Teil II: Seite 428 - Ende (83 % - Ende) - Kapitel 12 - Ende

Literaturschock positioniert sich. Nazifreie Zone, denn wer neben Nazis marschiert, ist entweder selbst ein Nazi oder eine nützliche Marionette der Nazis. Andere Kategorien gibt es nicht.

Es gibt 13 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Lerchie.

  • Hier könnt Ihr zum 3. Abschnitt in Teil II - bis zum Ende - schreiben.

    Spoilermarkierungen sind aufgrund der Seitenbeschränkung nicht vorgesehen.

    Viele Grüße Babsi

  • Dafür bin ich jetzt diesmal die Erste. Und das Buch war super!



    Na, hab ichs nicht geahnt? Ronja lebt noch. Und Stefan Aurich muss von der Sache gewusst haben, denn sonst hätte er ja nicht seine Frau als Geldüberbringerin vorgeschlagen.

    Nun, da hat sich ja jetzt einiges aufgeklärt. Carl Festing ist der Vater von Maik Zersky, Garcias Sohn bzw. Glorias Neffe. Und die krummen Geschäfte war Handel mit Dopingmitteln, wie Anabolika etc.


    Ronja hat also die ganze Zeit in Leipzig unter falschem Namen gelebt. Und sie beschuldigt Stemmer schuld am Tod ihres Vaters zu sein. Einer ihrer Gründe ihr Überleben nicht zu melden. Doch was hat sie Lena damit angetan! Daran hat sie keinen Augenblick gedacht. Ihre Mutter hatte immer noch Angst um sie.


    Dann Nathans Mord an Maik. Denn es war Mord. Eine beabsichtigte Tötung ist Mord. Und Carl hat der Polizei ein Märchen aufgetischt, das zwar teilweise wahr war, aber eben nur teilweise. Denn nicht Carl hat Maik aus Notwehr erschlagen, sondern Nathan hat ihn umgebracht – allerdings auch wieder um Carl zu schützen. Ich finde es ja schön von Carl, dass er für Nathan eingesprungen ist, aber trotzdem war es nicht richtig. Nicht, dass es mir um Maik leid täte, denn der hat wirklich bekommen was er verdient hat, denke ich.


    Wenigstens hat es Ronja fertig gebracht sich zu melden, nachdem ihre Mutter gestorben war. Eigentlich hatte Jakob geglaubt, sie sei verrückt geworden, als Lena ihm eine Tages ihre Überlegungen mitgeteilt hatte, doch jetzt wusste er, es war nicht so, sie hatte gewusst, dass Ronja noch lebte.


    Doch was ist jetzt mit Stemmer? Er hat 18 Jahre für etwas im Gefängnis gesessen, was er nicht getan hatte, auch wenn er kein Unschuldslamm ist, denn an der Entführung war er ja beteiligt. Ich hätte mir da noch ein bisschen Aufklärung gewünscht. Aber das Buch war trotzdem super!

    Liebe Grüße

    Lerchie

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    nur wer aufgibt, hat schon verloren

  • Und Stefan Aurich muss von der Sache gewusst haben, denn sonst hätte er ja nicht seine Frau als Geldüberbringerin vorgeschlagen.

    Soweit ich es verstanden habe, hat nicht Stefan Aurich seine Ex Birgit vorgeschlagen, sondern Maik hat gefordert, dass sie den Rucksack übernimmt. Stefan war lediglich der Überbringer dieser Forderung!

    Carl Festing ist der Vater von Maik Zersky, Garcias Sohn bzw. Glorias Neffe.

