für ihn unnötig. Allerdings ist es schade für ihn, welches Schicksal ihn nun erwartet. Aber ich denke/hoffe, dass es dazu nicht kommen wird.


    Semire hat das Spiel gegen den Magier gewonnen und so kommt sie an noch mehr Informationen. Ob die Art und Weise, wie Semire handelt nun gut oder schlecht ist, auf jeden Fall ist sie effektiv und an manchen Stellen auch unterhaltsam. Das muss man ihr lassen. Der nackte Magier, der dann von der geschundenen Blume noch eins mit dem Holzbrett übergezogen bekommt - das war schon amüsant. ^^

    Nun hat Semire Kyrin näher im Auge und lässt es sie wissen. Das Gespräch war interessant, aber auch verwirrend, da es für mich noch nicht klar ist, welches Ziel Semire verfolgt. Will sie Freundschaft mit Kyrin? Will sie sie benutzen/erpressen? Braucht sie Kyrin für irgendetwas? Ich bin gespannt, wie es zwischen den beiden weitergeht.


    Dass diese so von Hass zerfressen ist, ist schon ein starkes Stück. Ich meine, nichts gegen stolze Frauen, aber das ist mir echt ein touch too much.

    Ja der Hass ist schon ziemlich stark. Aber für mich auch nachvollziehbar. Brotan ist Schuld an ihrem Unglück, er hat ihren geliebten Mann ermordet. Und woher soll sie wissen, was Brotan wirklich "im Schilde führt"? Wie soll Tarima wissen, ob er nicht weiterhin für Emala arbeitet und das Ganze nur ein Spiel ist?

    Liebe Grüße Andrea "Von seinen Eltern lernt man lieben, lachen, und laufen. Doch erst wenn man mit Büchern in Berührung kommt, entdeckt man, dass man Flügel hat."(Helen Hayes)

  • das Gespräch zwischen ihr und Kyrin lief nicht gerade freundlich ab, war mein Eindruck.

    Welchen Grund hätte sie, Kyrin gegenüber freundlich aufzutreten? Und: Vielleicht könnte sie noch eine ganz andere Gangart an den Tag legen, wenn sie wollte ...:evil:

    Weil Emala geradezu fanatisch in Richtung Berg schielt. Das ist ja mit Rationalität schon nicht mehr zu begreifen.

    Ich finde, wenn die Alternative ist: "Ansonsten stirbst du", relativiert sich Einiges. Emala handelt extrem - aber es ist die einzige Möglichkeit, die sie kennt, um am Leben zu bleiben ...

    Sie scheint ja alle Fäden auf der gravilischen Seite in der Hand zu haben. Gibt es denn dort keine "Staatsgewalt"? Ebenso übrigens auf der anderen Seite: Das Haus Schneegrund ist ja nur eines von vielen. Wer oder was ist denn das Imperium und wer steht da eigentlich an der Spitze?

    In beiden Fällen fehlt ein zentrales Staatswesen, aber es gibt Machtzentren. In Gravilien sind das die Zauberpriester (deren Oberhaupt Emala ist) und die Kriegerbünde. Die haben sich im Prinzip gegenseitig nichts zu sagen, aber in der Praxis neigt das Volk mal den einen und mal den anderen zu. Emala hat Erfolge vorzuweisen: Sie konnte eine gefangene Adlige des Bergs vorführen und hat, wie versprochen, einen Steinmann gefangen und über den Grenzfluss geholt.

    Auf dem Berg gibt es sieben Tiefe Häuser, die untereinander teils verfeindet, teils verbündet sind. Eine Vielzahl unbedeutenderer Häuser sind Vasallen dieser sieben. Im Berg leben die besonders verdienten Ahnen dieser Tiefen Häuser als Geister, also setzt sich diese Aufteilung dort zunächst fort. Aber was ganz tief im Berg geschieht ... wer weiß?

