Marie Lacrosse - Das Weingut: Aufbruch in ein neues Leben

Leserunde mit Judith & Christian Vogt ab 11.10.2019: Wasteland [Postapokalyptische Utopie]
Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

Es gibt 10 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Dani79.

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    Die Liebe zwischen Franz und Irene scheint keine Zukunft zu haben. Die junge Frau hat sich dazu entschlossen, Franz zu verlassen. Sein Vater hat ihr Dinge erzählt, die es ihr unmöglich machen, bei ihm zu bleiben. Allein bekommt sie ihr Kind, denn sie ist schwanger, als sie geht. Nun muss Irene sich selbst versorgen. Es gelingt ihr ganz gut. Sie arbeitet in einer Textilfabrik. Erstmals muss sie lernen, wie schwer das Leben einer einfachen Arbeiterin ist, denn die Arbeit ist die Hölle. Sie werden ausgebeutet und Irene schuftet vom frühen Morgen bis zum späten Abend. Sie lernt Josef kennen. Der junge Mann ist ein Arbeiterführer und will gegen die Ungerechtigkeiten der Obrigkeit ankämpfen. Erstmals hat die junge Frau wieder das Gefühl, jemanden gefunden zu haben, dem sie vertrauen kann, aber ihr Herz hängt immer noch an Franz. Kann sie ihn vergessen? Von vorn anfangen?


    „Das Weingut Aufbruch in ein neues Leben“ ist der zweite Band einer Familiensaga aus dem Elsass. Er beginnt genau dort, wo der erste Band endet. Es empfiehlt sich also, diesen Teil gelesen zu haben. Es gibt zwar einige Rückblenden, die dafür sorgen, dass man sich zurechtfinden kann, aber es entgeht einem doch einen Großteil der Vorgeschichte. Ich finde auch, dass man die Zusammenhänge besser nachvollziehen kann, wenn man die ganze Geschichte gelesen hat.


    Die Autorin erzählt aber nicht nur eine einfache Liebesgeschichte zwischen einem gut betuchten jungen Mann und einer Angestellten, sondern viel mehr von dem Leben dieser Zeit in den Jahren 1871-1873. In zwei Handlungssträngen erlebt der Leser, wie sich das Leben von Franz und Irene gestaltet hat. Während Franz sich dem Weingut zuwendet, muss Irene lernen, was es heißt, sich selbst versorgen zu müssen.


    Gerade die junge Frau ist gefangen in der Arbeiterwelt der Textilherstellung. Zu lesen, wie diese Menschen ausgebeutet wurden, ist auch heute noch, kaum zu ertragen. Kinder, die unter schwere Maschinen mussten, um sauberzumachen, und dabei ihr Leben riskierten waren nicht nur für Irene unglaublich. Der Kampf dieser Menschen um einen besseren Lohn, um bessere Lebensbedingungen und vieles mehr, hat Marie Lacrosse wunderbar in Szene gesetzt. Ich mochte das Buch eigentlich nicht aus der Hand legen und wollte unbedingt wissen, wie es weitergeht. Was aus Irene wird und wie es den Menschen ergangen ist, die ihren Weg gekreuzt haben.


    In dem zweiten Handlungsstrang erzählt die Autorin aus dem Leben von Franz. Sicher auch spannend, denn auch er hatte einiges zu überwinden. Wichtige Entscheidungen zu treffen und einiges wurde enthüllt, womit so wohl keiner gerechnet hat. Aber im Ganzen gesehen, hat mir der Handlungsstrang um Irene besser gefallen. Der historische Hintergrund bei ihr war spannend und großartig in die fiktive Geschichte um Irene gebettet. Er bittet viel Informatives aus dieser Epoche und erzählt gleichzeitig eine berührende Lebensgeschichte.


    „Aufbruch in ein neues Leben“ ist eine gelungene Fortsetzung und vielleicht sogar noch eine Spur besser, wie „In stürmischen Zeiten“. Ich habe diesen Band in nur wenigen Tagen gelesen und war begeistert. Die Aufteilung in zwei Handlungssträngen der Protagonisten, hat mir gefallen. Auch die Zusammenführung beider Leben war glaubwürdig erzählt. Es ist eigentlich fast nicht möglich, alles aufzuzählen, was mir an dieser Geschichte gefallen hat. Der Erzählstil der Autorin ist so facettenreich wie das Leben selber. Die Geschichte glaubwürdig und authentisch. Ich bin gespannt, was Teil 3 bringen wird, der ja bereits im Herbst 2019 erscheinen wird.


    5ratten

  • Valentine

    Hat den Titel des Themas von „Marie Lacrosse - Das Weingut Aufbruch in ein neues Leben“ zu „Marie Lacrosse - Das Weingut: Aufbruch in ein neues Leben“ geändert.
  • Mal wieder ein absolutes Highlight ...