    Lustigerweise hatte ich auch diese Idee mal für den Bruchteil einer Sekunde. Diese Ähnlichkeit beim Stehen, diese Stiernackigkeit, die schiere Masse an Muskeln - plus der Tatsache, dass Festing diesen jungen Mann einfach so in die Familie aufgenommen hat. Auf Bitten der Mutter... Im Nachhinein frage ich mich, warum da die Alarmglocken nicht lauter zu hören waren.^^

    Ronja hat also die ganze Zeit in Leipzig unter falschem Namen gelebt. Und sie beschuldigt Stemmer schuld am Tod ihres Vaters zu sein. Einer ihrer Gründe ihr Überleben nicht zu melden. Doch was hat sie Lena damit angetan! Daran hat sie keinen Augenblick gedacht. Ihre Mutter hatte immer noch Angst um sie.

    So ähnlich: nämlich in Dresden.

    Dass sie Stemmer für den Tod ihres Vaters verantwortlich macht, kann ich ein Stück weit nachvollziehen - zumal bei ihrem Wissensstand. Aus neutraler Sicht würde ich es allerdings anders beurteilen, denn ich denke, dass Stefan Aurich durch verschiedene Menschen unglücklich gemacht wurde. Allen voran durch sich selbst.:(

    Ansonsten bin ich überzeugt, dass Ronja sich all die Jahre vor allem wegen ihrer Mutter nicht gemeldet hat! Die ist doch fast ausgerastet, als sie mit Lena konfrontiert war und befürchten musste, dass ihre Tochter jeden Moment um die Ecke kommt... Aber ja, die Lebenssituation ist natürlich auch nicht ganz einfach: bei einer Aussage hätte Ronja ihre falsche Identität verloren und damit auch Scherereien bei ihrem Studium gehabt.

    Dann Nathans Mord an Maik. Denn es war Mord. Eine beabsichtigte Tötung ist Mord. Und Carl hat der Polizei ein Märchen aufgetischt, das zwar teilweise wahr war, aber eben nur teilweise. Denn nicht Carl hat Maik aus Notwehr erschlagen, sondern Nathan hat ihn umgebracht – allerdings auch wieder um Carl zu schützen. Ich finde es ja schön von Carl, dass er für Nathan eingesprungen ist, aber trotzdem war es nicht richtig. Nicht, dass es mir um Maik leid täte, denn der hat wirklich bekommen was er verdient hat, denke ich.

    Nein, es war kein Mord! Es handelt sich um einen Totschlag, denn diesem liegt ebenfalls ein Vorsatz zugrunde, aber eben keine besonderen Mordmerkmale wie zum Beispiel niedere Beweggründe. Wenn ich mir alle drei Fallgruppen für die Einordnung eines Mordes anschaue, dann handelt es sich bei Nathan Müllers Tat keinesfalls um Mord.


    Karl tischt der Polizei teilweise ein Märchen auf, ja, aber er tut es nicht aus eigener Idee heraus. Er handelt so, weil es die einzige Chance ist, weiterhin mit seiner Tochter in Kontakt zu bleiben. Also stiftet sie ihn zur Falschaussage an - deshalb sollte man das in meinen Augen nicht nur ihm ankreiden.

    Übrigens habe ich Nathan Müllers Tat in erster Linie nicht als Schutz für Karl Festing interpretiert, sondern vor allem davon getrieben, dass der Täter wirklich entsetzt über Maiks Entführungsplan und die Tatsache, dass er damit davonkommen wird (weil Festing es zulässt!) ist.


    Da ich keine Freundin von Selbstjustiz bin, muss ich gestehen, dass ich die Tat Nathan Müllers nicht in Ordnung finde. Wo kämen wir hin, wenn jede/r von uns seine Vorstellung von Recht und Gerechtigkeit durchsetzten würde?=O<X Zumal Maik für die Entführung zurecht eine hohe Strafe erwarten konnte! Aber wenn ich Festing glaube, dann wollte er den beiden Mädchen tatsächlich nichts wirklich Böses - ein Fakt, den man in meinen Augen anrechnen sollte. Und sein Tod steht da in meinen Augen nicht im richtigen Verhältnis. Just my 2 Cents.

