Margaret Lawrence: Bevor das Eis bricht

Leserunde mit Judith & Christian Vogt ab 11.10.2019: Wasteland [Postapokalyptische Utopie]
Literaturschock positioniert sich. Nazifreie Zone, denn wer neben Nazis marschiert, ist entweder selbst ein Nazi oder eine nützliche Marionette der Nazis. Andere Kategorien gibt es nicht.
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    In der Nacht zum Valentinstag 1786, zehn Jahre nach dem Ende des Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg geschieht in dem fiktiven Städtchen Rufford in Maine ein schlimmer Mord. Eine junge Frau wird in ihrem Haus vergewaltigt und erdrosselt. Die Hebamme Hannah Trevor entdeckt zusammen mit dem Dorfpolizisten William Quaid die Tote, und das Städtchen findet schnell einen Schuldigen, auf den alle Indizien hinzudeuten scheinen.

    Der Roman ist nur oberflächlich ein Krimi, weshalb ich ihn hier auch zu den historischen Romanen gestellt habe. Er zeigt eine vom Krieg zutiefst traumatisierte Gesellschaft und enttäuschte Menschen, die denken, nun kehre die wirkliche Freiheit ein und sehr schnell erkennen, dass doch das Kapital gewinnt und das Elend der einfachen Siedler bestehen bleibt.
    Ein recht realistischer Roman, der nichts von früher beschönigt, aber gleichzeitig beängstigende Parallelen zu unserer Gegenwart aufzeigt. Die Schlussfolgerungen einer der Hauptfiguren, die den Wirbel von Leid und Schuld in Gang setzt, scheint mir etwas an den Haaren herbeigezogen, aber insgesamt ist der Roman gut konzipiert und ordentlich geschrieben, wurde in den USA auch für den Edgar-Allan-Poe-Preis nominiert und fürs Fernsehen verfilmt. Lektüre lohnt, allerdings ist der Roman, da von 1996, nur noch antiquarisch oder für viel Geld erhältlich.