Michelle Marly - Madame Piaf und das Lied der Liebe

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    Édith Giovanna Gassion hatte es schon als Kind nicht leicht. Ihre Mutter hat sie kurz nach der Geburt bei der Großmutter zurückgelassen, wo sie fast verhungerte. Der Vater brachte sie dann im Bordell seiner Mutter unter. Später nahm er sie als Straßensängerin mit. Dass er ihr die Einnahmen wegnahm, störte sie nicht, denn nur die Musik war ihr wichtig. Mit fünfzehn ging sie alleine nach Paris. Der Kabarettbesitzer Louis Leplée wird auf sie aufmerksam und fördert sie. Ihm hat sie es zu verdanken, dass sie bekannt wird.

    Dann wird sie der Kollaboration verdächtigt und muss befürchten, nicht mehr auftreten zu dürfen. Das ist das Schlimmste für sie, denn ohne die Musik kann sie nicht leben. Sie versucht ihre Unschuld zu beweisen. In dieser Zeit begegnet sie Yves Montand. Obwohl sie ihn zunächst fürchterlich findet, nimmt sie ihn unter ihre Fittiche. Schon bald wird aus den beiden ein Paar. Sie ist glücklich und so entsteht das Lied “La vie en rose“.

    Édith Piaf war eine außergewöhnliche und faszinierende Frau und eine außergewöhnliche Chanson-Interpretin und zieht ihr Publikum in ihren Bann. Sie ist aber auch eine Frau, die sich ganz egoistisch nimmt, was sie möchte – Aufmerksam, Männer und Luxus. Selbst in Zeiten der Not interessiert es sie nicht, wie sie alles bezahlen soll. Simone Berteaut, ein Straßenkind wie sie selbst, ist immer für Édith da. Aber da ist sie nicht die einzige Person, es hat viele gegeben, die ihr dazu verholfen haben, der Spatz von Paris zu werden. Es gab auch viel Tragisches in ihrem Leben.

    Das Buch hat mir nicht viel Neues erzählt, denn ich habe den Film über sie gesehen und auch schon einige Dokumentation. Ich liebe ihre Musik und daher war dieses Buch ein Muss für mich. Es hat mir sehr gut gefallen.


    5ratten

  • Ach ja, der Spatz von Paris. Zu DDR-Zeiten wurden bei uns ja wahnsinnig viele italienische und französische Filme gezeigt. Ob ich die Verfilmung aus den 30er Jahren aber nun im DDR-Fernsehen oder im West-Fernsehen gesehen habe, weiß ich nicht mehr - auf jeden Fall habe ich sie schon in ganz jungen Jahren gesehen und nie vergessen. Ich liebe die Piaf heute noch, höre im Auto oft eine Doppel-CD von ihr.


    Deine 5 Ratten ermuntern mich, das Buch doch mal zu lesen. Eine Weile schwirre ich ja schon um diese Reihe rum.

  • Ach ja, da bekomme ich auch gleich Lust auf das Buch! Es liegt schon auf meinem Stapel als Urlaubslektüre für nächste Woche und übernächste Woche!

  • Eine Weile schwirre ich ja schon um diese Reihe rum.

    Einige Bücher der Reihe haben mir gut gefallen, andere eher weniger. Aber da ich das Coco-Buch, ebenfalls von der Michelle Marly, sehr gut fand, habe ich Hoffnung, dass dieses Buch mir ebenfalls gefallen wird.

  • Vom Straßenmädchen zur Chanson-Diva

    Michelle Marly, von der ich unter ihrem Namen Micaela Jary schon andere Bücher kenne, nimmt mich in diesem Buch um die Chanson-Diva Edith Piaf mit in die Stadt der Liebe, Paris.


    Geboren als Édith Giovanna Gassion hängt das Herz des Mädchens schon in jungen Jahren an der Musik. Mit 15 tritt sie als Straßensängerin auf, wo Louis Laplee auf sie aufmerksam wird und sie fördert. 1944, Edith ist da schon ein Star, wird ihr Kollaboration vorgeworfen. Ihr droht ein Auftrittsverbot. Während sie versucht ihre Unschuld zu beweisen, lernt sie Yves Montand kennen – und lieben.


    Das Leben der Edith Piaf hat mich ab der ersten Seite in seinen Bann gezogen. Beim Lesen habe ich mir immer wieder ihre Chansons angehört, die, wie ich finde, alle eine leichte Melancholie ausstrahlen. Hier kann ich ihren Werdegang und vor allem auch ihre Liebesbeziehung sehr gut nachvollziehen. Wären sie sich nicht begegnet, wäre aus Yves bestimmt nicht der Sänger geworden, zu dem ihn Edith gemacht hat.