    Eine Sonderrolle haben die Magier. Die sind grundsätzlich neutral, was die Tiefen Häuser angeht. Sie kontrollieren aber auch den Zugang zum Sanktuarium, wo die lebenden Anführer der Tiefen Häuser mit ihren Ahnen in Kontakt treten können.

    hat Brotan ja immerhin Tarimas Mann getötet.

    Und Brotan hat sie entführt (erinnert Ihr Euch in der ersten Szene, in der wir den beiden begegnet sind?). All ihre Not in der Gefangenschaft geht insofern auf Brotans Trupp zurück, und auch die Befreiung wäre unnötig gewesen, wenn er sie gar nicht erst entführt hätte.

    Sein Ehr- und Verantwortungsgefühl haben ihn in diese Lage des Gefangenen gebracht, nicht Grausamkeit.

    Ja, das ist schön, oder? Der Fluch der guten Tat. :D

    Irgendwie finde ich, das Graf Golar noch nicht fertig ist mit diesem Leben, da fehlt mir noch was.

    Mich hat eine Szene aus einem Shadowrun-Roman von Maike Hallmann in dieser Hinsicht beeindruckt. Darin gibt es eine Figur, die querschnittsgelähmt ist. Sie hat ihre Wohnung entsprechend eingerichtet, mit einem Stangengitter an der Decke, an dem sie sich entlanghangeln kann. Sie überlegt, dass sie jetzt endlich den Schritt machen will, ihre Beine amputieren zu lassen, weil sie nur stören, sie bei den täglichen Verrichtungen behindern, etc. Sie denkt über die Operation nach und darüber, wie schön ihr Leben ohne Beine sein wird. Der Plan erscheint beim Lesen zwar befremdlich, aber die Autorin hat es geschafft, mich mitzunehmen: Ich habe dieser Figur gewünscht, dass sie die Operation bekommt und alles gut für sich läuft.

    Dann geht die Tür auf und sie wird erschossen.

    Das hatte bei mir eine sehr starke Wirkung, und ich glaube, die kommt daher, dass die Autorin gezeigt hat, dass durch so einen gewaltsamen Tod ein Leben abgeschnitten wird. Dieses Gefühl des "da fehlt noch was", wie Du es ausdrückst: Es ist eben nicht gut und fertig und alles abgeschlossen, sondern etwas wurde unwiederbringlich zerstört.

    Ich denke aber, dass Graf Golar Quilûn damit keinen Gefallen getan hat.

    Wenn man 90% der Menschen auf dem Berg erzählen würde, dass Quilûn soeben Chef eines der bedeutendsten Häuser der Welt geworden ist (so etwas wie der Vorstandsvorsitzende von Daimler Chrysler in unserer Welt), würden sie sagen: "Hätte schlimmer kommen können!" :D

    Der nackte Magier, der dann von der geschundenen Blume noch eins mit dem Holzbrett übergezogen bekommt - das war schon amüsant.

    Da habe ich beim Schreiben ein wenig geschmunzelt. :)

  • Zitat von Robert Corvus

    Dieses Gefühl des "da fehlt noch was", wie Du es ausdrückst: Es ist eben nicht gut und fertig und alles abgeschlossen, sondern etwas wurde unwiederbringlich zerstört.

    Ja damit hast du natürlich recht.

    Liebe Grüße Andrea "Von seinen Eltern lernt man lieben, lachen, und laufen. Doch erst wenn man mit Büchern in Berührung kommt, entdeckt man, dass man Flügel hat."(Helen Hayes)

  • das Gespräch zwischen ihr und Kyrin lief nicht gerade freundlich ab, war mein Eindruck.

    Welchen Grund hätte sie, Kyrin gegenüber freundlich aufzutreten? Und: Vielleicht könnte sie noch eine ganz andere Gangart an den Tag legen, wenn sie wollte ...:evil:

    Weil Emala geradezu fanatisch in Richtung Berg schielt. Das ist ja mit Rationalität schon nicht mehr zu begreifen.

    Ich finde, wenn die Alternative ist: "Ansonsten stirbst du", relativiert sich Einiges. Emala handelt extrem - aber es ist die einzige Möglichkeit, die sie kennt, um am Leben zu bleiben ...

