Julian Fellowes - Belgravia

Leserunde mit Judith & Christian Vogt ab 11.10.2019: Wasteland [Postapokalyptische Utopie]
Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.
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    Titel: Belgravia

    Autor: Julian Fellowes


    Allgemein:

    448 S.; Penguin Verlag, Auflage: Erstmals im TB 2017


    Inhalt:


    Brüssel, 1815:

    Dieser Ball wurde zur Legende, am Vorabend der Schlacht von Waterloo, wird die Familie Trenchard zum Ball der Duchess of Richmond eingeladen. Sophia macht sich große Hoffnungen auf Edmund, den einzigen Sohn und Erben des Dukes. Doch dann stellt sich noch kurz vor dessen Abreise in die Schlacht heraus, das er sie belogen hat... dies setzt eine Reihe von Ereignissen in Gang die das Leben der Familien noch Jahrzehnte später beeinflussen wird...


    London, 30 Jahre später:

    Die Familie ist gesellschaftlich einigermaßen Stabil und anerkannt. Doch ... kann nicht länger schweigen, denn ein Gespräch mit Lady Caroline sorgt dafür, das die Wahrheit eine völlig neue Bedeutung haben könnte und dann tauchen Beweise auf, die sogar Sophia rehabilitieren könnten. Doch da gibt es jemanden der andres im Sinn hat und auch Oliver, der Sohn von Anne und James Trenchard, ist verbittet über das Desinteresse ihrem eigenen Sohn gegenüber. Und wer ist nur dieser Junge Mann den beide Familien auf einmal protegieren? Die Ereignisse überschlagen sich und es scheint, als ob das Glück nur für eine der Parteien in Greifbare Nähe rückt...


    Meine Meinung:

    Ich gebe zu, meine Erwartungen waren vielleicht etwas zu hochgesteckt? Dowton Abbey hatte mich schon sehr begeistert und ich denke, ich hatte daher einfach Erwartungen, die Felles einfach nicht erfüllen konnte. Allein schon, weil ein Roman eben auch ein ganz anders Medium ist, um eine Geschichte zu erzählen. Ich bin ziemlich sicher, dass der Roman als Serie (ich habe gehört es gibt da bereits Pläne) besser funktioniert. Vieles kann man dann sicher auch anders erzählen, weil eben Bilder z.B auch die Kleider der hoch wohlgeborenen Damen zeigen kann, Mimik und Gestik für sich sprechen können usw.

    Der Roman hat auch insgesamt Potential. Fellowes bemüht sich sehr den Tonfall eines typischen Romans des 19. Jahrhunderts anzuschlagen, vieles erinnerte mich persönlich an Gesellschaftsromane wie Jahrmarkt der Eitelkeiten oder auch Romane von Henry James, vor allem der Frauenfiguren wegen, die Belgravia zu bieten hat. Der Fokus liest insgesamt sehr auf diesen Frauen, die alle eine eher gehobene Stellung innehaben. Wer eine ausgewogene Handlung al a Downton Abbey mit starkem Einblick in die Dienerschaft erwartet hat, irrt hier. Zwar kommen diese Figuren vor, haben aber längst nicht diese Wichtigkeit oder stehen im Fokus der Handlung. Im Fokus stehen dafür die Möglichkeiten Frauen dieser höheren Gesellschaft hatten, wenn sie erst einmal verheiratet waren. Vor allem Sophias Mutter und Edmunds Mutter stehen ganz im Mittelpunkt und versuchen ihr jeweiliges Kind über den Tod hinaus zu beschützen um so einen Skandal zu verhindern, der die ganze Familie betreffen könnte und damit die Gesellschaftliche Reputation zerrstören würde.

    Alles in allem überlässt Fellowes hier nichts dem Zufall. Es gibt die Böse, die weniger bösen und die Intriganten Frauenfiguren, die alle so ihre eigenen Beweggründe haben und denen daher auch noch am ehesten Verziehen wird, warum sie so Handeln wie beschrieben. Ich gebe zu, ich habe mich etwas gepflegt gelangweilt. Vieles war einfach insgesamt betrachtet zu vorhersehbar. Nach einer Weile war einfach richtig klar, worauf die Handlung hinausläuft das fand ich einfach lahm um ehrlich zu sein. Da hat mir einfach etwas mehr Pfiff und Raffinesse gefehlt. Auf Goodreads steht in einer Rezension zum Buch, das es wirkt, als OB Fellowes eben sehr kalkuliert alles auf das Publikum von Downton Abbey zugeschnitten hat. Dem würde ich ziemlich zustimmen, glaube aber, das genau dies sich auch genau deshalb schnell langweilen könnte. Es gab einfach keine wirklich überraschenden Wendungen. Alle Figuren haben ihren festgelegten Platz von dem sie auch nicht abweichen. Alles löst sich am Ende viel zu sehr in langweiliges, gepflegtes allzu perfekt gelöstes Wohlgefallen auf. Schwupps alles perfekt gelöst und es gibt keinerlei Probleme mehr. Laaaaangweilig.

    Insgesamt kam ich daher nur schleppend voran, habe aber immer darauf gehofft das doch noch mehr kommt. Sicher der Grund warum ich bis zum Schluss durchgehalten habe. Am Stück lesen ging jedenfalls nicht, ich hatte immer das Gefühl, ich komme nicht wirklich voran. Es passierte einfach irgendwie immer nichts…


    Von mir gibt es 3ratten