IV. Kapitel 8 bis 11 (bis Seite 214)

Leserunde mit Judith & Christian Vogt ab 11.10.2019: Wasteland [Postapokalyptische Utopie]
Literaturschock positioniert sich. Nazifreie Zone, denn wer neben Nazis marschiert, ist entweder selbst ein Nazi oder eine nützliche Marionette der Nazis. Andere Kategorien gibt es nicht.

Es gibt 36 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von SABO.

  • Hier könnt ihr alles von Kapitel 8 bis 11 (bis Seite 214) schreiben. Aufgrund der Seitenbegrenzung sind keine Spoiler notwendig!

  • Ich musste unbedingt weiterlesen und was in diesem Abschnitt alles passierte, übertrifft noch einmal mehr den vorherigen.


    Nun passierte doch das Schreckliche dem Fiona noch im letzten Abschnitt entkommen konnte. Der neue Pater ist so lüstern, das er sich gleich als erstes Fiona holte und sie vergewaltigte. Niemandem erzählt sie davon, nicht einmal Cindy. War es zu große Scham oder hatte sie zu dem Zeitpunkt noch nicht genug Vertrauen zu Cindy?

    Doch nicht nur sie ist Opfer von Vergewaltigungen, auch Cindy ist Opfer ,denn der Bischof und der Monsignore vergewaltigen sie. Unglaublich, die Nonnen gehen nicht nur auf die Straße um die Sünderinnen von dort weg zu holen um Arbeiterinnen für ihre Wäscherei zu haben. Nein sie spielen auch noch Zuhälter für die Obrigkeit.

    In Cindy hat sich eine solch starke Wut angestaut, das sie fast Schwester Agathe erwürgte. Die Strafe die darauf folgt hat mich mehr als erschreckt. Die Nacht in der Wanne, wo die Nonnen dafür gesorgt haben, dass das Wasser auch ja nicht wärmer wird und sie wach bleiben musste, hat schlimme Folgen.

    Sie wird schwer krank und benötige einen Arzt. Da kann Rose nicht an sich halten und geht eigenmächtig zum Doktor und bittet ihn um Hilfe. Ich habe fast geahnt, es wird nicht ohne Bestrafung ausgehen.

    Rose ist weggesperrt und muss Buße tun. In der Zeit sorgt Fiona sich um die kranke Cindy. Was für ein Zugeständnis von der Oberin, Fiona von der Arbeit frei zu stellen um bei Cindy sein zu dürfen. Ich denke diese Zeit der beiden wird sie zusammen schweißen.

    Klar das Cecillia Rose in der Anstalt versteckt und sie nicht in ein anderes Kloster versetzt. Denn dort könnte Rose erzählen welch Menschenunwürdige Verhältnisse hier herrschen. Alles was dort geschieht hat mit moderner Sklaverei, Helerei von Babys und Zuhälterei zu tun.

    Trotz alledem hat Rose bei ihren Zweifeln immer noch das Gefühl es wären ketzerische Gedanken die sie während ihre Buße hat. Da kann man sehen, wie fest verankert sie mit dem katholischen Glauben ist. Doch ich denke sie wird irgendwann so große Zweifel haben und sogar den Glauben an die Kirche verlieren.


    Fiona erleidet eine Fehlgeburt. So schlimm es auch ist, Cindy hat Recht, es ist besser so. So muss Fiona nicht miterleben wie ihr das Kind entrissen wird. Aber was ist wenn sie wieder schwanger wird, oder eine der anderen Frauen.....es wird immer das gleiche bleiben.


    Nun noch das abscheulichste an Strafe, was sich die Nonnen bis jetzt haben einfallen lassen. Kathleen hat Feuer im Schlafsaal gelegt, aber sie sagt nicht, dass sie es war. Es gab keine neuen Matratzen oder Decken, kaum etwas zu Essen, was eh schon nicht viel ist. Aber die Frauen nackt arbeiten zu lassen, wo sie sich noch mehr Verletzungen durch die Lange zuziehen ist Menschenverachtend und Menschenunwürdig. Was haben die Nonnen davon? Mir kommt es fast so vor als wenn sie sich an dem Leid der Maggies ergötzen. Meine Wut ist in dem Moment ins unermessliche gestiegen:cursing:

    Doch als eine der Maggies stirbt, gibt Kathleen endlich zu, das sie das Feuer gelegt hat. Sie wird gehängt wie eine Mörderin.