    Doch was ist jetzt mit Stemmer? Er hat 18 Jahre für etwas im Gefängnis gesessen, was er nicht getan hatte, auch wenn er kein Unschuldslamm ist, denn an der Entführung war er ja beteiligt.

    Tja, jedes Justizsystem hat seine Schwächen und gerade ein Indizienprozess birgt immer eine erhöhte Gefahr für Fehler. Stemmer ist letzten Endes Opfer einer Fehlentscheidung und ihm steht nun vermutlich eine Entschädigung zu. Auch das fußt auf Recht und Gesetz - wenn es uns manchmal nicht passen mag.

    Liebe Grüße

    Tabea

  • Ein tolles Buch! Am Ende gab es ein paar Bestätigungen für Vermutungen, aber auch ein paar handfeste Überraschung - sehr schön!

    Dass Maik Festings Sohn ist, kam mir während der Lektüre wirklich nur einmal für eine Millisekunde in den Sinn - bevor ich es wieder vergessen hatte. Nathan Müller hatte ich nie wirklich aus dem Kreis der Verdächtigen gestrichen, aber ich muss gestehen, dass ich auf den Gedanken, dass er Maik auf dem Gewissen hat, erst gekommen bin, als Lena sich mit ihrem Vater ausspricht, er von den damaligen Geschehnissen kurz nach ihrer Freilassung berichtet und ich mich gefragt habe, für wen er schweigen würde... Da kamen dann nur noch Gloria Bauer oder Nathan Müller in Frage.

    Bei Maik selbst hatte ich auf eine Finte gehofft und ich kann noch nicht einmal sagen, warum eigentlich. Ja, der Kerl war nicht sauber, aber ich habe eben gehofft, dass er eben nicht hinter der Entführung steckte.

    Und am Ende zeigt sich, dass Karl Festing, Nathan Müller und Gloria sich ernsthaft zugewandt sind - denn sonst würde man das Wissen wohl nicht einfach für sich behalten, oder? Die drei wurden in jungen Jahren wirklich fest miteinander verschweißt.

    Liebe Grüße

    Tabea

  • Ein super Ende – sehr schlüssig.


    In der ganzen Geschichte sind sehr viel starke Gefühle im Spiel und das zieht sich bis zum Schluss durch.


    Lena ist eine clevere Frau. Sie macht sich ihre Gedanken und zieht die richtigen Schlüsse.


    Ronja lebt und hat einen neuen Namen. Aus Hass auf Stemmer ist sie nicht wieder aufgetaucht. Sie hat ihren Vater so geliebt, dass Stemmer im Gefängnis bleiben musste, auch wenn er unschuldig war. Sie sollte entführt werden und nicht Lena, damit die Geschäfte nicht in Gefahr gerieten und Stefan kam zu nah.


    Birgit wollte sich zwar von Stefan wegen des Übergriffs trennen, liebte ihn aber so sehr, dass sie seinen Wunsch erfüllt hat.


    Maik war tatsächlich Karls Sohn. Daher hat er ihm so viel nachgesehen. Ich hatte ja immer das Gefühl, dass Nathan ein Geheimnis hat, aber einen Mord hätte ich dem zurückhaltenden Mann eigentlich nicht zugetraut. Aber auch da waren die engen Verbindungen schuld. Er wollte Karl schützen und Gloria wollte Nathan schützen und gemeinsam wollten sie Lena schützen. Aber auch Karl will Nathan schützen und gesteht den Mord an Maik, wohlwissend dass er sich gut aus der Affäre ziehen kann.


    Nachdem Ronja Lena gegenüber so vehement ihr neues Leben verteidigt hat, hat es mich ein wenig gewundert, dass sie nach dem Tod von Birgit zur Polizei gegangen ist.

