05: Kapitel 3 (S. 215 - 288)

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Es gibt 28 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Robert Corvus.

  • Das ist ebenfalls eine gute Frage. Evtl. geht es dann da unten richtig ab und die Geister kloppen sich bis aufs Blut, wenn sie noch welches hätten?

    Ja, ich frage mich die ganze Zeit, wie die Unsterblichen damit umgehen, wenn jeweils eine andere Sippe am Berg herrscht. Einig sind sie sich sicher nicht. Der Quilun gerettet hat scheint das nicht unbedingt mit dem Einverständnis der anderen getan zu haben.

    Emala läuft die Zeit davon, wenn sie noch in den Berg will - und ich befürchte, genau das wird dazu führen, dass die Gravilier Fehler machen, und zwar genau die Fehler, vor denen Brotan auch schon warnte.

    Will sie in den Berg? Wäre eine Motivation, aber sie scheint es eigentlich ohne Kampfhandlungen machen zu wollen, wozu sonst die Geisel nutzen? Sie will GEspräche. Würde mich nicht wundern, wenn sie auch etwas über die "Gezeiten der Macht" wüßte.

  • In unserem Fall konnte sie das aber wohl nicht. Obwohl ein beherzter Tritt ins Gemächt sicherlich nicht geschadet hätte. Aber bei dieser Gesellschaft wäre vermutlich die Frau dann versteinert worden und nicht der Mann.

    Ich glaube noch nicht mal, dass sie sich gewehrt hätte, wenn sie gekonnt hätte. Wieviele Frauen wehren sich nicht, weil sie hundert Entschuldigungen für den Mann finden und die Schuld bei sich suchen und/oder weil sie eben keine Schläger sind. Und das kann eben auch sein, dass eine zierliche Frau auf einen starken Mann einprügelt. Der wird es bloß noch schwerer zugeben als Frauen.

  • Außerdem ist es bei Geheimnissen doch so, dass es besser ist je weniger die einzelnen wissen.

    Überlegen wir noch einmal zusammen.

    Golar erzählt Kyrin, dass es so etwas gibt wie die "Gezeiten der Macht". Er gibt Ihr Zugriff auf Tarisonns Aufzeichnungen.

    Verhält sich jemand so, der etwas verbergen will?

    Tarisonn ist/war ein Magier. Golar wird dessen Aufzeichnungen nur bedingt verstehen - schlechter als Kyrin, die ebenfalls eine Magierin ist. Vielleicht hat Tarisonn auch versucht, Golar etwas zu erklären - konnte sich aber nicht für den Laien verständlich machen?

    Oder die Zeit, bevor er aufgeflogen ist, hat einfach nicht gereicht?

    Kann man diese Teile eigentlich auch überdosieren?

    Traumblüten sind im Grunde schon beim ersten Gebrauch überdosiert: Sie machen sofort süchtig und die Nebenwirkungen (Sinnestrübungen) setzen sofort ein.

    Ob man daran auch sterben kann? Vermutlich schon ...

    ihr Spionagenetzwerk bzw. diese Waffengeschäfte haben mich dann doch stutzen lassen. Das hat nichts mehr mit dem Erhalt der eigenen Selbständigkeit zu tun, das erinnert mich schon eher an Mafiastrukturen.

    Wie leben in einer Gesellschaft, in der Menschen- und Bürgerrechte selbstverständlich sind: Wie haben Rechte und Freiheiten, einfach, weil wir existieren.

    Im Feudalismus ist das anderes. Da geht das Recht vom König aus. Von dort aus "fließt" es in alle anderen Rechtskörper. Alle anderen haben also genau die - und nur die - Rechte, die der König ihnen gibt, bzw. der Adel oder andere Zwischenstufen, die vom König eingesetzt sind.

    Auf dem Berg ist das so ähnlich, nur dass es statt des Königs die etwas diffuse Macht des Berges gibt. Die im Berg lebenden Ahnen lenken die Tiefen Häuser, und die beherrschen die Lebenden, geben und entziehen ihnen Rechte (unterschiedlich brutal je nachdem, um welches Haus es sich handelt).