    Das war ein sehr bewegender Abschnitt, wie eigentlich schon die anderen, doch dieser war noch intensiver.

    &quot; Bücher lesen heißt, wandern gehen in ferne Welten, aus den Stuben , über die Sterne&quot;<br />- Thomas Carlyle

  • Doch als eine der Maggies stirbt, gibt Kathleen endlich zu, das sie das Feuer gelegt hat. Sie wird gehängt wie eine Mörderin.

    Das war damals leider eine übliche Strafe für Brandstiftung, bei der Menschen ums Leben hätten kommen können. Dieses Urteil über Kathleen sprach das Gericht, daran sind die Nonnen ausnahmsweise mal "unschuldig", auch wenn das jetzt sehr sarkastisch klingt.

  • Niemandem erzählt sie davon, nicht einmal Cindy. War es zu große Scham oder hatte sie zu dem Zeitpunkt noch nicht genug Vertrauen zu Cindy?

    Es ist überliefert, dass die Frauen über die sexuellen Übergriffe nicht miteinander sprachen. Es geschah fast jeder, sie versuchten, es zu verdrängen, darüber zu sprechen hätte auch nichts geändert.

  • Die Frauen müssen alle das gleiche erleiden und trotzdem ist jede alleine. Als Fiona dann von dem neuen Pater missbraucht wird, erzählt sie es niemandem. Aber auch Cindy spricht nicht über das, was ihr geschieht. Die Nonnen wissen Bescheid und geben den Frauen die Schuld, weil sie ja die armen Männer erst auf solch dumme Gedanken bringen. Wie pervers ist das denn!


    Cindy hat zu lange alles ertragen, dann kommt der Moment, an dem sie nicht mehr an sich halten kann. Um Agathe wäre es nicht schade, aber für Cindy wäre es ein Todesurteil gewesen. Aber auch so wäre Cindy fast gestorben. Welch sadistisches Verhalten der Nonnen. Rose kann es nicht mitansehen und holt den Doktor. Aber ihr muss auch bewusst gewesen sein, dass sie damit nicht durchkommt. In ihrem Gefängnis versucht sie, ihre Gedanken zu sortieren. Sie betet und sucht eine Antwort. Aber ihre Erziehung steht ich immer noch im Weg. Auch als sie wieder aus diesem Zimmer herausgeholt wird, wird sie so überwacht, dass es weiter ein Gefängnis bleibt.


    Dank Fiona und Rose hat Cindy überlebt.


    Dass Fiona das Kind verloren hat, ist wohl besser so, denn sie hätten es ihr ja sowieso weggenommen.


    Kathleen kann es nicht mehr ertragen und legt ein Feuer. Die Nonnen wollen die Schuldige und strafen alle. Dass Kathleen dann gesteht, ist ihr Tod, aber die anderen bekommen ein gutes Mahl, so eins, wie sie es noch nie im Kloster hatten und auch nie mehr bekommen werden. Was für eine absurde Entscheidung.

  • Cindy hat zu lange alles ertragen, dann kommt der Moment, an dem sie nicht mehr an sich halten kann. Um Agathe wäre es nicht schade, aber für Cindy wäre es ein Todesurteil gewesen.


    Dass Fiona das Kind verloren hat, ist wohl besser so, denn sie hätten es ihr ja sowieso weggenommen.

    Cindy ist für mich wie eine kleine tickende Zeitbombe. Und ich glaube auch nicht das sie jetzt aufgibt. Eher das Gegenteil, sie ist vielleicht jetzt noch stärker in ihrem Willen.


    Ich denke so wie du, es war, so schlimm es auch ist, besser so das Fiona das Kind verloren hat. Unter diesen Umständen, ohne ärztliche Hilfe, bekommt sie vielleicht nie wieder Kinder. Wenn sie es nicht aus dieser Hölle schaffen, wäre das gut so.