    Zum ersten: Dass du so herum fragst, finde ich interessant. Ich habe in solchen Momenten nämlich immer die umgekehrte Frage: Welchen Grund hat jemand, einem anderen gegenüber unfreundlich zu sein. Könnte daran liegen, dass ich in meinem Alltag grundsätzlich einen freundlichen Umgang erwarte, solange kein Grund für das Gegenteil besteht.


    Zum zweiten: Für mich relativiert sich das nicht so sehr. Es ist ja nicht so, dass Emala noch kein Leben hatte. Ich wüsste gern, ob es ein bestimmtes Ereignis gibt, das ihre Angst vor dem Tod ausgelöst oder bestärkt hat. Um mal auf ein anderes Beispiel zu kommen: Katherine Pierce aus "The Vampire Diaries" ist dort ja eine meiner Lieblingsfiguren. Jedoch finde ich auch ihre Begründung all ihrer Taten, nämlich dass sie ansonsten stürbe, nach 500 Jahren Leben auch nicht mehr so ganz ausreichend.

  • Brotan ist Schuld an ihrem Unglück, er hat ihren geliebten Mann ermordet.

    Man muss sich ja bei diesen Zweckehen immer fragen, ob denn da wirklich eine Liebe entstanden ist.

    Ich hatte schon den Eindruck, dass Tarima und Domor sich liebten. Sie hatten gehofft Kinder zu haben. Sicher ist auch das ein Stück weit ein Mittel zum Zweck, um das Eigentum in der Familie zu halten.
    Und auch aus einer ursprünglichen Zweckehe können sich doch auch tiefere Gefühe entwickeln. Ich fand schon, dass Tarima vom Tod ihres Gatten tief getroffen war.

  • Ich habe in solchen Momenten nämlich immer die umgekehrte Frage: Welchen Grund hat jemand, einem anderen gegenüber unfreundlich zu sein.

    Wir leben generell in einer sehr zivilisierten, man könnte auch sagen: zahmen Gesellschaft. Semire dagegen lebt in einer Gesellschaft, in der Menschen eine klare Wertigkeit zugewiesen wird, die von ihrer Stellung abhängt. Für sie ist selbstverständlich, dass sich eine Nicht-Adlige wie Kyrin ihr unterzuordnen hat - zumal Semire auch innerhalb des Adels eine besonders hohe Stellung hat. Sie hat zwar praktisch nichts zu sagen (weil sie eine Frau ist), aber vom Status her gehört sie zur Elite. Die Unterordnung von nahezu jedem, der ihr begegnet, ist keine Besonderheit, sondern selbstverständlich. Besonders und damit auffällig ist im Gegenteil, wenn jemand nicht bemüht ist, ihr jeden Wunsch zu erfüllen und voll zu kooperieren.

    Jedoch finde ich auch ihre Begründung all ihrer Taten, nämlich dass sie ansonsten stürbe, nach 500 Jahren Leben auch nicht mehr so ganz ausreichend.

    Ich nehme an, das hängt sehr davon ab, wie sehr man sich dem Ende dieser 500 Jahre nähert. Für uns erscheint das eben sehr viel.

    Ein Mensch aus dem Mittelalter hätte sich vielleicht ebenso gewundert, wieso bei uns Menschen am Leben hängen, die schon 60 Jahre alt sind (oder warum jemand mit 17 sich zu jung zum Heiraten fühlen sollte oder mit 24 immer noch an einem Lehrinstitut ausgebildet wird).

    Ich nehme an, dass der Selbsterhaltungstrieb nie erlischt - auch nicht mit 500 oder 5.000 Jahren.