    In jedem dieser Systeme gibt es aber neben der Theorie auch die Praxis: Man hat die Rechte und Freiheiten, die man sich nimmt, erhalten und durchsetzen kann. Im System der "reinen Lehre" ist für Semire eine klare Rolle vorgesehen: Gemahlin eines Adligen. Wenn sie etwas anderes will, muss sie es sich nehmen. Das tut sie. Und, ja: Dafür nutzt sie Mafiastrukturen - sie baut sie sogar auf. Täte sie das nicht, wäre die Selbstständigkeit (so, wie sie sie versteht) für sie nicht erreichbar.

    Ah, das bedeutet, seine Ausführungen sind nicht unbedingt "in Stein gemeißelt"?

    Ich schreibe meistens (und auch in Berg der Macht) mit personalen Erzählern. In jeder Szene wird deswegen nur geschildert, was die jeweilige Perspektivfigur weiß und wahrnimmt. Wenn eine solche Perspektivfigur von etwas überzeugt ist, wird das als Tatsache geschildert - auch, wenn diese Überzeugung falsch sein sollte ... ;) Noch viel mehr gilt das für Dinge, die die Figur nur von anderen hört - Abuliar könnte sich täuschen, oder er könnte aus irgendeinem Grund lügen, oder sich missverständlich ausdrücken.

    Es gab Menschen, die der Meinung waren, die Atombombe würde Frieden schaffen.

    Ich habe 2004 eine stillgelegte Abschussvorrichtung für eine Atomrakete in Arizona besichtigt. Dort war man tatsächlich der Meinung, dass Atomwaffen den Dritten Weltkrieg verhindert haben. Man argumentierte, dass zwei Supermächte mit so gegensätzlichen Interessen wie die USA und die UdSSR in einer Welt mit ausschließlich konventionellen Waffen unweigerlich Krieg gegeneinander geführt hätten (wie in den Jahrhunderten vorher in vergleichbaren Konstellationen). Die Gewissheit der eigenen Vernichtung habe das verhindert.

    Bernd, wann wird der zweite Band herauskommen?

    Ich habe diese Woche die Rohfassung beendet und bin gerade bei der Überarbeitung, bevor das Manuskript ins Lektorat geht. Veröffentlichungstermin für Ströme der Macht ist der 5. August 2019. Der Abschlussband Ruinen der Macht soll im Februar 2020 erscheinen.

  • Will sie in den Berg? Wäre eine Motivation, aber sie scheint es eigentlich ohne Kampfhandlungen machen zu wollen, wozu sonst die Geisel nutzen? Sie will GEspräche. Würde mich nicht wundern, wenn sie auch etwas über die "Gezeiten der Macht" wüßte.

    Ich meine, an einer Stelle hatte Brotan wenigstens so den Eindruck, dass Emala die Zeit weglaufen würde. Beschwören würde ich es jetzt aber nicht wollen. Ja, dass sie Gespräche sucht, fand ich auch interessant, ich bin schon sehr gespannt auf ihr - hoffentliches - Treffen mit Golar.


    Traumblüten sind im Grunde schon beim ersten Gebrauch überdosiert: Sie machen sofort süchtig und die Nebenwirkungen (Sinnestrübungen) setzen sofort ein.

    Ob man daran auch sterben kann? Vermutlich schon ...

    Genau das mit dem Sterben hatte ich gemeint, denn Abuliar hat ja nun einen größeren Vorrat auf einmal bekommen. Bei ihm bin ich mir nicht sicher, wie es mit seinem Lebenswillen so aussieht.


    Und, ja: Dafür nutzt sie Mafiastrukturen - sie baut sie sogar auf. Täte sie das nicht, wäre die Selbstständigkeit (so, wie sie sie versteht) für sie nicht erreichbar.

    Ich hatte aber doch darauf gehofft, dass sie vielleicht andere Wege finden würde. In jedem Fall ergänzt sie sich eigentlich dadurch hervorragend mit Derrek, dem Mann fürs Grobe.


    Noch viel mehr gilt das für Dinge, die die Figur nur von anderen hört - Abuliar könnte sich täuschen, oder er könnte aus irgendeinem Grund lügen, oder sich missverständlich ausdrücken.

    Jaja, nun verunsicherst du uns wieder gewaltig :D


    Veröffentlichungstermin für Ströme der Nacht ist der 5. August 2019. Der Abschlussband Ruinen der Macht soll im Februar 2020 erscheinen.