    &quot; Bücher lesen heißt, wandern gehen in ferne Welten, aus den Stuben , über die Sterne&quot;<br />- Thomas Carlyle

  • Die Frauen müssen alle das gleiche erleiden und trotzdem istjede alleine.

    Das trifft es ganz genau: Rebecca versteht es wirklich, diese Einsamkeit anschaulich zu machen. Denn auch Fiona und Cindy, die in dieser Gruppe eigentlich Freundinnen sind, reden lange nicht über alles miteinander. Natürlich haben die Nonnen Interesse daran, dass die Maggies nicht miteinander sprechen, die könnten ja ansonsten einen Aufstand organisieren. Denn eigentlich waren sie den Nonnen ja zahlenmäßig eindeutig überlegen. Und auch wenn die Perspektiven außerhalb des Klosters nicht gerade rosig waren, ich finde, dass es trotzdem noch besser wäre, als diese Gefangenschaft ohne jeder Aussicht auf Gnade!


    Dass Cindy die Nonne fast erwürgt hat, kann ich gut verstehen. Die Strafe dafür war grausam und sadistisch! Wer denkt sich denn solche Strafen aus? Reinste Folter! Und all das im Namen Gottes...:entsetzt:


    Rose wacht endlich ein wenig auf und handelt menschlich indem sie den Arzt holt. War ihr klar, dass die Oberin dieses Verhalten keinesfalls gutheißen wird? Jedenfalls wird auch jede Nonne, die anderer Meinung ist, bestraft. Denn Rose ist nun auch in einer Art Gefängnis. Und ich bin schon sehr neugierig, ob sie trotz ihrer Erziehung die Zustände in diesem Kloster erkennen kann und etwas dagegen unternehmen kann.


    Und Kathleen? Auch diese Episode ist sehr berührend: sie wird gehängt, weil ihre Brandstiftung ein versuchter Mord ist. Ist es ja auch. Es hätten viele Menschen dabei ums Leben kommen können.

    Aber sie tut mir in ihrer Verzweiflung wirklich leid! Was für ein Leben: immer und überall geknechtet, versklavt und ausgenutzt. Niemand, der einem Glauben schenkt, niemand, der sich für einen einsetzt. Ich glaube fast, dass es ihr im Gefängnis nicht viel schlechter ergangen ist als bei den Maggies. Gehör fand sie vor den Richtern sicher auch nicht.


    Ohne zu spoilern: Es geht auf eine Wendung zu.


    Darauf hoffe ich ja, denn es ist ein Buch, das niemanden kalt lässt. So viele Szenen, die mich wirklich treffen und traurig/wütend machen.

    Gleichzeitig bin ich wieder mal dankbar, in dieser Zeit und in diesem Land geboren worden zu sein - es ist ein Privileg.

  • Ich musste unbedingt weiterlesen und was in diesem Abschnitt alles passierte, übertrifft noch einmal mehr den vorherigen.

    Man denkt immer, es kann nicht schlimmer kommen, aber dann kommt es noch schlimmer. Das zeigt mal wieder, wie schlimm diese Einrichtungen wirklich waren. Das Rebecca sich das nicht ausgedacht hat, sondern wirklich alles geschehen ist, muss ich immer wieder verdrängen, weil es so ungeheuerlich ist.


    Rose ist weggesperrt und muss Buße tun.

    Rose versucht etwas zu tun, aber sie rebelliert eigentlich noch nicht mal. Sie widerspricht der Oberin nicht, sie holt nur einen Arzt, weil eine Maggie totkrank ist. Es ist wirklich verrückt, wie die Oberin schon darauf reagiert. Überzogen ist kein Ausdruck mehr dafür. Ich finde, da merkt man schon, wie viel Angst die Oberin hat und sie genau weiß, dass das, was sie da tut, nicht wirklich rechtens sein kann. Ansonsten würde sie nicht alles dafür geben, dass nichts nach außen gelangt.

    Überrascht bin ich auch immer wieder von den "loyalen" Menschen außerhalb der Klostermauern. Zuerst haben wir den Bruder von Fiona erlebt, der direkt nach Fionas Brief sich an die Oberin gewandt hat. Nun haben wir den Arzt, der das Gleiche tut. Woher kommt diese Loyalität? Wirklich nur aus dem blinden Gehorsam gegenüber der katholischen Kirche? Gerade als Arzt muss man doch auch an seinen hypokratischen Eid denken und den Grund, warum man Arzt geworden ist?


