Sabaa Tahir - Elias & Laia 03. In den Fängen der Finsternis

Leserunde mit Judith & Christian Vogt ab 11.10.2019: Wasteland [Postapokalyptische Utopie]
Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

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  • Sabaa Tahir - Elias & Laia 03. In den Fängen der Finsternis


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    Gebundene Ausgabe: 528 Seiten

    Verlag: ONE (28. Februar 2019)

    ISBN-13: 978-3846600788

    empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren

    Originaltitel: A Reaper at the Gates

    Übersetzung: Barbara Irmgrund

    Preis: 18,00 €

    auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich


    Was für ein Gemetzel!


    Inhalt:

    Imperator Marcus herrscht mit Gewalt wie immer. Blutgreif Helena versucht, ihm entgegenzuwirken. Kommandantin Keris kocht ihr eigenes Süppchen. Laia versucht den Nachtbringer aufzuhalten. Und Elias ist in der Zwischenstatt gefangen.


    Meine Meinung:

    Band 1 und 2 haben mich wirklich begeistert, sodass ich sehr gespannt auf den 3. war. Doch durch den habe ich mich stellenweise ein bisschen gequält. Es ging schon damit los, dass es nur spärliche Rückblicke auf die vergangene Handlung gibt. Da es nach Band 2 über zwei Jahre gedauert hat, bis dieser Band auf Deutsch erschien, waren mir viele Details aus den Vorgängern nicht mehr präsent. Ich habe daher ziemlich lange gebraucht, um in die Handlung reinzukommen. Wer die Zeit hat, sollte unbedingt einen Reread der Vorgängerbände erwägen.


    Es wird hauptsächlich aus den Ich-Perspektiven von Laia, Elias und Helena erzählt, wobei die einzelnen Handlungsstränge sich nur selten berühren. Sie wirken über weite Strecken eher wie losgelöst voneinander als wie eine gemeinsame Geschichte. Das hat mir nicht so gut gefallen.


    Zwar ist die Handlung in allen Strängen spannend, aber es ist an allen Orten ein einziges Gemetzel. Ich kann mich nicht erinnern, in einem Buch schon einmal so viele Tote erlebt zu haben. Hier folgt eine Schlacht der anderen, abgelöst von Folter und anderen Gräueltaten. So schwindet die Hoffnung auf ein gutes Ende immer wieder, um dann erneut aufzuflammen.


    Die Protagonisten machen eine große Entwicklung durch, sie alle leiden und bangen um ihre Liebsten. Insofern finden sich auch in diesem Band neben der ausufernden Gewalt auch einige Emotionen.


    Das Erzähltempo ist sehr hoch, manchmal war es mir einfach zu viel. Da hätte ich mir gewünscht, dass sich alles ein wenig langsamer entwickelt und man als Leser*in auch mal zum Verschnaufen kommt.


    Nun hoffe ich, dass Band 4 nicht wieder so lange auf sich warten lässt und die Reihe damit zu einem guten Abschluss kommt.


    Die Reihe:

    1. Die Herrschaft der Masken

    2. Eine Fackel im Dunkel der Nacht

    3. In den Fängen der Finsternis

    4. ???


    ★★★☆☆

    Liebe Grüße, Lilli

  • Achtung, diese Reihe hat Suchtpotenzial!


    Klappentext

    „Wo Leben ist, ist Hoffnung

    Das Martialenimperium steht am Abgrund: Imperator Marcus überzieht das Land mit dem Blut der Unschuldigen, während Blutgreif Helena diese zu schützen versucht. Weit im Osten weiß Laia, dass sie den Nachtbringer aufhalten muss, und das ohne Elias. Denn Elias ist nun als Seelenfänger an die Zwischenstatt, das Geisterreich, gebunden. Dazu verdammt, einer uralten Macht bedingungslos zu dienen – auch wenn dies bedeutet, die Frau aufzugeben, die er liebt.“


    Gestaltung

    Mir gefällt dieses Cover von allen dreien am besten, da ich die Verzierung und das Muster um die Augen des Mädchenkopfes sehr schön finde und auch die Farbgebung mag. Die helleren Farben deuten auf Hoffnung hin und passen stimmig zur Wüstenlandschaft am unteren Bildrand. Diese gefällt mir mit der Stadt auch sehr gut und die Lichtpunkte am Bildrand mag ich auch echt gerne.