    Ah, das ist ja gar nicht so lange hin :laola:

    Liebe Grüße

    Karin

  • Ich schreibe meistens (und auch in Berg der Macht) mit personalen Erzählern. In jeder Szene wird deswegen nur geschildert, was die jeweilige Perspektivfigur weiß und wahrnimmt. Wenn eine solche Perspektivfigur von etwas überzeugt ist, wird das als Tatsache geschildert - auch, wenn diese Überzeugung falsch sein sollte ... ;) Noch viel mehr gilt das für Dinge, die die Figur nur von anderen hört

    Diese Schreibweise finde ich absolut toll, weil man auch nicht wesentlich mehr weiß als die Figuren. Dann kann ich auch Intrigen akzeptieren. Ich hassse es, wenn ich den Charakteren am besten soufflieren würde, was los ist.

  • Vielleicht ist der Preis für die Unsterblichkeit anders als allgemein angenommen.

    Das könnte durchaus sein. Man weiß ja noch nicht, in wieweit die zukünftigen Bergbewohner Informationen von ihren Ahnen erhalten. Und ob diese auch so stimmen.

    Dass Semire in Waffenhandel unf Prostitution tätig ist , hat mich doch überrascht =O

    Aber auch da beweist die einen ausgeprägten Geschäftssinn.

    Semire bin ich weiterhin neutral eingestellt, auch wenn mich ihre Aktionen ebenfalls überrascht haben. Sie kämpft eben mit ihren Mitteln in dieser ungerechten Welt, um ein wenig frei zu sein.


    Ich habe mir nur kurz die Frage gestellt, ob sie vielleicht nicht unwissentlich sogar gegen ihren Vater agiert? Noch finde ich die Ziele bzw. Pläne der beiden sehr undurchsichtig.


    wobei ich den von Kyrin zur Zeit am interessantesten finde. Ich glaube, dieser Strang ist es, in dem das grundlegende "Rätsel" der Romanreihe beginnt, seinen Lauf zu nehmen.

    Ich finde auch, dass wir in diesem Abschnitt sehr viel erfahren haben und dass die Ereignisse jetzt im Berg ihren Lauf nehmen werden.



    Tja, was denkt Ihr? Sie leben ja im Innern des Berges. Wenn der Berg die magische Kraft wieder sammelt - wirkt sich das dann auf sie aus?

    Ich glaube schon, dass sich das auf alles auswirkt.

    Die Frage ist auch, in welchem Rhythmus sich die Gezeiten ändern. Liegen da Tage, Monate, Jahre dazwischen? Und wie stark sind die Schwankungen? Sind sie unterschiedlich stark?

    Die Gravilier waren also ursprünglich ein Tiefes Haus. Dann wurde dieses Haus samt seinen Angehörigen ud Schutzbefohlenen vertrieben. Was ist da nur passiert? Waren sie vielleicht auch auf der Suche nach den Gezeiten der Macht und sind dem Geheimnis zu nahe gekommen?

    Eine interessante Theorie. Es könnte durchaus sein, dass das ihren Sturz einläutete. Vielleicht sind aber auch die Unsterblichen nur Figuren einer noch größeren Macht, die wir noch nicht kennen.

    Ich könnte mir vorstellen, das Graf Golar vielleicht ja nicht in den Berg will, weil seine Frau nicht dort ist. Vielleicht möchte er sich lieber mit ihr im Wind wiedervereinen. Und darum sucht er nach einem Weg die Gang in den Berg nicht tun zu müssen.

    Das ist eine sehr schöne Idee und ich neige dazu, diese zu favorisieren und hoffe, dass Robert sie mir nicht kaputt schreibt.

    Sehr spannend fand ich das "Gespräch" zwischen Kyrin und Tarisonn; und ich hatte die ganze Zeit die Befürchtung, dass irgendwer gleich ums Eck kommt und Kyrin überrascht.

    Das dachte ich auch die ganze Zeit. Obwohl wir ja noch nicht wissen, ob dieses Gespräch unbeobachtet blieb. Vielleicht hast das jemand ja mitbekommen und ist nun Kyrin auf der Spur. Das wäre vielleicht nicht ganz so schön, wo sie jetzt an diesem dunklen See ist.

    Oder aber Golar vermutet, dass eine "Ebbe" der Magie bevorsteht und der Berg seine Kraft, sprich die Magie, zurückrufen wird und den aktuellen Herrschern damit das gleiche Schicksal wie den Gravionern seinerzeit droht. Will er das drohende Chaos, wenn die Magie nachlässt, abfangen?

    Das könnte durchaus sein. Ich befürchte allerdings, dass er das wohl nicht ganz verhindern kann.