  • Wir leben generell in einer sehr zivilisierten, man könnte auch sagen: zahmen Gesellschaft. Semire dagegen lebt in einer Gesellschaft, in der Menschen eine klare Wertigkeit zugewiesen wird, die von ihrer Stellung abhängt. Für sie ist selbstverständlich, dass sich eine Nicht-Adlige wie Kyrin ihr unterzuordnen hat - zumal Semire auch innerhalb des Adels eine besonders hohe Stellung hat. Sie hat zwar praktisch nichts zu sagen (weil sie eine Frau ist), aber vom Status her gehört sie zur Elite. Die Unterordnung von nahezu jedem, der ihr begegnet, ist keine Besonderheit, sondern selbstverständlich. Besonders und damit auffällig ist im Gegenteil, wenn jemand nicht bemüht ist, ihr jeden Wunsch zu erfüllen und voll zu kooperieren.

    Sorum habe ich das noch nicht betrachtet. Ich finde vor diesem Hintergrund ihren Wunsch nach "Macht" dann aber erst recht etwas egoistisch. Denn scheinbar geht es ihr ja nicht darum, die Gesellschaft zu verändern, sondern lediglich den Aspekt, der ihr den Weg versperrt. Macht sie in meinen Augen leider nicht sympathischer.


    Ich nehme an, das hängt sehr davon ab, wie sehr man sich dem Ende dieser 500 Jahre nähert. Für uns erscheint das eben sehr viel.

    Ein Mensch aus dem Mittelalter hätte sich vielleicht ebenso gewundert, wieso bei uns Menschen am Leben hängen, die schon 60 Jahre alt sind (oder warum jemand mit 17 sich zu jung zum Heiraten fühlen sollte oder mit 24 immer noch an einem Lehrinstitut ausgebildet wird).

    Ich nehme an, dass der Selbsterhaltungstrieb nie erlischt - auch nicht mit 500 oder 5.000 Jahren.

    Hmm. Hmm. ... Elfen kriegen das doch auch hin, ihrem "Ende" mit Gleichmut entgegenzutreten. :belehr::ichweissauchnicht:

  • Denn scheinbar geht es ihr ja nicht darum, die Gesellschaft zu verändern, sondern lediglich den Aspekt, der ihr den Weg versperrt.

    Glaubt Ihr, sie will diesen Aspekt der Gesellschaft wirklich beseitigen - oder würde ihr reichen, wenn sie ihn für sich persönlich unwirksam machen könnte? Geht es ihr um andere Frauen?


    Elfen kriegen das doch auch hin, ihrem "Ende" mit Gleichmut entgegenzutreten.

    Bei Elfen akzeptiert der landläufige Fantasyleser die abstrusesten Gesellschaftsentwürfe. ^^

  • Bei Elfen akzeptiert der landläufige Fantasyleser die abstrusesten Gesellschaftsentwürfe. ^^

    Ich war ja eigentlich schon immer mehr der Zwergen-Typ, aber in dieser Hinsicht haben die Elfen allen anderen einfach was voraus :P.

  • Gibt es echt keine Rettung mehr für Golar? ;(;(

    Diese falsche Schlange Emala und ihren Handlanger könnte ich gerade echt würgen :cursing:


    Und ich dachte zuerst, dieser Pedrella ist einfach nur eine Nervensäge, aber dass er tatsächlich so ein hinterhältiges Spiel mit Emalas Billigung treibt, hätte ich ebenfalls nicht vorhergesehen. Und ich war echt positiv überrascht gewesen, weil die alte Zauberin das Gespräch mit Golar gesucht hat - Pustekuchen!


    Und Brotan liefert sie auch ohne mit der Wimper zu zucken ans Messer, wahrscheinlich ist ihr klar, dass er über kurz oder lang ihr Handeln nicht mehr akzeptieren wird. Ich hoffe nur, Brotan bekommt noch seine Rolle und versauert nicht wirklich in der Arena bzw. drohte Derrek ja damit, wenn Golar stirbt, würde auch Brotan sterben. Ich hoffe mal, dass es Quilûn aber gelingt, Derrek von diesem Schritt abzubringen, Golar hat diesbezüglich ja viel Vertrauen in ihn.

    Ein wenig mehr "Dankbarkeit" hätte ich von Tarimas Seite aus dann doch erwartet, ich hoffe, sie besinnt sich noch trotz ihrer Wut und Trauer über den Tod ihres Mannes.