    Meine Meinung

    Es ist schon länger her, dass ich die ersten beiden Bände dieser Reihe gelesen habe, aber umso mehr habe ich mich auf die Fortsetzung gefreut, von der ich zunächst ausgegangen bin, dass es der finale Abschlussband sein würde. Doch da habe ich mich wohl geirrt, denn ich habe gelesen, dass für 2020 ein vierter Band geplant ist. Dies hat mich zunächst etwas enttäuscht, weil ich doch auf einen schönen Reihenabschluss gehofft hatte, aber beim Lesen ist dieser kurze Dämpfer schnell vergessen gewesen, denn das Buch startet mitten im Geschehen.


    Ich fand es klasse, dass man direkt wieder in die Geschichte geworfen wurde. Allerdings muss ich auch sagen, dass ich kleinere Schwierigkeiten hatte, mich wieder in die Handlung einzufinden. Als Vielleser habe ich einfach zu viele andere Bücher zwischendrin gelesen, sodass ich meine Zeit brauchte, bis ich wieder ganz bei Laia, Elias und Co war. Doch sobald dies der Fall war, bin ich voll und ganz in der Geschichte aufgegangen.


    Das Setting, das an das antike Rom erinnert, mag ich nach wie vor total gerne. Auch die Handlung konnte mich überzeugen, denn es geht unheimlich turbulent und temporeich zu. Elias und Laia sind zwar noch immer durch ihre Gefühle füreinander verbunden, doch sie gehen getrennte Wege angesichts ihrer neuen Aufgaben. So wird es unheimlich spannend beim Lesen. Die Geschichte ist geradezu ein Auf und Ab der Gefühle, denn eine Szene ist spannender als die andere.


    Gesteigert wird die Spannung durch viele Überraschungsmomente und Wendungen, mit denen ich im Leben nicht gerechnet habe. Hier ist wirklich nichts vorhersehbar und genau das liebe ich so an der Reihe! Auch fand ich es klasse, wie die verschiedenen Perspektiven, aus denen die Handlung erzählt wird, dazu beitragen, den Spannungsbogen hoch zu halten. Elias, Laia und Helena berichten jeweils, was ihnen widerfährt und durch diese Wechsel zwischen ihren Sichten bleibt die Geschichte enorm fesselnd, da man stets wissen möchte, wie es mit der jeweils anderen Figur weiter geht.


    Auch empfinde ich den Schreibstil von Sabaa Tahir als enorm positiv, denn die Autorin schreibt nicht nur anschaulich und fesselnd, sie kann mich einfach jedes Mal aufs Neue Mitreißen. Ich habe direkt Kopfkino, wenn ich nur wenige Sätze lese. Sie erschafft geradezu einen Blockbuster in meinem Kopf, was einfach genial ist. Zudem gibt es in diesem Band erstmals eine Karte, welche ich geradezu eingesogen habe, denn sie trägt dazu bei, dass die Welt noch plastischer und greifbarer wird.


    Fazit

    Auch wenn ich erwartet hatte, dass „In den Fängen der Finsternis“ der Abschlussband der Reihe ist, so bin ich doch froh, dass wir nun noch einen weiteren Band in dieser fabelhaften Welt erleben dürfen, denn diese Reihe besitzt ein Höchstmaß an Spannung und Action. Ich liebe die Charaktere, den Schreibstil, das Setting und die Handlung. Durch die Perspektivwechsel wird die Sogwirkung des Buches noch verstärkt. Ich konnte das Buch kaum aus den Händen legen und möchte an dieser Stelle eine Warnung aussprechen, denn „Elias und Laia“ hat eindeutig Suchtpotenzial! Ich hoffe, dass wir nicht so lange auf den vierten Band warten müssen!

    5 von 5 Sternen!


    Reihen-Infos

    1. Die Herrschaft der Masken

    2. Eine Fackel im Dunkel der Nacht

    3. In den Fängen der Finsternis

    4. ??? (erscheint voraussichtlich im April 2020 auf Englisch)

  • Da es nach Band 2 über zwei Jahre gedauert hat, bis dieser Band auf Deutsch erschien, waren mir viele Details aus den Vorgängern nicht mehr präsent. Ich habe daher ziemlich lange gebraucht, um in die Handlung reinzukommen.

