Katharina Fuchs - Zwei Handvoll Leben

Leserunde mit Judith & Christian Vogt ab 11.10.2019: Wasteland [Postapokalyptische Utopie]
Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.
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    Ich habe das Buch gerade tief bewegt zugeklappt.


    Am Anfang hatte ich Probleme mit dem Schreibstil – nein nicht dem Stil eher mit dem abwechselnden Kapiteln. (Es wurde abwechselnd von Anna und von Charlotte berichtet) Aber je weiter die Geschichte fortschreitet, desto mehr zog sie mich in den Bann und die Zweifel und Fragen haben sich in Rauch aufgelöst.


    Die beiden Protagonistinnen könnten unterschiedlicher nicht sein. Charlotte kommt aus gutem wohlhabenden Hause. Sie ist es gewohnt, Bedienstete unter sich zu haben und arbeitet früh auf dem Landgut und bei der Schweinezucht ihres Vaters mit. Anna kommt aus ärmlichen Verhältnissen und arbeitet sich sehr fleissig zu einer angesehenen Schneiderin hoch. Ihr wurde nix geschenkt, sie musste für alle schwer arbeiten und trotzdem hat es von und hinten nicht gereicht.


    Ich kann nicht sagen wen von beiden ich lieber mochte. Beide sind starke Charaktere und haben ihre speziellen Eigenarten.


    Ich habe das ganze Buch über darauf gewartet, dass sie sich endlich treffen wie der Klappentext uns verspricht und es passierte wirklich erst auf den letzten 4 Seiten. Das fand ich etwas traurig. Ich hätte so gerne noch mehr darüber gelesen wie sie ihre unterschiedlichen Leben vereinen – was die Hochzeit ihrer Kinder mit ihnen macht und überhaupt wie es weitergeht. Nachdem ich während des Lesens manchmal dachte, dass es nun auch lang genug ist, fehlt mir am Ende etwas. Ich fühle mich wie aus der Szene rausgerissen und so als hätte ich den Schluss eines sehr gutes Filmes (oder Buches) verpasst.


    Der Krieg wird erst im letzten Drittel des Buches wirklich Thema auch wenn beide Weltkriege durchlebt wurden. Die Athmosphäre in den Bunkern war bedrückend und die Gefahr die von den Russen ausging mehr als greifbar. Ich kenne diese Geschichten von meiner Oma und es tut mir im Herzen weh das zu lesen.


    Was ich mir gewünscht hätte, wäre eine Überschrift mit Datum vor jedem neuen Kapitel. Die Kapitel rauschen so voran und meistens weiss man nicht in welchem Jahr man sich befindet und muss versuchen es aus dem Kontext zu erahnen.Sonst habe ich keine Kritikpunkte. Ich spreche eine klare Leseempfehlung aus – das Buch hat Tiefgang und bezeichnet 2 wirklich tolle unterschiedliche Charaktere. Beide entwickeln sich sehr authentisch und es hat großen Spaß gemacht ihr Leben zu verfolgen!


    4ratten