    Fiona erleidet eine Fehlgeburt. So schlimm es auch ist, Cindy hat Recht, es ist besser so. So muss Fiona nicht miterleben wie ihr das Kind entrissen wird. Aber was ist wenn sie wieder schwanger wird, oder eine der anderen Frauen.....es wird immer das gleiche bleiben.

    Mal davon abgesehen, dass auch eine natürliche Geburt keine Garantie fürs Überleben bedeutet. Im Gegenteil könnte ich mir sogar vorstellen, dass die Nonnen nicht unglücklich sind, wenn die Mutter stirbt. Ich denke sogar, dass das Risiko bei oder nach der Geburt zu sterben, um einiges höher war und ja, das Kind würde man eh nie sehen. Am Ende geht man aus der ganzen Geschichte geschwächt hinaus - sowohl psychisch als auch physisch.


    Es ist überliefert, dass die Frauen über die sexuellen Übergriffe nicht miteinander sprachen. Es geschah fast jeder, sie versuchten, es zu verdrängen, darüber zu sprechen hätte auch nichts geändert.

    Wenn man darüber redet, wird es auch noch realer. Dass sie da lieber den Weg der Verdrängung gehen, kann ich verstehen. Zumal das ganze Thema auch heute noch schambelastet ist (was es nicht sein sollte, aber so ist es nun mal) und in einer weniger aufgeklärten Gesellschaft,stelle ich mir das nochmal umso härter vor.


    Dass Cindy die Nonne fast erwürgt hat, kann ich gut verstehen. Die Strafe dafür war grausam und sadistisch! Wer denkt sich denn solche Strafen aus? Reinste Folter! Und all das im Namen Gottes... :entsetzt:

    Ich habe vor kurzem ein Buch gelesen (Das Weingut, Bd. 2), in dem ähnliche Folter angewandt wurde. In diesem Buch aber unter dem Deckmantel der psychatrischen Behandlung. Dauerbad hat man es dort genannt und als Behandlungsmethode deklariert.

    Diese Bäder stelle ich mir auf jeden Fall auch als ein Mittel vor, mit dem man recht schnell Menschen brechen kann.

  • Ich habe vor kurzem ein Buch gelesen (Das Weingut, Bd. 2), in dem ähnliche Folter angewandt wurde. In diesem Buch aber unter dem Deckmantel der psychatrischen Behandlung. Dauerbad hat man es dort genannt und als Behandlungsmethode deklariert.

    Diese Bäder stelle ich mir auf jeden Fall auch als ein Mittel vor, mit dem man recht schnell Menschen brechen kann.

    Ich gucke hier immer mal ganz heimlich rein. Habe das Buch gestern erhalten und werde es auch demnächst lesen. Aber wahrscheinlich zu spät für eure Runde. Ich hoffe es ist okay, wenn ich kurz mal einen Senf dazu abgebe.


    Avila, das Weingut hatte ich auch gelesen. Und diese Dauerbäder würden mich ziemlich schnell brechen. Ich hasse Badewannen-Bäder. :D


    Ich freue mich schon auf dieses Buch. Übrigens - schändlich - mein erstes von Rebecca.

    :lesen: Die Eisbaronin - Nicole Vosseler



  • Das Rebecca sich das nicht ausgedacht hat, sondern wirklich alles geschehen ist, muss ich immer wieder verdrängen, weil es so ungeheuerlich ist.

    Tja, ich verfüge zwar über sehr viel Fantasie, das wahre Leben übertrifft diese aber oft - wie in diesem Fall leider ...

  • Ich freue mich schon auf dieses Buch. Übrigens - schändlich - mein erstes von Rebecca.

    Dann hoffe ich, dass es nicht Dein Letztes sein wird ;-)

    Wobei ich ja in unterschiedlichen Genres unterwegs bin. Wer diesen Roman hier liest, wird kaum glauben, dass ich u.a. auch humorvolle englische Landhauskrimis schreibe ;-)

  • In diesem Buch aber unter dem Deckmantel der psychatrischen Behandlung. Dauerbad hat man es dort genannt und als Behandlungsmethode deklariert.