    Dass Golar aber seinen Titel, seine Macht und wirklich alles seinem Maler hinterlässt, ist ja wohl echter der Kracher - damit hat wohl keiner gerechnet, Quilûn am wenigsten. Was bedeutet das dann für Semire?

    Ich habe meine Zweifel, ob Quilûn mit dieser Entscheidung erstmal so glücklich sein wird, aber sie passt eigentlich zu Golar, denn ich hatte immer den Eindruck, dass er seinem Maler noch am meisten vertraut, weil die beiden irgendwie auf einer Wellenlänge liegen. Evtl. sieht Golar bei Quilûn auch die größten Chancen, dass die geheimen Nachforschungen weiter vorangetrieben werden können. Das private Gespräch zwischen dem Grafen und den Maler über ihre Kinder hat mir ebenfalls gut gefallen. Für mich sind die beiden nicht einfach nur Graf und sein Maler, das ist mehr zwischen den beiden.


    Wenn Quilûn nun zum Grafen aufsteigt (das bedeutet für ihn doch auch die Möglichkeit, in den Berg zu gehen, oder nicht?), werden die anderen Kinder sich vielleicht endlich mal zurückhalten, Erlyk zu schikanieren.

    Ein wenig Sorgen machen mir allerdings diese Flechten und ihre Auswirkungen bei Quilûn, ich hoffe nur, das lässt irgendwann wieder nach.


    Semires Partie mit Lastonn ging ziemlich klar für die Grafentochter aus und Aliére bekommt ebenfalls ihre Genugtuung *autsch* :D Und Semire weiß bereits vom Dunkelsee - durch die himbeerduftende Blume?

    Liebe Grüße

    Karin

  • Was mich noch interessiert an der Stelle: Sie scheint ja alle Fäden auf der gravilischen Seite in der Hand zu haben. Gibt es denn dort keine "Staatsgewalt"?

    Ja, die Alte scheint echt ganz schön viel Macht auf sich vereinigt zu haben und sich einiges herausnehmen zu können.


    Wenn das von Derrek geforderte Erwähnten wohl auch kaum ein Tod ist den Brotan als Krieger sich aussuchen würde. ?(

    ich finde er hat beides nicht verdient. Sein Ehr- und Verantwortungsgefühl haben ihn in diese Lage des Gefangenen gebracht, nicht Grausamkeit.

    Das sehe ich genauso und hoffe natürlich darauf, dass Brotan auch zukünftig noch eine Rolle spielen wird.


    Vielleicht findet Anthurel ja noch ein Mittel gegen die Vergiftung? Naja ich weiß es ist sehr unwahrscheinlich, aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt.

    Ich habe ebenfalls sehr wenig Hoffnung.


    Naja vielleicht kann er ja Semire heiraten. Sie kennt sich ja bestens aus. Quilûn hat ist nach außen der männliche Herrscher und Semire ist diejenige, die im Hintergrund tatsächlich die Fäden in der Hand hält. Allerdings wäre Quilûn dann nur eine Marionette und das würde mir auch nicht gefallen.

    Oha, ob sich Quilûn damit einen Gefallen tun würde :D


    Nun hat Semire Kyrin näher im Auge und lässt es sie wissen. Das Gespräch war interessant, aber auch verwirrend, da es für mich noch nicht klar ist, welches Ziel Semire verfolgt. Will sie Freundschaft mit Kyrin? Will sie sie benutzen/erpressen? Braucht sie Kyrin für irgendetwas? Ich bin gespannt, wie es zwischen den beiden weitergeht.

    Ja, das "Verhältnis" der beiden Frauen kann ich auch noch gar nicht einschätzen, wohin sich das entwickeln wird - sehr spannend.