  • Toll ist, dass sich Lena und Ronja wiedertreffen und sich aussprechen. Was für ein Schock muss das für Lena gewesen sein. So lange zu denken, dass jemand tot ist und dann steht diese Person plötzlich vor einem. In dem Moment als die geschwätzige Nachbarin von Birgit eine Nichte erwähnt hat, wusste ich, dass da Ronja kommen wird. Eigentlich habe ich nie daran geglaubt, dass sie tot ist.

    Eines der Cafés von Lena heisst Lenjas Café.das andere Ronis Café....muss gestehen, dass mir das nicht aufgefallen ist, beim Lesen...dass da Ronjas Name integriert ist.

    Ich habe fast Schnappatmung gekriegt, dass Karl wusste, dass Ronja lebt.Was für ein absolut kranker Mistkerl.

    Ronja hat sich versteckt, damit Reibeisen seine Strafe für den Mord an Stefan bekommt? Sorry, aber Stefan hat entweder Selbstmord gemacht oder einen Unfall gehabt. Das ist ja nicht so ganz klar. Finde es ein wenig weit hergeholt, dass Ronja anders denkt.

    Mir war das Ganze mit Stefan, der zufällig den Hof in dem Moment findet, als die Mädchen weg gebracht werden sollen, leicht zu konstruiert.

    Maik war Karls Sohn....mir ist dieser Verdacht mal kurz aufgeblitzt, als davon die Rede war, dass Maiks Mutter ein ziemlich abwechslungsreiches Liebesleben hatte.

    Und Nathan stellt sich doch noch als Mörder von Maik heraus. Ich frage mich, ob er ihn auch ermordet hätte, wenn er gewusst hätte, dass Maik Karls Sohn ist? Dass Karl sich nun als Mörder outen muss, und das auf Erpressung seiner Tochter finde ich ganz und gar nicht okay. Das heisst Nathan, der gemordet hat, kommt davon...

    Sorry, aber mir hat der Schluss nicht ganz so gut gefallen. Einfach, weil mir vieles zu konstruiert war. Dass, Stefan genau in dem Moment den Hof findet, als die Mädchen weg gebracht werden. Die Gründe warum Ronja ihrer Mutter zuliebe jahrelang untergetaucht ist. Dass Karl gewusst hat, dass Ronja lebt und lange Jahre nicht ein mal Leni eine Andeutung gemacht hat. Und die Sache, dass Leni Karl mit Kontaktentzug erpresst, damit er seinen Kopf für Nathan hinhält. Da hat Karl eine für mich zu grosse Wendung in seiner Persönlichkeit genommen.

    Einmal editiert, zuletzt von Igela ()

  • Dann Nathans Mord an Maik. Denn es war Mord. Einebeabsichtigte Tötung ist Mord. Und Carl hat der Polizei ein Märchenaufgetischt, das zwar teilweise wahr war, aber eben nur teilweise. Denn nichtCarl hat Maik aus Notwehr erschlagen, sondern Nathan hat ihn umgebracht –allerdings auch wieder um Carl zu schützen. Ich finde es ja schön von Carl, dass er für Nathan eingesprungen ist,aber trotzdem war es nicht richtig. Nicht, dass es mir um Maik leid täte, dennder hat wirklich bekommen was er verdient hat, denke ich.

    Da bin ich ich ganz bei dir. Mir ist das sauer aufgestossen. Vor allem, weil Karl von Lena mit Kontaktentzug erpresst wurde, den Kopf für Nathan hinzuhalten. Das hat Lena bei mir schlagartig ordentlich Sympathiepunkte verloren...

  • Uff, was für ein Showdown! Ich bin sehr froh, dass Ronja noch lebt und ich gehe davon aus, dass sie, nachdem sie jetzt wieder offiziell am Leben ist, mit Leni zusammenleben wird.


    Stefan hat Ronja also gerettet und versteckt. Ich hätte es auch nicht für möglich gehalten, dass ein 15jähriges Mädchen ohne Hilfe untertauchen kann. Sein Unfall war wohl doch kein Selbstmord, sondern ist wegen Übermüdung passiert. Ganz genau wird man das wohl nie erfahren.


