Jodi Picoult - Kleine große Schritte

Literaturschock positioniert sich. Nazifreie Zone, denn wer neben Nazis marschiert, ist entweder selbst ein Nazi oder eine nützliche Marionette der Nazis. Andere Kategorien gibt es nicht.

Es gibt 11 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Zank.

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    Inhalt

    Ruth Jefferson ist eine gute Kinderkrankenschwester. Aber für die Eltern des Babys, das sie gerade entbunden hat, hat sie die falsche Hautfarbe. Sie wollen nicht, dass die das Kind weiter behandelt. Bei der nächsten Schicht ist Ruth alleine mit dem Kleinen, als ein medizinischer Notfall auftritt. Sie zögert einen kurzen Moment, aber vielleicht war der schon zu lang, denn das Kind stirbt.


    Bis jetzt

    ... habe ich viele unterschiedliche Stimmen gehört. Natürlich die von Ruth, die tief verletzt war, als sich die Stationsleitung nicht hinter sie gestellt hat. Sie ist die einzige farbige Schwester und darf den Kleinen nicht mehr versorgen. Liegt die Entscheidung an der Angst, von den Eltern verklagt zu werden (das macht man in den USA ja gerne), oder ist man vielleicht heimlich der gleichen Meinung?


    Auch der Vater kommt zu Wort. Sein offensichtlicher Rassismus erschreckt mich. Jodi Picoult zeigt eine Welt, von der ich nicht erwartet habe, dass es sie gibt. Die falsche Hautfarbe, die falsche sexuelle Orientierung- alles ist ein Grund um jemand zu verprügeln. Schon den Kindern werden die "richtigen" Werte eingetrichtert.


    Ruths Schwester wird auch gehört. Wie Ruth sagt, sieht sie sich immer als Opfer. Ein falscher Blick, eine unbedachte Bemerkung, alles kommt für sie daher, dass sie eine Farbige ist. Dass Ruth die Dinge anders sieht, empfindet sie als Dummheit.


    Ich mag die unterschiedlichen Sichtweisen, aber ich finde sie auch anstrengend. Die Geschichte selbst finde ich nicht leicht, denn ich weiß, dass Ruth Unrecht geschehen wird und ich kann nur zusehen.

    Klettern ist viel mehr als nur ein Sport. Draußen sein in der Natur, am Fels, das ist eine Lebenseinstellung.

  • Jodi Picoult zeigt eine Welt, von der ich nicht erwartet habe, dass es sie gibt. Die falsche Hautfarbe, die falsche sexuelle Orientierung- alles ist ein Grund um jemand zu verprügeln. Schon den Kindern werden die "richtigen" Werte eingetrichtert.

    Leider gibt es diese Welt tatsächlich. :( Gerade vor ein paar Tagen habe ich mit Erschrecken die Nachrichten über das lesbische Paar in England gelesen, das von 5(?) jungen Männern im Bus angegriffen und zusammengeschlagen wurde. Einfach so.


    Als ich das Buch gelesen habe, musste ich auch sehr oft schlucken. Einfach schlimm, dass es heutzutage immernoch Menschen gibt, die so voller grundlosem Hass sind.

  • Mein Mann hat sich letzte Woche vor eine Frau gestellt, die wegen ihres Kopftuchs angeschrien wurde. Als er dazwischen gegangen ist, war der Vorfall schnell vorbei und es haben sich wohl mehrere Leute bereit gemacht um dazwischen zu gehen, wenn die Sache eskaliert wäre. Aber offensichtlich erlebt er so etwas öfter auf dem Weg zur Arbeit :-(


    Zurück zum Buch:

    Die Art, wie Ruth aus dem Haus geholt wurde und wie man mit ihr vor Gericht umgegangen ist, finde ich schrecklich. Sie wurde wie eine Schuldige, nicht wie eine Verdächtige behandelt. Ist das in den USA so üblich?

    Klettern ist viel mehr als nur ein Sport. Draußen sein in der Natur, am Fels, das ist eine Lebenseinstellung.

  • Ich fand diese Abholung auch schrecklich, ihr Junge war ja auch dabei. Aber ich glaube schon, dass so etwas recht brutal durchgeführt wird in Amerika.

    Nigends findest du Frieden als in dir selbst.

  • Der Prozess belastet nicht nur Ruth, sondern auch ihren Sohn Edison. Er macht sich Sorgen, wie es mit seiner Mutter weiter geht. Aber er wird auch immer wieder zum Opfer von spöttischen Bemerkungen und respektlosen Verhaltens an seiner Schule. Ich bin mir sicher, dass es das früher auch schon gab. In der aktuellen Situation ist er natürlich viel sensibler und reagiert nicht mehr so locker wie früher.

    Klettern ist viel mehr als nur ein Sport. Draußen sein in der Natur, am Fels, das ist eine Lebenseinstellung.

  • Ich mag die unterschiedlichen Sichtweisen, aber ich finde sie auch anstrengend.

    Jodi Picoult macht das ja regelmäßig, und mir gefällt es. Wobei ich dir zustimme - mitunter ist das wirklich anstrengend. Ich finde es gut, weil man so auch eine andere Sichtweise kennen lernt, selbst wenn sie eindeutig negativ ist. Manche Leute ticken gesellschaftlich betrachtet einfach anders bzw. falsch, aber aus ihrem eigenen Blickwinkel halten sie es für richtig. Ich möchte immer verstehen, warum jemand so denkt, und Picoult gibt zumindest einen Ansatz dafür.

  • Das Ende hat mich einige graue Haare gekostet. Ich hätte nicht sagen können, wie die Sache für Ruth ausgeht. Dass Kennedy nicht den Prozess in Richtung Rassismus lenke wollte, kann ich verstehen. Auch, dass sie den populären Prediger nicht ins Boot holen wollte.


    Interessant fand ich das Treffen von Turk mit seinem alten Freund, der mittlerweile ausgestiegen ist. Ich hatte nicht den Eindruck, als ob er sich wirklich von der Idee verabschiedet hat. Dass der Ausstieg zwar schmerzvoll, aber trotzdem relativ einfach machbar ist, kann ich mir nicht so vorstellen. Ich würde erwarten, dass Ehemalige mehr verfolgt werden.

    Klettern ist viel mehr als nur ein Sport. Draußen sein in der Natur, am Fels, das ist eine Lebenseinstellung.


  • Ich muss sagen, ich wusste es schon länger (war einfach zu offensichtlich)...

    Habe ich da etwas übersehen?

    Das war so platt und zu viel des Guten, meiner Meinung nach, und das hatte das Buch gar nicht nötig.

    Genau. Mich hat das auch gestört. Deshalb lasse ich mir mit einer abschließenden Rezi noch ein bisschen Zeit, weil dieser letzte Eindruck im Moment noch überwiegt.

    Klettern ist viel mehr als nur ein Sport. Draußen sein in der Natur, am Fels, das ist eine Lebenseinstellung.

  • Ja, genau das meine ich.


  • Aha, du bist unbewusst gespoilert worden.

    Klettern ist viel mehr als nur ein Sport. Draußen sein in der Natur, am Fels, das ist eine Lebenseinstellung.