    Das beruhigt mich etwas. Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich Band 2 gelesen hatte, hab ihn aber anscheinend nicht rezensiert, also hab ich keinen "Beweis". Nun hab ich trotzdem mit Band 3 angefangen und gucke teilweise ziemlich fragend auf meinen Reader ^^

    LG, Dani


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  • Das war aber auch im zweiten Teil schon so. Wenn ich es richtig im Kopf habe, habe ich da bei der Leserunde hier mitgemacht und eine Mitleserin hatte den ersten direkt vorher gelesen und musste uns einiges wieder ins Gedächtnis rufen ^^ Einerseits finde ich es gut, wenn nicht so viel wiederholt wird - aber dann muss man die Reihe am Stück lesen. Mit so langen Pausen dazwischen wären ein paar rückblickende Erklärungen nicht schlecht.

  • So, nun bin ich fertig damit.

    Wie bereits erwähnt, hatte ich arge Erinnerungslücken und dementsprechend auch ein bisschen Verständnisschwierigkeiten, was manche Details angeht. Wenn man die Zeit hat, würde ich einen Re-read der Vorgänger empfehlen.

    Irgendwann war die Story aber wieder so tempo- und actionreich, dass ich mich mit den kleinen Fragezeichen nicht weiter abgegeben habe und einfach der jetzigen Geschichte gefolgt bin.

    Es passiert so viel, immer wieder gibt es überraschende Wendungen. Mit den Hauptfiguren geht die Autorin nicht gerade zimperlich um, von den Nebencharakteren ganz zu schweigen.

    Das Ende frustriert mich etwas - noch immer ist so viel offen und nun heißt es schon wieder warten, bis es irgendwann weitergeht.

    LG, Dani


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  • meine Meinung:


    Ich habe die beiden Vorgängerbände erst dieses Jahr gelesen und hatte dennoch große Schwierigkeiten in das Buch hineinzukommen. Es konnte mich nicht so fesseln, wie Band 1 und 2. Ich wusste anfangs gar nicht, warum die Figuren handeln, wie sie es taten. Laias und Elias vorrangiges Ziel in Band 2 bestand darin Darin aus dem Gefängnis von Kauf zu befreien. Doch wie sollte es nun da dies erreicht war für sie beide und Helena weiter gehen?


    Die Handlung wird abwechselnd aus Laias, Elias und Helenas Sicht erzählt, wobei alle drei Charaktere mittlerweile ihre eigenen Probleme und Ziele haben, die sich während der Geschichte kaum noch miteinander kreuzen. Schade, fand ich doch grade die Annäherung bzw. Entwicklung zwischen Laia und Elias und gleichzeitig die zunehmenden Zwistigkeiten zwischen Elias und Helena immer besonders spannend.


    Elias ist mittlerweile in der Zwischenstatt. Seine Abschnitte fand ich ehrlich gesagt ziemlich anstrengend und ich war jedes mal froh, wenn sich die Handlung wieder einem anderen Charakter zuwandte. Seine Situation erschien mir durchweg niederschmetternd und die Aussichten waren zu vorhersehbar. Außerdem hat sich im Grunde so wenig Relevantes in seinen Abschnitten ereignet, dass man es in wenigen Sätzen zusammenfassen könnte. Einzig aus Gründen der Nachvollziehbarkeit seiner Entwicklung waren die Abschnitte relevant.


    Demgegenüber habe ich Laias Abschnitte wesentlich besser nachvollziehen können, da sie stets ihr Ziel vor Augen hatte und man mitverfolgen konnte, warum sie handelt, wie sie handelte. Auch Helenas Schicksal bleibt weiter spannend. Hier wurden wieder viele zahlreiche Intrigen gesponnen, was manchmal schon etwas zu viel anmutet. Klar ist Keris böse und verschlagen und nimmt jede sich bietende Möglichkeit um ihre Macht weiter auszubauen. Dabei geht sie (eigentlich immer) über Leichen, lässt aber - für mich nicht ganz nachvollziehbar - gewisse Leute am Leben. Andersherum der Nachtbringer, der nun nachdem er in den Vorgängerbänden als das Böse schlechthin galt, auf einmal anfängt Leben zu retten. Teilweise habe ich dies nachvollziehen können, da er seine ganz eigenen Ziele verfolgt, aber manches mal war es dann auch zu viel des Guten.


    Ohne Frage, die Geschichte ist tempo- und ereignisreich. Ständig gilt es irgendwo eine Schlacht zu schlagen oder Menschen vor dem Tod zu bewahren. Hilfreich ist dabei die nun in diesem Band erstmals enthaltene Karte, um sich bei den vielen Handlungsorten besser orientieren zu können. Eine schöne Zugabe zum Buch.