    Schon sehnsüchtig hatte ich diesen zweiten Teil der Romanreihe um die beiden Protagonisten Irene und Franz gewartet und was soll ich sagen? Kaum aufgeklappt, war es auch schon wieder zu Ende. Es liest sich aber auch wirklich flüssig und spannend und versorgte mich als Leserin auch so ganz nebenbei noch mit ganz wunderbarer geschichtlicher Information. Hier wurde das Leben in einer psychiatrischen Anstalt in den 1870er Jahren beleuchtet, ebenso wie die Arbeitsbedingungen in Textil- und Metallfabriken, ganz zu schweigen von den allgemeinen Lebensbedingungen zu der damaligen Zeit. Und natürlich wurde auch die hohe Kunst der Weinherstellung nicht vernachlässigt. Immer wieder wurde mir beim Lesen bewusst, mit wie viel Liebe zum Detail die sympathische Autorin Marie Lacrosse – auch bekannt unter ihrem richtigen Namen Marita Spang – ihre Recherchen angegangen haben muss, um den Charakteren Leben einzuhauchen. Dank der Leserunde, an der ich mit anderen interessierten LeserInnen teilnehmen durfte, war das Buch für mich kurzweilig, lebendig und informativ zugleich und ich freue mich schon riesig auf den nächsten Band schon in diesem Jahr im September. Wirklich eine großartige Arbeit, die du hier abgegeben hast, liebe Maria … bis zum nächsten Mal!


    Von mir die volle Punktzahl :)


  • Ich kann hier meinen Vorrezensentinnen nur Voll und Ganz zustimmen. Der zweite Teil hat für mich den ersten noch getoppt. Unglaublich spannend und lebensnah und mit einem Blick auf die harte Arbeitswelt der damaligen Zeit. Ich war mehr als einmal erschüttert von den Zuständen und fasziniert, wie die Menschen dennoch lebten und überlebten. Und ich habe mit den Protagonisten mitgelitten und mitgefiebert. Schön ist auch, dass es keinen krassen Cliffhanger am Ende gibt. Aber trotzdem kann ich es kaum erwarten, bis der abschließende Band herauskommt.

    Auch von mir die volle Rattenzahl.

    5ratten

  • Nachdem ich von dem ersten Band doch ziemlich enttäuscht war, bin ich doch froh, Band 2 noch gelesen zu haben. Die Darstellungen von der Fabrikarbeit und auch von der Arbeit auf dem Weingut und der Psychatrie haben mir alle sehr gut gefallen. Entsprechend spannend fand ich auch die Handlungsstränge, auch wenn mir diese einfältige Personendarstellung immer mehr auf die Nerven fiel. Auch die Liebesgeschichte zwischen Franz & Irene finde ich eher unglaubwürdig, aber sie spannt ja eher einen großen Rahmen um die Geschichte, als das sie wirklich großen Raum einnimmt.

    Ich bin mal gespannt auf den dritten Band, auch wenn ich befürchte, dass mich der Abschluss dann doch eher wieder enttäuschen wird, weil all das Positive von Band 2 ja nun abgehandelt ist.

  • Nachdem ich von dem ersten Band doch ziemlich enttäuscht war, bin ich doch froh, Band 2 noch gelesen zu haben. Die Darstellungen von der Fabrikarbeit und auch von der Arbeit auf dem Weingut und der Psychatrie haben mir alle sehr gut gefallen. Entsprechend spannend fand ich auch die Handlungsstränge, auch wenn mir diese einfältige Personendarstellung immer mehr auf die Nerven fiel. Auch die Liebesgeschichte zwischen Franz & Irene finde ich eher unglaubwürdig, aber sie spannt ja eher einen großen Rahmen um die Geschichte, als das sie wirklich großen Raum einnimmt.

    Ich bin mal gespannt auf den dritten Band, auch wenn ich befürchte, dass mich der Abschluss dann doch eher wieder enttäuschen wird, weil all das Positive von Band 2 ja nun abgehandelt ist.

    Ich fand auch den zweiten besser als den ersten. Ungewöhnlich für eine Trilogie, da nach meiner Erfahrung oft der Mittelteil der ist, der sich zieht. Jetzt hab ich aber die Hoffnung, dass der Spannungspegel gehalten wird. ;)

  • Ich finde das auch ungewöhnlich, deswegen macht mich das auch skeptisch und ich bin mir noch nicht sicher, ob Band 3 wirklich nochmal gut wird. ^^ Aber ich werde den dritten Band auf jeden Fall auch lesen und mich überraschen lassen. Dadurch dass der zweite Band auch in sich ziemlich abgeschlossen ist, ist er inhaltlich eh eine Überraschung.

  • Von ihrem richtigen Autorennamen habe ich noch nichts gelesen. Aber mir gefällt ihr Stil, so dass ich das auf jeden Fall nachholen werde. :)

  • Wer verbirgt sich denn dahinter?


    Äh, Edit, ich hab's weiter oben gefunden.

    Be curious, be creative, be patient, be joyful.

    (Agnès Varda)

  • Marita Spang. Ich mag ihre anderen historischen Romane sehr gerne, das Weingut konnte mich leider nicht so recht begeistern.

    LG, Dani


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