    Klasse finde ich, wie selbstbewusst Lena ihrem Vater gegenüber auftritt. Sie hat eine Stinkwut auf ihn! Trotzdem setzt sie sich mit ihm auseinander und letztendlich nähern sie sich an. In Zukunft könnte das noch was werden mit den beiden.

    Dass Nathan Maik umgebracht hat, finde ich auch nicht in Ordnung. Ja, Maik hat es verdient, aber das ist kein Grund. Karl nimmt die Schuld auf sich. Aber ich vermute, das hilft Nathan nicht über seine Schuldgefühle hinweg.


    Karl hat all die Jahre gewusst, dass Ronja noch lebt und hat seiner Tochter nichts davon gesagt. Er sieht, wie sie unter Ronjas vermeintlichem Tod leidet und schweigt trotzdem. Hätte Lena beruflich keinen so großen Erfolg, wenn sie gewusst hätte, was wirklich passiert ist?


    Besonders gut gefallen hat mir Lenas Reaktion auf Ronjas „Auferstehung“:

    Zitat von eBook S. 329

    Am nächsten Morgen wachte Lena mit einem Apfel in der Hand und mit einem Gefühl tiefen inneren Friedens auf. Sie war zum ersten Mal als Erwachsene völlig mit sich im Reinen.


    Schade, dass Jakob Eva nicht aus Liebe geheiratet hat, sondern aus finanziellen Gründen. („Zur Absicherung, nur zur Absicherung!“) 8o

  • Dann Nathans Mord an Maik. Denn es war Mord. Einebeabsichtigte Tötung ist Mord. Und Carl hat der Polizei ein Märchenaufgetischt, das zwar teilweise wahr war, aber eben nur teilweise. Denn nichtCarl hat Maik aus Notwehr erschlagen, sondern Nathan hat ihn umgebracht –allerdings auch wieder um Carl zu schützen. Ich finde es ja schön von Carl, dass er für Nathan eingesprungen ist,aber trotzdem war es nicht richtig. Nicht, dass es mir um Maik leid täte, dennder hat wirklich bekommen was er verdient hat, denke ich.

    Da bin ich ich ganz bei dir. Mir ist das sauer aufgestossen. Vor allem, weil Karl von Lena mit Kontaktentzug erpresst wurde, den Kopf für Nathan hinzuhalten. Das hat Lena bei mir schlagartig ordentlich Sympathiepunkte verloren...

    So sehe ich das auch.

    Zitat von buchregal12

    Nachdem Ronja Lena gegenüber so vehement ihr neues Leben verteidigt hat, hat es mich ein wenig gewundert, dass sie nach dem Tod von Birgit zur Polizei gegangen ist.

    Das wundert mich auch. Birgit war ja nicht der einzige Grund, nicht zur Polizei zu gehen. Torsten Stemmer hat immerhin 17 Jahre für eine Mord gesessen, den er nicht begangen hat.

  • Ich fand das Buch klasse! Vom Anfang bis zum Ende spannend und voller unvorhersehbarer Wendungen.

    Igela ich gebe dir recht, im letzten Abschnitt ist manches ziemlich konstruiert und teilweise unglaubwürdig. Dass Karl sich so verändert hat, kann ich mir nicht vorstellen. Er lässt sich von seiner Tochter erpressen?


    Alles in allem hat es mir aber sehr gut gefallen und ich finde es schade, dass es schon zu Ende ist.

  • Hallo zusammen!

    Wow, Ihr seid ja in den letzten Tagen durchs Buch gerast. Es freut mich sehr, dass es Euch so gut gefallen hat. Ein paar Gedanken dazu habe ich auch noch.


