Muriel Spark - Ich bin Mrs. Hawkins

Leserunde mit Judith & Christian Vogt ab 11.10.2019: Wasteland [Postapokalyptische Utopie]
Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

Es gibt 2 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Kirsten.

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    Die Witwe Nancy Hawkins blickt zurück auf die Zeit, in der sie nicht Nancy, sondern Mrs. Hawkins war.


    Bis jetzt

    Zwischen Mrs Hawkins und Nancy liegen etliche Kilo. Als übergewichtige, respektable Dame wurde sie mit Mrs. Hawkins angeredet. Als sie abgenommen hatte, dagegen mit Nancy. Ich hatte nicht den Eindruck, als ob sie wirklich Mrs. Hawkins sein wollte, aber aus irgendeinem Grund wollte sie niemand mit ihrem Vornamen anreden.


    Da Leben in der Pension wirkt auf den ersten Blick beschaulich, ist es bei näherem Hinsehen aber nicht. Die Bewohner scheinen Geheimnisse zu haben und natürlich wird viel getratscht. Ich überlege mir, ob auch Mrs. Hawkins ein kleines Geheimnis hat. Ist sie wirklich Witwe oder hat sie diesen Titel nur angenommen, um Fragen zu entgehen?

    I'm young enough to still see the passionate girl that I sued to be. But I'm old enough to say I got a good look at the other side.

  • Mittlerweile durfte ich den Grund erfahren, warum Nancy Hawkins abgenommen hat. Sie hat ihre neue Stelle als Lektorin, nur wegen ihres Körperumfangs bekommen. In der neuen Firma ging man davon aus, dass sich die Autoren mit ihren Beschweren nur sehr verhalten an sie wenden würde.


    Zitat

    Wenn man mich anschreit, wäre das so, als ob man seine Mutter anschreien würde.

    Sie ist für die neuen Arbeitgeber nur ein Alibi, die Arme.

    I'm young enough to still see the passionate girl that I sued to be. But I'm old enough to say I got a good look at the other side.

    Einmal editiert, zuletzt von Kirsten ()

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    Inhalt

    Mrs. Hawkins blickt zurück auf das London der 50er Jahre, in denen sie bei einem Verlag arbeitete und in einer Pension wohnte. Eine unbedachte Bemerkung führte zu Ereignissen, die sie bald nicht mehr kontrollieren konnte.


    Meine Meinung

    Auf den ersten Blick wirkt die Erzählung von Mrs. Hawkins wie ein heiterer Rückblick auf eine bewegte Zeit in ihrem Leben. Allerdings fand ich ein bisschen seltsam, das die ersten Kapitel alle mit "ich bin Mrs. Hawkins" endeten. Sie deutete zwar an, dass sie stark abgenommen hatte und deshalb nicht mehr mit Mrs. Hawkins, sondern mit ihrem Vornamen angeredet wurde und auch, dass sie das in gewisser Weise verletzt hat. Aber das schien der einzige negative Unterton zu sein.


    Fast unbemerkt änderte sich der Ton. Mrs. Hawkins begann einen Streit mit einem Autor und eine ihrer Mitbewohnerinnen fing an, sich seltsam zu benehmen. Zuerst war von anonymen Briefen die Rede, dann litt sie unter Verfolgungswahn, bis die Situation eskalierte. Plötzlich wurde aus der heiteren Erzählung ein Bericht von Verdächtigungen und Tragödien.


    Ich bin Mrs. Hawkins ist eine leise erzählte Geschichte, bei der das Unglück von Anfang an lauert, aber trotzdem fast unbemerkt zuschlägt. Man darf sich vom ruhigen Anfang nicht täuschen lassen.

    4ratten


    Liebe Grüße

    Kirsten

    I'm young enough to still see the passionate girl that I sued to be. But I'm old enough to say I got a good look at the other side.