Gabriella Ullberg Westin - Der Läufer

Leserunde mit Judith & Christian Vogt ab 11.10.2019: Wasteland [Postapokalyptische Utopie]
Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.
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    Titel: Der Läufer

    Autorin: Gabriella Ullberg Westin


    Allgemein:

    464 S.; HarperCollins; 2019


    Inhalt:

    Vor 20 Jahren verschwand Fanny am Abend ihrer Abiturfeier, Johan Rokkas erste große Liebe. Seit damals macht er sich Vorwürfe, was er falsch gemacht haben könnte. Als ein junges Mädchen im gleichen Alter noch dazu am Ort von Fannys Verschwinden, und ebenfalls Abiturientin, gefunden wird, fühlt er unwillkürlich eine Verbindung. Was zunächst wie ein Zufall aussieht, wird ihm nach und nach klar, er hat nicht ganz unrecht. Bloß wie lässt sie sich beweisen? Und muss sich Rokka Gedanken um seine eigene Sicherheit machen? Es scheint als ob jemandem so gar nicht passt, das er in der Vergangenheit herumstochert...



    Meine Meinung:

    Westin hat ein Problem, sie baut auch in ihrem zweiten Band rund um Johan Rokkas Team zu viele Ideen zusammen. Dadurch verzettelt sie sich im Spannungsaufbau ein wenig. Mich hat nach einer Weile nicht mehr so stark interessiert, wer hinter dem Mord steht und ob es eine weitere Verbindung zu Rokkas steckt. Die Autorin verbaut sich durch verschiedene Nebenfiguren ein bisschen den BLick auf den eigentlichen Fall. Rokkas CHefin ist vor allem damit beschäftigt ihn ein klein wenig zu diskreditieren, weil sie einen Job möchte, von dem sie denkt das er ihm angeboten werden könnte. Janna hat in diesem Fall vor allem damit zu tun, den Blick auf das Wesentliche zu behalten, weil Rokka so oft abwesend wirkt. Sie ist die Einzige das deren Handlungsstrang mich mehr interessiert hätte, aber sie war sehr stark im Hintergrund. Das fand ich schade ich hätte mir gewünscht, das die Autorin ein Gleichgewicht schafft. Das war ihr im ersten Roman "Der Schmetterling" besser gelungen.

    Zu Mal ich grade Rokka selbst nicht ganz so mag. Auch wenn er insgesamt sehr viel Sympathischer war. Allerdings fand ich es glaubwürdig, das ihn seine persönliche Verbindung zu dem alten Fall seiner ersten Liebe, den Blick auf die Gegenwart verbaut und ihn stark in seinem Handeln beeinflusst.


    Was mich etwas gestört hat war auch die große Anzahl an sehr unsympathischen Frauenfiguren. Das ist für mich eigentlich kein Problem, aber diese Figuren wurden alle irgendwie in Abhängigkeiten zu Männern dargestellt und sehr manipulativ. Das war so klischeehaft aufgebaut. In diesem Kontext hat es mich dann gestört, wie das dargestellt wurde.

    Für mich war die Auflösung irgendwie unbefriedigend, weil das letztendlich dann recht schnell abgehandelt wurde und der Blick schnell auf anderes gelenkt war. Alles in allem war der Roman eben wieder etwas überladen.

    Vermutlich schaue ich mir die beiden weiteren Bände trotzdem mal an, weil mich interessiert, was jetzt im Fokus stehen wird, nach dem ein wichtiger Handlungsstrang vermutlich abgeschlossen wurde. Aber so ein richtiges Highlight ist die Reihe bisher nicht, ich finde es gibt einfach so vieles auf dem Markt, das dann mehr heraus sticht.


    3ratten