    Einige von Euch hat gestört, dass Lena Selbstjustiz verübt, und ich gebe Euch natürlich vollkommen recht: Selbstjustiz ist falsch. Ich habe das hier dennoch eingebaut, weil ich fand, dass Lenas Erpressung wunderbar demonstriert, welchen langen Weg sie von der schüchternen 15-Jährigen zurückgelegt hat. Es war für mich ein passender Abschluss für die Beziehung zwischen Karl und Lena, dass sie jetzt die Oberhand hat. Und für Karl ist es natürlich nichts Besonderes, die Polizei anzulügen …

    Ronja hat sich versteckt, damit Reibeisen seine Strafe für den Mord an Stefan bekommt? Sorry, aber Stefan hat entweder Selbstmord gemacht oder einen Unfall gehabt. Das ist ja nicht so ganz klar. Finde es ein wenig weit hergeholt, dass Ronja anders denkt.

    Ronjas Gedankengang ist einfach: Wären Stemmer und Maik und ihr Plan nicht gewesen, wäre Stefan nicht gestorben. Deswegen gibt sie Stemmer die Schuld an Stefans Tod und will ihn bestrafen. Der Wunsch, für ein Unrecht/Unglück, einen Schuldigen zu finden, kommt ja oft vor.

    Mir war das Ganze mit Stefan, der zufällig den Hof in dem Moment findet, als die Mädchen weg gebracht werden sollen, leicht zu konstruiert.

    Den Kritikpunkt kann ich tatsächlich nicht nachvollziehen. Tatsächlich war es nicht so gemeint, dass Stefan den Reiterhof genau in dem Moment findet, als Leni und Ronja zum Lieferwagen geschafft werden sollen, sondern dass er irgendwann vorher kam und dann den für einen Rettungsversuch geeignetsten Zeitpunkt abpasste.

    Nachdem Ronja Lena gegenüber so vehement ihr neues Leben verteidigt hat, hat es mich ein wenig gewundert, dass sie nach dem Tod von Birgit zur Polizei gegangen ist.

    Die Verwunderung kann ich gut verstehen. Ich habe tatsächlich lange überlegt, ob ich den Epilog reinschreiben oder weglassen soll, weil ich mich auch nicht entscheiden konnte, ob Ronja wohl noch die Wahrheit gesteht oder nicht. Ich glaube aber, dass sie tief in ihrem Innern durchaus Zweifel gehegt hat, dass ihr jahrelanges Schweigen falsch war, und dass sie vielleicht gerade deshalb so heftig gegenüber Lena protestiert hat - quasi auch, um sich selbst noch mal zu überzeugen. (Ehrlicherweise muss ich aber gestehen, dass ich den Epilog hauptsächlich geschrieben haben, weil ich auch Jakob noch einen Abschluss des Falles gönnen wollte.:))

    In der ganzen Geschichte sind sehr viel starke Gefühle im Spiel und das zieht sich bis zum Schluss durch.

    Das hatte ich tatsächlich gar nicht von Anfang an so intensiv geplant, es hat sich aber so ergeben und ich fand, es gehört unbedingt zum Buch dazu.

    Ein tolles Buch! Am Ende gab es ein paar Bestätigungen für Vermutungen, aber auch ein paar handfeste Überraschung - sehr schön!

    Ich bin ja froh, dass ich Euch ein bisschen überraschen konnte. Ihr habt ja am Anfang mit Euren Spekulationen so losgelegt, dass ich dachte, ihr löst alles noch in Teil I und lest den Rest gar nicht mehr. In diesem Zusammenhang: Herzlichen Glückwunsch an Lerchie ! Du hast ja schon im ersten Abschnitt vermutet, dass eventuell Karls Partner bei seinen illegalen Geschäften hinter der Entführung stecken!


    Aber generell noch einmal ein Riesenkompliment an Euch alle! Eure Spekulationen waren wirklich klasse, vor allem, weil Ihr so genau gelesen habt, dass Euch fast nichts entgangen ist.