    Das war eine gängige Methode in psychiatrischen Einrichtungen. Das Wasser sollte helfen, die irren Gedanken von psychisch Kranken zu heilen.

  • Ich freue mich schon auf dieses Buch. Übrigens - schändlich - mein erstes von Rebecca.

    Dann hoffe ich, dass es nicht Dein Letztes sein wird ;-)

    Wobei ich ja in unterschiedlichen Genres unterwegs sind. Wer diesen Roman hier liest, wird kaum glauben, dass ich u.a. auch humorvolle englische Landhauskrimis schreibe ;-)

    Ja, lustige Krimis sind gar nicht mein Genre. Aber Histos dafür sehr. Und da darf es gerne auch realistisch zugehen. :)

    :lesen: Die Eisbaronin - Nicole Vosseler



  • Mal davon abgesehen, dass auch eine natürliche Geburt keine Garantie fürs Überleben bedeutet.

    Da hast Du völlig Recht, besonders, wenn Frauen so überhaupt keine Unterstützung während der Schwangerschaft und dann bei der Geburt bekommen, wie in den Anstalten es gewesen ist.


    Diese Szene hatte ich mit meiner Frauenärztin besprochen. Bei einer Fehlgeburt ist es sehr wichtig, dass der Fötus und der Mutterkuchen noch restlos entfernt werden, da nicht immer alles auf natürlichem Weg abgeht. Verbleiben Reste in der Gebärmutter führt das zu einer innerlichen Blutvergiftung, an der eine Frau binnen weniger Tage sterben kann. Besonders früher, als es noch nicht die medizinischen Möglichkeiten wie heute, z.B. Antibiotika, gab.

    Cindy hat davon ein bisschen Ahnung, da in der Welt, in der sie großgeworden ist, Fehlgeburten nicht selten waren. Sie erinnert sich an eine Frau, die danach gestorben ist, daher ihre Angst um Fiona.

  • Ja, lustige Krimis sind gar nicht mein Genre. Aber Histos dafür sehr. Und da darf es gerne auch realistisch zugehen. :)

    Rein schreibtechnisch macht mir der Wechsel sehr viel Spaß, zumal die Krimis in meiner zweiten Heimat Cornwall spielen. Ich brauche auch diese Abwechslung, um den Kopf wieder für schwerere Themen freizubekommen.

    Sollte Dir dieser Roman hier gefallen, dann erlaube ich mir ein wenig Werbung ;-): "Der Weg der verlorenen Träume", ebenfalls erschienen in der edition oberkassel. Dieses Buch ist sehr realistisch, sogar noch mehr als die Geschichte der Maggies.

  • Ich finde, da merkt man schon, wie viel Angst die Oberin hat und sie genau weiß, dass das, was sie da tut, nicht wirklich rechtens sein kann. Ansonsten würde sie nicht alles dafür geben, dass nichts nach außen gelangt.

    Natürlich weiß diese Hexe, dass sie nicht richtig handelt. Aber es bereitet ihr Vergnügen, andere zu quälen.

  • In Cindy hat sich eine solch starke Wut angestaut, das sie fast Schwester Agathe erwürgte

    Da hätte ich fast applaudiert. Natürlich ist Gewalt keine Lösung, aber das hatte auch so einen starken Symbolcharakter: Sie befreit sich von der "Knechtschaft"

    Was für ein Zugeständnis von der Oberin, Fiona von der Arbeit frei zu stellen um bei Cindy sein zu dürfen.

    Ob man das als eine Art "Reue" deuten kann? Jedenfalls ist doch nicht alles weg, was eigentlich gut und richtig ist. Vielleicht war die Oberin auch mal so ähnlich wie Rose? Und weil sie nicht mehr wegkam, hat sie sich eingeredet, dass die Maggies das so verdient haben. Und eigentlich ist sie nur verbittert, über ihr Leben, weil sie nichts mehr dran ändern kann. Ich glaube, wer einmal in diesem System drin ist, kommt, ganz ähnlich wie die Mädels dort nicht mehr raus. Man ist als Nonne genauso unfrei, nur besser versorgt. Und weil man nichts ändern kann, arrangiert man sich mit seinem Leben, redet es sich irgendwie schön und verbittert. Das gilt allerdings nicht für Agathe (Meine Freundinnen und ich nennen Frauen, die wir doof finden und nicht leiden können schon immer Agathe, dass passt hier besonders gut:P)

    Fiona erleidet eine Fehlgeburt. So schlimm es auch ist, Cindy hat Recht, es ist besser so.