    Edith Piaf steht ganz klar im Mittelpunkt dieser Geschichte um starke Frauen. Interessant finde ich ihre sehr unterschiedlichen Wesenszüge. Einerseits egoistisch, außergewöhnlich, exzentrisch, nimmt sie sich, was sie will – andererseits herzensgut, willensstark, diszipliniert und fair.


    Michelle Marly hat mich mit dieser Geschichte um eine faszinierende Frau sofort in ihren Bann gezogen, mich sehr gut unterhalten und mir das Leben dieser kleinen großartigen Frau gut vorstellbar nahegebracht. Mir war Edith Piaf als Sängerin schon bekannt, aber nun habe ich auch einiges über ihr bewegtes Leben, das nicht nur aus Höhen, sondern auch aus Tiefen bestand, erfahren.


    Ein wunderbares, sehr interessantes Buch über eine Frau, deren Lieder mich auch heute noch berühren.


    5ratten

  • Mir hat es leider nicht ganz so gut gefallen...


    Je ne regrette rien! Nach diesem Motto, das der Titel ihres mit Abstand berühmtesten Liedes werden sollte, lebte Edith Piaf offenbar schon in ihren jüngeren Jahren: bevor sie berühmt wurde. Ein tristes Leben garniert mit Begegnungen mit den richtigen Menschen - so hat sie es etwas gebracht.

    Dieses Buch behandelt die letzten Kriegsmonate und die unmittelbare Nachkriegszeit, in der die Piaf wie so viele ihrer Landsleute in den Verdacht geriet, gemeinsame Sache mit den Boches, den Deutschen also, gemacht zu haben. Dabei hatte sie - so ihre Darstellung - doch nur die kriegsgefangenen französischen Soldaten unterhalten. Sie kam gerade noch so davon.

    Es sind Männer, die ihr weiterhelfen, mit vielen verbindet sie mehr als das berufliche Interesse, doch dann stößt sie auf einen, mit dem es läuft wie mit keinem. Ganz anders nämlich.

    Es handelt sich um Ivo Livi, groß und hübsch und etliche Jahre jünger als sie. Er wird zu ihrem Protegé und bald auch Liebhaber. Der Name sagt Ihnen nichts? Nun, dann aber vielleicht sein Künstlername, Yves Montand nämlich. Wird es einen gemeinsamen Weg für sie beide geben?

    Insgesamt ist dies aus meiner Sicht ein mäßig unterhaltsamer Roman, in dem die politische und gesellschaftliche Situation in jener Zeit eine vollkommen minimale Rolle spielt. Es geht wirklich fast ausschließlich um Edith Piafs Karriere und die damit verbundenen Entwicklungen, es kommen reihenweise Charaktere vor, die meiner Ansicht nach im Anhang hätten einzeln aufgeführt werden müssen. So erfuhr ich die Lektüre als ziemlich verwirrend.

    Ja, der Leser macht einen Sprung in das Leben des Spatzen von Paris, doch ist dies aus meiner Sicht ein ziemlich verwirrender Sprung!

    3ratten

  • Édith Piaf ist auf dem Höhepunkt ihrer Karriere, als die Alliierten Paris von den Nazis befreiten. Endlich konnte sie wieder in allen Lokalitäten singen und nimmt sich direkt einer weiteren Herausforderung an: Yves Montand als Chanson-Sänger aufzubauen. Doch über ihr hängt das Damoklesschwert, denn sie wird der Kollaboration verdächtig.


    Der Schreibstil mit dem Michelle Marly einen Teil des Lebenswegs von Édith Piaf erzählt, ist so schön und erzählerisch-malerisch, wie wir ihn auch schon in dem biografischen Roman um Coco Chanel kennen gelernt haben. Die Autorin weiß es, eine starke Persönlichkeit darzustellen mit all ihren strahlenden, aber auch ihren Schattenseiten. Mir gefiel es sehr gut, dass Édith Piaf durchaus ihre Ecken hatte und es Szenen gab, in denen sie nicht immer unbedingt als absolut sympathisch herüber kam. Für mich wirkte diese Interpretation der Chanson-Sängerin als sehr realistisch.


    In Rückblenden erzählt die Autorin immer wieder ein wenig von Piafs Vergangenheit, in der sie bspw. im Kriegsdeutschland auf Tournee ging, um französischen Kriegsgefangenen mit ihren Auftritten Mut und Hoffnung zu geben. Ihre Kindheit wird in einer Art Prolog behandelt. Beide Stränge fand ich sehr spannend und ich hätte mir mehr davon gewünscht. Teilweise fand ich das sogar interessanter als den eigentlichen Hauptstrang. Das war ein wenig schade. Dennoch hat der Roman die Chanson-Sängerin der Édith Piaf mir eindrücklich näher gebracht und ich habe einige ihrer Chansons in den letzten Tagen gehört.


    Insofern ein lesenswerter Roman, auch wenn ich mir einen anderen Handelsschwerpunkt ihrer Biographie gewünscht hätte.