    Traumblüten aus Granit - das stelle ich mir jetzt auch nicht so angenehm vor, die Dinger zu schlucken, aber was tut man nicht alles für einen guten Rausch ^^

    :D:D:D:D

    Mein Lebensmotto: Leben und leben lassen!

  • Vielleicht sind aber auch die Unsterblichen nur Figuren einer noch größeren Macht, die wir noch nicht kennen.

    Ja, der Berg birgt viele Geheimnisse ... ;)

    Zu den Gezeiten der Macht ... sage ich erst einmal nichts weiter. :P Ich habe da ein paar Anmerkungen überlegt, aber gefunden, dass jede davon die Spannung verderben könnte. Deswegen setze ich mich - das das angeht - auf meine Hände und schaue Euch beim Spekulieren zu. :)

  • Dieses Kapitel führt spannend weiter in die Geschichte. Was genau hat der Graf vor? Was sind die Gezeiten der Macht? Ich wünsche Kyrin, dass Sie nicht auch versteinert wird, sehe aber viele Risiken enttäuscht zu werden. Ansonsten sorgt der Autor dafür, dass die eingeführten Protagonisten uns näher - oder im Fall von Derrekt und Semire ferner kommen.


    Wie lange liegen die Köpfe bereits auf dem See? Sind sie "echte" Abbilder der ehemals Lebenden oder eine verzerrte Darstellung? Ich denke letzteres. Der Graf scheint tatsächlich an den Grundfesten der Gesellschaft zu rütteln. Wer sind seine nächtlichen Begleiter? Er entledigt sich auf jedenfall sehr galant Derreks, der jeden Sympathiepunkt den er eventuell noch hatte nun zusammen mit Semire eingebüßt hat. Der Umgang mit den Dörflern und das beherzte Eingreifen Graf Golans zeigen, dass hier wirklich Welten aufeinandertreffen.


    Semire hat sich also im Schatten ein eigenes Reich aufgebaut. Man muss ihr eine ausgesprochene Finess und Strategie zusprechen. Auch ihre Kaltblütigkeit und das "Verhandlungsgeschick" sprechen für sie. Ihr Ziel jedoch rechtfertigt diese nicht. Ich mag mich noch an dem Gedanken festhalten, dass sie das Spiel verliert und der Schleier der Rose fällt :)


    Kyrins Entdeckungen, ihre Queste und der alternde Weise sind schön umschrieben. Auch scheint sich zu bestätigen, dass es eine Macht hinter der Macht gibt. Ich bin gespannt, was uns hier noch alles erwartet. Und ich bin gespannt, in was für peinliche Momente uns die Äffchen noch bringen :)

    Viele Grüße

    Olli

  • Ich wünsche Kyrin, dass Sie nicht auch versteinert wird, sehe aber viele Risiken enttäuscht zu werden.

    Liebes Tagebuch,

    wieder einmal wird mir jede Schlechtigkeit zugetraut! ;(

    Ansonsten sorgt der Autor dafür, dass die eingeführten Protagonisten uns näher - oder im Fall von Derrekt und Semire ferner kommen.

    Ich bin mir nicht sicher, ob das allgemein so zutrifft. Ich hoffe, man lernt die Protagonistinnen und Protagonisten immer besser kennen. Aber wen man dann sympathisch oder unsympathisch findet, kann in der Leserschaft stark variieren. Zum Beispiel ...:

    Ihr Ziel jedoch rechtfertigt diese nicht.

    ... bei Semire. Was sie letztlich will, ist, dass sie ihre Begabungen und Fähigkeiten entfalten kann, dass ihr Fleiß und ihre Durchsetzungskraft belohnt werden. Wäre sie als Mann geboren worden, wären diese Anliegen ihr vermutlich erfüllt worden. Sie mag sich nicht damit abfinden, nur wegen des Zufalls ihrer Geburt zurückgesetzt zu werden. Ich vermute, dass es Leserinnen und Leser gibt, die diesem Ziel mit Verständnis begegnen - und auch für gerechtfertigt halten, dass sie sich der Mittel bedient, die sie in ihrer Welt vorfindet, um dieses Ziel zu erreichen.

    Was nicht heißt, dass man sie nicht auch gern als skrupellos empfinden darf. Ich vermute eben nur, dass die Wahrnehmung dieser Figur mal in die eine, mal in die andere Richtung neigen wird.