  • Nun, da hat sich ja jetzt einiges aufgeklärt. Carl Festingist der Vater von Maik Zersky, Garcias Sohn bzw. Glorias Neffe.

    Eigentlich klar und doch habe ich es übersehen. Zu Gloria und Nathan bestand eine lange Verbindung, die in schwierigen Zeiten entstanden ist, aber bei Maik gab es eigentlich keinen Grund, warum Karl im so vertraute. Na ja, jetzt ist es klar.

    Ronja hat also die ganze Zeit in Leipzig unter falschemNamen gelebt. Und sie beschuldigt Stemmer schuld am Tod ihres Vaters zusein. Einer ihrer Gründe ihr Überlebennicht zu melden.

    Ronja hat ihren Vater abgöttisch geliebt. Sie brauchte einfach einen Schuldigen und hat sich da die Realitäten ein wenig zurechtgebogen.

    Doch was ist jetzt mit Stemmer? Er hat 18 Jahre für etwas imGefängnis gesessen, was er nicht getan hatte, auch wenn er kein Unschuldslammist, denn an der Entführung war er ja beteiligt.

    Gesessen hätte er so oder so, natürlich nicht so lange. Aber die falschen Anschuldigungen seines Kumpels haben ihm das eingebrockt.

    Diese Ähnlichkeit beim Stehen, diese Stiernackigkeit, die schiere Masse an Muskeln - plus der Tatsache, dass Festing diesen jungen Mann einfach so in die Familie aufgenommen hat. Auf Bitten der Mutter... Im Nachhinein frage ich mich, warum da die Alarmglocken nicht lauter zu hören waren. ^^

    so ist es :boahnee:

    Übrigens habe ich Nathan Müllers Tat in erster Linie nicht als Schutz für Karl Festing interpretiert, sondern vor allem davon getrieben, dass der Täter wirklich entsetzt über Maiks Entführungsplan und die Tatsache, dass er damit davonkommen wird (weil Festing es zulässt!) ist.

    Es war glaube ich von beiden etwas, wobei das Entsetzen wohl schwerer gewogen hat.

    Ich habe fast Schnappatmung gekriegt, dass Karl wusste, dass Ronja lebt.Was für ein absolut kranker Mistkerl.

    Er manipuliert und will immer sein Ding durchziehen. An Lenas Stelle hätte ich ihm das nicht verziehen.

    Ronja hat sich versteckt, damit Reibeisen seine Strafe für den Mord an Stefan bekommt? Sorry, aber Stefan hat entweder Selbstmord gemacht oder einen Unfall gehabt. Das ist ja nicht so ganz klar. Finde es ein wenig weit hergeholt, dass Ronja anders denkt.

    Wer denkt schon rational, wenn die Gefühle verrückt spielen.

    Da bin ich ich ganz bei dir. Mir ist das sauer aufgestossen. Vor allem, weil Karl von Lena mit Kontaktentzug erpresst wurde, den Kopf für Nathan hinzuhalten. Das hat Lena bei mir schlagartig ordentlich Sympathiepunkte verloren...

    Sie ist halt Karls Tochter.

  • buchregal123 Ich denke definitiv, dass ich meinem Vater das nie verzeihen würde, wenn er mich nicht informiert hätte, dass die beste Freundin noch lebt. Für mich wäre das ein Vertrauensbruch erster Güte.

  • Gesessen hätte er so oder so, natürlich nicht so lange. Aber die falschen Anschuldigungen seines Kumpels haben ihm das eingebrockt.

    Ja, das wohl, aber Ronjas Schweigen ist schuld daran, dass er wegen Mordes saß.

    Er manipuliert und will immer sein Ding durchziehen. An Lenas Stelle hätte ich ihm das nicht verziehen.

    Ich auch nicht.

    Liebe Grüße

    Lerchie

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    nur wer aufgibt, hat schon verloren