    Liebe Grüße

    Karin

  • Ich habe es gewusst: Robert hat Golar im Visier :traurig::verschwoerung: :heul:

    Gibt es echt keine Rettung mehr für Golar? ;(;(

    Diese falsche Schlange Emala und ihren Handlanger könnte ich gerade echt würgen :cursing:

    Ich befürchte nein. Und ich musste nach dieser Szene auch heftig nach Luft schnappen. So hinterhältig angegriffen zu werden, hat Golar nun wirklich nicht verdient.


    Der nackte Magier, der dann von der geschundenen Blume noch eins mit dem Holzbrett übergezogen bekommt - das war schon amüsant. ^^

    Semire hat wirklich außergewöhnliche Methoden, um an Informationen zu kommen. Der Magier Lastonn bekommt das gut zu spüren. Verdient hat er es. Und amüsant für uns war es auch noch.



    Und warum ist Graf Golar eigentlich tot?

    Die Frage habe ich mir auch gestellt. Fest steht, dass Emala eigene egoistische Ziele verfolgt und nicht an das Volk denkt. Allerdings ist mir schleierhaft, wieso sie mit Golars Tod einen Vorteil sieht. Oder hofft sie, aufgrund seinen unnatürlichen Ablebens, das wieder Krieg zwischen den Häusern entsteht? Den grün sind sie sich ja nicht gerade untereinander bzw. die Feindschaft zwischen zwei Häusern wird ja weiterhin brodeln, auch wenn gerade Frieden herrscht.


    Mit der Entscheidung, Quilûn alles zu vermachen, hat Golar wohl den Weg frei geräumt für einen Krieg. Denn ich glaube eher nicht, dass die Adligen sich das gefallen lassen, wenn sie schon Semire nicht anerkennen, Quilûn noch weniger.

    Dann bräucht Emala nur abwarten, bis die derzeitigen Bergbewohner geschwächt sind und zuschlagen.... sofern sie noch genug Zeit dafür hat.


    Nein, Golar hat Quilûn damit keinen Gefallen getan. Ich befürchte auch mindestens einen Meuchelmord, Krieg wäre für mich allerdings realistischer. Da sähe sicherlich anders aus, wenn Semire einen Mann hätte. Aber so.......


    Das Bild, das Quilûn gemalt hat, ist schon außergewöhnlich. Ob das an dieser Flechte liegt, die er eingeatmet hat? Ob es etwas magisches ist? Irgendeine Bedeutung wird diese Malerei haben. Vielleicht können Bilder sogar die "Gezeiten der Macht" beeinflussen?


    ich finde er hat beides nicht verdient. Sein Ehr- und Verantwortungsgefühl haben ihn in diese Lage des Gefangenen gebracht, nicht Grausamkeit.

    Broton tut mir ein wenig leid. Im Grunde ist er ein feiner Kerl, der seinen Prinzipien treu ist. Und das hat er wirklich nicht verdient. Ich glaube allerdings, dass Robert mit ihm noch etwas vor hat und er uns noch erhalten bleibt. Fragt sich nur, in welcher Rolle.


    Es ist auf jeden Fall richtig spannend und bin gespannt, wie der 1. Teil enden wird. Vermutlich mit einem Cliffhanger.

    Mein Lebensmotto: Leben und leben lassen!

  • Und ich war echt positiv überrascht gewesen, weil die alte Zauberin das Gespräch mit Golar gesucht hat - Pustekuchen!

    Dass Golar aber seinen Titel, seine Macht und wirklich alles seinem Maler hinterlässt, ist ja wohl echter der Kracher - damit hat wohl keiner gerechnet, Quilûn am wenigsten.

    Mich deucht, mir sind ein paar überraschende Wendungen gelungen. :D

    Ich habe es gewusst: Robert hat Golar im Visier

    Ja, da bist Du mir früh auf die Schliche gekommen. ;)

    Ein wenig mehr "Dankbarkeit" hätte ich von Tarimas Seite aus dann doch erwartet, ich hoffe, sie besinnt sich noch trotz ihrer Wut und Trauer über den Tod ihres Mannes.

    Diese Überlegung scheint hier in der Leserunde vorzuherrschen. Aber wenn Dir jemand etwas stiehlt - musst Du ihm dann dankbar sein, weil er es Dir zurückgibt? Brotan (bzw. sein Trupp) war derjenige, der Tarima gefangen genommen und verschleppt hat ...