    Dem stimme ich zu. Ein Baby in dieser Situation? Grauenvoll!

    aber die anderen bekommen ein gutes Mahl, so eins, wie sie es noch nieim Kloster hatten und auch nie mehr bekommen werden.

    Das ist ja auch Berechnung. Dichthalten und Zusammenstehen lohnt sich hier nicht, Verrat ist dagegen eine gute Sache

    Ohne zu spoilern: Es geht auf eine Wendung zu.

    Das merkt man. Ich glaube, vor allen Cindy, wird sich sehr bald befreien. Den Anfang hat sie gemacht und- so absurd es klingt- es hat sich ja irgendwo "gelohnt". Denn im schlimmsten Fall wäre sie ja ins Gefängnis und aufs Schafott gekommen, aber so passierte ja nicht viel.

    Es ist überliefert, dass die Frauen über die sexuellen Übergriffe nicht miteinander sprachen. Es geschah fast jeder, sie versuchten, es zu verdrängen, darüber zu sprechen hätte auch nichts geändert

    Ja, das glaube ich. Ganz ähnlich wie die Vergewaltigungen nach dem 2. Weltkrieg.

    Liebe Grüße


    Nadine


    " Liest Du ein Buch zum ersten Mal, lernst Du jemanden kennen.

    Liest Du es zum zweiten Mal, begegnet Dir ein Freund."

    (Chin. Weisheit)

    :buecherstapel:

  • Man denkt immer, es kann nicht schlimmer kommen, aber dann kommt es noch schlimmer. Das zeigt mal wieder, wie schlimm diese Einrichtungen wirklich waren. Das Rebecca sich das nicht ausgedacht hat, sondern wirklich alles geschehen ist, muss ich immer wieder verdrängen, weil es so ungeheuerlich ist.

    Mir geht es diesbezüglich ganz ähnlich: es ist interessant und spannend zu lesen, aber sobald mir einfällt, dass das keine erfundene Geschiche ist, sondern das Frauen so leben mussten und dass andere Frauen so grausam waren, wird es richtig beklemmend und schwer zu lesen.


    Ich finde, da merkt man schon, wie viel Angst die Oberin hat und sie genau weiß, dass das, was sie da tut, nicht wirklich rechtens sein kann. Ansonsten würde sie nicht alles dafür geben, dass nichts nach außen gelangt.

    Wie war eigentlich das weltliche Gesetz diesbezüglich? Eigentlich wurden die Frauen ja gegen ihren Willen dort festgehalten. Mir ist schon klar, dass kein Richter in Irland bereit gewesen wäre, irgendetwas aus dem Bereich der kath Kirche als Unrecht zu verurteilen. Aber wie waren die Gesetze damals wirklich? Konnten Frauen so einfach "verschwinden"? Fiona wurde ja von ihrem Vater bzw ihren Brüdern dort abgegeben. Die hatten nach dem Gesetz das Recht dazu. Aber Cindy?

    Natürlich weiß diese Hexe, dass sie nicht richtig handelt. Aber es bereitet ihr Vergnügen, andere zu quälen.

    Sie ist sicherlich ein sadistischer Mensch, aber ich glaube, sie hat diese Gräueltaten noch immer mit der Bibel vor sich selber irgendwie rechtfertigen können. Und wenn sie in der Bibel nichts gefunden hat, dann waren halt die verdorbenen Frauen schuld...

    "Der Weg der verlorenen Träume", ebenfalls erschienen in der edition oberkassel. Dieses Buch ist sehr realistisch, sogar noch mehr als die Geschichte der Maggies.

    Danke für den Tipp - ich werde mich gleich mal schlau machen!