Lindsey Davis - Saturnalia/Mord im Atrium

Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.
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    Es ist mitten im Winter, und Falco ist ziemlich genervt. Die in Kürze anstehenden Saturnalien, das Mittwinterfest, das tagelang gefeiert wird und mit Geschenkeaussuchen und Familienbesuchen einhergeht, gehören nicht gerade zu seinen Lieblingsfeierlichkeiten. Zusätzlich hat er den heiklen Geheimauftrag, die germanische Stammesfürstin Veleda aufzuspüren, die in ihrer Heimat gefangengenommen und nach Rom verbracht worden ist, wo sie nun spurlos verschwunden ist. Falco ist der streitbaren Dame schon einmal begegnet und hat sie nicht in allzu guter Erinnerung, aber es hilft ja alles nichts, wenn seine kaiserlichen Auftraggeber ihn auf sie ansetzen.


    Als ob das alles nicht schon Ärger genug wäre, kommt es auch noch zu einem merkwürdigen Todesfall in einem herrschaftlichen Haus - der Sohn der Familie treibt, bestialisch ermordet, im Zierteich des heimischen Atriums, und es finden sich weder brauchbare Indizien noch glaubwürdige Zeugenaussagen. Auffällig ist auf den ersten Blick nur die Fülle an verschiedenen Ärzten, die sich um diverse Familienmitglieder kümmern und wetteifernden medizinischen Schulen angehören.


    Falco hat also alle Hände voll zu tun,versucht sich nebenbei gegen unliebsame Einladungen zu festlichen Familientreffen zu wehren und bekommt überdies eine Horde chaotischer Soldaten zu Hause einquartiert. Zur Lösung seiner zwei Kopfnuss-Fälle muss er auf zwielichtige Verbündete und die eine oder andere eher unorthodoxe Maßnahme zurückgreifen, Lebensgefahr eingeschlossen ...


    Im 18. Band der Reihe prasseln zahlreiche Namen, Handlungsstränge und Eindrücke aus dem alten Rom auf den Leser ein, so dass das Verzeichnis der "dramatis personae" zu Beginn ein willkommenes Hilfsmittel ist. Aber es macht auch wie immer einen Riesenspaß, Falco auf seinen Wegen zu folgen, von gruseligen Gräberfeldern über die Villen der Reichsten bis zu den Weinschenken, die insbesondere sein Kumpel Petro gerne frequentiert. Viel Selbstironie, Situationskomik und diverse schräge Vögel sorgen für witzige Momente, und in der Hektik rund ums große Fest ist unschwer die Parallele zwischen den Saturnalien und dem heutigen Weihnachten zu erkennen. Sicherlich nicht ohne Hintergedanken, schließlich basiert unser Weihnachtsfest in vielerlei Hinsicht auf den römischen Festlichkeiten.


    Der Krimianteil ist ebenfalls gelungen, wenngleich es zu Beginn etwa schwierig ist, all die Namen und historischen Hintergründe auseinanderzuklamüsern. In Sachen Veleda hätte ich mir dann doch noch mal ein erläuterndes Nachwort gewünscht. Das ist aber auch mein einziger kleiner Kritikpunkt an diesem ansonsten sehr unterhaltsamen Histo-Krimi.


    4ratten

    If you get tired, learn to rest, not to quit.

    (Banksy)