    Wenn Quilûn nun zum Grafen aufsteigt (das bedeutet für ihn doch auch die Möglichkeit, in den Berg zu gehen, oder nicht?)

    Das sollte man zumindest erwarten, aber die Entscheidung liegt letztlich bei den unsterblichen Ahnen im Berg.

    Allerdings ist mir schleierhaft, wieso sie mit Golars Tod einen Vorteil sieht.

    Ein wesentlicher Konflikt zwischen Emala und Brotan liegt darin, dass sie den Krieg mit dem Berg will, er nicht. Sie will den Berg zurückerobern, und zwar, bevor sie stirbt, was nicht mehr lange dauern kann.

    Wenn die Gravilier ein paar Steuereintreiber töten, wird man das auf dem Berg ungern sehen.

    Aber wenn sie den Grafen eines Tiefen Hauses umbringen ... das ist eine Garantie für einen Krieg.

  • Ein wenig mehr "Dankbarkeit" hätte ich von Tarimas Seite aus dann doch erwartet, ich hoffe, sie besinnt sich noch trotz ihrer Wut und Trauer über den Tod ihres Mannes.

    Ich sehe das echt ganz anders, ich kann ihre Wut auf Brotan verstehen. Er hat ihren Mann getötet und sie ist, auch wegen ihm, in Gefangenschaft geraten. Da ist die Befreiung noch kein Grund, dankbar oder gar nett zu ihm zu sein.



    Nein, Golar hat Quilûn damit keinen Gefallen getan. Ich befürchte auch mindestens einen Meuchelmord, Krieg wäre für mich allerdings realistischer. Da sähe sicherlich anders aus, wenn Semire einen Mann hätte. Aber so.......

    Ich verstehe vor Allem nicht, warum er die Tochter übergeht. OK, sie kann nicht alleine regieren . Aber dann macht er eben zur Bedingung dass sie sich schnell einen Mann suchen muss. Muss sie ja eh, wissen wir ja. Aber Quilun, der hat doch keine Ahnung von den Regierungsgeschäften, von Politik, vom gesellschaftlichen Parkett. Der geht da vor die Hunde.



    Mit der Entscheidung, Quilûn alles zu vermachen, hat Golar wohl den Weg frei geräumt für einen Krieg. Denn ich glaube eher nicht, dass die Adligen sich das gefallen lassen, wenn sie schon Semire nicht anerkennen, Quilûn noch weniger.

    Dann bräucht Emala nur abwarten, bis die derzeitigen Bergbewohner geschwächt sind und zuschlagen.... sofern sie noch genug Zeit dafür hat.

    Da bin ich ganz bei Dir. Es wird Krieg geben.



    Wenn man 90% der Menschen auf dem Berg erzählen würde, dass Quilûn soeben Chef eines der bedeutendsten Häuser der Welt geworden ist (so etwas wie der Vorstandsvorsitzende von Daimler Chrysler in unserer Welt), würden sie sagen: "Hätte schlimmer kommen können!" :D

    Nun ja, er würde wohl den Konzern an die Wand fahren, weil er den gar nicht führen kann. Sowas macht man doch nicht aus dem Bauch heraus. Gut gemeint ist nicht gut gemacht, das wissen wir doch alle.

    Words are, in my not-so-humble opinion, our most inexhaustible source of magic. Capable of both inflicting injury, and remedying it - Albus Dumbledore

  • Ich verstehe vor Allem nicht, warum er die Tochter übergeht. OK, sie kann nicht alleine regieren . Aber dann macht er eben zur Bedingung dass sie sich schnell einen Mann suchen muss. Muss sie ja eh, wissen wir ja. Aber Quilun, der hat doch keine Ahnung von den Regierungsgeschäften, von Politik, vom gesellschaftlichen Parkett.

    Die Überlegung ist völlig richtig - und Graf Golar auch bewusst. ;)